Da sollte man also aufpassen eben nicht diesen Weg zu gehen, da ich vermute, dass dann Dacia schnell Kunden verlieren wird. Aktuell gibt es mehr Konkurrenzmodelle für die Rumänen, als noch vor ein paar Jahren...
Auch wenn hier die Diskussion gerade in eine seltsame Richtung führt, nur so viel: Damit hast du zwar Recht, aber Skoda wollte diesen Wandel auch aktiv begleiten ('Simply Clever' gilt ja weiterhin, der ehemalige Preisvorteil schmilzt nur eben dahin) und befindet sich aktuell immer noch in einer marktfähigen Lage. Auch ohne Citigo, auch ohne Roomster oder Yeti. Von oben wandern genug Käufer ab.
Und genau das wird eben auch Dacia nutzen. Der Bigster verkauft sich gut, der Sandero ist immer noch ein Verkaufsschlager - wo dann von Basis bis Top-Modell mit "Vollausstattung" tatsächlich eine ordentliche Bandbreite nachgefragt wird. Dacia hat Design und Image spürbar verbessert, auch wenn mir das Ganze zu vernünftig vorkommt. Emotionen haben da maximal noch beim Duster/Bigster Platz, aber auch dort nur begrenzt. Den Bigster kann man nun zumindest erstmalig mit Panorama-Glasdach und elektr. Heckklappe ausrüsten. Man muss sich beim gewohnten Komfort-Standard also nicht unbedingt verschlechtern.
Sauger gibt es halt trotzdem nur beim Hybrid - ähnlich wie beim Hyundai Kona. Dort ist es nämlich ein 1,6-Liter-Sauger. Dieser dürfte ziemlich blutleer sein, wenn die elektrische Unterstützung gerade im Charge-Mode ist. Da ist der Voll-Elektro einfach die konsequentere und dynamischere Option. Als Einstieg fungiert dort aber auch schon länger ein Turbo-Benziner. So, wie bei fast allen Dacia-Modellen auch schon. Der Einstieg mit 67 Sauger-PS macht keinen Spaß, der Hybrid ist solo mit 94 bzw. 109 PS auch nicht viel kraftvoller. Und als Hybrid hat man praktisch gar keinen Einfluss mehr als Fahrer. Die Fahrzeugelektronik entscheidet komplett alles. Das ist bequem, aber gleichzeitig auch die Vorstufe zum Beifahrer.
Andere Sauger, außer noch bei Motor-Rebell Mazda? - Nicht wirklich relevant. Was schade ist, aber eben auch nachvollziehbar. Die hubraumreduzierten Turbobenziner sparen innere Reibung ein und sind vor allem auf dem Papier sparsamer. Okay, dort auch nicht mehr so sehr wie früher, aber auch 10 % Ersparnis zu einem vergleichbaren, am Ende dennoch weniger dynamischen Sauger sind heute richtig viel wert für die Hersteller. Auch der Kunde kann sparen, wenn er beim Gaspedal mehr als Stellung 0 und 1 kennt.
man stelle sich vor, BMW gäbe 15 Jahre bzw 250.000km Garantie, die einzige Bedingung ist, dass man regelmäßig zum Service kommt
15 Jahre Werkstattbindung? Genial! - Wobei: Andere Hersteller bieten (für nicht wenig Geld) auch lange Anschlussgarantien bis 200.000 km an. Der Kunde kann da frei entscheiden, ob er auf Nummer 'sicher' gehen will. Da ohnehin nicht ALLES abgedeckt wird und die allgemeine Qualität (über alle Hersteller hinweg) spür- & messbar besser geworden ist, sind Garantien eher ein Garant für zusätzliche Einnahmen.
Hier ist viel mehr beachtlich, dass die HEV-Batterien doch so lange halten und wenig Probleme bereiten.
Hier kommt zu Gute, dass Toyota (im Seriensegment quasi als "Pionier", auch wenn das nicht komplett richtig ist) schon richtig viel Erfahrung hat. Der Hybrid Synergy Drive wurde über die Jahre immer besser, der Sauger hat von 1,5- über 1,8- auf jetzt 2,0-Liter-Hubraum die richtige Größe bekommen. Man kann beim Saugmotor so viel bewegen (z.B. über eine Kombination aus homogener/geschichteter DI und Saugbetrieb, variabler Ventil-/Nockenwellenhub, Mehrfacheinspritzung, etc.), dass dieser auch im Teillastbetrieb sparsam sein kann. Relevanter für diese FHEV-Konzepte ist jedoch das Effizienzverhalten bei sehr hoher Last, da der Verbrennungsmotor dort (bei niedriger Drehzahl) in einem besonders effizienten Fenster ist und sowohl für den direkten Antrieb (via CVT oder Multi-Mode-Getriebe) als auch eben als Generator eine sinnvollere Rolle spielt als ein Turbo-Benziner.
Und Turbo-Diesel sind sowieso tot wegen Diesel-Gate, sinkender Restwerte, nachlassendem Käuferwunsch und immer kostspieliger einzuhaltenden Grenzwerten. Alle Hersteller parallel oder unterhalb von VAG sparen sich diesen Dinosaurier Langstrecken-König ein und ersetzen ihn durch einigermaßen CO2-ähnliche Konzepte mit Hybridisierung, bei dem ein bewährter Benziner auf nennenswerte Elektrounterstützung inkl. kleiner (= leichter, kostengünstiger, platzsparender) Pufferbatterie trifft. Der FHEV verlängert also das Leben des Saugers, das (ohne Rebellen wie Mazda und Exoten wie Ferrari) schon längst beendet wäre.