Standschäden vermeiden - wie oft bewegen

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  • Hallo zusammen,


    die C-Klasse habe ich länger schon recht selten bewegt, aufgrund Corona seit über einem Jahr eigentlich nur noch um Standschäden zu vermeiden. Eigentlich bemühe ich mich, alle 4 Wochen mal 30-50km zu fahren, können aber auch schon mal 6-8 Wochen werden. Immerhin springt der Wagen, nachdem es vor einiger Zeit mal eine neue Batterie gab, problemlos an, den Reifendruck habe ich sowieso leicht (+0,2 Bar) erhöht.


    Nur was ist denn die gängige Empfehlung, wie oft sollte man ein Auto bewegen?


    Nicht nur wegen der C-Klasse, sondern auch weil ich immer mal wieder über Oldtimer und Wohnmobil (auf Basis des Sprinters) nachdenke. Zumindest beim Oldtimer käme ja noch hinzu, dass man ihn nicht bei jedem Wetter bewegen möchte.


    Schon mal vielen Dank für Eure Hilfe!


    Westfale

  • Mein Cabrio steht jeden Winter mindestens von November bis März - bei entsprechend bescheidenem Wetter auch mal deutlich länger.
    Ich treffe dort keine besonderen Vorkehrungen, bei Oldtimern oder technischer Notwendigkeit sähe das natürlich anders aus (Beispiel: Tank aus Stahl - die sollten immer voll sein beim Abstellen).


    Früher habe ich mir noch die Mühe gemacht, und auf Styroporplatten geparkt - aber die Standplatten sind nach 5km ruhiger Fahrt auch wieder draußen. :sz:


    Idealerweise vorm Einwintern halt noch Ölwechsel, aber auch dort bin ich dazu übergegangen, das nach Bedarf zu machen.
    Nach 2tkm oder, wie beim Boot, 20Bh, ist es einfach quatsch das Öl bereits auszutauschen.


    Beim Boot (5,7L V8 GM Gußklumpen) nutze ich noch ein sogenanntes "fogging Spray" das den Motor innen konserviert, aber das traue ich mich bei sowas modernem wie dem 6er nicht.

    Denke das verzeihen LMM oder diverse Sensoren mir nicht, wenn ich da Sprühlöl reinhaue, bis der Motor alleine ausgeht... :m::idee:

    Am gefährlichsten im Straßenverkehr sind die Leute,
    die immer so dicht vor einem herfahren.

  • Grundsätzlich ist es schon mal richtig, dass wenn, dann richtig bewegen. Es gibt nix schädlicheres für den Motor als diese "ich lass ihn mal für 5min laufen"

    Reifendruck sollte man gegen Standplatten DEUTLICH erhöhen (3,5Bar) bzw. geh in den Baumarkt und kaufe für 5,- eine 3-5cm dicke Platte StyroDUR (das ist das grüne Zeug)

    Da schneidest Du Platten in 30x30cm (oder auch länger) raus die Du an einer Seite im 45° Winkel anschrägst. Die legst Du vor die Reifen und fährst drauf. Da sich die leicht zusammendrücken wirken die wie eine Reifenwiege, vergrößern die Auflagefläche und wirken gegen Standplatten.


    Zum Abstellen sollte das Auto trocken sein. Die Batterie wenn möglich ans Erhaltungsladegerät, damit sie nicht doch mal tiefentladen wird wenn man nicht dazu kommt.

    Möglichst die Batterie nicht abklemmen - gerade ältere Elektronik mag es nicht so sehr, wenn sie komplett entlädt und dann beim anklemmen der Batterie voll eine drauf kriegt.


    Bei längerem abstellen besser kein E10 nehmen - das entmischt sich leichter. Bei einem Blechtank besser vollgetankt abstellen um Feuchtigkeit im Tank zu vermeiden - das rostet nämlich.

    Wenn die Umgebung feucht ist, ggf. Entfeuchterkissen [Anzeige] o.ä. in den Innenraum - die kann man danach im Backofen regenerieren.


    Bei längerem abstellen sollte der Ölwechsel vorher gemacht werden da sich im Öl durch die BlowBy Gase Säuren bilden.


    Georg

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Meine Zweitautos standen / stehen immer mehrere Monate, ohne dass irgendwas passiert, das sind aber auch keine Oltdtimer, ebenso das Moped über Winter.


    Wichtig ist wie Georg schreibt: nur trocken abstellen, sonst kann es sein, dass man die Bremsen nicht mehr frei bekommt und das Rubbeln erhalten bleibt (das hatte ich bei meiner alten C Klasse im Winter).


    Ich lade inzwischen nicht mal mehr die Batterie nach und es ging bisher gut.


    Wenn gefahren wird, dann aber eine längere Strecke und nicht nur einmal um den Block.


    Bei Oldtimern ist das viel aufwendiger, da gibt es viele Meinungen.

  • Letztendlich ist es bei den Oldtimern um die es hier wahrscheinlich gehen wird nicht aufwändifer - nur ein moderneres Auto verkraftet halt manches noch besser - ob es aber gut für das Auto ist, is was anderes.


