Schlachten und zerlegen von und mit Otti

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  • Da muss ich hart widersprechen! Der Shop ist der Teufel, da komm ich nie weg ohne Geld auszugeben! :D:D:D

    Wenn du mal gute Schnittschutzhandschuhe suchst:

    Hase Schnittschutzhandschuhe Genua Dry+ HD-HPPE-Gestrick | Contorion.de


    Habe die Handschuhe als effektiven Schnittschutz bei mir im Betrieb im Einsatz wenn ich Ausbein- und Zuschneidarbeiten erledige.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Danke für den Tipp, die werde ich mal testen. Wenn Du sie für solche Arbeiten verwendest sollten sie ja zum Zerlegen von Wild taugen!


    Ansonsten, das hast Du wieder was angerichtet… Den Shop kannte ich noch nicht, vermute mal, das wird teuer ;) ;)

    Ja die Handschuhe könntest du für das zerlegen von Wild nehmen, die sind auf der Handoberseite und Innenseite gut abwaschbar bis zu dem Strickbündchen und etwas angeraut auf der Innenfläche.


    Ich nehme danach immer eine kleine Bürste zum saubermachen der Handschuhe unter fließendem warmen Wasser oder spritze sie mit dem Hochdruckreiniger vorsichtig ab. Anschließend hänge ich sie mit Hilfe einer Wäscheklammer an eine Leine zum trocknen.


    Das sind ja keine Stechschutzhandschuhe wie die Metzger tragen, aber bei den richtigen Kettenhandschuhen braucht man eigentlich noch so baumwollene Unterziehhandschuhe damit man angenehm mit arbeiten kann.


    Für die normalen Schneidarbeiten sind die Handschuhe völlig ausreichend, meistens ritzt man sich ja beim ausbeinen nur ein kleines bisschen mit der Messerspitze an den Fingerkuppen oder reißt sich an spitzen Knochen und das verhindert man definitiv sehr gut mit diesen Handschuhen. Also von mir eine klare Kaufempfehlung. Gummihandschuhe wären zu dünn, da geht ein Schnitt schnell durch, diese Handschuhe sind dicker aber man kann immer noch sehr gut die kleinen Sehnen greifen.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Danke für die Pflegetipps :top: , die Handschuhe bestelle ich direkt mal!


    Bislang trage ich beim Zerlegen von Wild immer nur Einmalhandschuhe, nur wegen der Hygiene, vor Verletzungen schützen die natürlich nicht. Aber wie Du schon schreibst, mal rutsch man ab oder kommt ein einen spitzen Knochen. Ist jetzt nicht so, dass ich nach jedem Stück zum Notdienst muss ;) aber schon so, dass man das verbessern kann.


    Kettenhandschuhen habe ich mal probiert, aber da kann ich kleine Sachen nicht richtig mir greifen, vielleicht sind meine aber auch einfach nur zu schlecht. Im Moment nehme ich die nur zum Öffnen von Muscheln oder ähnliche Sachen, da ist die Verletzungsgefahr deutlich größer...

  • Mit den Einmalhandschuhen kann man deutlich! schlechter greifen als mit diesen Schnittschutzhandschuhen. Ich habe an der messerführenden Hand keinen Handschuh an, nur an der Hand die das Fleisch hält.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Online Zerlegekurse?

    Hmm, muss man mal mit den verschiedenen Rettungsdiensten über eine Provision verhandeln ^^

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Zitat

    Mit den Einmalhandschuhen kann man deutlich! schlechter greifen als mit diesen Schnittschutzhandschuhen. Ich habe an der messerführenden Hand keinen Handschuh an, nur an der Hand die das Fleisch hält.


    Das ist natürlich schon hohe Kunst, ich brauche so oft beide Hände, dass ich das wahrscheinlich nicht durchhalten würde! Aber wie immer ist das natürlich Übungssache. In meinem Leben habe ich zwar sicher schon eine deutlich vierstellige Zahl an Schalenwild aufgebrochen, zerlegt etwas weniger. Aber das machst Du wahrscheinlich an einem Nachmittag ;)


    Wobei gerade mein Vater in den letzten Jahren auch viel Stücke zum Fleischer gibt, der sie ihm entweder fertig für die Tiefkühltruhe zerlegt oder, noch besser, auch als Schinken, Wurst & Co veredelt. Damit hat er angefangen, als ihm das zu viel wurde, heute ärgert er sich, dass er nicht früher auf die Idee gekommen ist...


    Zitat

    Neues Geschäftsfeld => Online & Vor-Ort Zerlegekurse für Wild (insgesamt) und Hausschweine. ;)


    Die Idee ist gar nicht so blöd. In vielen Jagdkursen bekommt man das nur mal gezeigt, oder kann nur kurz mal selbst Hand anlegen. Danach muss man entweder Glück haben, dass es einem ein Jagdfreund ordentlich zeigt oder es ist ein mühseliges Lernen. Da kann ein Video schon sehr viel helfen, würde aber fast mal wetten, dass es da bei Youtube schon was gibt...


