Testament - was planen für Kinder als Vollwaisen?

Registrierte und angemeldete Benutzer sehen den BMW-Treff ohne Werbung
  • Hi!

    Ich schreibe gerade an meinem Testament, da man nie weiß, wann es einen erwischt und ich möchte meiner Verantwortung ggü. der Familie nachkommen.


    Insbesondere hat mich ein Ratgeber darauf aufmerksam gemacht, dass man auch das gemeinsame Ableben mit der Ehefrau mit "einplanen" sollte regelungstechnisch (Unfalltod, Mord, etc.). Dieser absolute Super GAU für minderjährige Kinder sollte hier vernünftig geregelt sein. Ich finde das tatsächlich wichtig - so unwahrscheinlich das Eintreten statistisch gesehen auch sein mag.

    Im Prinzip ist es in einem solchen Szenario so, dass die Kinder alles erben - aber ich würde gerne so gut wie möglich vorgeben, wofür ein Vormund das Geld der Kinder für deren weitere Kindheit, Ausbildung / Studium bis zum Lebensjahr X einsetzen darf.

    Mein Gedanke ist, dass in einem solchen Szenario, das erarbeitete Vermögen so eingesetzt werden soll, dass die Kinder die bestmögliche Betreuung und Ausbildung erhalten sollen, die man bekommen kann (gut, für die oberen 0,02% Eliten der Welt solche Varianten vielleicht mal ausgenommen). Mir wurde geraten, hier auch konkret etwas vorzugeben..... ich tue mich da schwer. Prinzipiell würden die Kinder ja so oder so aus ihren Freundeskreisen etc. heraus gerissen, wenn sie irgendwo in ein Internat kämen o. Ä. - von daher wäre es wohl regional gesehen egal, wo das Ganze stattfände, sofern es nur vernünftig ist. Ich kann mir auch ausländische Lösungen vorstellen - wir haben das Thema hier oft genug diskutiert, was von Deutschland in Zukunft noch zu erwarten ist (oder eher nicht). Aber kann man sowas sinnvoll / realistisch planen, dass die Kinder meinetwegen in einer tollen Einrichtung in Singapur, Kanada oder sonst wo groß werden würden? Vielleicht könnte ich ihnen dann quasi in nachfolgender Generation meinen eigenen Traum ermöglichen, den ich aufgrund von wirtschaftlichem Erfolg hier im Land erstmal nicht wahr machen werde.


    Vielleicht hat sich mal jemand ähnliche Gedanken gemacht? Bei uns ist es so, dass es keine Familienmitglieder oder passende befreundete Ehepaare gäbe, wo wir die Kinder hin geben könnten in so einem Fall. Daher müssen wir uns wohl mit konkreten Einrichtungen auseinander setzen.


    Kein schönes Thema...... aber wenn man sich nicht kümmert und dann passiert was, gehen die Kinder dran kaputt. Ich habe bei mir im Unternehmen jemanden, der jetzt 20 ist, Vollwaise. Um ihn hat sich niemand wirklich gekümmert, das mittelgroße Erbe hat er bereits für Träumereien etc. verprasst - er hatte halt niemanden, der ihm den Weg weisen konnte. Sehr armer & gebrochener Mensch.

    Freue mich über ein paar Gedankengänge anderer User.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Bei uns ist es so, dass es keine Familienmitglieder oder passende befreundete Ehepaare gäbe, wo wir die Kinder hin geben könnten in so einem Fall.

    Hallo


    Eigentlich ist dies doch der Kern des Problems, oder? Wirklich keine Großeltern oder Geschwister? Weder du noch deine Frau?


    Oder zwar vorhanden, aber Beziehung zerrüttet?


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Meine Eltern sind über 80 und schon jetzt nicht mehr in der Lage, zwei kleine Kinder vollverantwortlich zu betreuen. Wir beide sind Einzelkinder. Meine Frau hat noch eine Mutter mit belarussischer Staatsangehörigkeit (Vater bereits verstorben). Die Mutter ist Ende 50. Ob das jetzt die Lösung für die Kinder ist? Ich weiß es nicht.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Haben eure Eltern keine Geschwister? Und ihr dadurch Cousins und Cousinen? Ich gebe zu es wäre dann nicht mehr nahe Verwandschaft, aber bevor da vollkommen fremde aktiv werden.....


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Nein, da gibt es keine weitere Verwandtschaft mehr. Ansonsten wäre die Sache ja klar. Es gab einen Onkel, der vor einigen Jahren mit 84 verstorben ist. Durch seinen Jahrzehnte lang andauernden Alkoholismus war es ihm vergönnt, eine eigene Familie zu haben. Das war´s.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Fehlt in dem letzten Satz ein "nicht"?