    Es geht dabei ja nicht darum das Auto mal 4-6 Wochen abzustellen wie man es auch bei nem längeren Urlaub macht, sondern um nen längeren Zeitraum (Winter) oder darum dass nach den 4-6 Wochen und einer Fahrt wieder so ne Zeit kommt.

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Euch allen erst einmal vielen Dank für die Hilfe! :top: :top:


    Offensichtlich scheint das ja kein so großes Problem zu sein, wie ich erst vermutet habe, aber klar, es gibt genug Situationen in denen Autos länger nicht bewegt werden. Überrascht bin ich allerdings, dass die Elektronik bei modernen Autos weniger Probleme macht als bei älteren.

  • Dafür macht sie wenn diese Autos mal so alt sind noch mehr Probleme.


    Das Problem bei alten Autos sind oft Elkos die (wie mal ne Zeit bei diversen PCs) wenn sie komplett entladen sind und dann plötzlich voll eins drauf kriegen wenn die Batterie angeklemmt wird, den Deckel heben.

    Andererseits wurde die Elektronik in den 8/90ern noch viel robuster gebaut wie heute weil es noch nicht diese Packungsdichten gab.

    Das was heute in ein Modul mit mehreren Layern und nem Hochleistungsprozessor gepackt wird waren damals Einzelmodule - fragt nicht wo beim 8er überall was untergebracht ist - das geht bis in den Schweller oder unter die Fußstütze links.

    Dafür kriegt man oft wenn was defekt ist die Bauteile nicht mehr oder nicht in der Spec und dann reagiert die Restschaltung halt plötzlich nicht mehr richtig.

    Aber viele waren in den letzten 10 Jahren überrascht, dass die Elektronikmodule doch robuster sind wie man dachte.

    Was gerne ausfällt sind halt Displays wegen der damaligen Technik.

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Alles wesentliche ist ja schon gesagt.


    Ein Erhaltungsladegerät hält Batterie (nicht so wichtig) aber eben auch die Elektronik fit (falls die Batterie doch mal zu Ende geht, was schneller geht manchmal, als man denkt.)

    Ich hatte ja lange Zeit mehr Autos als ich bewegen konnte und SL und Ferrari waren immer für mindestens 4 Monate weg vom Fenster.

    Mit Erhaltungslader dran: Nie ein Problem gehabt. Irgendwann mal vergessen beim SL => Batterie super leer = Kaputt => Auto musste in die Werkstatt, weil die Elektronik eine Form der Demenz bekommen hat und sich auch mit neuer Batterie nicht richtig zurecht gefunden hat...


    Bei sicheren 4+ Monaten habe ich die Reifen immer auf 3,5-4 Bar aufgepumpt. Extra einen eigenen Kompi dafür gekauft. Aber wenn man bloss 4-6 Wochen und vielleicht dann doch mal zwischendurch und so... würde ich das auch nicht machen.


    Der Rest: Die meisten Motoren sind heute eh aus Alu und korrodieren nicht mehr so leicht. Tanks sind seit vielen Jahren aus Kunststoff.

    Da sind soo kurze Standzeiten kein Problem. Das fängt erst an, wenn ein Auto mal mehrere Jahre wirklich gar nicht bewegt wurde.

  • Das einzige mal, dass ich ein Problem mit langer Standzeit hatte, war beim Motorrad vor vielen vielen Jahren.

    Die Yamaha hatte noch Vergaser und da hatte sich der Sprit etwas abgesetzt, Vergaser leicht verharzt - sie wollte kaum anspringen, völlig ungewohnt bei einem japanischen Motorrad.


    Ansonsten mache ich mir da keinen Kopf mehr drum - wie gesagt, bei modernen Fahrzeugen.


    Als ich den kleinen 1er verkaufte, war die 1. Batterie noch drin und funktionierte nach 9 Jahren anstandlos, die letzten Jahre ohne Nachladen.


    Hätte ich einen Lamborghini in der Klimalounge, wäre das was anderes. :cool:

    Grüße Peter

  • Das Problem ist selten die Batterie (na und wenn kaputt, kostet eine Neue nicht die Welt). Das Problem kann bei der Elektronik häßlich werden, weil es da Bauteile gibt, die akute Unterspannung nicht abkönnen. Ich hab keine Ahnung warum, fällt nicht in meine Kompetenz ;) .... ist aber trotzdem so.

  • Das Problem ist selten die Batterie (na und wenn kaputt, kostet eine Neue nicht die Welt). Das Problem kann bei der Elektronik häßlich werden, weil es da Bauteile gibt, die akute Unterspannung nicht abkönnen.

    da sagst Du etwas Wahres

    mein E46 hat mir schon nach 2, 3 Wochen Standzeit SEHR deutlich zu verstehen gegeben daß ihm das nicht paßt

    Kofferraum statt Hubraum !

  • Der 8er quittiert eine zu geringe Batteriespannung zum Beispiel gern mal damit, dass er das Getriebe ins Notprogramm schickt.

