Fahrbericht VW ID3

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  • Daten zum Test / Fahrzeug:


    gefahrene Strecke: 320km

    Nutzungsprofil: 5% Stadt / 45% BAB / 50% Überland

    Verbrauch:(Bordcomputer-Wert: 14,3kW/100km)


    Daten des Fahrzeugs:

    EZ: 05 /2021

    Leistung: 150KW

    Drehmoment: 310Nm

    0-100km/h: 7,3s

    Vmax: 160km/h

    Gewicht: 1825kg


    Wir haben seit neuestem einen VW ID3 im Fahrzeugpool und den habe ich mir mal gestern für eine Fahrt nach Linz geschnappt.



    Es ist ein "Pro" und soll damit auf dem Papier eine Reichweite von 300km bus 420km haben...


    Erst mal zum Fahrzeug selber. Von außen sieht er in weiß ziemlich langweilig aus. Vorne ein wenig plattgedrückt, hinten mit einem ewig langem Dachspoiler. Dadurch wird aber auch das Heckfenster sehr klein.

    Die VW-Logos sind schwarz weiß und fast ohne Erhöhungen. Wahrscheinlich dient das alles dem besseren cw-Wert.

    Aber dennoch: Schön würde ich das Auto nicht nennen.


    Innen geht es leider nicht sehr wertig weiter. Viel Hartplastik und Klavierlack (der schon bei diesem quasi neuen Fahrzeug leichte Kratzer hat!). Das wirkt leider alles ziemlich billig :(

    Auch sieht man an vielen Stellen, dass der Rotstift angesetzt wurde. Die berührungssensitiven Tasten unter dem Board-Monitor sind z.B. nicht beleuchtet!



    Und in der Fahrertüre gibt es keine vier Schalter mehr für die Fensterheber sondern nur noch deren zwei und ein Berühungsfeld "REAR" mit dem man dann auf die hinteren Fenster umschaltet:



    Sorry, aber das gefällt mir z.B. überhaupt nicht. Das Instrumentenkombi ist nicht besonders groß, aber man hat alle Informationen im Blick. Im mittleren Monitor mit Touch-Bedienung können wie gewohnt alle möglichen Sachen eingestellt werden. Das System ist aber nicht sehr schnell und auch nicht immer intuitiv.

    Der innenraum ist ansonsten auf Golf-Niveau. Man hat ausreichend Platz, man kann sogar die hinteren Sitze umklappen um den Stauraum zu vergrößern.


    Zu meiner großen Verwunderung hat der Wagen noch eine ganz normale Motorhaube! Natürlich OHNE Gasdruckdämpfer ;)



    Aber nun endlich mal los! Einsteigen und den Wahl-"hebel" am Instrumentenkombi auf D. Halt, nein, D ist hier die schlechtere Wahl, denn damit rekuperiert der Motor nicht. Also nochmal dran gedreht und auf "B" gestellt um auch das "one-pedal-feeling" zu haben. Die Stufe der Rekuperation kann man aber nicht einstellen. Schnell hat man sich aber an das Fahren gewöhnt und die Bremse braucht man fast nicht mehr. Der Wagen liegt gut auf der Straße, aber gerade bei nasser Fahrbahn merkt man die durchdrehenden Vorderräder beim losfahren. Die Besclheunigung fühlt sich viel imposanter an als die 7,3s auf 100 auf dem Papier vermuten lassen. Es macht einfach Spaß so leise und schnell und ohne Verzögerung zu beschleunigen! :cool:


    Ich habe auf meiner Fahrt gleich am Anfang den Tempomaten angeschaltet und danach bis zum Ziel eigentlich nicht mehr ausgeschaltet. Mein rechter Fuß war somit arbeitslos, denn der Tempomat stellt die VMax immer auf die aktuell erlaubte Höchstgeschwinigkeit ein. Durch den Frontradar bremst er vor anderen Fahrzeugen herunter und vom Navi weiß er, wann eine Kurve/Abzweigung/Kreisverkehr kommt und drosselt dadurch die Geschwindigkeit. Das funktioniert unglaublich gut! Ich musste nur ab und zu mal eingreifen, wenn z.B. im Kreisverkehr dann doch mal Verkehr war.


    Extrem überrascht war ich von der Reichweite. Die 420km von VW sind natürlich vollkommen utopisch. Aber ich bin mit 100% Akku losgefahren und es wurde eine Reichweite von 321km angezeigt. Navi, Radio, Klimaanlage war alles an. Ich habe im wesentlichen eben den Tempomaten benutzt, war also immer am Tempolimit unterwegs und auf der Autobahn mit 130 km/h. Nach 159km Fahrt nach Linz hatte ich eine Restreichweite von 219km!!! Hätte ich NIEMALS vorher gedacht!


