PKV vs. GKV - Wie nun?

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  • Nein, das macht wenig Unterschied. Es gibt zwar einen Zusammenhang mit dem sozioökonomischen Status, aber

    a) sind die Privatrechnungen im Notdienst prinzipiell gleich

    b) zahlt es ja eh die PKV.

    Hmmmm... echt? Bei meinem blinden Taxifahrer letztes Jahr steht in den Rechnungen für CT und MRT 1.8 und bei "Beratung, auch telefonisch" 2,3 dabei. Bei der eigentlichen Behandlung steht in der Rechnung bei allem "technischen" 1,8 und bei der eigentlichen Arzt-Tätigkeit 2,3, einmal sogar 3,5 (symptombezogene Untersuchung). Eine "normale" Rechnung für eine Kinderuntersuchung Ux habe ich gerade nicht zur Hand. Andererseits war ich schon manchesmal über die Günstigkeit von Behandlungen erstaunt. Mein Loch im Kopf damals waren keine 50€ (Kofferraumklappe vom i3, aua...).

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  • Zitat

    Bei meinem blinden Taxifahrer letztes Jahr steht in den Rechnungen für CT und MRT 1.8 und bei "Beratung, auch telefonisch" 2,3 dabei.


    Schon, der Faktor bezieht sich aber nicht auf ein vielfaches dessen was bei der GKV bezahlt würde, das sind halt getrennte Systeme.


    Der 2,3 fache Satz ist der Satz für eine normal schwierige Behandlung, also der Regelfall. Dazu gibt es sogar höchstrichterliche Urteile. Die Abrechnung die Du zitierst ist also der normale Durchschnittsfall.

  • Ah ok. Hab ich mich noch nie wirklich befasst, man kriegt halt die Rechnungen und überweist die. Man bräuchte also einen gleichen Fall GKV um zu wissen, was und wieviel Unterschied ist oder wäre. Aber warum gibt´s dann den Faktor? Dann können se ja gleich den eigentlichen Preis hinschreiben.

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  • Das ist ein über Jahrzehnte gewachsenes System, die Faktoren gab es schon als ich in den 80igern eine Software für Privatrechnungen geschrieben habe, da muss man nicht immer nach Sinn und Verstand fragen.


    Aber einer der noch nachvollziehbaren Gründe ist, dass es darüber möglich ist unterschiedlich aufwändige Behandlungen abzubilden. Der Arzt kann den Faktor bei Bedarf ja durchaus nach oben und unten anpassen. Stände da nur eine feste Summe ginge das nicht. Warum es gerade 2,3 für normalen Aufwand sind kann ich aber auch nicht sagen, vermutlich hat das auch historische Gründe.

  • Nein, das macht wenig Unterschied. Es gibt zwar einen Zusammenhang mit dem sozioökonomischen Status, aber

    a) sind die Privatrechnungen im Notdienst prinzipiell gleich

    b) zahlt es ja eh die PKV.

    Doch, denn bei der GKV wird es immer bezahlt.

    Bei der PKV wirst du dann, je nach Tarif, auch mal gefragt ob es notwendig war, hast deinen Eigenanteil zu tragen und verlierst deinen Jahresbonus/Erstattung.

  • Sorry Stefan, als Beamter solltest du die Regelsätze aber kennen. Sonst geht es an die Privatschadule. ;)

    Die Sätze die für mich wichtig sind, sind 50% und 70%. Aber von 1,8 2,3 oder 3,5 hat mir in meiner Ausbildung nie einer was erzählt. Naja, genauer betrachtet nicht mal irgendwas was Beihilfe und Co. betrifft, das musst man sich alles irgendwie selbst zulegen. Gibt einige, die stehen damit schwer auf Kriegsfuss. Dafür hab ich Sachen gelernt, von denen ich 95% nie mehr brauchen werde und ungefähr 95% nicht, die ich jetzt brauche. :hehe:

    Letztlich kann ich als Laie nur halbwegs meine Rechnungen überfliegen, das geht bei Alltagskram sicher einigermaßen gut, aber eine fette KH-Rechnung mit 18 Seiten und 25k€ am Ende will auch nicht auseinanderklamüsern müssen und kann nur hoffen, dass die jeweiligen Anteile erstattet werden. Ich bin davon ausgegangen, dass der Faktor soundso von irgendeinem Grundwert ausgeht und den habe ich als GKV-Erstattung angenommen. Irgendeinen Grund muss es ja haben, warum viele Ärzte gerne privat abrechnen. Die Erkältung ist die Gleiche, also kann´s ja nur an der Rechnung liegen. (Spirenzchen mal aussen vor gelassen).