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Fehlt in dem letzten Satz ein "nicht"?

    Vielleicht auch nur ein "k" :rauchen::hehe:

    Hör immer auf dein Herz, ausser der Winzer sagt "Nimm den Gewürztraminer". Dann hör auf den Winzer :party:

  • Wäre die Alternative

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Auch beim Testament kann kann wieder nur zu guter Beratung raten.


    Meine Eltern hatten vorgesehen, dass mein Bruder und ich in diesem Fall entweder bei einem Onkel aufwachsen, sollte dies nicht gehen bei sehr guten Freunden, natürlich vorher mit denen abgesprochen. Wobei es wohl so ist, dass das Jugendamt sich nicht zwangsweise an solche Bestimmungen halten muss, kann ich aber nicht genau sagen. In der Tat haben wir früher aber auch darauf geachtet, dass nie die gesamte Familie, zusammen mit Onkel & Tante längere Strecken im gleichen Auto oder Flieger saß.


    Im Prinzip ist es in einem solchen Szenario so, dass die Kinder alles erben - aber ich würde gerne so gut wie möglich vorgeben, wofür ein Vormund das Geld der Kinder für deren weitere Kindheit, Ausbildung / Studium bis zum Lebensjahr X einsetzen darf.


    Ich kenne Regelungen, nach denen den Kindern aus den Beträgen monatlich ein Betrag xy zur Verfügung steht, definiert z.B. als vielfaches des Sitzungsgeld des Rates der Stadt. Genau so muss der Vormund versorgt werden, ggf. wäre auch darüber nachzudenken Testamentsvollstrecker und Vormund zu trennen. Mit Alter x bekommen die Kinder dann Zugriff auf das gesamte Vermögen. Persönlich halte ich es nicht für sinnvoll, über einen Betrag hinaus weitere Vorschriften zu machen wofür das Geld eingesetzt werden darf, wer kann schon sagen was genau in einigen Jahren ist.


    Mindestens genau so wichtig ist aber dafür zu sorgen, dass das Vermögen vernünftig verwaltet werden kann. Ich habe z.B. von Bestimmungen gelesen, nach denen Immobilien nicht verkauft werden durften, was aber in vielen Situationen doch sinnvoll und notwendig sein kann.


    So ganz ohne vertrauenswürdige Verwandtschaft ist das aber wirklich schwierig.

  • Auch beim Testament kann kann wieder nur zu guter Beratung raten.

    Das sowieso. Aber die sind dann eher für die technische Umsetzung zuständig. Was ich möchte, das muss ich denen schon vorher vorgeben und die schauen, wie es umgesetzt wird.....



    Mindestens genau so wichtig ist aber dafür zu sorgen, dass das Vermögen vernünftig verwaltet werden kann. Ich habe z.B. von Bestimmungen gelesen, nach denen Immobilien nicht verkauft werden durften, was aber in vielen Situationen doch sinnvoll und notwendig sein kann.

    Absolut. Das ist aber schon erarbeitet.....



    So ganz ohne vertrauenswürdige Verwandtschaft ist das aber wirklich schwierig.

    Genau, darum hatte ich gehofft, hier eine Idee aufnehmen zu können...... es würde Stand heute eine schöne Stange Geld übrig bleiben und ich möchte, dass dies bestmöglich eingesetzt wird um den Kindern den bestmöglichen Start ins Leben mit einer tollen Schulbildung in einem tollen Umfeld zu ermöglichen. Habe da aber leider wenig Pack An.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Kann man denn da keine Stiftung gründen, da kann man doch genau regeln was ein Erbe bekommen kann und sogar noch die etwaigen Enkelkinder bedenken.


    Quasi so: Ein Nichtsnutz bekommt nichts, aber wenn das Enkelkind was taugt und sich irgendwann selbstständig machen will könnte ein Teil des Vermögens diesem für den Start des Unternehmens gegeben werden :idee:

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Kann man denn da keine Stiftung gründen, da kann man doch genau regeln was ein Erbe bekommen kann und sogar noch die etwaigen Enkelkinder bedenken.

    Das ist ja nicht die Problematik. Wer was wie erbt und über was verfügen kann, das ist alles geregelt.


    Ich habe nur noch keine Lösung für das Großziehen der Kinder. Vielleicht sowas hier hat mir ein Freund vorgeschlagen: https://www.schule-schloss-salem.de/de/

    Viele Grüße
    Oliver

  • Ich habe nur noch keine Lösung für das Großziehen der Kinder. Vielleicht sowas hier hat mir ein Freund vorgeschlagen: https://www.schule-schloss-salem.de/de/

    Nicht schlecht, macht aber nur mit einem Einstieg in der Unterstufe Sinn. Danach wird es wohl nicht so einfach, sich an die ganzen speziellen Abläufe zu gewöhnen.