  • Ich tu mich immer schwer damit, das nur 1000-2000km alte Öl raus zu schmeissen. Früher jährlich (gut da bin ich noch deutlich mehr gefahren) inzwischen halt aller 2 Jahre. Glaube der Toyota kann das locker auch länger ab. Wäre aber Mal interessant wie das Öl ungenutzt altert... :sz:

    > welcher ist mein nächster...? >

    Alle sagen man solle ein E-Auto kaufen! OK, ich finde sicherlich noch ein paar nette E46, E39, E60... :cool:

  • Notprogramm okay - aber wenn die Batterie aufgeladen ist oder ersetzt ist funzt es doch wieder normal, oder?


    Von Schäden durch Unterspannung habe ich noch nichts gehört bei normalen modernen Autos - möglich ist alles.


    Eigene Erfahrungen sind statistisch nicht repräsentativ - in den Foren oder Oldtimerzeitschriften liest man aber eigentlich auch nichts über Standschäden, wenn ein Auto einige Monate steht.


    Jahrelanges Abstellen ist schädlich, klar.

    Grüße Peter

  • Das schlimmste für Fahrzeuge sind Kurzstrecken, wobei nichts warm wird, und jahrelange Perioden während denen nichts kontrolliert wird. Je neuer, desto höher der Anteil von Elektronik die altert, auch wenn sie nicht gebraucht wird. Je älter ich selbst werde, desto mehr komme ich zum Schluss, dass es sich heute nicht mehr lohnt, eine Sammlung von schönen automobilen Konsumgütern aufzubauen. Millardäre dürfen das, aber haben auch die Kohle zur Finanzierung.

    Aus Fehlern lernt man. Heute habe ich viel gelernt!

  • Naja, Du musst halt den Fehlerspeicher löschen, danach läuft er wieder normal.

    Fahren kann man auch im Notprogramm noch. Im dritten Gang eben.

    So geschehen bei der Probefahrt.

    Beim Überwintern hängt das Auto kontinuierlich am Strom, insofern ist alles im grünen Bereich.

  • Vor ein paar Tagen habe ich meinen Generator in Betrieb genommen. Der hat zwar nur Plastikraeder, kein Getriebe und nur begrenzt Elektronik, stand aber auch drei Jahre bei mir rum, bis ich mich endlich mal drum gekuemmert habe und vor allem auch mein Elektriker Zeit hatte, alles korrekt an- und umzuklemmen.

    Laut einem Zettelchen am Einschalter, war kein Oel drin. Zur Sicherheit habe ich trotzdem mal den Oelablass aufgemacht und da kamen dann so ungefaehr 0,2 Liter zaehfluessige Bruehe raus. Scheinbar machen die Chinesen einen Probelauf und benutzen dafuer bei ungefaehr 1000 Motoren das gleiche Oel. Kuehlfluessigkeit war auch keine drin, stand zwar nirgendwo, aber man schaut ja selbst mal nach, bevor man so was anwirft. Batteriespannung war bei 11,2 Volt, also Ladegeraet drangehangen, das nach 24h immer noch am laden war, also Batterie wohl hin. Das hat sich beim ersten Startversuch bestaetigt, aber nach dem Fremdstart mit Ueberbrueckungskabel sprang der Kamerad direkt an ohne Mucken. Vorher musste ich aber noch ein paar Dieselleitungen kuerzen. Die waren an den Nippeln poroes geworden und haben rausgesaut, sowohl die Gummileitungen von der Pumpe, wie auch die Ruecklaeufe von den EInspritzduesen. Da die Kiste anstandslos ansprang, seien die "Standschaeden" Batterie und Leitungen verziehen.


    Jetzt wuerde ich gerne noch Oel und Filter wechseln, muss aber erst mal diesen komischen Winzlingsfilter finden. Den neuen, der mitgeliefert wurde, baue ich erst ein, wenn ich ihn nicht mehr als Muster brauche.


    Ach ja, so mit ungefaehr 5 KVA hatte ich ihn mal probeweise belastet, das erste Wasser hat schon auf dem Herd gekocht :top: .

    Das Problem ist selten die Batterie (na und wenn kaputt, kostet eine Neue nicht die Welt).

    Diese daemliche 32h Minibatterie hat mich dann doch 90 Euro gekostet, Wucher!

  • Mein Motorrad und das Cabrio haben Saisonkennzeichen, stehen also von November bis Anfang März. Neben den genannten Maßnahmen tanke ich noch mindestens 2 Tankfüllungen vor dem Abstellen Aral Ultimate 102, damit möglichst keine Bioplörre mehr im Tank ist. Die entmischt sich nämlich und setzt sich ab, zudem ist Ethanol hygroskopisch, zieht also Wasser an.

  • Aber haben nicht alle Kraftstoffe mindestens 5% Ethanol? Gut, das ist nur halb so viel wie bei E10. Dürfte aber in beiden Fällen bei einer Standzeit von vier Monaten noch nicht dramatisch sein.

  • Du hast recht Josef, aber bei E10 ist eben die Grenze überschritten, bei der es sich bemerkbar macht und dass es dadurch hygroskopisch wirkt und sich entmischt ist mittlerweile genauso nachgewiesen wie dass es die meisten Motoren doch vertragen.

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.