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  • Die Sätze die für mich wichtig sind, sind 50% und 70%. Aber von 1,8 2,3 oder 3,5 hat mir in meiner Ausbildung nie einer was erzählt. Naja, genauer betrachtet nicht mal irgendwas was Beihilfe und Co. betrifft, das musst man sich alles irgendwie selbst zulegen. Gibt einige, die stehen damit schwer auf Kriegsfuss. Dafür hab ich Sachen gelernt, von denen ich 95% nie mehr brauchen werde und ungefähr 95% nicht, die ich jetzt brauche. :hehe:

    Letztlich kann ich als Laie nur halbwegs meine Rechnungen überfliegen, das geht bei Alltagskram sicher einigermaßen gut, aber eine fette KH-Rechnung mit 18 Seiten und 25k€ am Ende will auch nicht auseinanderklamüsern müssen und kann nur hoffen, dass die jeweiligen Anteile erstattet werden. Ich bin davon ausgegangen, dass der Faktor soundso von irgendeinem Grundwert ausgeht und den habe ich als GKV-Erstattung angenommen. Irgendeinen Grund muss es ja haben, warum viele Ärzte gerne privat abrechnen. Die Erkältung ist die Gleiche, also kann´s ja nur an der Rechnung liegen. (Spirenzchen mal aussen vor gelassen).

    In der Ausbildung erzählt da keiner etwas......aber deine Beihilfestelle. ;)


    Und sorry..das Du die individuellen Abrechnungsätze der Beihilfe nicht kennst..ich glaube dir das nicht. :)

  • Weil die Beihilfesätze kappen. ;)

    Alao ganz ehrlich. Sollte mir die Beihilfe was kappen Ruf ich dein doch an und sage ihm er solle mir eine beihilfekonforme Rechnung ausstellen. (Was übrigens bisher noch nie vorgekommen ist - so eine Abrechnungsstelle der Docs ist auch nicht blöd und kennt die Sätze genau). Sollte sich der Doc quer stellen kann ich immer noch den Arzt wechseln.. Marktwirtschaft funktioniert auch hier....

  • Bislang wurde noch nie wirklich gemeckert oder gestrichen. Das erklärt aber trotzdem die Faktoren nicht wirklich. Zwei gehen zum Arzt, einer privat, einer gesetzlich. Gleicher einfacher Sachverhalt, keine Besonderheiten oder IGEL erforderlich. Was zahlen beide?

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  • 2.3 ist manchmal weniger als 1.0 bei der GKV...und Beihilfekonforme Rechnungen stellen, Hahhaha hab ich den Vertrag mit der Beihilfe oder der pat? Was nicht übernommen wird, ist Gott sei Dank nicht mein Problem, das Verträge lesen würde ja länger dauern als das behandeln. Gott sei Dank hab ich aber solch eine Klientel nicht.

  • Ganz so einfach ist der Vergleich nicht, die Regeln sind komplex...


    Die GOÄ findest Du z.B. hier: gebuehrenordnung-fuer-aerzte-goae.pdf

    Und den EBM hier: KBV - Online-Version des EBM


    Und hier noch was zum Punktwert: Punktwert – Wikipedia



    Zitat

    Was nicht übernommen wird, ist Gott sei Dank nicht mein Problem, das Verträge lesen würde ja länger dauern als das behandeln


    Das hat schon meinen Vater immer genervt. Manche Beamte hatten ein Auftreten wie Selbstzahler, dann aber doch nur Beihilfe. Die Konsequenz meines Vaters war die exakt gleiche wie bei Dir.


    Und nein, Anwesende sind nicht gemeint...

  • 2.3 ist manchmal weniger als 1.0 bei der GKV...und Beihilfekonforme Rechnungen stellen, Hahhaha hab ich den Vertrag mit der Beihilfe oder der pat? Was nicht übernommen wird, ist Gott sei Dank nicht mein Problem, das Verträge lesen würde ja länger dauern als das behandeln. Gott sei Dank hab ich aber solch eine Klientel nicht.

    Versteh ich auch nicht. Hatte einen Kollegen, der hat laut ihm immer nur genau das gezahlt, was er erstattet bekam. Aber anscheinend nie "Ärger" bekommen mit seiner Methode. Weil Vertrag ist ja mit dem Arzt gemacht über die Behandlung. Klar, manchmal ist undurchsichtig ob und wie was genau gemacht wurde, aber das kann ich als Laie auch nicht wirklich abschätzen ob gewisse Einzelposten tatsächlich so korrekt sind.


