Erbschaft: Frage bzgl. vorhandener Erbmasse

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  • Zitat

    Wäre den ein Berliner Testament grundsätzlich anfechtbar? Oder ist ein solches, sofern alle Vorgaben eingehalten, alsolut rechtssicher?


    "Berliner Testament" sagt ja zunächst nur etwas darüber aus, wie die Erbfolge lautet und nicht, wie das Testament erstellt wurde. Ein Handschriftliches Testament ist, sofern alle Vorgaben eingehalten werden, schon rechtssicher. Es git halt ein paar Fallstricke über die man stolpern kann und natürlich gibt es mehr Ansatzpunkte die Echtheit anzuzweifeln oder es verschwinden zu lassen.


    Zitat

    Ich würde das ganze auf jeden Fall über einen Notar machen und das Testament entsprechend hinterlegen - dann seid ihr gut beraten, habt Rechtssicherheit und sollte doch etwas passieren, kann keiner noch hinterher kommen und evtl. anzweifeln, unter welchen Umständen das Testament evtl. entstanden ist.


    Das halte ich auch immer für die bessere Wahl. Im konkreten Fall würde ich das schon deswegen machen, um zu klären wer eigentlich noch Erbberechtigt wäre wenn einer oder beide versterben, alleine um klären zu können was dann passieren soll.


    Im Testament sollte man auch den Fall berücksichtigen, dass beide zusammen oder kurz hintereinander sterben und was mit dem Vermögen passieren soll, wenn ein überlebender Ehegatte irgendwann stirb.

  • Die große Unbekannte in unserem Fall ist halt der Erzeuger meiner Frau. Keine Ahnung ob er dann auf einmal auf sein Pflichtteil besteht...

    Wäre den ein Berliner Testament grundsätzlich anfechtbar? Oder ist ein solches, sofern alle Vorgaben eingehalten, alsolut rechtssicher?

    Warum sollte er nicht seinen Pflichtteil wollen?

    Der übliche Weg würde so aussehen: Das Nachlassgericht prüft ob ein Testament besteht. Dazu wird es in der Regel erstmal den Ehegatten fragen. Danach geht bei bestehendem Testament in dem sich die Ehegatten gegenseitig einsetzen die Nachricht an alle möglichen Enterbten mit dem Hinweis auf den Alleinerben. Daraufhin wird dieser Alleinerbe die netten Briefe von allen möglichen Enterbten bekommen.


    Zur Rechtssicherheit:

    Das Testament muss handschriftlich sein. Ich würde kein Gemeinsames mehr machen, sondern einfach meine Frau handschriftlich als Alleinerbin einsetzen. Wie soll da die Echtheit angezweifelt werden? Vor allem bei dieser Konstellation das ein unbekannter Erbschleicher daher kommt?


    Notar halte ich für Unsinn in meiner Vermögensklasse. Keine Ahnung ob diejenigen, die immer zum Notar mit Beratung raten diesen auch schon mal bezahlt haben...in meiner Klasse mit etwas selbstbewohnten Immobilien ist das schon nen halber Monatslohn der drauf geht.


    Bitte beachte auch noch, dass in einer ungünstigen Situation auch Geschwister von dir und deiner Frau erbberechtigt sind.

    Die haben aber wenigstens keine Pflichtteilansprüche. Egal wie...sich gegenseitig auf einem Butterbrotpapier als Alleinerben einzusetzen ist in einer Ehe heute doch eh Pflicht. Wer das nicht zumindest in Minimalform macht ist selber Schuld.


    Also meine Eltern hatten ein handschriftliches Testament gemacht in dem sie sich gegenseitig als Alleinerbe eingesetzt haben sollte einer von beiden sterben und erst nach ihrem Tod geht das verbliebene Erbe je zur Hälfte an meine Schwester und mich.

    So halten wir das auch.



    Dem Ehepartner per Teilungsanordnung den Rest des eigengenutzten Wohnhauses übertragen, damit auch die Steuerfreiheit nach § 13b ErbStG optimal genutzt wird. Eltern jeweils enterben oder mit anderen Nachlassbestandteilen bedenken, so daß überlebender Ehepartner beim eigenen Haus nicht mit Dritten diskutieren muss.

