Arbeit soll sich lohnen - oder ist der Sozialstaat zu sozial?

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  • Die Leute haben keinen Bock Martin! Und das wird von diesem Staat einfach nur unterstützt. Zuletzt hatten wir über die Arbeitsagentur gesucht. 212 Menschen wurden angeschrieben, zwei Resonanzen.

    Von den 212 würdest du vermutlich keine 20 in deinem Laden haben wollen.

    Ungelernte verdienen als Anfangslohn ab Oktober bei meiner Putzfirma im Laden 13,00 Euro - so schlecht finde ich das nicht. Aber die Leute müssen auf dem Land und flexiblen Einsatzstellen mit dem eigenen Auto anfahren

    13 Mücken und selber zwischen den Arbeitsplätzen hin und herfahren. Respekt. Da bedarf es erstmal eines Autos. Eines Führerscheines. Und Sprit sollte die Kiste auch nicht Kosten. Wie ist der Mindestlohn in dem Gewerbe, und wieviel ist das dann auf 6-8h Arbeitszeit umgerechnet in Sprit? Dann haben wir noch keine weiteren Betriebskosten. Bei solchen Arbeitgebern verstehe ich dass da die immer wieder Mitarbeiter suchen, weil nämlich die Rechnung nur für eine Seite aufgeht. Das ist für mich ganz genauso ein Unding wie Arbeitgeber, die sagen dass eine Arbeit eben den Mindestlohn nicht wert ist. Dann mach deinen schaiss einfach selber, fertig. Von irgendetwas muss der Mitarbeiter leben, und wenn ich die 12€ Mindestlohn mal auf eine Monatsarbeitszeit umrechne, die aktuellen Kosten und die Steigerungen sehe, dann geht das nicht.

    Bedientheken... zu wenige Kommissionierer

    Können halt ungelernte nicht machen. Und wenn ich mir irgendwelche Stellenausschreibungen aktuell so ansehe, dann würde ich da als Langzeitler oder auch nur halbwegs ungelernter auch gar nicht erst auftauchen. Das ist für beide Seiten verschwendete Zeit.

    Ist der Staat nicht zuständig oder?

    Kein Staat der Welt dürfte eine Lohn-Preispirale in diesem Ausmaß wollen. Nicht mal riskieren.

    Hör immer auf dein Herz, ausser der Winzer sagt "Nimm den Gewürztraminer". Dann hör auf den Winzer :party:

  • Hallo


    Da reche ich mal:


    EBM 01410 Hausbesuch: 23,88€


    Pauschale für Besuche im Kernbereich bis zu 2 km Radius bei Tage zwischen 7 Uhr und 19 Uhr 40220 3,65 Euro

    Pauschale für Besuche im Randbereich bei mehr als 2 km bis zu 5 km Radius bei Tage zwischen 7 Uhr und 19 Uhr 40222 7,15 Euro

    Pauschale für Besuche im Fernbereich bei mehr als 5 km Radius bei Tage zwischen 7 Uhr und 19 Uhr 40224 10,46 Euro


    Kassenärztliche Bundesvereinigung Berlin, Stand 2022/3, erstellt am 01.07.2022


    Mein Putzteam braucht jeden Abend mit einer Person 2h. Also jede Woche schon mal 5 Hausbesuche für die Putztruppe..... :idee:


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Aja interessantes Amt was du da kennst. Ich kenne Briefe die dir erklären das du zuviel verbrauchst und das aus dem Regelsatz zahlen musst.

    Ja, wenn Leute zu viel verbraucht haben, dann war das der Fall. Hatten wir zur Genüge mit Heizöl und war sauber mit den Litern Verbrauch, klimakorrigiert begründet. Als Vermieter ist man da ja schnell Finanzberater für die Spezis die mit dem geschenkten Geld nicht umgehen können.

    Dieses Jahr kommt das Amt mit der Ausrede nicht weiter wenn der Verbrauch nicht zum Vorjahr ansteigt, sondern die Kosten. Du kannst sicher manches Ost Amt finden das sich über Gesetze hinweg setzt, aber hier läuft das sehr präzise entsprechend der Rechtslage ab. Und das bedeutet das die Vorauszahlungen schon jetzt ohne Murren erhöht werden.

    Wie gesagt, finde mal einen Arbeitgeber, der dir 15% auf nen Brief des Vermieters mehr zahlt...


    Und in der Backstube wird wohl nur mit festen Personal gearbeitet. Im Verkauf keine Aufbackbrötchen. Kommt alles aus der Zentrale.

    Ich denke das gibt es hier kaum mehr. Wird vorbereitet und in der Filiale aufgebacken. Ist aber auch ok für mich.



    Erstmal sind Minijobber keine Beschäftigten zweiter Klasse und zweitens sind die auch nicht besser zu finden als Festangstellte. Ich stelle sogar das Gegenteil fest aktuell......

    Im Gegenteil, ich ziehe meinen Hut vor jedem der mit nem Minijob sich was dazu verdient, versucht sich selbst zu finanzieren.


