Autofreie Innenstädte - die Zukunft?

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  • Das habe ich mir auch gedacht, 1800 kg hat doch fast jeder Mittelklassewagen 🤔

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Wenigstenst ändert sich für die ganzen 911er nichts! :kpatsch:


    Ansonsten sind 1800 bzw. 2000 kg Grenzgewicht ja lächerlich, das reissen ja schon (manche) 3er BMW... :sz:

    Grüße
    shneapfla
    B12 - Caddy 59 - Caddy 58 -B6 statt V12
    [X] <- Nail here for a new monitor
    Ich lebe zwar über meine Verhältnisse aber immer noch nicht standesgemäß!!

  • Zitat

    Jetzt ist es da viel besser? Der Umsatz floriert und alle wollen in Aachen einen Laden eröffnen?


    Die Aachener Innenstadt kenn ich seit Ende der 80iger. Die Experimente mit der autofreien Innenstadt gingen Mitte der 90iger los, gleichzeitig wurden das Einkaufen in der Innenstadt immer unattraktiver, zu der Zeit hat der Onlinehandel keine große Rolle gespielt.


    Bei der autofreien war der Ruf deutlich schlimmer als die eigentlichen Einschränkungen. Aber insbesondere Kunden aus Belgien und den Niederlanden waren verunsichert und sind woanders hin gefahren. Früher war ich regelmäßig in Aachen, in den letzten Jahren - auch vor Corona - nur noch ein einziges mal, gezielt in einem Fotogeschäft eine Bestellung abholen. Aber natürlich hat der Verfall einer Stadt nie nur einen einzigen Grund.


    Zitat

    Es sind eindeutig die fehlenden Parkplätze. :cool:


    Ich gehöre zu denen, die noch recht viel im stationären Handel kaufen, in den letzten Jahren sogar wieder mehr als vorher. Manche Sachen, wie Bekleidung, sogar ausschließlich.


    Für die Sachen die ich in unserer Kleinstadt nicht bekomme fahre ich ab und an in eine der näher gelegenen Großstädte. Meistens kaufe ich dann so viel, dass das Auto voll ist, damit das geht muss ich es aber fußläufig erreichbar haben um Zwischendurch Einkäufe dort ablegen zu können. Kann ich das nicht mehr wird der Einkauf in der Stadt für mich unattraktiv und ich werde doch wieder mehr auf den Onlinehandel ausweichen.


    Alles in allem finde ich das Konzept großer Fußgängerzonen mit am Rand liegenden, fußläufig erreichbaren Parkhäusern so schlecht nicht.

  • Bei der autofreien war der Ruf deutlich schlimmer als die eigentlichen Einschränkungen. Aber insbesondere Kunden aus Belgien und den Niederlanden waren verunsichert und sind woanders hin gefahren. Früher war ich regelmäßig in Aachen, in den letzten Jahren - auch vor Corona - nur noch ein einziges mal, gezielt in einem Fotogeschäft eine Bestellung abholen. Aber natürlich hat der Verfall einer Stadt nie nur einen einzigen Grund.

    Ein so drastischer Schritt ist da einfach ein fataler Fehler. Bei uns kommen - speziell am Wochenende - auch etliche Leute aus dem Ausland (um günstiger an Elektronik zu kommen) oder aus dem ländlichen Raum zum Shoppen in die Innenstadt (zwei Malls + Einkaufsstraße mit vielen kleinen Geschäften + Karstadt + Decatlon etc.) und ich würde es niemandem zumuten, das Fahrzeug am Stadtrand (wo?) abzustellen, um dann mit dem Bus oder mit der Bahn in die Stadt zu fahren. Es gibt praktisch nur zwei geeignete P+R in unserer Stadt (bzw. am Stadtrand, um genau zu sein), aber exakt dort gibt es auch schon Einkaufsmöglichkeiten. Wird also eher selten genutzt, zumal man dann eine halbe Ewigkeit noch in die Stadt fährt. Den 55"-Flatscreen würde ich persönlich keineswegs mit den Öffentlichen transportieren wollen.

    Eine autofreie Innenstadt ist ja schön und gut - ich plädiere für Fußgängerzonen an geeigneter Stelle. Aber das Auto darf nicht völlig wie ein ungebetener Gast behandelt werden.

    Just because you're paranoid, don't mean they're not after you.

    Don't waste your time or time will waste you.

  • Die Aachener Innenstadt kenn ich seit Ende der 80iger. Die Experimente mit der autofreien Innenstadt gingen Mitte der 90iger los, gleichzeitig wurden das Einkaufen in der Innenstadt immer unattraktiver, zu der Zeit hat der Onlinehandel keine große Rolle gespielt.