    Komplizierte Beschreibung eines einfachen Sachverhaltes ;)


    Um die Diskussion um das Eigenheim kommt man nicht rum, egal was man macht. Wenn der Enterbte einen Anwalt einsetzt, dann kommt immer erstmal der Standardbrief mit Schenkungen, Auflistung alles Hab und Gutes, etc...auch wenn da irgend ein Erbteil im Testament steht wird der Anwalt immer prüfen ob das alles ist was man holen kann. :(

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  • Also meine Eltern hatten ein handschriftliches Testament gemacht in dem sie sich gegenseitig als Alleinerbe eingesetzt haben sollte einer von beiden sterben und erst nach ihrem Tod geht das verbliebene Erbe je zur Hälfte an meine Schwester und mich.

    Haben meine Eltern auch gemacht, allerdings per Notar. Und wenn ich mich richtig erinnere, musste ich da auch noch was unterschreiben, vermutlich der Verzicht auf den Pflichtteil im ersten Erbfall. Das ist vermutich nicht mangelndes Vertrauen meiner Eltern, sondern Anraten des Notars.


    Eh egal, ich empfehle ihnen immer wieder, solange es noch geht, das Geld gemeinsam auf den Kopf zu hauen und das Leben zu geniessen. Was man im Bekanntenbereich zum Thema Erbangelegenheiten manchmal so mitbekommt, das ist es wirklich angebracht fuer seinen Ehe-Partner Vorsorge zu treffen.

  • Zitat

    Und wenn ich mich richtig erinnere, musste ich da auch noch was unterschreiben, vermutlich der Verzicht auf den Pflichtteil im ersten Erbfall.


    Dann hattet Ihr sowieso keine andere Möglichkeit als das beim Notar zu machen. Empfinde ich aber, trotz der Kosten, als den besten Weg. Es ist ein recht komplexes Thema mit dem man nicht täglich zu tun hat und Beratung schaut da ganz sicher nicht.


    Zitat

    Eh egal, ich empfehle ihnen immer wieder, solange es noch geht, das Geld gemeinsam auf den Kopf zu hauen und das Leben zu geniessen. Was man im Bekanntenbereich zum Thema Erbangelegenheiten manchmal so mitbekommt, das ist es wirklich angebracht fuer seinen Ehe-Partner Vorsorge zu treffen.


    Das Leben sollte man sicher nicht vergessen und das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Da aber keiner weiß, wann es ihn ereilt wird am wahrscheinlich Vermögen übrig bleiben, zumindest wenn man davon seine Altersvorsorge betreibt. Es will ja auch keine mit 88 sagen müssen, jetzt bin ich älter als ich dachte und hab nichts mehr zum leben...


    Das Problem ist hat, dass in vielen Fällen die gesetzlichen Regelungen nicht das Richtige sind, dann noch die Raffgier mancher Menschen und es entsteht eine sehr unschöne Mischung. Alleine zum Wohl der Hinterbliebenen sollte man da regeln was zu regeln geht, ohne ins Mikromanagement zu verfallen. Man muss nicht unbedingt ins Testament schreiben, welche Blumen aufs Grab sollen und wie oft die gegossen werden sollen.

  • Haben meine Eltern auch gemacht, allerdings per Notar. Und wenn ich mich richtig erinnere, musste ich da auch noch was unterschreiben, vermutlich der Verzicht auf den Pflichtteil im ersten Erbfall. Das ist vermutich nicht mangelndes Vertrauen meiner Eltern, sondern Anraten des Notars.

    Das du unterschrieben hast ist ein Zusatz. Ein Pflichtteilsverzicht muss immer über einen Notar laufen.

    Wenn deine Eltern im Rahmen des Berliner Testaments (welches ja nach dem Ableben eines der Ehegatten nicht mehr geändert werden kann) eine entsprechende "Gegenleistung" von dir wollten ist das fair und in meinen Augen der einzige sinnvolle Grund für ein Berliner Testament im normalen Bürgertum.


    Man kann das aber auch besser lösen. Gerade bei Immos wäre eine entsprechende Schenkung mit entsprechendem Nießbrauch aus vielen Gründen besser.