    Bei uns war es ein Aha-Erlebniss als wir in den 80igern zum ersten mal in Ungarn zur Jagd waren, die haben dort damals schon das Aufbrechen im Hängen praktiziert, war bei uns erst unbekannt und dann eine Zeit lang verpönt. Haben wir dann nur noch so gemacht, heute dürfte es sich aber durchgesetzt haben.

  • Wenn es machbar ist dann immer im Hängen aufbrechen 👆🏻

    Und dann mit Wasser beim ausspülen nicht sparen wenn fertig aufgebrochen ist.

    Bei schweren und fetten Sauen empfiehlt es sich auch gleich die Schwarte runterzuziehen damit die Sau schneller auskühlen kann, umso besser ist nachher die Fleischqualität.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Zitat

    Mafia Insiderwissen…sehr interessant. 😎🤣


    Pass besser mal auf, gleich geht es auch noch um die richtige Betonmischung ;) :duw:


    Zitat

    Wenn es machbar ist dann immer im Hängen aufbrechen 👆🏻


    Ja, seitdem wir das in Ungarn gesehen haben machen wir das eigentlich ausschließlich so. Ist mir immer noch ein Rätsel, warum das nicht von je her so beigebracht wurde. Ich habe auch noch gelernt bei Wiederkäuern die Muskel vom Schlund abzuschaben und den zu verknoten. Auch so ein Quatsch, heute schneide ich bis zum Unterkiefer und es kommt alles am Stück raus. Ausnahme beim Aufhängen sind höchstens mal sehr schwere Stücke, die man nicht hoch bekommt, aber spätestens mit einer Winde geht da schon sehr viel. In Schweden haben sie die Elche an den Frontlader vom Trecker gehängt, auch sehr praktisch!


    Zitat

    Und dann mit Wasser beim ausspülen nicht sparen wenn fertig aufgebrochen ist.


    Noch so ein Punkt, in den 80igern habe ich noch gelernt bloss kein Wasser, schadet dem Fleisch und wenn dann erst direkt vor dem Zubereiten. Fand ich immer schon merkwürdig, ich friere ja den Dreck nicht mit ein. Aber auch da gibt es bei den Jägern ein Sinneswandel.


    Bei uns im Revier versuche ich alle Stücke mit nach Hause zu nehmen und dort aufzubrechen, da hab ich die besten Voraussetzungen. Geht natürlich nicht, wenn den ganzen Tag gejagd wird, aber dafür habe ich dann immer Wasser und eine "Spritze" dabei. Bei Drückjagden bereiten wir einen Platz zum Aufbrechen ordentlich vor. In Sachen Hygiene hat sich in der Jägerschaft zum Glück in den letzten Jahrzehnten sehr viel getan. Ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, wo es normal war, die Hasen nur auszudrücken und erst am nächsten Tag auszunehmen, heute zum Glück auch anders.


    Zitat

    Bei schweren und fetten Sauen empfiehlt es sich auch gleich die Schwarte runterzuziehen damit die Sau schneller auskühlen kann, umso besser ist nachher die Fleischqualität.


    Danke, wieder was gelernt! Ich hänge die Stücke zwar direkt in die Kühlung, mit dem Abschwarten warte ich aber immer bis zum Zerlegen. Zum einen weil die Schwarte das Fleisch ja schützt und zum anderen, weil ich Sorge hätte, dass es schneller austrocknet. Werde ich bei der nächsten Sau probieren!

  • Wenn er Dein 800gr. Iberico zerlegt? :p

    Mozarella schmeckt ja ganz gut, etwas salzig, aber ansonsten lecker. Aber was zur Hölle macht man danach mit dieser weißen Kugel die mit in der Tüte ist? :idee:

  • Danke, wieder was gelernt! Ich hänge die Stücke zwar direkt in die Kühlung, mit dem Abschwarten warte ich aber immer bis zum Zerlegen. Zum einen weil die Schwarte das Fleisch ja schützt und zum anderen, weil ich Sorge hätte, dass es schneller austrocknet. Werde ich bei der nächsten Sau probieren!

    Da musst du beim Wildschwein aufpassen, wie es das regionale Veterinäramt wegen Trichinenprobe möchte.


    In Stuttgart muss derzeit wieder die Schwarte dran bleiben bis die Trichinenprobe negativ getestet wurde.

    Da hat „leider“ letztens einer sehr intensiv nachgefragt und das Amt hat sich explizit auf den Gesetzestext zurück gezogen…

    Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.
    (Wilhelm von Humboldt)

    Rechtsschreibfühler dinen rein der Aufmerksmkeit und sint volle Absihtc!