    Das hat schon meinen Vater immer genervt. Manche Beamte hatten ein Auftreten wie Selbstzahler, dann aber doch nur Beihilfe. Die Konsequenz meines Vaters war die exakt gleiche wie bei Dir.

    Wenn die Kohle am Ende die Gleiche ist, dann kann es dem Arzt ja egal sein, wem er seine Privatrechnung schickt. Also macht es doch einen Unterschied? Entweder wir sind bei den falschen Ärzten oder haben die falschen Krankheiten, aber so wirkliche Vorteil durch das P am Schein hab ich noch nicht gemerkt. Mit dem Hexenschuss wäre auch ein GKV-Patient sicher sofort dran gekommen. Ein bissle Vorteil bietet evtl. der Kinderarzt, der hat mal abgesehen von seinem zusätzlichen Spezialgebiet für allg. Kindersachen nur P-Patienten und ein tolles Wartezimmer mit einem Aquarium. Aber ob das sonst Vorteile hat? Vielleicht wenn man mal ständig was hat. Bei dem Pemperlekrams den man als gesunde Familie so gelegentlich hat, hab ich bisher nix bevorzugt erlebt. Andere dagegen gehen zum Doc mit einem Querfurz und nehmen 2 Wochen mit heim. Ich kotzkack der fast ins Zimmer und die schreibt 3 Tage auf. :confused:Aber gut, besser gesund als ein tolles Wartezimmer. :cool: Der Hammer war ja letztes Jahr die Doppelbehandlung. Kinder ham uns angesteckt vom Kindergarten. Meine Frau und ich beide das gleiche. Zusammen drin. Gleiche Rezepte und AU per Copy&Paste etc. und dann natürlich auch zwei Rechnungen... Klar korrekt, aber trotzdem irgendwie lustig wenn man die Situation bedenkt. Kommt sicher so auch nicht dauernd vor.




    Das Einzige was bislang gestrichen wurde, war eine Narkoserechnung bzgl einer Zahnbehandlung der Großen. Da diskutieren wir seit Monaten rum und sollen jetzt eine Bestätigung bringen vom Kinderarzt der ja damit garnix zu tun hatte. Die hat beim Zahnarzt einfach völlig entgegen früherer Erfahrungen zugemacht und es ging nur noch mit Voll-Bubu beim zweiten Termin dann. So ne VN nimmt man ja nicht auf die leichte Schulter und macht die zum Spaß. Letztlich kost der Aufwand mehr als wie wenn se gleich ihre anteiligen 200€ überwiesen hätten. Die Narkise-Ärztin hat natürlich ihre Kohle bekommen, keine Ahnung wie das der obige Kollege gemacht hätte.

    Ansonsten hatten wir noch nie wirkliche Probleme. Bei einer Wurzelbehandlung kam am Ende sogar mal ein kleines Plus raus. :hehe: Aber gestrichen wurden nur die Sachen, die erwartungsgemäß nicht erstattet werden aber trotzdem auf die Rechnung kamen wie Einzelzimmer oder sowas.

    In der Regel: 1 x 2;3 ; einmal GkV-Satz. Also 1,0. Aber für was haben wir hier Ärzte im Forum. ;) Wobei die 2,3 auch höher sein können. Da kommt dann dein individueller Beihilfesatz ins Spiel.

    Also doch so? Faktor 1.0 = GKV-Satz und wenn man dann 1,8 oder 2, 3 oder 3,5 auf der Rechnung hat, dann ist das das entsprechende Vielfache des GKV-Satzes? Das würde natürlich die Beliebtheit erklären. ;)


    Andere Faktoren kann ich mich bislang nicht erinnern und 3,5 auch eher selten. Ich meine, das war früher öfter?

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    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan ()

  • Der Zahnarzt kann die Bescheinigung für den Anästhesisten nicht ausstellen, das kann nur der Haus(Kinder)Arzt.

  • Oh Gott, Oh Gott, Oh Gott..... Was macht ihr für ein Faß auf am ruhigen Sonntagabend....


