Arbeitszeitregelung Teilzeit/Feiertage

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  • Hallo,


    etwas seltsame Situation:


    Meine Frau arbeitet Dienstags und Donnerstags je 6 Stunden als Festangestellte in Teilzeit. Laut Vertrag sind die Arbeitszeiten flexibel, aber mündlich hat man sich auf Dienstag und Donnerstag geeinigt. Es kommt aber auch sporadisch vor, dass sie an anderen Tagen geht (z.B. für Messen). Seit 2 Jahren war es kein Problem, dass wenn an Ihrem Arbeitstag ein Feiertag war, sie dann eben frei hatte (mit Lohnfortzahlung) und diese Zeit nicht an einem anderen Tag nachholen musste.


    Nun stellt sich der Arbeitgeber quer. Aus anderen Gründen hatte sie mit seinem Einverständnis in den letzten Wochen statt Dienstags auch mal Montags gearbeitet. Rein von der Arbeit her spielt das eigentlich auch keine Rolle, hat nur wenig mit dem Bedürfnis des Betriebs zu tun.


    Nun kommt aber ein Feiertag und plötzlich soll sie diesen an einem anderen Tag ausgleichen. Nun gut, man könnte sagen einmalig könnte man ihm da entgegen kommen, da er ihr auch flexibel entgegen kam in den letzten Wochen.


    Aber: Das kann doch kein Normalzustand sein? Er behauptet nun, er könne sich ja in den letzten Jahren getäuscht haben und sie wäre in der Pflicht, das zu klären :idee:


    Google sagt ja nun mehr oder weniger: Lohnfortzahlung ist zu leisten wenn der fragliche Feiertag ein Arbeitstag gewesen wäre. Laut Vertrag ist das nicht der Fall (da flexibel) aber die mündliche Absprache zählt auch. Es kann ja nicht sein, dass im Gegenzug zu 100% Angestellten, jeder Feiertag den man zufällig erwischt, nachgearbeitet werden muss. Ist (nebenbei) auch wegen der Kinderbetreuung unrealistisch, was er weiß und was ja auch bisher kein Thema war.


    Die Fronten sind so verhärtet, dass eine mündliche Einigung kaum noch gelingen mag. Wie sehen das die Experten auf dem Gebiet?


    Danke

    > welcher ist mein nächster...? >

  • Einen Betriebsrat oder Gewerkschaft, auf die man Zugreifen kann, gibt es vermutlich nicht?


    Das kennst Du vermutlich schon:

    Arbeitsrecht: Teilzeit und Feiertage - Wirtschaft - Tagesspiegel


    Ich würde die Vergangenheit auf sich beruhen lassen und endlich schriftlich eine Festlegung der Wochentage von Chef verlangen. Dann sind die zukünftigen Zweifel ausgeräumt.

  • Wenn sie bei dem Arbeitgeber bleiben will, würde ich dem Arbeitgeber in der jetzigen Situation nachgeben und dann eine schriftliche Festsetzung der Arbeitstage fordern.


    Wenn er nicht willens ist, die zu geben und meint, jeder Feiertag müsse nachgearbeitet werden, würde ich eher nach was Neuem suchen, dann ist es vermutlich auch sonst nicht so weit her mit der Arbeitnehmerfreundlichkeit.

    Grüße
    shneapfla
    B12 - Caddy 59 - Caddy 58 -B6 statt V12
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    Ich lebe zwar über meine Verhältnisse aber immer noch nicht standesgemäß!!

  • Zitat

    Ich würde die Vergangenheit auf sich beruhen lassen und endlich schriftlich eine Festlegung der Wochentage von Chef verlangen. Dann sind die zukünftigen Zweifel ausgeräumt.


    Ja, die einzige vernünftige Lösung. Immer daran denken, Verträge sind für die schlechten Zeiten nicht für die guten, darum alles schriftlich festlegen! Bei mündlichen Absprachen zumindest noch eine Mail schreiben in der die Absprache festgehalten wird und um Bestätigung bitten.