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  • Das du unterschrieben hast ist ein Zusatz. Ein Pflichtteilsverzicht muss immer über einen Notar laufen.


    Das stimmt, ggf. kann man aber im Testament darauf einwirken, indem man für den Fall das der Pflichtteil beim ersten Erbfall gefordert wird diesen auch für den zweiten Erbfall bestimmt, wodurch der Erbe ungünstiger gestellt wird als wenn er den Pflichtteil nicht fordert. Kann helfen, muss es aber nicht, ein Verzicht ist mit Sicherheit die bessere Lösung, zumindest für kleinere Vermögen.


    Wenn deine Eltern im Rahmen des Berliner Testaments (welches ja nach dem Ableben eines der Ehegatten nicht mehr geändert werden kann)


    Im gemeinsamen Testament kann man durchaus bestimmen, dass der erste Erbe weiter frei testieren kann und sich dabei nicht an die im gemeinsamen Testament vorgegebene Erbfolge halten muss.


    Man kann das aber auch besser lösen. Gerade bei Immos wäre eine entsprechende Schenkung mit entsprechendem Nießbrauch aus vielen Gründen besser.


    Ein Nießbrauch kann manchmal sinnvoll sein, aber das ist auch ein komplexes Thema, bei dem es Fallstricke geben kann (z.B. Fristen zur Erbschaftsteuer), das würde ich nicht ohne entsprechende Beratung machen.

  • Das stimmt, ggf. kann man aber im Testament darauf einwirken, indem man für den Fall das der Pflichtteil beim ersten Erbfall gefordert wird diesen auch für den zweiten Erbfall bestimmt, wodurch der Erbe ungünstiger gestellt wird als wenn er den Pflichtteil nicht fordert.

    Ich glaube da verwechselst du etwas. Was du meinst ist wohl die Pflichtteilsstrafklausel. Ist ein guter Punkt, aber es funktioniert anders. Am Pflichtteil kann man nichts ändern, der ist zu 100% durch das BGB bestimmt. Was man machen kann ist eine Klausel einbauen, die das Kind beim EInfordern des Pflichtteils im 1. Erbfall enterbt.

    Halte ich für eine schwierige Geschichte, denn enterbt ist einfach enterbt und kann im Falle des Berliner Testaments nicht einfach rückgängig gemacht werden.


    Im gemeinsamen Testament kann man durchaus bestimmen, dass der erste Erbe weiter frei testieren kann und sich dabei nicht an die im gemeinsamen Testament vorgegebene Erbfolge halten muss.

    Würde man so etwas noch "Berliner Testament" nennen? Für mich war/ist die Quintessenz des Berliner Testaments doch das ich jetzt den Lauf meines Vermögens bestimme und das eben meine Frau nicht mehr ändern kann.


    Ein Nießbrauch kann manchmal sinnvoll sein, aber das ist auch ein komplexes Thema, bei dem es Fallstricke geben kann (z.B. Fristen zur Erbschaftsteuer), das würde ich nicht ohne entsprechende Beratung machen.

    Ja, kann man ja nicht. Der Nießbrauch muss ja über den Notar laufen.

    Der Vorteil ist, dass diese Beratung im Rahmen der Vertragsvorbereitung erstmal kostenlos erfolgt im Gegensatz zur Erstellung des Testaments.


    Ich kann es nur für mich selber sagen:

    Auf absehbare Zeit müssen "unsere" Immobilien zuerst an mich oder meine Frau und anschließend an meine Kinder. Nach aktuellem Steuerrecht wird das eine Katastrophe wenn es per Testament gemacht wird. Das muss wenn meine Kinder mit beiden Beinen im Leben stehen im 10 Jahres Rhythmus per Schenkung erfolgen, ansonsten fließt zu viel Geld an den Staat.

    Wir hatten gerade den Fall bei einem Onkel. Ohne die Schenkung und Nießbrauch hätte man heute das Haus nur verkaufen können. So blieb es im Kreise der Familie im Sinne des Onkels.