    Also: Ärztliche Leistungen werden grundsätzlich nach der oben verlinkten GOÄ bezahlt. Dieses ist - unter Berücksichtigung aller Ausschlüsse - eine Einzelleistungsvergütung. Gesetzlich Krankenversicherte der Primär- (AOK) und Ersatzkassen nach dem ebenfalls oben verlinkten EBM. Dieser war auch mal eine Einzelleistungsvergütung, besteht aber schon seit geraumer Zeit im hausätzlichen Bereich aus Pauschalen. Ordinationspauschale, Chronikerpauschale, Hausärztlich-geriatrischer Betreuungskomplex,palliativmedizinische Betreuung in der Häuslichkeit usw... Diese gelten immer für ein Quartal, egal wie oft nun eine konkrete Leistung in den drei Monaten angefordert wird.


    Fazit daraus: GOÄ ist i.d.R. der freundliche BMW-Händler: Konkrete Abrechnung nach AWs und Teilepreisen. EBM ist das Pauschalangebot von ATU: Ölwechsel für 79,95€, egal welche Filter, egal welches und wie viel Öl. Wer wann womit das bessere "Geschäft" macht ist immer vom Einzelfall abhängig.


    Wie ist das mit dem 2,3-fachen Satz? "Der 2,3-fache Gebührensatz entspricht dem mittleren Standard" - ist also der aktuell im Normalfall abzurechnende Gebührensatz. Warum nicht der 1-fache? Weil die Gebührenordnung im Kern aus dem Jahre 1978 und dem Jahre 1982 stammt, 1995 noch mal Kapitel ergänzt wurden und dann eben nichts mehr daran geändert wurde. Die Beträge sind noch in D-Mark (!):


    Zitat

    Zwar wurde im Zuge der Umstellung auf den Euro als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel in § 5 Abs. 1 Satz 3 GOÄ zum 2. Januar 2002 die Angabe „11,4 Deutsche Pfennige“ durch die Angabe „5,82873 Cent“ ersetzt,[12] § 5 Abs. 1 Satz 4 GOÄ[13] lautet jedoch unverändert: Bei der Bemessung von Gebühren sind sich ergebende Bruchteile eines Pfennigs unter 0,5 abzurunden und Bruchteile von 0,5 und mehr aufzurunden. Auch Wegegeld und Reisekosten werden in §§ 8 und 9 noch in Deutschen Mark und Pfennigen angegeben: „bei Abwesenheit von mehr als 8 Stunden 200,- Deutsche Mark je Tag“ (§ 9 Abs. 2 Nr. 2).


    Der Faktor "2,3" dient vor diesem Hintergrund als Inflationsausgleich gegenüber 1978/1982. 3,5-fach oder höherer Satz ist im Einzelfall auf der Rechnung zu begründen: Ziffer 3 (ausführliche Beratung): Jemand bekommt erklärt was er nach seiner OP so alles tun und beachten soll bis 15 Minuten: 10,72€. Kaut er dir mit Rückfragen 25 Minuten dein Ohr ab: 3,5-facher Satz: 16,32 €.


    Zu einer GOÄ-Überarbeitung ist es in den letzten 35 Jahren leider nicht gekommen: Gebührenordnung: Ärzte erneuern Ruf nach Überarbeitung


    Gesund bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

    Einmal editiert, zuletzt von Jan Henning ()

  • Der Zahnarzt kann die Bescheinigung für den Anästhesisten nicht ausstellen, das kann nur der Haus(Kinder)Arzt.


    Jepp. Wurde uns so auch erklärt nach der Ablehnung und dem folgenden Widerspruch. Die könnten ja zusammen arbeiten (oh Wunder in der Praxis wo die einen operieren und die anderen betäubt...). Der HA war halt nicht dabei, wie soll der das beurteilen in korrekter Weise?:rolleyes: Jetzt schreibt er halt ein Attest von etwas was er nicht gesehen hat; wenn das in Ordnung ist für die Beihilfestelle, dann gut. Wir hatten den Sachverhalt ja beim Widerspruch sehr detailliert dargelegt.


    Normal prügeln sich die Zwei wer zuerst beim ZA auf den Stuhl darf. Nur da total dicht gemacht, nix zu machen und die Zähne mussten aber raus. Zweite Reihe schon voll da, Milchzähne keinen Wackler gemacht. Beim zweiten Termin eine Woche später hab ich ihr mit leichtem Zwang den "Zaubersaft" der Anästhesistin geben müssen damit sie Beton wird. Dann erst war überhaupt an weitermachen mit VN zu denken. Wie gesagt, kenn ich so nicht das Kind und der KA auch nicht. Die sind beleidigt wenn eine einen Arzttermin hat und die andere nicht. :crazy:Ist ja auch zu beiden Termine voll beschwingt hingefahren und zack. Ende. Aus. Vorbei. Drama. Nie erlebt so bei der.

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