Gastronomie, deine Zukunft...

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  • Das eigentliche Thema war ja die Zukunft der Gastronomie...

    Und da frage ich mich generell, wie genau solche Gastrobetriebe leben können, die ihr Mittagsgericht (z.B. Schnitzel mit Erbsen und Kartoffeln) für 3,50 € (okay, jetzt sind es 3,90 €) anbieten können. Da gibt es hier bei uns tatsächlich solche Restaurants, wobei das natürlich absolut nicht die Normalität abbildet. So oft gehe ich nun aber sowieso nicht ins Restaurant, daher sind mir im Einzelnen auch längst nicht alle Preise bekannt. Ich weiß nur, dass seit Corona die Hausbrauerei bei mir ums Eck kräftig an der Preisschraube gedreht hat (bzw. auch drehen musste). Dahingegen gibt es hier in der Nähe ein kleines Restaurant (mit sehr kargem Ambiente), welches bei für heutige Verhältnisse wirklich noch niedrigem Preis (z.B. Schnitzel mit Pommes und Salat für 9,90 €) auch noch verdammt große Portionen anbietet und es noch dazu richtig gut schmeckt. Im Falle des Schnitzels hieß das: Mittlerer Salat, zwei (!) Schnitzel und (ungelogen) ein Berg an Pommes. Ich habe die Portion kaum geschafft, der Bauchnabel zeigte schon nach außen. Solche Kostenkalkulationen verstehe ich einfach nicht - da könnte man problemlos minimal mit dem Preis nach oben, während man die Portionen etwas kleiner macht. Und es ist nicht einmal so, dass dafür die Getränke teuer sind - nein, auch diese sind eher unterdurchschnittlich eingepreist. Ich will mich aber nicht beschweren, ich war da jetzt drei Mal und jedes Mal top zufrieden (immer etwas Anderes von der Speisekarte probiert).

    Die Philosophie macht da wahrscheinlich den Unterschied aus und welches Klientel der Gastrobetrieb verfolgt. Über den niedrigen Preis kann man sehr treue Kundschaft generieren - und wenn die Qualität stimmt, bleibt sie es auch. Im fränkischen Raum sind die Preise für Speis' und Trank traditionell niedrig, aber dann geht man eben selbst für die Brotzeit gerne mal ins Lokal. Der Umsatz wird dann über das volle Lokal erzeugt.

  • So einen Gastronom habe ich im Bekanntenkreis. Portionen auch verringernde, Preise seit, ich glaube acht Jahren, nicht verändert. Der müsste dringend was machen. Es geht nur, weil er kein Personal hat und mit seiner Frau sechs Tage die Woche (Mittags und ab 17:00 Uhr) das Lokal alleine rockt. Er in der Küche, sie Service und Theke. Er traut sich nicht. Er hat Angst, dass die verbliebenen Kunden (keine Laufkundschaft) nicht mehr kommen, wenn er jetzt die Preise erhöht oder die Portionen etwas korrigiert. :sz: Kostendeckung klappt schon fast nicht mehr. Gelebt wird von vorhandenen Reserven aus besseren Zeiten. Er ist Anfang 70. Kann aber nicht aufhören…Minirente von um die 400 Euro. Ist bei seiner Frau angestellt.

  • Wir haben ein paar Straßen weiter so einen Laden, der zieht das konsequent durch

    Tägliches Mittagesgericht 5 €, das kann dann auch eine Rinderroulade sein.

    Da macht es dann halt die Masse - und die Tatsache die (überschaubare) Anzahl an Gerichten technologisch so durchgestylt zu haben daß das mit wenigen Hilfskräften zu stemmen ist.

    Es schmeckt nicht schlecht, ist aber nur wenig über Kantinenniveau. Ich hatte schon öfters mal das Vergnügen und konnte feststellen daß die Bratensoße fast immer gleich schmeckt - egal ob Rind, Schwein oder Entenbrust ;)

    Wenn man Hunger hat - okay. Ansonsten verstehe ich unter "Essen gehen" doch etwas anderes.