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  • Ich glaube da verwechselst du etwas. Was du meinst ist wohl die Pflichtteilsstrafklausel. Ist ein guter Punkt, aber es funktioniert anders. Am Pflichtteil kann man nichts ändern, der ist zu 100% durch das BGB bestimmt. Was man machen kann ist eine Klausel einbauen, die das Kind beim EInfordern des Pflichtteils im 1. Erbfall enterbt.


    Nein, wir meinen schon das gleiche. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass man auf den Pflichtteilsverzicht u..U. verzichten kann, wenn man die Pflichtteilsberechtigten eine ausreichende Motivation haben ihn nicht einzufordern, quasi automatisch wird der ja nicht berücksichtigt.


    Ob einem das ausreicht muss natürlich jeder selber wissen, im Zweifel ist ein erklärter Verzicht besser und auch da kann man die Motivation zum Unterschrieben durch entsprechende Klauseln im Testament fördern.


    Würde man so etwas noch "Berliner Testament" nennen? Für mich war/ist die Quintessenz des Berliner Testaments doch das ich jetzt den Lauf meines Vermögens bestimme und das eben meine Frau nicht mehr ändern kann.


    Das ist letztlich ja nur eine Diskussion im Namen. Grundsätzlich ist in einem gemeinsamen Testament beides möglich, man kann bestimmen dass der Überlebende das gemeinsame Testament nicht mehr ändern kann oder ihm die Freiheit lassen.


    Ja, kann man ja nicht. Der Nießbrauch muss ja über den Notar laufen.


    Ja, aber der Notar wird in der Regel keine große Ahnung vom Steuerrecht haben und auch da kann es beim Nießbrauch Fallstricke geben. Außerdem sollte man daran denken, dass bei einem Nießbrauch die Freist für einen eventuellen Pflichteilsergänzungsanspruch nicht abläuft, kann relevant sein muss es aber nicht.


    Zitat

    Das muss wenn meine Kinder mit beiden Beinen im Leben stehen im 10 Jahres Rhythmus per Schenkung erfolgen, ansonsten fließt zu viel Geld an den Staat.


    Die Freibeträge maximal auszunutzen ist sowieso immer sinnvoll!



    Zitat

    Wir hatten gerade den Fall bei einem Onkel. Ohne die Schenkung und Nießbrauch hätte man heute das Haus nur verkaufen können.


    Wobei bei dem Verwandtschaftsverhältnis auch noch die Steuersätze schnell sehr hoch werden. Außerdem sind sie beim leiblichen Onkel/Tante andere als bei den jeweiligen Ehepartnern, was ich bis heute extrem merkwürdig finde. Das kann relevant werden, wenn man erst an den Partner und dann an Nichten & Neffen vererben will.

  • Ob einem das ausreicht muss natürlich jeder selber wissen, im Zweifel ist ein erklärter Verzicht besser und auch da kann man die Motivation zum Unterschrieben durch entsprechende Klauseln im Testament fördern.

    Ja, da hast du Recht. Ich halte alleine das Risiko des Pflichtteilsstrafklausel bei nem klassischen Berliner Testament ohne nachträgliche Änderungsmöglichkeit für mich für untragbar. Ggf. wollen meine Nachkommen das ein Pflichtteil fließt, das ist ja steuerlich ggf. auch in meinem Sinne. Entgegen der Strafklausel können meine Nachkommen einen Verzicht auch einfach ignorieren. Auch eine Versöhnung ist danach praktisch ausgeschlossen wenn die Klausel gezogen ist...

    Ich möchte solche Zwangs Konstellationen bei meinem Ableben nicht. Mein Plan sind Schenkungen mit entsprechendem Pflichtteilsverzicht, was mir das Testament leicht macht. Diese sind dann auch kostenneutral, bzw. wirken sich sogar positiv hinsichtlich Steuer aus.


    Ja, aber der Notar wird in der Regel keine große Ahnung vom Steuerrecht haben und auch da kann es beim Nießbrauch Fallstricke geben.

    Das ist eine Katastrophe. Find mal einen Steuerberater der Ahnung von Erbrecht hat. Oder einen Anwalt der Ahnung von der Erbschaftssteuer und die Berechnung von nem Nießbrauch hat.

    Ich habe so jemanden nicht gefunden. Schon das erste Gespräch mit möglichen Beratern war so schlimm, dass man das Thema gleich beenden musste. Leider muss man sich da als Normalbürger selber durch die Tabellen wühlen.