  • Bei uns war es ein Aha-Erlebniss als wir in den 80igern zum ersten mal in Ungarn zur Jagd waren, die haben dort damals schon das Aufbrechen im Hängen praktiziert, war bei uns erst unbekannt und dann eine Zeit lang verpönt. Haben wir dann nur noch so gemacht, heute dürfte es sich aber durchgesetzt haben.

    Ist da ein Unterschied zum Hausschwein?

    In den 80er haben meine Großeltern immer 2 Schweine gemästet, die dann vor dem Winter geschlachtet wurden und (afaik - war ja eher noch ein kleiner Steppke) wurden die immer am Scheunentor angenagelt und ausgenommen... :sz:

    Grüße
    shneapfla
    B12 - Caddy 59 - Caddy 58 -B6 statt V12
    [X] <- Nail here for a new monitor
    Ich lebe zwar über meine Verhältnisse aber immer noch nicht standesgemäß!!

  • Zitat

    Da musst du beim Wildschwein aufpassen, wie es das regionale Veterinäramt wegen Trichinenprobe möchte.


    Danke für den Hinweis, dass muss ich wirklich mal klären! Da ich bislang eh immerso gemacht habe, hat sich die Frage bislang nicht gestellt.


    Zitat

    Ist da ein Unterschied zum Hausschwein?


    Beim Tier natürlich keiner. Allerdings dürfte immer noch das meiste Wild direkt im Wald aufgebrochen werden, damit das Fleisch nicht verhitzt. Ich habe halt das Glück, dass es so nah ist, dass ich nach dem Einzelansitz ohne großen Zeitverlust zu Hause aufbrechen kann. Bei Drückjagden gibt es inzwischen geplante Pausen dafür.


    Im Wald hast Du dann zwei Probleme, es soll möglichst kein Dreck ins Stück gelangen, das spricht klar gegen liegend aufbrechen. Andererseits musst Du ein schweres Stück auch erst einmal aufgehängt bekommen. Beim Reh geht das einhändig, spätestens beim schweren Keiler brauchst Du eine Winde und einen passenden Ast, der im Feld natürlich auch oft fehlt. Außerdem ist ein „Bügel“ nicht verkehrt, mit dem du das Stück aufhängen und die Hinterläufe spreizen kannst. Heute kann man die kaufen, früher haben wir sie uns vom Dorfschmied fertigen lassen.


    Warum das früher bei der Jagd nicht praktiziert wurde dürfte aber eher eine Mentalitätsfrage gewesen. Irgendwie meinte man wohl sich vom Schlachter abgrenzen zu müssen, was natürlich vollkommener Quatsch ist. Es war auch lange Zeit verpönt, beim Aufbrechen die Ärmel hochzukrempeln oder Einmalhandschuhe zu tragen, was ich aber beides immer schon gemacht habe.


    Zum Glück verändern sich solche Sachen dann aber doch mit der Zeit, früher war es z.B. auch üblich das Schloss zu öffnen, heute wird eher geringelt (umschnitten).

  • Wobei ich immer noch dafür bin das Schloss gleich zu öffnen, ich seh ja wie das Wild ankommt, meistens hängt da nach dem Ringeln noch ein Stück vom Enddarm unter dem Schloss, sauber ist was anderes.


    Die Befürworter vom Ringeln meinen ja dass da dann ein frischer Schnitt an der Innenseite der Oberschale entsteht wenn man das Schloss erst beim zerlegen aufsägt.

    Ich sage man bringt da durch den Schnitt erstmal wieder Haare an das Fleisch die man dann wieder wegkratzen muss, speziell beim Rehwild, gewonnen hat man da nix.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Ich denke, vernünftig gemacht sind beide Varianten vollkommen Ok. Beim Schloss öffnen wird es gerade bei alten Stücken oder wenn man falsch ansetzt unschön. Ringeln brauch etwas Übung und „gewusst wie“, nur von einem Artikel in der Jagdzeitung kann man das noch nicht.


    Auf jeden Fall positiv finde ich, dass man sich zum Thema Hygiene beim Versorgen des Wildes heute wesentlich mehr Gedanken mach!


    Am schlimmsten finde ich es übrigens, sie Stücke im Wald aufzubrechen, dann ungeschützt auf den offenen Heckträger zu legen und erst mal 50 km durch die Gegend zu fahren, am besten noch im Winter wenn frisch gestreut. Gerade auch geöffnetes Wild muss man da schon schützen!

  • Martin

    Hat den Titel des Themas von „Schlachten und zerlegen wie bei Otti“ zu „Schlachten und zerlegen von und mit Otti“ geändert.