Neue Modellbezeichnungen und der Sinn dahinter

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  • Mal ne vielleicht dumme Frage, aber grade bei Audi und BMW fällt es die letzten Jahre auf, dass man von der Hubraumangabe in der Modellbezeichnung weggekommen ist. Wenn ich nun lese dass


    im über 2,1 Tonnen schweren AMG C 63 nun ein Vierzylinder werkelt

    wirds ja völlig absurd. Nach welcher Logik wird denn nun bei

    Audi

    BMW

    Mercedes

    *sonstwem*

    das 40i, 50i, 40 tdi usw. vergeben?


    :hi:

    When nothing goes right, go left :top:

  • Bei Audi hängt es von der Leistung ab.


    Audi.de:

    Bezugsgröße für die neuen Typbezeichnungen ist die Antriebsleistung des jeweiligen Modells in Kilowatt (kW). Audi unterteilt dabei seine Modellpalette in Leistungsstufen – dargestellt von zweistelligen Ziffernkombinationen. So steht die Ziffernkombination „30“ künftig am Heck jener Modelle, die zwischen 81 und 96 kW Leistung mobilisieren. „45“ steht für den Leistungsbereich von 169 bis 185 kW. Die Spitze des Audi-Modellprogramms bildet die Leistungsklasse oberhalb von 400 kW. Für sie steht die Ziffernkombination „70“. Ergänzt werden die Ziffern jeweils von der Motorentechnologie – also TFSI, TDI, g-tron oder e-tron.

  • Wobei die geraden Zahlen nur noch für die elektrischen Modelle stehen, die fossilen bekommen - zumindest so lange sie noch gebaut werden - die ungeraden Zahlen zugeteilt.

    Grüße aus Köln
    Franz

  • Zahlungsbereitschaft des Kunden! :duw:

    Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht!
    (Theodor Körner)


    Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben!

    (Otto von Bismarck)

  • Wobei die geraden Zahlen nur noch für die elektrischen Modelle stehen, die fossilen bekommen - zumindest so lange sie noch gebaut werden - die ungeraden Zahlen zugeteilt.

    Also 30 & 40 gibt’s bei Audi aktuell als Bezeichnung für Benziner.

  • Die Modellbezeichnung am Fahrzeug war mir eigentlich schon immer egal, das war immer das Erste was ich entfernt habe.

    Als Statussymbol brauch ich das auch nicht.

    Aus Fehlern lernt man. Heute habe ich viel gelernt!

  • Unserer kam hinten nackig (bis auf „Quattro“). :p

    Dann sei froh dass da nicht Seicento drauf steht :duw:


    Die Modellbezeichnung am Fahrzeug war mir eigentlich schon immer egal, das war immer das Erste was ich entfernt habe.

    Als Statussymbol brauch ich das auch nicht.

    Darum gehts ja nicht, sondern um das irgendwie einordnen zu können.


    Ich will auch keine "Fleischwurst 630" kaufen, in der 4 Einzelportionen a 50g drin sind. Das ist Verarschung. Klar, hat irgendwann angefangen als z.B. der E23 733i einen normalen 3,2l drin hatte, das waren ja aber wenigstens noch Annährerungswerte, man konnte sich was drunter vorstellen. Wenn ich heute einen i4 M50 vor mir habe kann ich raten. Deshalb die Frage, welchen Bezug das bei der jeweiligen Marke hat.

    When nothing goes right, go left :top:

  • Bei Audi hängt es von der Leistung ab.


    Audi.de:

    Bezugsgröße für die neuen Typbezeichnungen ist die Antriebsleistung des jeweiligen Modells in Kilowatt (kW). Audi unterteilt dabei seine Modellpalette in Leistungsstufen – dargestellt von zweistelligen Ziffernkombinationen. So steht die Ziffernkombination „30“ künftig am Heck jener Modelle, die zwischen 81 und 96 kW Leistung mobilisieren. „45“ steht für den Leistungsbereich von 169 bis 185 kW. Die Spitze des Audi-Modellprogramms bildet die Leistungsklasse oberhalb von 400 kW. Für sie steht die Ziffernkombination „70“. Ergänzt werden die Ziffern jeweils von der Motorentechnologie – also TFSI, TDI, g-tron oder e-tron.

    Auf diese Einteilung konnte auch nur Audi kommen. Meine Theorie: Man wollte möglichst große Zahlen anbringen, um das Fahrzeug unbewusst wichtiger zu machen als es ist (vgl. Audi 5000 in den USA - nix mit 5,0-Liter, nur ein Hinweis auf die 5-Zylinder-Motoren). Das ist insbesondere in China ein Verkaufsargument, wo diese Nomenklatur noch weit vor Europa eingeführt wurde. Wobei Audi in China die Zahlen sogar noch leicht abweichen, es herrscht also nicht einmal Konstanz weltweit.