    Außerdem sollte man daran denken, dass bei einem Nießbrauch die Freist für einen eventuellen Pflichteilsergänzungsanspruch nicht abläuft, kann relevant sein muss es aber nicht.

    Lustiges Thema.

    Ich glaube da kommt man raus wenn man es nicht auf die Stufenklage kommen lässt. Mein Vater kam mal komplett aus der Auflistung raus indem er einen auf den ersten Blick relativ hohen Betrag als Vergleich angeboten hat. Beim nächsten Nachkommen der sich meldete dann das gleiche Angebot mit dem Hinweis das der Bruder das Angebot schon angenommen hat.

    Die Aussage, dass dem Erblasser das Haus seit 15 Jahren nicht mehr gehört hat lässt vermutlich bei Vielen den Mut zur Klage schwinden :D

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  • Ich möchte solche Zwangs Konstellationen bei meinem Ableben nicht. Mein Plan sind Schenkungen mit entsprechendem Pflichtteilsverzicht, was mir das Testament leicht macht.


    Die Schenkungen sind ja schon wegen des Freibetrags sinnvoll. Und um mal mit Herrn Looman aus der FAZ zu sagen, besser "warme" Geschenke "kalte" Erbschaften. Meine Frau würde allerdings einwenden, dass man sich nicht auszieht bevor man ins Bett geht. Ich denke, die Wahrheit liegt meistens in der Mitte.



    Das ist eine Katastrophe. Find mal einen Steuerberater der Ahnung von Erbrecht hat. Oder einen Anwalt der Ahnung von der Erbschaftssteuer und die Berechnung von nem Nießbrauch hat.


    Bei den Einzelberatern hast Du da mit Sicherheit ein Problem, dazu sind die Themen viel zu komplex. Ich bin bei einer mittelgroßen Kanzlei, da passt so etwas schon eher, da eben entsprechendes Wissen in der Kanzlei vorhanden ist. Bei sehr speziellen Themen wird aber auch auf spezialisierte Anwälte zurück gegriffen, was durchaus in meinem Interesse ist. Am wichtigsten ist (nicht nur bei dem Thema), dass die eigenen Grenzen klar sind und man weiß, wann man externe Expertise braucht. Und wenn man es in Deutschland eigentlich nicht glauben sollte, auch bei uns kommt es bei manchen Steuerthemen auf die persönlichen Kontakte an, auch da kann dann manchmal ein spezialisierter Anwalt helfen.


    Die Aussage, dass dem Erblasser das Haus seit 15 Jahren nicht mehr gehört hat lässt vermutlich bei Vielen den Mut zur Klage schwinden


    Das kann natürlich sein, wobei es rechtlich irrelevant wäre. Wenn das Angebot ausreichend groß ist wird aber so mancher auch lieber den Spatz in der Hand nehmen, als sich noch Ärger und Arbeit zu machen...

  • Ob einem das ausreicht muss natürlich jeder selber wissen, im Zweifel ist ein erklärter Verzicht besser und auch da kann man die Motivation zum Unterschrieben durch entsprechende Klauseln im Testament fördern.

    Wie schon geschrieben, bei mir ist es so, dass dies wohl om Notar empfohlen wurde. Ich gehe davon aus, dass meine Eltern mir dahingehend vertrauen wuerden.

    Das du unterschrieben hast ist ein Zusatz. Ein Pflichtteilsverzicht muss immer über einen Notar laufen.

    War ja ueber den Notar, und ich bin mit ziemlich sicher, dass es der Verzicht auf den Pflichtteil war, find es aber gerade nicht.

    as Leben sollte man sicher nicht vergessen und das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Da aber keiner weiß, wann es ihn ereilt wird am wahrscheinlich Vermögen übrig bleiben, zumindest wenn man davon seine Altersvorsorge betreibt. Es will ja auch keine mit 88 sagen müssen, jetzt bin ich älter als ich dachte und hab nichts mehr zum leben...

    Natuerlich ist meine Empfehlung nicht alles Eigentum zu verscherbeln und zu Udo ins Atlantic zu ziehen, aber sie koennen im Alter schon grosszuegig leben ohne mit 88 ins Armenhaus zu muessen.