    Das es keine Minijobber mehr gibt verwundert mich etwas, passt aber zum Thema:

    Genauso wie ich beim Klimaschutz ein Luxusproblem sehe, so haben wir dieses Luxusproblem auch bei den Arbeitskräften. Zu "meiner Zeit" war es ein begehrter Job am Freitag und Samstag, ggf. sogar einmal am Abend unter der Woche im Supermarkt zu arbeiten. Wenn der Supermarkt etwas nicht hatte dann Mangel an Schülern und Studenten auf 400Euro Basis (350?). Habe ich selber von 14 bis 18 gemacht. Scheinbar haben es die Schüler heute nicht mehr nötig und gehen lieber mit dem von Papa bezahlten Smartphone zu Fridays Demos.

    M&M Kreditkarte + Online Zahlung bei der Zentralen Bußgeldstelle = Vielfliegermeilen für Tiefflug auf der Autobahn :D:top:

  • Eines der Grundprobleme in diesem Land ist, dass es einfach viel zu komfortabel ist, keinen Bock auf Arbeit zu haben

    kann man auch so sehen. Andererseits, siehe Posting No. 481. Wenn Du pleite und arbeitslos bist und erstmal einige Euros für ein Fahrzeug selbst investieren solltest, um dann damit in Teilzeitarbeit 13 Euro pro Stunde zu erzielen und die Spesen noch selbst tragen musst, motiviert das nicht unbedingt.

    Aus Fehlern lernt man. Heute habe ich viel gelernt!

  • das ist schon der grundsätzliche Konstruktionsfehler. Ein soziales Sicherungssystem darf NIEMALS erlauben, auf eigene Anstrengungen zu verzichten, weil man auch ohne Einsatz zum gleichen Ergebnis kommen kann. Das kann niemals langfristig funktionieren.
    Ich rede wohlgemerkt von der "kein Bock" Fraktion, nicht von der "kann nicht" Fraktion.

    • Offizieller Beitrag

    Können wir nun so langsam mal wieder zur Energiekrise zurückkommen, sonst muss ich so viele Beiträge raustrennen :rolleyes:


    Danke.

    Hör immer auf dein Herz, ausser der Winzer sagt "Nimm den Gewürztraminer". Dann hör auf den Winzer :party:

  • das ist schon der grundsätzliche Konstruktionsfehler. Ein soziales Sicherungssystem darf NIEMALS erlauben, auf eigene Anstrengungen zu verzichten, weil man auch ohne Einsatz zum gleichen Ergebnis kommen kann. Das kann niemals langfristig funktionieren.
    Ich rede wohlgemerkt von der "kein Bock" Fraktion, nicht von der "kann nicht" Fraktion.

    da bin ich sicher damit einverstanden. Wer arbeitet und Einsatz zeigt, sollte dafür besser dastehen als ein *NullBock* Typ.

    So, ich hör jetzt auf.

    Aus Fehlern lernt man. Heute habe ich viel gelernt!

  • Rausgetrennt aus dem Energiekrisenthread.

    Hör immer auf dein Herz, ausser der Winzer sagt "Nimm den Gewürztraminer". Dann hör auf den Winzer :party:

  • Martin

    Hat den Titel des Themas von „Arbeit soll sich lohnen -oder ist der Sozialstaat zu sozial?“ zu „Arbeit soll sich lohnen - oder ist der Sozialstaat zu sozial?“ geändert.
  • Egal, was du vor Ort tust?

    es gibt wenig sinnvolle Zuschläge: z.B 03230 (Gespräch lebensverändernde Erkrankung, min 10min, 14.42€)


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Über 10 % Lohnerhöhung würden sich viele Beschäftigte freuen.

    Weist was das für die Teuerung bedeutet, bei Lohnintensiven Arbeitgebern?


    Erstmal sind Minijobber keine Beschäftigten zweiter Klasse und zweitens sind die auch nicht besser zu finden als Festangstellte. Ich stelle sogar das Gegenteil fest aktuell......

    Von aussen gesehen ;)

    Minijober sind Kanbalismus an der Wirtschaft.

    denn:

    1. gibst den Leuten keine perspktive

    2. will sie gleich jeder haben, wer will schon nicht günstige Arbeitskräfte mit wenig Sozialabgaben. Haben sie deine Mitbewerber, musst du sie auch haben um die Lohnkoten zu senken. Aber ein Boomerang kommt nun mal zurück.


    Hätte sie keiner,würde sich dies schnell einpendeln auch mit Sozialleistungen.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. Mark Twain

  • Minijober sind Kanbalismus an der Wirtschaft.

    Aus meiner sicht treffen beide Punkte nicht zu.


    1. gibst den Leuten keine perspktive

    Welche Perspektive soll ich denn einem Studenten geben, der sich am Wochenende oder abends für 10 Stunden die Woche, das dazu verdient? Wenn er Medizin studiert, wird´s bei uns schwer.


    Mir fallen auch viele weitere Personenkreise ein, für die das super passt. Es ist eben keine Existenzgrundlagen sondern ein Minijob - ein Zusatzverdienst!