    Bei der autofreien war der Ruf deutlich schlimmer als die eigentlichen Einschränkungen. Aber insbesondere Kunden aus Belgien und den Niederlanden waren verunsichert und sind woanders hin gefahren. Früher war ich regelmäßig in Aachen, in den letzten Jahren - auch vor Corona - nur noch ein einziges mal, gezielt in einem Fotogeschäft eine Bestellung abholen. Aber natürlich hat der Verfall einer Stadt nie nur einen einzigen Grund.

    Ich habe von 1973 bis 2003 in Aachen in der Wallstrasse, fast in der Theaterstraße gewohnt. Vom Einzelhandelssterben in Aachen könnte ich so viele Geschichten erzählen.
    Die Adalbertstraße vom Elisenbrunnen bis Kaiserplatz war bis in die 90'er hinein das blühende Leben, dann sind dort ab ca. 91/92 der Reihe nach die Geschäfte geschlossen worden. In der Folge haben sich aber keine adäquaten Geschäfte mehr dort angesiedelt, sondern es herrschte das 1-DM-Imperium oder der Leerstand. Amazon etc. spielten damals noch keine Rolle. Wohl aber damals schon das Verschieben der Drogenszene immer mehr zum Kaiserplatz, was dann natürlich in die umliegenden Straßen ausstrahlte. Viele Kunden hatten schlicht keine Lust mehr in diesem Teil Aachens beim betreten und verlassen von Geschäften permanent von übel riechenden Drogenabhängigen angeschnorrt zu werden (ist nicht der einzige, aber sicherlich einer der wichtigsten Gründe).

    Auf der anderen Seite des Kapuzinergrabens/Holzgrabens ist dann irgendwann das Bavaria-Kino verschwunden, dann weiter hinten am Holzgraben der Horten, wobei dort die Gegend um den Bushof auch immer weiter vernachlässigt wurde. Schon zu meiner Schulzeit ist man dort Abends besser nicht mehr, wenn nicht unbedingt notwendig, aus dem Bus ausgestiegen.

    In Aachen ist das Problem durch eine verkorkste Stadtentwicklungspolitik tatsächlich hausgemacht.
    Ich sag nur "Parkhaus Büchel", wobei ich mich erinnere, dass schon in den 80'er Jahren davon geredet wurde, dass dieses mal erneurt gehörte, was diverse politische Gruppierungen über 20 Jahre erfolgreich verhindern konnten, bis es dann geschlossen werden musste. Ich weiß gar nicht, ob es da überhaupt jetzt noch ein Parkhaus gibt.

    Fakt ist, ich als geborener Aachener, der die ersten 30 Jahre seines Lebens in Aachen gelebt hat, möchte nicht mehr nach Aachen. Aachen ist dreckig, herunter gekommen und komplett unattraktiv geworden.

  • zu der Zeit hat der Onlinehandel keine große Rolle gespielt.

    Ich hatte ja schon geschrieben, vor dem Onlinehandel kamen in den 90igern die Supermärkte, Discounter, Drogerien mit ihrer Ausweitung des Sortimentes und damit der Kannibalisierung des Einzelhandels.

    Es fehlte immer mehr Tiefe im Sortiment. Klar kann man darauf reagieren, Laden verkleinern, Sortiment umbauen usw.

    Aber alles was halbwegs gut geht landet irgendwann beim Discounter in der Grabbelbox.

    Das betraf meist das untere Sortiment, für die Laufkundschaft.

    Der Onlinehandel langt dann oben rein und kappte recht schnell die Artikel wo man gut verdient hat.

    Viele zehren schon lange von ihrer Vergangenheit und davon das eine Generation wie du und ich da noch hingehen.

    In 20 Jahren haben die keine Kunden mehr... egal wie viele Parkplätze vor der Tür sind.

    Wie begleiten ja in unseren Genossenschaften die Ladengeschäfte und entwickeln für Konzepte und Ideen.

    Klar kennt dann auch die Genossenschaft Umsatz und Ertrag und die Trends.

    Sieht nicht gut aus.

    Ich gehöre zu denen, die noch recht viel im stationären Handel kaufen

    Geht mir ja ebenso.


    Kannst du dich daran erinnern als du festgestellt hast wie billig ein Druckerkabel wirklich ist?

    Jo das war so ungefähr der Wendepunkt.


    Klar gibt es dann noch solche Runs wie Hollister. Die haben in besten Zeiten 150 Leute im Store beschäftigt. Zum Ende im gleichen Laden 4 Leute. :sz:

  • Klar gibt es dann noch solche Runs wie Hollister. Die haben in besten Zeiten 150 Leute im Store beschäftigt. Zum Ende im gleichen Laden 4 Leute. :sz:

    Die hier: https://www.hollister.de/de-de/ :sz: ?


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Wohl aber damals schon das Verschieben der Drogenszene immer mehr zum Kaiserplatz, was dann natürlich in die umliegenden Straßen ausstrahlte. Viele Kunden hatten schlicht keine Lust mehr in diesem Teil Aachens beim betreten und verlassen von Geschäften permanent von übel riechenden Drogenabhängigen angeschnorrt zu werden (ist nicht der einzige, aber sicherlich einer der wichtigsten Gründe).