    Kofferraum statt Hubraum !

  • Interessantes Interview mit einem Hotelier und Besitzer eines Wellnesshotels:


    Hotelier: „Wir machen keine Personalführung mehr, sondern Personalbetreuung“
    Zu den Folgen der Corona-Pandemie gesellen sich Schwierigkeiten bei der Personalsuche und extrem steigende Energiepreise, weshalb Heizen mit Holz eine Option…
    m.focus.de

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Ja, die „weichen“ Faktoren. Wird bei unserer Personalgewinnung auch immer wichtiger. Das Gehalt ist das eine, aber Themen, wie flexible Arbeitszeit, HomeOffice, Goodies wie Sportstudio, Elektrofahrrad & Mobilität vom Arbritgeber, werden immer wichtiger. Zum Teil wichtiger als das Gehalt an sich. Dazu kommt verstärkt das Thema Wohnen.

  • Goodies wie Sportstudio, Elektrofahrrad & Mobilität vom Arbritgeber, werden immer wichtiger. Zum Teil wichtiger als das Gehalt an sich.

    Ich frage mich da immer warum? Verdiene ich genug kann ich mir dasselbe aus dieser Liste kaufen, aber das was ich will. Und muss nicht zum Sportstudio X gehen weil der Arbeitgeber mit dem Sonderkonditionen hat, ich den aber nicht mag - sondern lieber zu Y will.

    When nothing goes right, go left :top:

  • Home Office und flexible Arbeitszeiten sind ein Argument, die Goodies wären mir egal solange das Gehalt stimmt.


    Ähnlich wie ein Firmenwagen: den gibt es nicht "geschenkt".

    Grüße Peter

  • Mir ist ein entsprechendes Gehalt, über das ich nach Gusto verfügen kann, auch lieber als irgendwelche Zuckerchen.


    Faktor Homeoffice ist aber sicher eine Hausnummer, da sich das sowohl finanziell als auch bzgl. Freizeit sehr stark auswirken kann.

  • Das ganze ist eine Frage des Pakets. Wenn ich in der Gastro in der Provinz arbeiten muss für ein relativ kleines Gehalt, bin ich für jedes Goodie dankbar. In Ballungsgebieten kann es wieder anders aussehen.

    Aus Fehlern lernt man. Heute habe ich viel gelernt!

  • kleines Beispiel dazu: Ich hatte damals im Autohaus einen Gratisparkplatz in der Tiefgarage für den Zweitwagen mit Wechselschild. Das hat mir überhaupt ermöglicht, ein Cabrio als Zweitwagen zu halten.

    Aus Fehlern lernt man. Heute habe ich viel gelernt!

  • Faktor Homeoffice ist aber sicher eine Hausnummer, da sich das sowohl finanziell als auch bzgl. Freizeit sehr stark auswirken kann.

    Absolut, wäre ein starkes Kriterium bei mir.

    Ähnlich wie ein Firmenwagen: den gibt es nicht "geschenkt".

    Firmenwagen... du schaffst dann noch deinen eigenen ab um nicht 2 Möhren zu haben und hast ne zusätzliche "Firmenbindung".


    Kann ich mir im Aussendienst, bei sehr häufigen Dienstreisen sicher eher noch vorstellen, aber auch da habe ich im Ernstfall lieber auf Poolfahrzeuge zugegriffen, wenn das nötig war. Ich bin jedoch 2 Jahrzehnte lang sehr gut mit dem Privatwagen täglich im technischen Service rumgefahren. Das hat sich durchaus rentiert ^^

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  • Wenn wir das aber mal wieder aufs Threadthema beziehen, in der Gastro ist es eher normal für Wohngelegenheit / Zimmer zu sorgen, und der Wellnessbereichzugang ist jetzt für den Arbeitgeber auch nicht der Kostenfaktor. Was kann man sich da sonst noch vorstellen, Homeoffice oder Dienstwagen entfällt ja völlig.

