Erbschaft - Steuer und was ist "gerecht"?

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  • Ich möchte das Thema Erbschaftssteuer und was ist gerecht oder ungerecht mal aus einer persönlichen Perspektive näher beleuchten, die absolut keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erfüllen soll.
    Das soll sich außerdem auschliesslich auf Erben privaten Vermögens beziehen. NICHT auch Firmenerben.

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    Mein Schwester und ihr Mann haben nichts bzw. nur minimale Beträge von deren Eltern geerbt.
    Bei mir das gleiche. Meine Frau hat einen niedrigen 5-stelligen Betrag von ihren Eltern geerbt.

    Bei meiner Schwester und Mann: Hat sich einiges angesammelt incl eines Zweifamilienhauses in der Nähe von Stuttgart und einem Aktiendepot.
    Der Erbe wird der einzige Sohn sein.

    Bei uns ist das etwas anders aber da wir keine Kinder haben konnten, wird der einzige Erbe ebenfalls dieser Neffe sein (abzgl. 25%, die wir gemeinnützigen Tierschutzververeinen vererben)

    Dieser Erbe wiederum hat wiederum nur einen leiblichen Sohn. Der erbt schlussendlich (normalerweise) alles das, was wir alles erwirtschaftet haben ohne je einen Finger krumm gemacht zu haben.
    Da handelt es sich dann um eine gut 7-stellige Summe.

    Der "potentielle" Erbe macht im Moment ( Alter 11) jedoch noch nicht den Eindruck als wenn er auch nur halbwegs begriffen hätte, wozu Bildung wirklich gut ist.

  • Habt ihr euch schon mal mit dem Thema "Ich gründe eine Stiftung" beschäftigt?

    https://www.stmi.bayern.de/media/_bayernportal/leitfaden-errichtung-stiftung.pdf

    Startseite | Stiftungsberatung & Stiftungsgründung Joachim Dettmann
    Willkommen bei Stiftungsberatung Joachim Dettmann! Bundesweit unterstütze ich Sie bei der Gründung und dem Management Ihrer Stiftung mit umfassender…
    stiftung-beratung.de

    Schaue dir das Thema mal an und subsumiere eure Vorstellungen rein. Auch der Neffe kann dann, wenn euch sein Lebensweg genehm wird, entsprechend durch die Stiftung bedacht werden. Interessantes Thema.

  • Man kann erben aus der Perspektive des Empfängers betrachten.

    Man kann erben aber auch aus der Perspektive der Autonomie des Erblassers betrachten: Derjenige, der sein Vermögen im Todesfall einem bestimmten Zweck widmen will, sollte darin in meinen Augen nicht eingeschränkt werden. Das verstehe ich unter einer freiheitlichen Grundordnung. Wenn man es also seinem gut oder schlecht geratenenen Nachwuchs hinterläßt, sollte man das tun dürfen. Ebenso wie z.B. dem BMW-Treff. Ohne das der Staat das saktioniert oder mitverdienen will. Das Vermögen eines Menschen entsteht aus bereits versteuertem Einkommen. Der Staat hat kein (moralisches) Recht da erneut die Hand auf zu halten.

    Just my two cents. Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Da meine Eltern geschieden sind und ich mir das zukünftige Erbe mit meinen 2 Geschwistern teile, sollten die jetzigen Freibeträge locker ausreichen.

    Ich habe keine Kinder und was nach meinem Tod mit meinem Nachlass passiert ist mir herzlich egal. Ich spende jetzt schon an Tierschutzvereine. Zumindest

    so lange bis die Scheidung von meiner Frau durch ist. Danach werde ich keine großen Sprünge mehr machen können und zum Vererben wird wahrscheinlich nichts übrig bleiben.