    OK, vielleicht schaffen wir ja den Importweltmeister. :kasper:


    Länger das gleiche Nutzlose tun? :idee:

  • Nicht schlecht, macht aber nur mit einem Einstieg in der Unterstufe Sinn. Danach wird es wohl nicht so einfach, sich an die ganzen speziellen Abläufe zu gewöhnen.

    "Einfach" wird es für die Kinder dann doch sowieso nicht mehr.


    Aber sollen wir sie deswegen in ein städtisches Kinderheim schicken? Dass das alles kein mustergültiges Vorgehen ist, ist ja wohl klar - wo wäre es das wohl so, wenn man beide Eltern auf einen Schlag verliert?

    Viele Grüße
    Oliver

  • "Einfach" wird es für die Kinder dann doch sowieso nicht mehr.

    Schick sie doch gleich hin :sz: , ist jedenfalls nicht die schlechteste Schule.

    Ich würde Internat nicht als "abschieben" betrachten.

    OK, vielleicht schaffen wir ja den Importweltmeister. :kasper:


    Länger das gleiche Nutzlose tun? :idee:

  • Wollte ich auch schon schreiben, eine bessere Ausbildung werden sie in der heutigen Zeit wohl nicht so weiteres mehr bekommen können.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Schick sie doch gleich hin :sz: , ist jedenfalls nicht die schlechteste Schule.

    Ich würde Internat nicht als "abschieben" betrachten.


    Ich habe mir das ernsthaft überlegt weil ich das deutsche Schulsystem nicht gut finde..... aber wir lieben unsere Kinder und sind der Überzeugung, dass die Elternliebe noch wichtiger ist als die "perfekte" Ausbildung..... ich hatte dazu auch viel gelesen..... ich erinnere mich nicht mehr 100% aber sinngemäß habe ich gelesen, dass "solchen" Kindern am Ende irgendwo etwas fehlt, Empathie bzw. das geliebt Werden. Auch in solchen Schulen aus dem Hochglanzkatalog wird am Ende nur mit Wasser gekocht - machen wir uns nichts vor.....


    Tatsächlich suche ich aber für die weiterführende Schule schon nach Alternativen - vielleicht dann aber in der Form, dass sie durch tägliches Pendeln erreichbar ist.


    Meine Frau ist da auch etwas anderer Meinung als ich. Sie meint, dass die normale Schule, die Kinder besser auf das Leben vorbereitet - auf die Realität. Ist auch nicht recht von der Hand zu weisen. Aber der Unterrichtsausfall, der Lehrermangel und die ganzen Probleme hier - riesen Klassen etc. - das ist einfach eine schlechte Grundlage für die inhaltliche Ausbildung. Wir hatten uns so geeinigt, dass die Kinder hier in die städtische Grundschule gehen und wir dann nochmal neu schauen, wenn es Richtung weiterführende Schule geht..... aber ich schätze, meine Frau wird wieder ähnlich argumentieren und die Kinder werden auch mit ihren lieb gewonnen Kontakten auf die neue Schule wechseln wollen. Ich habe dabei kein gutes Gefühl aber wie gesagt - das andere ist auch nicht perfekt.....

    Viele Grüße
    Oliver

  • Salem hat einen guten Ruf, aber das Problem mit der Vormundschaft für die Kinder löst es doch nicht.

    Ja, das mag sein. Da muss ich dann den Notar fragen, wer das machen kann. Wichtig finde ich aber zunächst erstmal die Ausarbeitung dessen, was passieren soll - also dessen, was der Vormund später umsetzen soll. Und ob Vormund = Vermögensverwalter ist, ist auch noch so eine Frage.


    Mich macht die Beschäftigung mit dem Thema irgendwie traurig. Aber dann führe ich mir vor Augen, wie unwahrscheinlich es ist, dass das alles jemals realisiert werden muss. Aber es ist meine verdammte Pflicht, für so einen unwahrscheinlichen Fall vorzusorgen. Meine Kinder sind mein ein und alles. Und was ich noch mit einer vernünftigen Planung des letzten Willens für sie tun kann, das möchte ich auch tun.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Eines unserer Enkelkinder ist auf einem katholisch geführten Gymnasium nur für Jungs, der Junge bekommt da eine sehr gute Schulausbildung.

    Die Klassenlehrerin seines jüngeren Bruders, dieser geht noch auf eine „normale“ Grundschule (3 Deutsche in der Klasse, der Rest Migranten) meinte letzt zu den Eltern dass es absolut die beste Entscheidung gewesen wäre den älteren Bruder dort untergebracht zu haben.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.