Opel gehört für mich zu den Marken, bei denen ich hoffe, dass sie nicht in all zu ferner Zukunft die Segel streichen müssen. Warum?
Naja, früher war Opel eine Marke die für deutsche Tugenden stand und solide, deutsche Fahrzeugtechnik zu einem verträglichen Preis lieferten. Leider im Laufe der Geschichte wurde ihnen hier wie dort übel mitgespielt und nun gehören sie seit einigen Jahren zum französischen Großkonzern Stellantis. Die ist zwar eine echte Chance für Opel, zumal man hier die Kosten durch Gleichteile, Einkäufe etc senken könnte, aber leider lässt offenbar die Konzernspitze zu wenige Eigenständigkeit zu.
So eben auch beim neuen Aushängeschild der Marke - Der Opel Grandland.
Er baut auf der neuen Bodengruppe der Gruppe (STLA Medium) auf, die eine sogenannte Mix-Plattform ist und sowohl Verbrenner, elektrifizierte Antriebe aber auch vollelektrische Antriebe tragen kann.
Im Falle des Grandland bedeutet dies, dass es einen Einstiegsantrieb mit 1,2 Liter 3-Zylinder und Mild Hybrid Elektrifizierung ebenso gibt, wie einen Plug-In Hybriden mit 1,6 Liter Vierzylinder und bis zu 80km Reichweite. Ich selbst habe mich für die vollelektrische Version, den Opel Grandland Electric zum Alltagstest entschieden.
Technisch bietet der Grandland Electric einen Frontantrieb mit 157kW und 345Nm Drehmoment sowie einen 82 kWh (Brutto) fassenden NMC Akku. Mit diesem Batteriepaket soll der Grandland gemäß dem WLTP Zyklus eine kombinierte Reichweite von 519 Kilometern mit 73 kWh nutzbarer Energie schaffen. In der Praxis ist dies nur bedingt umsetzbar, wie wir bekanntlich wissen. Dennoch war ich erstaunt, dass eine Reichweit von gut 400km bei milden Temperaturen im Alltags-Pendler-Verkehr gut möglich war. Die Ladeleistung am Schnelllader von bis zu 180kW konnte der Grandland aber nie erreichen. Viel mehr lag er meist nur bei 130kW, konnte aber die angebene Ladezeit von 10-80% grob halten.
Was das Fahren angeht, so fährt sich der Grandland äußerst handlich. Er liegt satt auf der Straße, lenkt willig ein, bietet genügend Rückmeldung und federt angenehm komfortabel (ohne dass ein adaptives Fahrwerk verfügbar wäre). Auch die Bremsanlage lässt sich gut dosieren und der Übergang von Rekurperation auf Schleifbremse ist angenehm verschliffen mit sauberem Druckpunkt. Fahrwerke und Abstimmung, dass können sie einfach in Rüsselsheim!
Der Innenraum des Grandland erfreut die Kunden jetzt mit merklich mehr Laderaum, Passagier-Komfort, Kopf- und Beinfreiheit. Dadurch, dass die Karosserie um eine Klasse größer nun ist als der Vorgänger, erfreut dies selbstverständlich Kunden. Das neue Infotainment mit riesigem 16:9 Display arbeitet angenehm flott, ist aber in seiner Bedienung leider zu verschachtelt, als das es sich intuitiv und ohne Ablenkung während der Fahrt bedienen lässt.
Mein Größter Nachteil am Testwagen waren die Assistenzsysteme. Denn sowohl die Spurführung, die nicht sauber mittig sondern etwas schwammig war, als auch die etwas verzögerte Abstandsregelung bedürfen noch einem Update.
Weitere Details zum Auto habe ich wieder im Video festgehalten, also gerne mals reinclicken und sagt mir mal Eure Meinung ![]()