  • Wundert mich wenig, dass bei steigenden Vermögensübertragungen hier so manch einer ein feuchtes Höschen bekommt:

    Festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer 2024 um 12,3 % auf 13,3 Milliarden Euro gestiegen
    Im Jahr 2024 haben die Finanzverwaltungen in Deutschland Erbschaft- und Schenkungsteuer in Höhe von 13,3 Milliarden Euro festgesetzt. Die festgesetzte…
    www.destatis.de

    An alle Mitmenschen, die es mit mir aushalten, ohne mich gleich im Wald aussetzen zu wollen: Danke :hi:

  • Für mich ist die Frage eher: Ist der Empfänger der Erbschaft würdig. Das mag an vielen unterschiedlichen Kriterieren fest zu machen sein. Niemals aber wirklich gesetzesfest (Notar)

    Das ist aber ja auch überhaupt nicht die Frage.

    Die Frage, die mich beschäftigt ist, ohen auf die sozialischte Schiene geraten zu wollen:
    Ist es wirklich wirklich "gerecht" einem Erben ein Vermögen zu hinterlassen, für das er nie einen Finger gerührt hat dafür?

  • Es ist doch jetzt schon wie beim Lotto: künftige Erträge aus dem geerbten Vermögen sind zu versteuern, Geld ist Geld.

    Welche Regelung bei der Erbschaftsteuer "gerecht" ist weiß ich auch nicht, eine gewisse Steuer bei sehr großen Beträgen ist zumindest eine Überlegung wert.

    Mit sehr hohen Freibeträgen.

    Was ich nur sicher sagen kann: die gesetzliche Erbfolge passt sehr vielen Menschen nicht, sie ergibt oft nicht das Gewünschte, weil sozusagen die Falschen erben.

    Grüße Peter

  • Detlev Persönlich auf dich und deine Frau bezogen oder allgemein gesellschaftspolitisch? Warum sollte es nicht gerecht sein, wenn es gewollt ist. Möchte ich es nicht = z. B. Stiftung.

    Direkte Nachkommen haben wir nicht. Familienseitig möchten wir nicht. Also haben wir das entsprechend geregelt.

    Miracoli Aber die Erbschaftssumme ist an sich nicht steuerfrei. Es gibt Freibeträge, aber wenn einer erben soll, der nicht zum Kreis der erlauchten Nutznießer mit Freibetrag gehört, wird es teuer. Obwohl das Erbe, als es noch kein Erbe war, schon versteuert wurde.

  • Das soll sich außerdem auschliesslich auf Erben privaten Vermögens beziehen. NICHT auch Firmenerben.


    Hauptproblem: gibt es nur Geld zu erben ist es einfach. Dann sind eben z.B. 20% in Form einer Steuer weg.

    Erbt man aber ein Haus, müsste man es entweder verkaufen oder die 20% aus der eigenen Tasche zahlen.

    Deshalb bin ich ein Gegner der Erbschaftssteuer.

    Der Staat hat genug Einnahmen. Der soll lieber die Ausgabenseite in den Griff bekommen als das Erbe, das beim anhäufen schon vielfach versteuert wurde, nochmal zu versteuern.


    Bei deiner Erbkonstellation: bei einer 7 stelligen Summe am Schluss würde ich über eine Stiftung nachdenken. Sonst fehlt für denjenigen jeglicher Anreiz im Leben was zu arbeiten oder sich zu qualifizieren.

    Tierschutzverein ? Never. Fahr lieber nach Afrika und investiere das Geld in den teuren Abschuss von z.B. Elephanten. Das Geld fliest tatsächlich in den aktiven Tierschutz gefährdeter Tierarten. Der Tasmanische Teufel ist auch vom aussterben bedroht wegen einer übertragbaren Gesichtskrebserkrankung. Eine Spende in die Forschung eines Gegenmittels wäre auch sinnvoller als für teuer Geld ein paar Katzen zu beaufsichtigen, in einem Land mit 17 Mio Katzen, die obendrein jede Menge Schaden anrichten.

    Einmal editiert, zuletzt von terramike (15. Januar 2026 um 18:40)

  • Ist es wirklich wirklich "gerecht" einem Erben ein Vermögen zu hinterlassen, für das er nie einen Finger gerührt hat dafür?