  • Bei uns haben Teilzeitkräfte immer 5-Tage-Woche, aber halt entsprechend weniger Tagesstunden. D.h. aber natürlich nicht, dass jemand mit 28h auch tatsächlich 5 Tage arbeiten müsste. Läuft dann übers Stundenkonto und gleicht sich aus. Find ich perfekt, da es so auch keine Diskussion bzgl. Urlaub oder Feiertag gibt.

  • Bei uns haben Teilzeitkräfte immer 5-Tage-Woche, aber halt entsprechend weniger Tagesstunden. D.h. aber natürlich nicht, dass jemand mit 28h auch tatsächlich 5 Tage arbeiten müsste. Läuft dann übers Stundenkonto und gleicht sich aus. Find ich perfekt, da es so auch keine Diskussion bzgl. Urlaub oder Feiertag gibt.

    Nein, ist genauso ungerecht.

    Weil eine Vollzeitkraft mit 40 h/Woche arbeitet in einigen Wochen mit Feiertag eben nur 32 Stunden für das Volle Geld.

    Eine Teilzeitkraft mit 28 h/Woche arbeitet IMMER 28 h/Woche nach Deinem Modell.

    Oder wie soll das gehen?

  • Die Teilzeitkraft muss dann auch nur 28 *4/5 h arbeiten. das ist ja der Sinn. Wenn man allerdings nur tageweise arbeiten will, dann muss man das vertraglich festhalten und dann zählen nur die Feiertage an den jeweiligen Arbeitstagen. Wenn man keine Tage festgelegt hat, kann der AG verlangen jeden Tag auf Arbeit zu sein mit den entsprechenden Stunden pro Tag 28/5h.

    Grüße Chris
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  • Nein, ist genauso ungerecht.

    Weil eine Vollzeitkraft mit 40 h/Woche arbeitet in einigen Wochen mit Feiertag eben nur 32 Stunden für das Volle Geld.

    Eine Teilzeitkraft mit 28 h/Woche arbeitet IMMER 28 h/Woche nach Deinem Modell.

    Oder wie soll das gehen?

    Und die Teilzeitkraft arbeitet in solchen Wochen dann 23,4 h (28:5=5,6h/Tag).

    Finde ich auch eine ziemlich gute Lösung!

    Grüße
    shneapfla
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    Ich lebe zwar über meine Verhältnisse aber immer noch nicht standesgemäß!!

  • Ist bei meiner Frau auch so, dass ein Feiertag dann frei ist wenn er auf einen zuvor festgelegten Arbeitstag fällt. wir haben ihren freien Tag offiziell bewusst auf den Mittwoch und nicht auf den zuvor anvisierten Donnerstag gelegt. Da muss einfach eine schriftliche Festlegung der üblichen Arbeitstage gemacht werden.

    KOA SIGNATUR!

  • Hier auch so. Teilzeitkräfte die nur tageweise kommen haben ihre festen Tage. Egal ob da Feiertag ist oder nicht. Ist ein Feiertag, dann brauchen die jeweiligen Stunden diesen Tag nicht reinarbeiten weil die dann auch nicht zum Soll stehen. Es besteht aber die Möglichkeit im Einzelfall zu tauschen oder zusätzlich zu kommen, dann wird das entweder 1:1 sollmässig getauscht oder im Falle von Zusatz als Plusstunden auf die Sollwochendenstunden (die deswegen ja nicht höher werden). Selbstverständlich kann man nicht tauschen auf einen Feiertag, also die Mo-Di-Mi-Dame die ihren Mittwoch auf Karfreitag umbuchen will, das geht natürlich nicht. Ihre Mittwoch auf einen "normalen" Freitag geht natürlich schon, oder im Vertretungsfall der Freitag z.B. auch zusätzlich, das gibt dann Plus. Wobei das hier ggf. mit den festen Gehältern natürlich anders sein könnte, als wie auf Stundenabrechnung.