  • Da aber keiner weiß, wann es ihn ereilt wird am wahrscheinlich Vermögen übrig bleiben, zumindest wenn man davon seine Altersvorsorge betreibt. Es will ja auch keine mit 88 sagen müssen, jetzt bin ich älter als ich dachte und hab nichts mehr zum leben...

    Wenn ich mir so manche staatliche Aktion z.B. die Pflichtversicherung in der Deutschen Rentenversicherung für Selbständige, aber nur in Handwerksrolle A, mit folgenden Ausnahmen... blablubb, bez. Vermögenswerten usw. ansehe, wird mir schlecht und bleibt die Frage ob das nicht doch der bequemste Weg ist, den so mancher Selbständige nimmt. Die Kohle verbraten, keine Altersicherung betreiben, kucken dass man geschickt wohnen kann und noch man noch kleinigkeiten hat, dann aufs Amt rennen und sagen man hat nix.

    Ich dachte echt erst die verarschen uns mit der CO2 Steuer. Aber kaum bezahlt, zack, 16 Grad im August :idee:

  • Zitat

    Wie schon geschrieben, bei mir ist es so, dass dies wohl om Notar empfohlen wurde. Ich gehe davon aus, dass meine Eltern mir dahingehend vertrauen wuerden.


    Zwei der wichtigsten Grundsätze, Verträge werden für die schlechten Zeiten gemacht und Vorhersagen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. So etwas hat nur bedingt mit Vertrauen zu tun, man weiß nie was in 20 oder 30 jähren passiert und welche Einflüsse z.B. ein dann neuer Partner hat. Im Testament meiner Eltern finden sich auch Passagen die sich wahrscheinlich nicht durchsetzen lassen würden. Kommentar meines Vaters dazu, klar, dass weiß ich, aber vielleicht nutzt es Dir irgendwann...



    Zitat

    Die Kohle verbraten, keine Altersicherung betreiben, kucken dass man geschickt wohnen kann und noch man noch kleinigkeiten hat, dann aufs Amt rennen und sagen man hat nix.


    Bei "kleineren" Selbstständigen kann das schon sein, bei denjenigen die es zu einem gewissen Vermögen gebracht haben glaube ich das eher nicht. Zum einen haben die einfach nicht die Mentalität, sonst hätten sie es soweit nicht gebracht und zum anderen möchten die dann doch einen etwas besseren Lebensstandard haben als er so zu finanzieren wäre.


    Zitat

    Natuerlich ist meine Empfehlung nicht alles Eigentum zu verscherbeln und zu Udo ins Atlantic zu ziehen, aber sie koennen im Alter schon grosszuegig leben ohne mit 88 ins Armenhaus zu muessen.


    Ich bin da ja ganz klar bei Dir und habe es auch bei mir in der Familie gesehen. Meine Mutter ist früh verstorben, zum Glück standen meine Eltern nie auf dem Standpunkt "machen wir im Ruhestand", dass hätte in dem Fall nämlich "nie" bedeutet, das Leben sollte man in keinem Alter vergessen, die richtige Mischung macht es halt.

  • Bei "kleineren" Selbstständigen kann das schon sein, bei denjenigen die es zu einem gewissen Vermögen gebracht haben glaube ich das eher nicht.

    Das sehe ich ganz genauso. Wobei die Zahl derer die siebenstellige Zahlen auf dem Kontoauszug (will man das Geld dort haben?) oder in sonstigen Formen haben, auf die der Staat ja mittlerweile ganz gut Zugriff hat, doch eher nicht die Regel sind, auch wenn hier im Forum der Durchschnitt sicher deutlich über Hartz4 Niveau liegt. Klar macht es für den jährlichen Einkommensmillionär wenig Sinn.

    Ich dachte echt erst die verarschen uns mit der CO2 Steuer. Aber kaum bezahlt, zack, 16 Grad im August :idee:

  • Zitat

    Das sehe ich ganz genauso. Wobei die Zahl derer die siebenstellige Zahlen auf dem Kontoauszug (will man das Geld dort haben?) oder in sonstigen Formen haben, auf die der Staat ja mittlerweile ganz gut Zugriff hat, doch eher nicht die Regel sind, auch wenn hier im Forum der Durchschnitt sicher deutlich über Hartz4 Niveau liegt. Klar macht es für den jährlichen Einkommensmillionär wenig Sinn.