    Selbst die eigenen Kinder haben das ja eigentlich selten getan, ausser man wird Pflegefall und nicht ins Heim geschoben. Ansonsten sind es halt die eigenen Kinder.

    Bei "fremden" Kindern muss man halt wissen, was man tut. Ob ein Tierheim als Gesamterbe so sinnvoll ist, oder man einem Nachkommen eines näheren Verwandten / Bekannten das Leben in der sicher nicht sonderlich schönen Zukunft des Landes (so wie wir die Vergangenheit kennen wird es nie wieder sein) erleichtert, das muss man selber entscheiden.

    Ob es jemand "wert" ist, weiss man vorher nie, und auch eine Persönlichkeit kann sich noch viel später im Erwachsensein entsprechend entwickeln.

    Von daher ist es eine Wette auf die Hoffnung.

    An alle Mitmenschen, die es mit mir aushalten, ohne mich gleich im Wald aussetzen zu wollen: Danke :hi:

  • Das wohl wichtigste ist, bereits mit warmen Händen zu vererben wenn eine anfallende Steuer im Raume steht. Und die hat man gerade mit nur einem Kinde/Erben schneller beisammen als man denkt. Daher, Freibeträge alle 10 Jahre ausnutzen. Wer mit 95 zum Erblasser wird mit drei Mietshäusern, der eigenen Bude und 800k bar am Konto ohne sich vorher Gedanken gemacht zu haben, da kann man tatsächlich nur sagen: Selbst schuld wenn der Staat die Hand aufhält.

    Grundsätzlich ist die Erbschaftssteuer meiner Meinung nach richtig, es müssten aber ein paar Sachen nachjustiert werden. Du kannst als Einzelkind ja kaum mehr Dein Elternhaus erben ohne steuerpflichtig zu werden wenn man nicht gerade selbst einzieht. Wer selbst schon ein eigenes Haus hat, der hat da nicht viel Wahl am Ende. Da müssten die Freibeträge speziell für Immos deutlich angehoben werden.

    Wenn Du das nächste Mal lachst, weil Deine Eltern Dich fragen wie sie einen Screenshot machen können, dann denke daran, dass sie Dir gezeigt haben wie man einen Löffel und das Klo benutzt... :zf:

  • Stefan Nehmen wir dein Beispiel. Die Eltern haben ein schönes Haus für sich und die Tochter gebaut. Als diese ausgezogen war, haben die Eltern das Dachgeschoß ausgebaut und eine schöne Wohnung reingebaut. Diese wurde vermietet und hat die Rente des Ehemannes aufgestockt. Die Tochter hat geheiratet und gebaut. Als die Eltern beide verstorben waren, erbt sie das Haus. Es ist jetzt ein Zweifamilienhaus in einem Vorort einer Stadt im Rhein-Main-Gebiet. Die Freigrenze reicht natürlich nicht. Es fällt Erbschaftssteuer an. Warum und für was? Der Millionengewinn beim Lotto = Frei. Das Einkommen des Vaters = versteuert, mit seinem Netto hat er das Haus gebaut. Warum jetzt Erbschaftssteuer? Auf die Erlöse, die von der Tochter mit dem Haus erzielt werden, egal ob Mieten oder Kaufpreis, sind dann Steuern zu bezahlen. So wäre es gerecht.

    Allrad - Vorwärts geht es immer! :top:

    Aber vielleicht ist die Welt auch nicht verückt geworden - vielleicht hat sie nur aufgehört, normal zu sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Detlef59 (15. Januar 2026 um 20:00)

  • Da meine Eltern geschieden sind und ich mir das zukünftige Erbe mit meinen 2 Geschwistern teile, sollten die jetzigen Freibeträge locker ausreichen.