    Bei all dem sollten wir aber nicht vergessen, dass wir in einem Land leben, in dem Schnappi das kleine Krokodil 10 Wochen Platz 1 der Charts belegte...

  • Bei uns haben Teilzeitkräfte immer 5-Tage-Woche, aber halt entsprechend weniger Tagesstunden. D.h. aber natürlich nicht, dass jemand mit 28h auch tatsächlich 5 Tage arbeiten müsste. Läuft dann übers Stundenkonto und gleicht sich aus. Find ich perfekt, da es so auch keine Diskussion bzgl. Urlaub oder Feiertag gibt.


    Das finde ich auch eine faire und ziemlich klare Lösung :top:


    D.h. ein Feiertag müsste dann zwar nachgearbeitet werden, aber eben nicht zu 100% sondern nur anteilig. Und zudem wäre dann in einer Woche wo ein Feiertag zufällig auf einen freien Tag fällt, die Arbeitszeit an den gearbeiteten Tagen auch entsprechend verkürzt.


    Mal vorausgesetzt, es ist bei der Arbeit sinnvoll möglich Tage verkürzt zu arbeiten...wenn es ein Schichtsystem gibt wohl eher nicht, aber in den meisten anderen Fällen dürfte es kein großes Problem sein...

    Gruß Mathias (formerly known as Mathias386)


    Für einen Fahrzeugtyp, wie ihn der BMW 7er und seine nationalen wie internationalen Wettbewerber darstellen, sind rund 135 kW (gut 185 PS) angemessen und selbst bei sportlichsten Ansprüchen mehr als ca. 185 kW (rund 250 PS) nicht erforderlich.

    (aus einem BMW-Prospekt von 1980, gefunden bei www.7-forum.com)

  • Ein Beispiel: MA hat 28h statt 35h. Somit 5,6h am Tag statt 7h.

    In der Regel bleibt er/sie/es freitags daheim.

    Arbeitet also Mo bis Do täglich 7h, kann dann Freitag frei machen und hat 28h.

    Wenn, so wie diese Woche, am Do ein Feiertag ist, muss er/sie/es nur 28-5,6=22,4h arbeiten, es reicht also, an den vier Arbeitstagen nur je 5,6h zu arbeiten.

    3 Tage mit je 7,47h ginge natürlich auch, dann wäre Do Feiertag und Fr auch noch frei.


    Eigentlich ist keinerlei Unterschied zu Vollzeit, man baut am freien Tag halt die Überzeiten ab, die man auf dem Konto hat.

    Steht im Vertrag, dass jemand in der Regel nur X Tage in der Woche arbeiten möchte, spielt aber bei der Verrechnung keine Rolle.

  • Naja, das sind jetzt aber schon andere Vertragsbedingungen. Ich verstehe auf was du hinaus willst, aber die Frage ist doch ob man Tage mit bestimmter Stundenzahl festlegt (aka Montag und Dienstag mit je 6h), oder ob der Vertrag eine Wochenarbeitszeit vorschreibt und eben keine Tage.


    Ich glaube das ist ein tiefgreifender Unterschied in der Betrachtung und das haben wir so, glaube ich, bisher nicht getrennt.

    KOA SIGNATUR!

  • Die Regelung über die Wochenarbeitszeit ist halt sehr gerecht, würde ich sagen.

    Bei uns gibt es nix anderes. Im System hat jeder 5-Tage-Woche.

    Wie viele Tage man da ist, wird mit dem Vorgesetzten ausgemacht und steht auch im Vertrag.

    Hat somit auch jeder 30 Tage Urlaub, wenn's brennt, kann man auch mal 5 Tage arbeiten, wenn nix los auch mal weniger.