    Einkommensmillionäre gibt es sicher nicht so viele, auch weil kaum einer dessen eigene Firma das hergäbe sich ein Gehalt in dieser Höhe auszahlen lässt. Aber es gibt doch eine Reihe "kleiner" Vermögensmillonäre", gerade wenn man mal realistisch rechnet. Da ist vielleicht de Anspruch gegen ein berufsständische Versorgung, oder Altersbezüge für Politiker oder Beamte die abgezinst schon einen ordentlichen Betrag ergeben. Was kaum einem klar ist, schon die durchschnittliche gesetzliche Rente (zur Zeit ca. 1500 EUR/Monat) stellt für einen gerade in Rente gehenden heute ein Vermögen von 300-400 TEUR da. Dann kommt da noch die ein oder andere Immobilie und etwas Geld auf dem Konto. Und in der Kategorie gibt es dann doch nicht wenige, das sind z.b. Freiberufler oder selbstständige Handwerker die gut gewirtschaftet haben und selbst viele gut Verdienende Angestellte. Klar, nicht jeder aber eben auch nicht keiner.

  • Dann kommt da noch die ein oder andere Immobilie und etwas Geld auf dem Konto.

    Das meine ich. Die eigene Immobilie macht Sinn um fast Mietfrei den Lebensabend zu verbringen - Instandhaltung aussen vor. Das lassen die meisten dann eh schleifen.

    Etwas Geld auf dem Konto ist schön gesagt... Wenn man noch von 2-3 Eigentumswohnungen o.ä. Werten ausgeht, und dort einen Nettoertag nach Abzug aller Kosten von knapp vierstellig im Monat (was ich als hoch ansehe) ansetzt, möchte ich doch noch bissl was dazu haben. Von was gehen wir denn gesamt aus? Gemittelt 35.000 jährlich als verfügbare Masse bei Kapitalverbrauch? Zinsen gibts ja keine nennenswerten mehr. Aktien und sonstige Finanzprodukte halte ich (persönlich!) nicht für ne sichere Basis, und man sollte da höchstens 1/4 bis 1/3 reinstecken. Sicher kann man nach einem Jahrzehnt eine der verfügbaren Wohnungen verticken in der Hoffnung der Markt entwickelt sich wie bisher. Puh, da ist das Wort "etwas" doch gut gesagt ^^ 30 Jahre bei 35.000 p.A., da sind wir schon bei 7-stellig im Budgetbedarf.

    Ich dachte echt erst die verarschen uns mit der CO2 Steuer. Aber kaum bezahlt, zack, 16 Grad im August :idee:

  • Das meine ich. Die eigene Immobilie macht Sinn um fast Mietfrei den Lebensabend zu verbringen - Instandhaltung aussen vor. Das lassen die meisten dann eh schleifen.


    Alleine schon wegen der Freiheit die sie einem gibt und der Sicherheit, ein Dach über dem Kopf zu haben und nicht unter Umständen kurzfristig umziehen zu müssen, was man dann mit über 80 vielleicht ach nicht mehr möchte. Allerdings sollte man den Unterhalt nicht ganz ausblenden, selbst wenn man an derEinrichtung nichts ändert und nur das nötigste repariert kommen da doch ein paar Euro zusammen.


    Zitat

    Etwas Geld auf dem Konto ist schön gesagt... Wenn man noch von 2-3 Eigentumswohnungen o.ä. Werten ausgeht, und dort einen Nettoertag nach Abzug aller Kosten von knapp vierstellig im Monat (was ich als hoch ansehe) ansetzt, möchte ich doch noch bissl was dazu haben. Von was gehen wir denn gesamt aus? Gemittelt 35.000 jährlich als verfügbare Masse bei Kapitalverbrauch? Zinsen gibts ja keine nennenswerten mehr. Aktien und sonstige Finanzprodukte halte ich (persönlich!) nicht für ne sichere Basis, und man sollte da höchstens 1/4 bis 1/3 reinstecken. Sicher kann man nach einem Jahrzehnt eine der verfügbaren Wohnungen verticken in der Hoffnung der Markt entwickelt sich wie bisher. Puh, da ist das Wort "etwas" doch gut gesagt ^^ 30 Jahre bei 35.000 p.A., da sind wir schon bei 7-stellig im Budgetbedarf.