    Mein Fazit: Elektromobilität wie im ID3 macht Spaß, aber den ID3 selber würde ich mir niemals kaufen. Dazu ist der Innenraum einfach zu billig in der Anmutung.

  • Ach ja, nächste Woche geht es nach Verona damit. Dienstag hin, Mittwoch zurück. Wird sicher etwas "spannender", aber auch interessant

    Vier gewinnt....

  • Und in der Fahrertüre gibt es keine vier Schalter mehr für die Fensterheber sondern nur noch deren zwei und ein Berühungsfeld "REAR" mit dem man dann auf die hinteren Fenster umschaltet:

    Das ist doch echt ein Scherz. So langsam kommt man sich doch echt verschaukelt vor. Was spart das denn? Einen Knopf. Und dafür musst man immer umschalten... nicht, dass ich 4x täglich die hinteren Fenster öffne, aber trotzdem, das würde mich echt gewaltig nerven.

  • Danke für den Bericht.

    Ich finde das Teil echt hässlich, aber deine Erfahrungswerte sehr interessant.

    Ähnliche Kritikpunkte habe ich auch im Interieur im Golf 8.

    Aber kann man die Rekuperation wirklich nicht einstellen?

    Das kann ich ja sogar bei unserem GTE.

  • Das ist doch echt ein Scherz. So langsam kommt man sich doch echt verschaukelt vor. Was spart das denn? Einen Knopf. Und dafür musst man immer umschalten... nicht, dass ich 4x täglich die hinteren Fenster öffne, aber trotzdem, das würde mich echt gewaltig nerven.

    Genau das denke ich auch. Der Händler hat z.B. die nicht beleuchteten Tasten unter dem mittleren Monitor begründet mit "Damit man nicht abgelenkt ist, das soll alles über das Lenkrad oder Sprachsteuerung gemacht werden". Bullshit, da spart sich VW einfach eineurofuffzich für die LEDs! Und bei den Fensterhebern das selbe, direkt mal zwei Schalter gespart.

    Danke für den Bericht.

    Ich finde das Teil echt hässlich, aber deine Erfahrungswerte sehr interessant.

    Ähnliche Kritikpunkte habe ich auch im Interieur im Golf 8.

    Aber kann man die Rekuperation wirklich nicht einstellen?

    Das kann ich ja sogar bei unserem GTE.

    Ich hab zumindest keine Einstellung gefunden. Er macht das aber auch recht gut selber, wenn er vor einem ein Fahrzeug erkennt rekupiert er mehr um dahinter zum stehen zu kommen

    Vier gewinnt....

  • Das ist doch echt ein Scherz. So langsam kommt man sich doch echt verschaukelt vor. Was spart das denn? Einen Knopf. Und dafür musst man immer umschalten... nicht, dass ich 4x täglich die hinteren Fenster öffne, aber trotzdem, das würde mich echt gewaltig nerven.

    Klickiklickibunti... anscheinend will man das so oder ein Controller hat ausgerechnet, dass das 87 Cent pro Fahrzeug spart, irgendwoher müssen die Gewinne ja kommen.

    Hatte nen ollen Golf 8 gemietet... da kann sich Onkel Alfred aber nicht mehr einfach so reinsetzen und loslegen. Keine Ahnung was man sich dabei denkt und warum man meint, man muss das Rad neu erfinden anstatt gelegentlich bewährtes einfach so zu lassen.

    Mozarella schmeckt ja ganz gut, etwas salzig, aber ansonsten lecker. Aber was zur Hölle macht man danach mit dieser weißen Kugel die mit in der Tüte ist? :idee:

  • Kann mir eigentlich jemand erklären, warum der ID3 noch eine normale Starter-Batterie unter der Motorhaube hat? War da etwas verwundert....

    Vier gewinnt....

  • Beim i3 dient diese für die 12V Bordnetzversorgung, diese wird auch über den Akku aufgeladen. Im „Standby“ ist der Akku und die ganze Ladeelektronik runtergefahren. Wird im ID3 wohl ähnlich sein.

    Grüße Chris

  • Kann mir eigentlich jemand erklären, warum der ID3 noch eine normale Starter-Batterie unter der Motorhaube hat? War da etwas verwundert....

    Jedes BEV hat eine 12V-Batterie. Dient für die üblichen Niederspannungssachen und muss vorhanden sein um einen Warnblinker nach Totalausfall eines Antriebsstrangs zu versorgen.

  • So, am Dienstag ging es nach verona und am Mittwoch wieder zurück. Meine Euphorie für den Wagen hat extrem nachgelassen.