    Stimmt, das kam in Aachen auch noch erschwerend hinzu. Außerdem hatte Aachen in meinen Augen immer schon das Problem der starken Fokussierung auf Studenten. Wenn man selbst Student ist schön, irgendwann will man das aber nicht mehr. Immerhin gab es früher deutlich mehr Alternativen.


    Bei mir kam bei der Entscheidung Aachen oder woanders noch hinzu, dass ich zwar schnell am Europaplatz war, es dann aber noch mal ewig gedauert hat wirklich in die Stadt zu kommen. Da wurden dann andere, größere Städter attraktiver, die zwar etwas weiter entfernt lagen aber besser zu erreichen waren.


    Wie ich schon geschrieben habe, so etwas hat nie nur eine Ursache.


    Ich weiß gar nicht, ob es da überhaupt jetzt noch ein Parkhaus gibt.


    Ich war schon so lange nicht mehr in Aachen, dass ich das auch nicht sagen kann. Mein letzter Stand vor 1 oder 2 Jahren aus der Presse ist, dass es doch endlich abgerissen werden sollte.


    Kannst du dich daran erinnern als du festgestellt hast wie billig ein Druckerkabel wirklich ist?


    In der Tat, Kabel Batterien und ähnliches kaufe ich dann doch meistens bei Reichelt, es sei denn es ist sehr dringend... Wobei das früher sogar ging. Anfang der 90iger gab es eine ganze Reihe kleiner Computerläden am Ort, die konnten sich damals schon nicht erlauben die Preise von Mediamarkt & Co aufzurufen.


    Aber in der Tat habe ich die letzten Dinge an Unterhaltungselektronik, Kopfhörer, Airtags, Fernbedienung für AppleTV und noch einige andere Sachen wieder bei uns vor Ort im Laden bestellt und gekauft. Das klappt heute deutlich besser als noch vor ein paar Jahren und ich möchte ja auch, dass das Angebot erhalten bleibt.


    Ich hatte ja schon geschrieben, vor dem Onlinehandel kamen in den 90igern die Supermärkte, Discounter, Drogerien mit ihrer Ausweitung des Sortimentes und damit der Kannibalisierung des Einzelhandels.


    Wobei ich hier bei uns in der Kleinstadt (30.000 Einwohner inklusive aller umliegenden Dörfer) den Eindruck habe, dass es wieder besser wird. Wie haben einen recht rührigen Einzelhandelsverband und es siedeln sich auch wieder neue Geschäfte an, auch die Kundenfrequenz scheint zu steigen. Städte dieser Größe haben natürlich das grundsätzliche Problem, nur ein eingeschränktes Angebot haben zu können.


    In meiner alten Heimat (Kreisstadt, um die 80.000 Einwohner), sieht es nicht ganz so gut aus. Aber selbst da tut sich inzwischen einiges und auch etablierte Geschäfte haben gute neue Konzepte entwickelt.

  • Übrigens: Ich kenne kein schönes Café mehr in Tübingen. Das sind alles nur noch Öko- versiffte Studentenklausen.

    Das ist wohl so. Bleibt der Bären...

    Nur wer Sprache gut beherrschen tut ist in der Lage dem Gegner Ravioli zu bieten! :sz::zf:

  • Stimmt wohl, in Köln in ich ja auch recht regelmäßig…


    Gegenüber Aachen haben Städte wie Köln natürlich noch den Vorteil der Größe, wenn man sich etwas auskennt findet man noch ein paar interessante Geschäfte, wenn auch oft nicht in den Haupteinkaufsstraßen.


    Insgesamt werden die Städte für mich auch schon durch den Dreck und Siff immer unattraktiver, das fängt leider schon bei uns in der Kleinstadt an.

  • Ich zitiere mal aus dem verlinkten Artikel:


    „Die Vorgaben der weitgehend privat finanzierten WHO sind rechtlich nicht bindend, die USA etwa orientieren sich nicht daran, weil sie die Einschätzung für unzuverlässig halten. Die EU allerdings orientiert sich an den Vorgaben und wird wahrscheinlich die neuen Grenzwerte übernehmen. Die Grünen fordern bereits neue Verschärfungen. Sven Giegold, Europa-Abgeordneter der Grünen, sagt auf Reaktion auf die neuen WHO-Vorgaben auf seiner Webseite: "Das Europaparlament hat hier bereits die Richtung für neue Gesetzgebung vorgegeben. Im März beschlossen wir einen ambitionierten Text zur Luftqualität in Europa. Darin fordern wir die EU-Kommission unmissverständlich auf, die Grenzwerte für Feinstaub, Schwefeldioxid, Ozon und andere Schadstoffe vollständig an die aktualisierten wissenschaftlichen Leitlinien der WHO durch Änderungen der Luftqualitätsrichtlinien anzugleichen."

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.