    2. will sie gleich jeder haben, wer will schon nicht günstige Arbeitskräfte mit wenig Sozialabgaben. Haben sie deine Mitbewerber, musst du sie auch haben um die Lohnkoten zu senken.

    Auch das ist meines Erachtens nach falsch. Minijobs kommen den Arbeitgeber teurer als sozialversicherte Gleitzonen-Beschäftigungsverhältnisse. Genau deswegen biete ich auch gar keine Minijobs an sondern ausschließlich 12-Stunden-Verträge. Da sind die Leute steuer- und sozialversicherungspflichtig, es gibt nicht diese prozentual überhöhten Abgaben auf Arbeitgeberseite und v. a. kann ich die Leute dann Mehrarbeit machen lassen und auszahlen. Mit einem Minijob geht das nicht. Ein Minijobber darf nicht einmal ein signifikantes Zeitguthaben aufbauen um es später wieder abzubauen, da dies bereits einen Sozialversicherungsbetrug darstellt. Minijobs sind in diesem Hinblick äußerst undankbar und schwierig. Mit der Gleitzone die wir machen, ist es viel einfacher. Da gibt man ein paar Cent mehr die Stunde, um die marginalen Abgaben, die bei ca. 500 € im Monat anfallen für den Mitarbeiter auszugleichen und alle sind happy. Vor allem sind dann beide Seiten flexibel, wenn der Mitarbeiter mal Phasen hat, wo er mehr arbeiten und verdienen möchte - das geht bei einem Minijob nicht! Ganz abgesehen davon, dass ich finde, 12 Stunden die Woche sind schon irgendwo das Mindestmaß, damit Mitarbeiter und Unternehmen zumindest in der Basis eine gewisse Vertrautheit aufbauen können. Alles was darunter ist, endet schnell in "Kommste heut nicht, kommste morgen."



    Hätte sie keiner,würde sich dies schnell einpendeln auch mit Sozialleistungen.

    Von mir aus sollen sie die abschaffen.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Von den 212 würdest du vermutlich keine 20 in deinem Laden haben wollen.

    Ja, das meine ich doch! Die Leute haben keine Lust, da es ihnen zu einfach gemacht wird von diesem Staat.


    Ich habe so eine Dame jeden Tag in der Vorkassenbäckerei sitzen. Die ist um die 40, physisch normal konstituiert, geistig sicherlich in der Lage, Ware zu verräumen o. Ä.. Die arbeitet nicht seit ich die seit 2017 kenne (vermutlich noch viel länger). Hat aber jeden Tag Zeit und Geld, Kaffee trinken zu kommen, uns zu kritisieren wegen irgendwelcher Sachen so als würde sie jede Woche 100 Euro bei uns lassen...... wohnt direkt ggü. in einer Neubauwohnung, die vor ca. drei Jahren errichtet wurde.


    So lange man es den Leuten so einfach macht, sich aus dem Arbeitsmarkt heraus zu halten, brauchen wir über die 212 Leute doch nicht weiter schreiben. :(


    Wir reden immer vom sozio-kulturellen Existenzminimum. Ja, schön. Aber warum müssen du und ich solchen Menschen dieses finanzieren? Mir erschließt sich das nicht.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Ja, das meine ich doch! Die Leute haben keine Lust

    Ich glaube du verstehst mich falsch, oder ich bringe es nicht richtig rüber. Bei den 212 ist ein signifikanter Anteil dabei, die Du als Sozialstaat nicht mal mehr erreichst um sie vermittelbar zu machen. Wenn Du mal einige Jahre aus dem Arbeitsmarkt draussen bist ist es sehr schwer, sich dort wieder zu integrieren. Das hat mit Lust wenig zu tun. Klar, es gibt auch die, die sich auf dem ruhigen Kissen ausruhen. Aber mal ehrlich, das ist weder ein Luxus- noch sonst ein Leben.
    Und Du als Supermarktbetreiber musst etwas mehr Augenmerk auf gepflegtes Äusseres und Umgangsformen legen als der Galabauer, der sich 3 Leute zum Rasenmähen und Heckenschneiden in Wohnanlagen sucht.

    Hör immer auf dein Herz, ausser der Winzer sagt "Nimm den Gewürztraminer". Dann hör auf den Winzer :party:

  • Das hat mit Lust wenig zu tun. Klar, es gibt auch die, die sich auf dem ruhigen Kissen ausruhen. Aber mal ehrlich, das ist weder ein Luxus- noch sonst ein Leben.

    Mit Grundsicherung und Schwarzarbeit kommt man ganz gut über die Runden. Und was offiziell alles bei der Arbeit nicht geht, ist oft vergessen wenn es in der Freizeit passieren soll. Oder am Wochenende.


    'Blind' NY Man Caught Driving, Reading, Committing Disability Fraud
    John Caltabiano is now facing prison time for claiming he lost his sight.
    abcnews.go.com


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Mit Grundsicherung und Schwarzarbeit kommt man ganz gut über die Runden. Und was offiziell alles bei der Arbeit nicht geht, ist oft vergessen wenn es in der Freizeit passieren soll. Oder am Wochenende.

    plus die Kinderzulagen für die 4 Kinder :sz:

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. Mark Twain