    Da legen meiner Erfahrung nach viele eher Wert auf ungeteilte Schichten, abwechslungsweise freie Wochenenden usw.. Sowas geht im Kleinbetrieb organisatorisch schon mal gar nicht.

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  • also, Gastro in der Provinz - vorstellbar wäre ein Abo für den ÖV.

    Aus Fehlern lernt man. Heute habe ich viel gelernt!

  • also, Gastro in der Provinz - vorstellbar wäre ein Abo für den ÖV.

    Nichts gegen dein Argument, aber: Kann man sich selbst kaufen - wenn man das will. :sz:


    Ich hab keine Ahnung ob das alles steuerlich so relevant aka attraktiv ist dass sowas angeboten wird? Da wäre es mir persönlich fast wichtiger wenn Arbeitskleidung komplett gestellt wird, inkl. Wäsche. Das spart mir nicht nur Geld, sondern vor allem Arbeit.

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  • Sehr interressante Ansätze. Diese zeigen....es kommt auf die Branche an. Gastronomie, Einzelhandel, Bäckerei...Metzgerei.... es kommt gerade bei den Bäckern und in der Gastro auf den Faktor Arbeitszeit bzw. Verteilung dieser an. Zusammenhängend, keine drei Schichten, keine Frühschicht ab 3:00 Uhr. Im Bereich Bäckerei wird da ja gerade daran gearbeitet. Die Spätschicht bereitet alles vor, die Frühschicht kann später beginnen, usw.

  • Hier ein interessanter Ansatz eines Gastronomen aus Lindau, der als familienfreundlicher Arbeitgeber nun an den Wochenenden geschlossen haben wird:


    Mehr Fachkräfte, weniger Arbeit – Lokal schließt am Wochenende
    Gaststätten überall in Bayern suchen händeringend Mitarbeiter für Küche und Service. Ein Restaurant in Lindau am Bodensee macht jetzt an den umsatzstärksten…
    www.br.de

  • an Arbeitskleidung hab ich gar nicht mehr gedacht. Wenn Überkleider oder Firmen-Shirts getragen werden müssen, war es bei mir immer so, dass die Firma das gestellt hat. Wäscheservice ja gerne, spart mir Freizeit.

    Im Hotel sowieso meist problemlos ohne grosse Kosten für den AG machbar.


    Vernünftige Schichteinteilung sorgt auch für Wohlbefinden. Goodies wie ein öV Abo sind halt auch ein Anreiz, weil steuerfrei.

    Aus Fehlern lernt man. Heute habe ich viel gelernt!

  • Ich frage mich da immer warum? Verdiene ich genug kann ich mir dasselbe aus dieser Liste kaufen, aber das was ich will. Und muss nicht zum Sportstudio X gehen weil der Arbeitgeber mit dem Sonderkonditionen hat, ich den aber nicht mag - sondern lieber zu Y will.

    Auch dafür gibt es Lösungen, indem der Arbeitgeber mit einem sogenannten Aggregator im Bereich Firmenfitness zusammenarbeitet und es damit dem Mitarbeiter ermöglicht flexibel und unabhängig von Fitnessstudioverträgen Sport zu treiben.


    Zufällig vertreibe ich in Baden-Württemberg das Konzept des Marktführers mit Sitz in Bremen … ;)

  • Auch dafür gibt es Lösungen, indem der Arbeitgeber mit einem sogenannten Aggregator im Bereich Firmenfitness zusammenarbeitet und es damit dem Mitarbeiter ermöglicht flexibel und unabhängig von Fitnessstudioverträgen Sport zu treiben.


    Zufällig vertreibe ich in Baden-Württemberg das Konzept des Marktführers mit Sitz in Bremen … ;)

    Finde ich gut, aber das beantwortet immer noch nicht meine Frage warum ich das nicht alles selber machen sollte? Ich meine, mein Arbeitgeber muss auch nicht für mich einkaufen gehen oder meinen Netflixvertrag buchen :sz:


    Sind der Benefit die paar Euro Steuerersparnis? Dafür tut man das?

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