    Die Wohnungen sehr ich sogar als die unsicherere Anlage, alleine aufgrund der nicht absehbaren kommenden gesetzlichen Auflagen. Und auch die wollen Unterhalten werden, im Zweifel mehr noch als die eigene, da man sie sonst nicht vernünftig vernieten kann. Ich glaube nicht, dass Du da nach Kosten, Steuern und ggf. etwas Leerstand im Schnitt auf vierstellig kommst. Es gibt ja auch immer noch genug Gegenden in Deutschland wo die Mietender um die 7 als um die 17 EUR liegen...


    Im Aktien (oder besser gesagt breit streuende Aktienfonds) kommt man für die Altersvorsorge sicher nicht herum und das zumindest im jüngeren Jahren zu deutlich höheren als den genannten Quoten. Wenn die dann wirklich die einzige Einnahme sind, muss man natürlich regelmäßig genug verkaufen um davon im Zweifel leben zu können. Und auch da bitte nicht die Steuer vergessen. Faustformel ist eigentlich 100-Lebensalter = Aktienquote. Aber wie so oft, bist Du vermögend kann man sich eine höhere Quote erlauben, obwohl man sie nicht brauch, hast man nichts bräuchte man die höhere Quote, kannst sie sich aber nicht erlauben.


    Was man braucht ist natürlich eine individuelle Frage und vor allem durch den Lebensstil und davon bestimmt, ob man Kapitalverzehr akzeptiert oder nicht. Ich kenne auch genug Leute, die recht Bescheiden leben (was auch immer eine Frage der Perspektive ist), obwohl sie sich deutlich mehr leisten könnten. Bestes Beispiel (auch wenn ich die nicht persönlich kannte oder kenne) sind wohl de Ikea Gründer oder Warren Buffet...


    Aus den USA gibt es Faustformeln, dass man bei einer Anlage in Aktien jährlich 4% entnehmen könne ohne das Kapital anzugreifen, was ich persönlich aber für recht optimistisch halte, auch wenn die durch historische Daten teilweise gedeckt wird. Mit Kapitalverkehr wird die Sache eigentlich recht einfach: Vermögen / restliche Lebenserwartung = jährliche Ausgaben, dann müssen die Einnahmen noch die Steuer und die Inflation decken, was funktionieren wird solange es keine Vermögenssteuer gibt. Mit Vermögenssteuer werden viele die selbst vorgesorgt haben mal wieder die Dummen sein und Probleme bekommen. Bei vielen wird es aber neben dem Vermögen noch irgendwelche anderen Einnahmen geben.

  • dass in einer ungünstigen Situation auch Geschwister von dir und deiner Frau erbberechtigt sind.

    Schwiegermuttern hatte das Problem - kein Testament (Ehemann war erst 59) und als dann der Erbfall eingetreten ist, war noch ein Bruder/Schwager da.

    Beiden war die Regelung nicht bewußt und schlußendlich hat der Schwager meiner Schwiegerma seinen Erbteil geschenkt (wofür diese natürlich Schenkungssteuer bezahlen mußte), weil er gesagt hat, dass alles andere nicht im Sinne des Erblassers (seinem Bruder) war.

    Grüße
    shneapfla
    B12 - Caddy 59 - Caddy 58 -B6 statt V12
    [X] <- Nail here for a new monitor
    Ich lebe zwar über meine Verhältnisse aber immer noch nicht standesgemäß!!

  • Zitat

    kein Testament (Ehemann war erst 59)


    Wenn Eigentum vorhanden ist, was über den normalen Hausrat und ein paar Euro auf dem Konto hinausgeht kann man ein Testament eigentlich nicht zu früh machen, kein Mensch weiß, ob er nicht morgen bei einem Unfall ums Leben kommt.