Verwandter hat Angst vor dem Tod

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  • Hallo zusammen,


    mal ein ernstes Thema. Mein Vater dreht grad etwas am Rad, weil er Angst hat morgen tod umzukippen.

    Er ist jetzt 76 Jahre - hat vor zwei Jahren 3 Stends bekommen und ist seit 45 Jahren Diabetiker. (spritzt Insulin)

    Jetzt hat er irgendwo gelesen, dass die Lebenserwartung von Diabetikern geringer ist als in der Allgemeinbevölkerung.

    Andererseits sind seine Eltern beide über 90 geworden und auch die letzte Schwester ist erst letztes Jahr mit 87 gestorben.


    Momentan ist es jedoch auf dem Trip: Morgen bin ich dahin... Das nervt mich ehrlich gesagt massiv - ja er hat Zucker und ist somit nicht ganz gesund, aber soweit trotzdem fit und eigenständig.


    Gibts irgendwelche leicht verständliche Studien oder Aussagen die nicht grad den Tenor haben: Zuckerpatienten verlieren 10 Jahre ihres Lebens....

    Ihr wisst was ihr meint


    Papst

  • Das entspricht schon der Wahrheit. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es nur ein statistischer Wert ist und nichts über den einzelnen aussagt.

    Die meisten Diabetiker sind grottenschlecht eingestellt und tragen somit ein höheres Risiko. Wer gut eingestellt ist, senkt es.


    Mein Vater hat seit 25 Jahren Diabetes und ist jetzt 85 bei relativ guter Gesundheit. Nur so als Beispiel.


    Deinem Vater würde ich zur Unterstützung allerdings eine Psychotherapie empfehlen, da sich solche Ängste nicht nur oft verselbständigen, sondern meist noch etwas ganz anderes, belastendes dahintersteckt.


    Nur mit rationalen Argumenten ist einer solchen Angst meist nicht beizukommen.

  • Hallo



    Schwierig. Die Ängste ernst zu nehmen und darüber zu reden ist schon mal gut, auch wenn das Thema nichts für den ersten Advent beim Essen sein sollte. Abstrakt wissen wir alle von unserem Tod. Durch die persönlichen Erkrankungen und die schon durchgemachten Erfahrungen wird es konkret. Das kann beängstigend sein. Wenn es den Alltag beeinträchtig ist psychotherapeutsiche Hilfe sinnvoll. Ja, dein Vater hat korrekt gelesen. Mit fortgeschrittener KHK und langjährigem insulinpflichtigem Diabetes ist seine Lebenserwartung reduziert. Aber ob er gut eingestellt ist oder nicht, ob er medikamentös und vom Lebensstil sonst alles tut um den Krankheitsfortschritt zu verlangsamen und Folgeschäden des Diabetes zu verhindern schreibst du nicht. Angst kann einen lähmen, Angst kann aber auch Motivation sein etwas zu verändern. Statistiken und Sterbetafeln sollten einen nicht entmutigen. Nach Sterbetafel hat ein jetzt 76-Jähriger noch eine Lebenserwartung von über 11 Jahren, wird im Durchschnitt also über 87 Jahre alt. Man kann den Memento Mori auch dazu nutzen seine Angelegenheiten zu regeln. Testament, Vollmachten, Patientenverfügung.


    Meine eigene Patientenverfügung (modifiziert nach Vorbild eines Kollegen):

    Bleibt am Ende die Frage was dein Vater damit bezwecken will seine Ängste und Befürchtungen zu thematisieren: Will er z.B. seine Dinge regeln, mit dir/euch seine Pläne durchsprechen, dann tust du ihm damit unrecht wenn du genervt reagierst.


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Danke Jan Henning für den Text der Patientenverfügung, Wird umgehend von meiner Frau und mir so verfasst und unterschrieben. Hinterlegung in Kopie bei meinem Bruder.


    Wer hat einen Text/Vordruck für ein gemeinschaftliches Testament (Eheleute). Keine Kinder. Übers Nacherbe müssen wir uns noch Gedanken machen. Danke. :)


    Sorry für diesen kleinen Exkurs.

  • Wer hat einen Text/Vordruck für ein gemeinschaftliches Testament (Eheleute). Keine Kinder. Übers Nacherbe müssen wir uns noch Gedanken machen. Danke. :)

    Kurzer Text:

    Hiermit vererben wir unser ganzes Vermögen unserem lieben Papa Staat, wir denken er kann es gut gebrauchen und wird es auch sinnvoll ausgeben ^^

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Kurzer Text:

    Hiermit vererben wir unser ganzes Vermögen unserem lieben Papa Staat, wir denken er kann es gut gebrauchen und wird es auch sinnvoll ausgeben ^^

    Was rauchst du so? Gib was ab von dem Zeug ^^

    Hör immer auf dein Herz, ausser der Winzer sagt "Nimm den Gewürztraminer". Dann hör auf den Winzer :party:

  • Also wenn es einer nicht kriegt, dann der Staat. Irgendeinen Verwandten X-ten Grades hab ich.

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Momentan ist es jedoch auf dem Trip: Morgen bin ich dahin

    Ich kannte genug Menschen bei denen das auch ohne (bekannte) Vorerkrankung geklappt hat. Und ehrlich gesagt ist das eigentlich die schönste Art zu sterben. Monate- oder gar jahrelanges krankes Siechtum möchte ich mir und meiner Umgebung eigentlich ersparen.

    Irgendeinen Verwandten X-ten Grades hab ich.

    Hab ich auch. Bevor ich der falschen Bande, die immer nur dann auftauchen wenn sie was wollen, irgendetwas vererbe geht der ganze Mist an einen gemeinützigen Verein in der Pflege und Betreuung behinderter oder psychisch kranker Menschen. Mit der Auflage der Nutzung und nicht nur des verscherbelns. Nacherben im Falle des ausschlagens müssen natürlich definiert sein.

    Hör immer auf dein Herz, ausser der Winzer sagt "Nimm den Gewürztraminer". Dann hör auf den Winzer :party:

  • Vermachs dem örtlichen Teckelclub ;)

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Danke Dir.

    Aktuell glaube ich ist der Zucker einigermaßen eingestellt. Er spritzt schon seit Anbeginn. Felleinigkeit leigt nicht vor. Rauchen tut er auch nicht.

    Wie gut oder schlecht der Zucker tatsächlich eingestellt ist kann ich gar ned sagen. Fakt ist das letzte Jahr hatte er eigentlich keine Unterzuckerung mehr. Wies nach oben hin aussieht kann ich aktuell ned sagen.

    Den letzten hba1 Wert den ich kenne war von 2021. Da lag der bei 76.

    Er hat hat Angst dass die lange Zeit der Erkrankung insgesamt schon zu viele Schäden im Körper angestellt hat die die Ärzte so auch ned feststellen können.

    Wie gesagt er hat auch drei Stents bekommen.

    Ich weiß nur dass als ich im Jugendlichenalter war mein Papa regelmässig in den Unterzucker gerutscht ist.

    Was das an Schäden im Körper verursacht k.A.


    Aktuell ist es einfach etwas schwierig. Ich persönlich sehe jetzt nicht ein plötzliches Ableben... Insoweit würde ich sagen ist er noch ziemlich fit, fährt Auto, macht seinen Haushalt etc.pp. aber reinschauen kann ich logischerweise auch ned.....