    Tempomat: Er stellt sich ja nach dem aktuellen Tempolimit. Funktioniert eigentlich gut, nach Linz quasi 100%. Diesmal aber mehrmals: Tempolimit 110km/h (Autobahn Italien), man überholt gerade einen LKW und zack: er erkennt 40 km/h und bremst mit Schwung runter. Unglaublich und saugefährlich!

    Bremsen: Dass die bei nem E-Auto wohl oft nicht besonders groß dimensioniert sind ist ja eher der Standard. Man bremst ja durch die Rekuparation. Aber manchmal muss halt doch mal richtig bremsen, weil vor einem einer raus zieht oder sonstwas. Und da flattern die Bremsen vom ID3 bereits jetzt. :(


    Und das beste kurz hinter der österreichischen Grenze. Totalausfall der Elektronik!



    Keine Tempoanzeige mehr, keine Restreichweite, Temperatur, Uhrzeit. Navi eingefroren, auch die ganzen Batterie-Anzeigen im mittleren Monitor waren nur noch -----

    Dass bei der VAG die Elektronik nicht toll ist, habe ich ja bei meinem S4 selber erfahren dürfen. Aber sowas!? Unglaublich! Im Internet konnte ich rausfinden, dass das wohl nicht der erste ID3 mit dem Problem ist. Stehen bleiben, absperren, 10 Min warten und wieder starten soll das Problem beheben. Also quasi ein reboot. Ich habe mir dann erst mal mit dem Hand und einer App beholfen:



    und dann an der Europabrücke geladen. Da stand er dann 15 Minuten abgesperrt und danach ging alles wieder...


    Noch ein paar Infos zum laden. Ich habe keine Ahnung wieviel KW ich geladen habe. Wir haben eine DKV-Karte und ich musste deswegen auch die Ladestationen raussuchen, die diese unterstützen. Ich sehe aber keine Abrechnung...

    Ich bin mit 100% los gefahren. An der Europabrücke ca. 15 Minuten geladen an einer max 150kW Ladestation. Er hatte vorher noch ca. 200km Restreichweite, aber ich war ein Schisser weils ja dann erstmal ordentlich bergauf geht. In Rovereto wurde eine Ladesäule mit 60kW angezeigt, da bin ich hin, leider wurde aber meine Karte nicht akzeptiert. Etwas weiter stand noch ein 22kW lader, da habe ich zumindest mal 10 Min angesteckt. Bin dann langsam mit 100km/h nach Verona geschlichen und hatte da dann noch 83km Restreichweite. D.h. ich hätte die Reise ziemlich sicher mit EINEM Ladestop geschafft, wenn ich halt später geladen hätte...

    Verona / Italien ist aber echt noch hinten dran. In verona gibt es genau VIER (!!!) Ladestationen, die mit der DKV gehen! Und die sind alle nur 22kW! Ich habe den Wagen dann an einer abgestellt und angesteckt und der italienische Kollege hat mich da abgeholt. Wir waren essen und er hat mich ins Hotel gefahren. Morgens hat er mich abgeholt und zum ID3 gebracht, der dann auch 100% voll war (hat aber bis 6 Uhr in der Früh gebraucht!).


    Zurück wars dann einfacher. Mit 100% los, in Trento an einen 135kW lader gehängt für ca. 15 Minuten, das gleiche dann nochmal an der Europabrücke und mit 150km Restreichweite daheim angekommen. 450km in 5,5 Std inkl. 30 Minuten laden. Wirklich klasse.


    An allen Ladestationen war übrigens IMMER was frei. Ich war eigentlich immer alleine, nur an der Europabrücke stand noch ein X5 und ein i3.


    Mein Fazit nun: Elektroauto ja, aber sicher kein VAG und ganz sicher kein ID3 ;)

    Vier gewinnt....

  • Der MEB ist scheinbar gut gelungen. Die Softwareprobleme ziehen sich aber durch alle neuen Baureihen, ob Audi oder Seat. Bin mal gespannt was Ford auf die Beine stellt. Die bekommen ja den MEB von VW für Ihre Elektrosparte.

    "Und stehst du nackt im Odenwald, dann werden dir die Hoden kalt"
    Unbekannter Philosoph

  • Danke Andreas für deinen ehrlichen Bericht.

    Die Softwareproblematiken kann ich vom neuen Golf8 bestätigen, wenn auch nicht in ganz so krasser Form.

    Aber Ausfall von Assi-Systemen, flackerndes Bild der Rückfahrkamera und undefinierbares Piepsen gehören leider zum Standard.

    Eine Schande für den Konzern.