    Hinter den Zahlen steckt aber im Prinzip noch etwas mehr, aber es hatte mich damals lange gebraucht um es herauszufinden. Kurz gesagt: Die Wahl der Zahl hat mit der Performance (0-100 km/h) zu tun. Aber die Rechnung ist kompliziert, nicht direkt einleuchtend und sicher auch nicht in jedem Fall korrekt.

    v in m/s geteilt durch die 0-100-Zeit in s * 10 = Zahl auf dem Heckdeckel (gerundet)
    v = 100 km/h, entsprechend also 27,78 m/s

    Die "Logik" hinter dieser Nomenklatur schreibe ich neben dem Up-Marketing der E-Mobilität zu. Dort gibt es keinen Hubraum, sondern nur noch Leistungsstufen. Dies wollte man wohl einheitlich über sämtliche Modelle einführen. Die Höhe der Zahlen hätte man indes aber auch eleganter wählen können, sprich also in Anlehnung an die Motorleistung (vorzugsweise in PS, da größer als kW) - so wie es z.B. Jaguar und Range Rover macht. So bringt man auch mehrere Technologien elegant unter, ohne den Hubraum irgendwie zu benennen.

    Bei Mercedes und BMW gibt es ein ähnliches Bild, wobei man sich hierbei (was Audi nicht konnte) an den alten Zahlen orientiert, die mehr oder weniger den Hubraum angegeben haben. Fun Fact: Seit Einführung der Turbomotoren (und dem folgenden Verzicht auf irgendwelche Zusätze wie ein angehängtes "s" oder "Turbo" bzw. "Kompressor") ist eine hubraumkorrekte Angabe die absolute Ausnahme, denn sämtliche anderen Leistungsstufen unterscheiden sich davon zwangsläufig. Aber selbst in der Zeit davor gab es minimale Abweichungen, bei BMW z.B. 318tds mit 1,7 Liter, 316i/318i mit 1,9 Liter, 320i mit 2,2 Liter, 330d mit 2,9 Liter, 535i mit 3,4 Liter, 540i/545i mit 4,4 Liter, 740d mit 3,9 Liter, 745d mit 4,4 Liter, 735i mit 3,6 Liter, 650Ci mit 4,8 Liter, usw.), wenn dadurch die Modellbezeichnung eindeutig schöner aussieht. Beim 745i E23 lasse ich die "Turboformel" (Faktor 1,4) gelten - ausgehend vom 3,2 Liter in der Ursprungsversion hat das sogar hin.

    Bei Mercedes wurden - sicherlich mit Hinblick auf China, wo die 8 als absolute Glückszahl gilt - die Bezeichnungen 580 und 680 für die Topmodelle eingeführt. Zuvor gab es auch schon einen S 560 mit etwas weniger Leistung als jetzt beim S 580, für den aber die alte Turboformel (Faktor 1,4) perfekt funktioniert. Auch haben solche Zahlen immer auch etwas mit der eigenen Historie zu tun. Bei Mercedes gab es schon 560er (damals noch mit knapp 5,6 Litern Hubraum) oder Modelle wie den 300 SEL 6.3/AMG 6.8 als absolute Spitzenmodelle. So gab es in der Generation W 220 auch einen S 63 AMG, aber mit 6,3-Liter-V12-Motor.

    Dass Mercedes den neuen AMG C 63 nicht hubraumkorrekt AMG C 20 nennt, leuchtet mir auch ein. In Sachen Performance ist es ein echter C 63 (zumindest mit E-Unterstützung) und man befindet sich auch deutlich über der 45er Leistungsstufe, die in A-Klasse & co. mit bis zu 421 PS arbeitet. Der erste C 63 AMG war aber auch schon falsch, denn er hatte nur 6,2 Liter Hubraum. :m: /Klugscheißmodus off

    Einmal editiert, zuletzt von Rex ()

  • Also 30 & 40 gibt’s bei Audi aktuell als Bezeichnung für Benziner.

    Er meinte die Modellreihen. Aus dem fossilen A6 wird der A7 (aus dem RS 6 entsprechend der RS 7), aus dem A4 wird der A5 - demzufolge kommt demnächst ein A5 Avant auf den Markt. Die elektrischen Modelle bekommen gerade Zahlen, also A4, A6, Q4, Q6, Q8 etc. A1 und Q2 werden eingestellt.

    Zumindest beim 50 TDI gilt, das alle die gleiche Leistung haben von 210 kW.

  • shneapfla


    Ich finde das auch massiv bescheuert. Der Trend geht nur eben leider dahin, dass die Verbrenner verschwinden werden - noch nicht in der demnächst folgenden Modellgeneration, aber kurz darauf. Was dann später noch bleibt, sind die Elektrofahrzeuge. Anders als bei BMW mit ihrer flexiblen Antriebsplattform (i3 China, i4, i5, i7, iX3 und Folgende) baut so ein elektrischer A4 oder A6 auf einer reinen BEV-Plattform auf und bekommt auch ein (notgedrungen) etwas anderes Design. Ab der nächsten Modellgeneration werden erstmalig beide Modelle parallel angeboten. Um künftige Verwirrungen vorzubeugen, braucht es einen anderen Modellnamen. Da der Verbrenner über kurz oder lang verschwindet, muss er sich eben beugen - und der BEV bleibt bei der bekannten Nomenklatur.


    Die Vorlage dafür haben bereits Q4 und Q6 geschaffen. Auch der Q8 (ehemals schlicht e-tron) hat sich mit dem Facelift bereits angepasst. Auf mich wirkt das Ganze auch nur halbwegs durchdacht. Da ist mir die Strategie bei Mercedes mit EQ (wobei der Name angeblich auch wieder verschwinden soll) sympathischer.