    Ich habe keine Kinder und was nach meinem Tod mit meinem Nachlass passiert ist mir herzlich egal. Ich spende jetzt schon an Tierschutzvereine. Zumindest

    so lange bis die Scheidung von meiner Frau durch ist. Danach werde ich keine großen Sprünge mehr machen können und zum Vererben wird wahrscheinlich nichts übrig bleiben.

    ob geschieden oder nicht spielt keine Rolle, heute und ggf zukünftig nach den Modellen die mir bekannt sind

    wer das Erbe bekommt, spielt für mich eine große Rolle

    leider kenne ich genug Fälle, in denen die Kinder wissen, sie müssen eh nie arbeiten, bei dem was da kommt, ganz übel in vielerlei Hinsicht

    daher würde ich bei so einem entfernten Verwandtschaftsgrad, wenn keine tiefere Verbindung besteht, den Tierschutzvereinen mehr spenden (btw das sind auch so ziemlich die einzigen denen ich noch was gebe...)

    vor dem Tod mit Schenkungen anzufangen ist gefährlich, das Alter kann extrem teuer werden, gibt keine ideale Lösung...

    generell kann ich Befürworter von 100% Schenkungssteuer verstehen, denn letztlich ist die Erbschaft wie alles im Leben praktisch nur reines Glück... ohne Leistung. Vom Schenkenden aus gesehen natürlich ein Unding... der will selber bestimmen, das sehe ich auch voll ein;)

    Grüße Matthias

  • Wenns danach geht: Die meisten Ersparnisse beruhen auf versteuertem Geld u d da muss man schon nach nem lächerlichen Freibetrag wieder 25% der Zinsen an Steuern abdrücken.

    Auch ich gehe mit der Zeit und fahre E-Autos: E30, E31 und E46! :daumen:

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Stefan Nehmen wir dein Beispiel. Die Eltern haben ein schönes Haus für sich und die Tochter gebaut. Als diese ausgezogen war, haben die Eltern das Dachgeschoß ausgebaut und eine schöne Wohnung reingebaut. Diese wurde vermietet und hat die Rente des Ehemannes aufgestockt. Die Tochter hat geheiratet und gebaut. Als die Eltern beide verstorben waren, erbt sie das Haus. Es ist jetzt ein Zweifamilienhaus in einem Vorort einer Stadt im Rhein-Main-Gebiet. Die Freigrenze reicht natürlich nicht. Es fällt Erbschaftssteuer an. Warum und für was? Der Millionengewinn beim Lotto = Frei, Kapitalerträge = Frei. Das Einkommen des Vaters = versteuert, mit seinem Netto hat er das Haus gebaut. Warum jetzt Erbschaftssteuer? Auf die Erlöse, die von der Tochter mit dem Haus erzielt werden, egal ob Mieten oder Kaufpreis, sind dann Steuern zu bezahlen. So wäre es gerecht.

    Kapitalerträge resultieren meist auch schon auf schon mal versteuertem Geld. Trotzdem wird eine Steuer fällig. Wo fängst du an, wo hörst du auf?

    Den Lottovergleich finde ich seltsam, da verdient der Staat ja schon am Spiel.

    An alle Mitmenschen, die es mit mir aushalten, ohne mich gleich im Wald aussetzen zu wollen: Danke :hi:

  • Wenns danach geht: Die meisten Ersparnisse beruhen auf versteuertem Geld u d da muss man schon nach nem lächerlichen Freibetrag wieder 25% der Zinsen an Steuern abdrücken.

    Noch! Ich denke es ist nur eine Frage der Zeit bis man hier mit persönlichem Steuersatz versteuert.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Jetzt verstehe ich es. Der Bürger soll sparen, eigene Vorsorge fürs Alter und außergewöhnliche Umstände sorgen. Und wer das, von seinem versteuerten Einkommen, macht und die lächerlichen Freigrenzen schnell überschreitet, der wird nochmal abkassiert. Clever. ;)

  • Kapitalerträge = frei stimmt einfach nicht, sobald man die geringen Freibeträge überschreitet, etwa 28 % drückt man ab.

    Grüße Peter