  • Eine unterirdische Darstellung, welche VW da abliefert - das darf einfach nicht sein.

    Die Ladethematik wird ja immer wieder, zu recht, kritisiert allerdings sehe ich da noch keine Vereinfachung für den Endkunden kommen.


    Wenn du eMobilität wirklich möchtest: hol dir einen Tesla.

    Da klappts mit der Software der Fahrzeuge und auch das Ladenetz ist besser.

    Die Feinheiten (Integration Ladezustand und Ladestationen ins Navi) sind auch besser gelöst.

    Die Spaltmaße mögen schlechter sein, die Verarbeitung und Materialwahl schlechter, aber du kommst besser und einfacher von A nach B und darauf kommt es letztlich an.


    Irgendwer hat hier mal den Car Maniac verlinkt wo es um eine Urlaubsfahrt nach Kroatien mit eAuto ging (sehenswert ^^ ), sehr empfehlenswerter Kanal den sogar ich als eSkeptiker gerne anschaue: Car Maniac - YouTube

    Am gefährlichsten im Straßenverkehr sind die Leute,
    die immer so dicht vor einem herfahren.

  • Wenn du eMobilität wirklich möchtest: hol dir einen Tesla.

    Da klappts mit der Software der Fahrzeuge und auch das Ladenetz ist besser.

    Die Feinheiten (Integration Ladezustand und Ladestationen ins Navi) sind auch besser gelöst.

    Ja, Ladestationen von Tesla habe ich EINIGE gesehen. Aber die Integration ins VW Navi ist schon wirklich gut. Der Wagen sagt selber, dass er die Strecke mit der Ladung nicht schafft und plant entsprechende Ladepausen ein. Funktioniert definitiv. Nur da ist halt MEIN problem, dass diese Ladepunkte nicht alle die DKV-Karte akzeptieren. Das kann man aber nicht VW ankreiden

    Vier gewinnt....

  • Interessant Andreas. Elektronikausfall, krass. Naja, kannte ich schon vom E39 wenn plötzlich ein Bluescreen im Navi ist. :hehe:

    Aber sehr ärgerlich, zumal wenn es sich wohl um einen "Serienfehler" handelt. Knapp 3 Jahre hamse noch bei der VAG, dann muss das laufen. :p


    Die Laderei bzw. eigentlich der Ladebedarf ist IMHO Übungssache. Man neigt beim E-Fahren anfangs gerne zur "Das-reicht-niePanik" wenn man das so etwas überzogen nennen mag. Aber das legt sich mit der Erfahrung. Laden ansich ist ja auch nervig. Nicht öfter wie nötig ist die Devise.


    Bei einem früheren Kollegen war am Sierra die Tankanzeige hin. Der fuhr einfach nach Kilometerstand. Leben am Limit :hehe:


    Würde mir da - wenn Du öfter fährst - die ENBW-Ladekarte holen. Die haben einen Kostnixwennnixbrauchst-Tarif ohne Grundgebühr und dürfte deutlich mehr Akzeptanz als die olle Tankkarte der DKV haben. Falls im ADAC bist sparst Dir auch die 10€ Startgebühr dafür.

    Mozarella schmeckt ja ganz gut, etwas salzig, aber ansonsten lecker. Aber was zur Hölle macht man danach mit dieser weißen Kugel die mit in der Tüte ist? :idee:

  • Ist ein Dienstwagen, da wird er sich nicht einfach so eine andere Karte auf eigene Kosten holen. ;)

    Grüße Peter

  • Ist ein Dienstwagen, da wird er sich nicht einfach so eine andere Karte auf eigene Kosten holen. ;)

    Wenn ich keine OMV-Tanke finde, dann kann ich jederzeit einen Bon einer anderen Tankstelle vorlegen. Klar, man legt die Kohle in dem Fall natürlich aus. Aber eine Firma sollte eigentlich sowas wie eine richtige Ladekarte auf die Reihe kriegen wenn das paar dösige Beamte hinkriegen. ;)

    Mozarella schmeckt ja ganz gut, etwas salzig, aber ansonsten lecker. Aber was zur Hölle macht man danach mit dieser weißen Kugel die mit in der Tüte ist? :idee:

  • Ich weiß nicht, wie es bei den Ladekarten mit der Rechnungsadresse des Kunden ist.


    Beim Tanken steht kein Name drauf und den Betrag kann die Firma jederzeit erstatten, steuerliche Kleinbetragsregelung gilt seit einigen Jahren bis 250,00 Euro brutto.


    Könnte man so einfach zahlen wie beim Tanken mit EC-Karte - das wäre ein großer Fortschritt, nicht nur in diesem konkreten Fall.

    Grüße Peter