    Kenne keine Teilzeitkraft bei uns, die da irgendwelche Probleme hätte.

  • Naja, das sind jetzt aber schon andere Vertragsbedingungen. Ich verstehe auf was du hinaus willst, aber die Frage ist doch ob man Tage mit bestimmter Stundenzahl festlegt (aka Montag und Dienstag mit je 6h), oder ob der Vertrag eine Wochenarbeitszeit vorschreibt und eben keine Tage.


    Ich glaube das ist ein tiefgreifender Unterschied in der Betrachtung und das haben wir so, glaube ich, bisher nicht getrennt.


    So wie ich Fox323 verstehe, ist dort die Wochenarbeitszeit der vereinbarte Teil, und auf einzelne Tage hat man sich nur mündlich geeinigt. So hat offenbar sowohl der AG als auch die Angestellte manchmal auf Wunsch davon abweichen können.


    In dem Fall wäre es auf Stundenbasis denke ich am besten gelöst. Sonst würde der Angestellte natürlich immer am Feiertag "arbeiten" wollen und der AG dagegen immer die freien Tage darauf legen wollen, und es wird eher schwer sich zu einigen ^^

    Gruß Mathias (formerly known as Mathias386)


    Für einen Fahrzeugtyp, wie ihn der BMW 7er und seine nationalen wie internationalen Wettbewerber darstellen, sind rund 135 kW (gut 185 PS) angemessen und selbst bei sportlichsten Ansprüchen mehr als ca. 185 kW (rund 250 PS) nicht erforderlich.

    (aus einem BMW-Prospekt von 1980, gefunden bei www.7-forum.com)

  • Hat somit auch jeder 30 Tage Urlaub, wenn's brennt, kann man auch mal 5 Tage arbeiten, wenn nix los auch mal weniger.


    Kenne keine Teilzeitkraft bei uns, die da irgendwelche Probleme hätte.

    Man bekommt dann Probleme, wenn der Chef meint "es brennt" und verlangt plötzlich an ganz anderen Tagen zu arbeiten, als bisher üblich.

    Wenn man (i.d.R. aber "Frau") an diesen Tagen aber keine Kinderbetreuung hat, ist es ganz, ganz blöd, wenn keine festen Tage im Vertrag stehen :p :p :p


    Und darum geht es Fox323 eigentlich!

  • Naja, ein Depp als Chef ist ein Depp als Chef.
    Bei uns mit ein paar Tausend MA, Betriebsrat und Personalabteilung gibts da keine Probleme. Wenn Chef „Gott und Depp“ in einer Person ist, ok, dann kann das alles natürlich schwierig sein.

  • Ist (nebenbei) auch wegen der Kinderbetreuung unrealistisch, was er weiß und was ja auch bisher kein Thema war.


    Die Fronten sind so verhärtet, dass eine mündliche Einigung kaum noch gelingen mag. Wie sehen das die Experten auf dem Gebiet?


    Noch Fragen?


    Meiner Meinung nach hat der Chef, sofern im Vertrag nur Stunden und keine Wochentage stehen, leider in diesem Fall recht.


    Direktionsrecht – Wikipedia


    Vielleicht sind auch firmenpolitische "Spielchen" der Grund: man will/muss Personal abbauen und sucht "Freiwillige" ;) :m:

  • Zitat

    Find ich perfekt, da es so auch keine Diskussion bzgl. Urlaub oder Feiertag gibt.


    Ich habe sehr viel Wert darauf gelegt, festzuhalten wann ich arbeite und wann nicht, damit es nicht jedes mal wieder zu der Diskussion kommt „könntest Du nicht mal ausnahmsweise“. Wenn jetzt doch mal ausnahmsweise, was sehr selten vorkommt, dann läuft das übers Zeitkonto. Zusätzlich habe ich mehr Urlaubstage als Ausgleich für die Tage ausgehandelt, wo Feiertage auf meinen freien Tag fallen 😁😎