Gemeinde überbaut mein Grundstück

  • An der Längsseite meines Grundstücks verläuft ans Grundstück anschließend ein Weg der Gemeinde.Dieser wurde saniert, darunter wurden neue Wasser- und Gasleitungen verlegt.



    Im Vorfeld gab es bisschen Ärger. Ich wollte, dass die Baumaßnahmen nicht die 50 Jahre alte Hecke auf meinem Grundstück übermäßig beschädigen. Die Gemeinde antwortete auf mein erstes Schreiben zu dem Thema, dass meine Hecke massiv zurückgeschnitten werden müsste, da sie massiv in den öffentlichen Raum ragen würde. Dies konnte ich mit Fotos von Hecke und Grenzsteinen widerlegen. Dabei wurden von der Gemeinde auch die tatsächlichen Wegbreiten (laut Grundbuch) genannt:
    Am oberen Ende (Hanglage) 1,32m
    Am unteren Ende 1,60 m.



    Nun wurde der neue Weg (gepflastert und Beton-Stufen) mit Breite 1,50m über die gesamte Länge gebaut - ohne mich jemals zu informieren oder zu fragen.



    Bei einer Baustellen-Begehung von Gemeinde und Baufirma habe ich dies angesprochen. Ja, dies sei bekannt. Man würde vorschlagen, mir das Grundstück anteilig abzukaufen. Bezahlt würde der Bodenrichtwert. Ich sagte, man solle mir ein Angebot mit Mengen und Preisen zuschicken, damit ich dies prüfen lassen kann.
    Seitdem habe ich nichts mehr gehört.



    Fragen / Probleme:
    Muss ich aktiv werden und muss ich dazu Fristen einhalten?


    Rein theoretisch kann ich den Rückbau verlangen (was der Gemeinde sicherlich erhebliche Kosten verursachen würde)?



    Akzeptiere ich die Wegverbreiterung sind meine Nachteile:
    Meine Hecke wächst ab dann in öffentlichen Raum und ich müsste sie im oberen Teil bis dicht an den Stamm zurückschneiden....
    Es ist keine Befestigung zu meinem Grundstück gebaut worden. Die Pflastersteine enden und es steht zum Teil 30-40cm senkrecht abgegrabene Erde - das wird doch im nächsten viertel Jahr weggespült und legt die Wurzeln der Hecke frei.



    Was meint ihr? Anwalt nehmen?

  • Du kannst Dir nicht vorstellen was passieren würde wenn Du so eine Aktion gemacht hättest mit öffentlichem Grund.
    Also: ohne Einschränkung den Rückbau verlangen


    - und dann auf ein akzeptables Angebot warten.

    Kofferraum statt Hubraum !

  • Ich hatte einmal einen ähnlichen Fall, den ich zum Glück beim Anrücken des Baggers stoppen konnte. Am Ende hat die Gemeinde ihre Leitungen anders verlegt. Es ist unglaublich mit welcher Gutsherrenart manchmal gegenüber dem Bürger aufgetreten wird, aber wehe der Bürger macht das gleiche.


    Alleine schon die Tatsache, dass die Hecke dann auf der Grenze steht wäre für mich Grund genug das nicht zu akzeptieren, wer weiß, was die Gemeinde da in 10 Jahren fordert. Die überbaute Fläche Deines Grundstücks ist ja aufgrund des geringen Zuwachses der Wegbreite nicht besonders groß, da kommen wahrscheinlich keine großen Summen bei raus. Willst Du Dich für ein paar Euro dann wirklich immer ärgern?


    Ich würde einen Anwalt aufsuchen, alleine um zu klären welche Fristen einzuhalten sind und dann formgerecht den Rückbau einfordern. Ich habe es auch schon erlebt, dass Gemeinden bei solchen Sachen auf Zeit spielen. Wenn Du zu lange wartest könnte das als konkludente Zustimmung aufgefasst werden.


    Alleine schon aus Beweisgründen wäre meine gesamte Kommunikation mit der Gemeinde ausschließlich schriftlich.


    Zitat

    Ich würde es erstmal mit Kommunikation probieren.


    Das wäre doch wohl die Aufgabe der Gemeinde gewesen.


  • Also: ohne Einschränkung den Rückbau verlangen


    - und dann auf ein akzeptables Angebot warten.

    Exakt.




    Ich würde einen Anwalt aufsuchen, alleine um zu klären welche Fristen einzuhalten sind und dann formgerecht den Rückbau einfordern.

    Ich würde es erstmal freundlich ohne Anwalt probieren, in Schriftform persönlich und unter Zeugen den Empfang gegenzeichnen lassen. Den Anwalt kann man immer noch dazuziehen.


    Bleibt ja auch immer die Frage welche Probleme man mittel- bis langfristig bekommen kann wenn man direkt mit Kanonen schiesst. Je nach Größe des Kaffs und Vetterleswirtschaft in manchen Gegenden nicht so einfach zu beurteilen.

  • Du kannst Dir nicht vorstellen was passieren würde wenn Du so eine Aktion gemacht hättest mit öffentlichem Grund.
    Also: ohne Einschränkung den Rückbau verlangen


    Aber dies würde ich übe einen Anwalt machen. Dann wirst auch garantiert ernst genommen.
    Sonst gehts wie bisher nach dem Motto :o

    Früher war alles besser

  • Zitat

    Ich würde es erstmal freundlich ohne Anwalt probieren, in Schriftform persönlich und unter Zeugen den Empfang gegenzeichnen lassen. Den Anwalt kann man immer noch dazuziehen.


    In jedem Fall sollte man sich beim Anwalt über die Rechtslage informieren, wer dann das Schreiben aufsetzt ist eine zweite Frage aber Fristen können wichtig sein.


    Ich weiß z.B. von einem Bau, bei dem die Grenzabstände sehr deutlich und entgegen der Planung unterschritten wurde. Der Nachbar hat das bemängelt als der Bau fertig war und ist vor Gericht unterlegen, da er es hätte beanstanden müssen als es für ihn ersichtlich war. Also bei Kennzeichnung auf dem Grundstück oder spätestens bei Errichtung des Fundamentes.


    Zitat

    Bleibt ja auch immer die Frage welche Probleme man mittel- bis langfristig bekommen kann wenn man direkt mit Kanonen schiesst. Je nach Größe des Kaffs und Vetterleswirtschaft in manchen Gegenden nicht so einfach zu beurteilen.


    Das stimmt, aber meine Erfahrung mit diversen ist, dass der Bürger selbst oft nicht ernst genommen wird. Wenn man weiß, wie viel Zeit man hat, kann man es mit Fristsetzung aber natürlich probieren.

  • Termin beim Bürgermeister machen (nicht bei den niederen Bediensteten). Wenn erfolglos, Anwalt!

  • wahrscheinlich hatten die steine alle die gleiche breite. Einsicht in den plan wäre hier auch ganz gut.


    Denke mit der neuen böschung bist du auf dich gestellt.
    Generell: Ist die hecke so wichtig? Nimmt sie nicht zu viel platz weg?

  • Du kannst Dir nicht vorstellen was passieren würde wenn Du so eine Aktion gemacht hättest mit öffentlichem Grund.
    Also: ohne Einschränkung den Rückbau verlangen


    - und dann auf ein akzeptables Angebot warten.


    Das kann man nur unterschreiben.. Als steuerzahlendes Stimmvieh das die Klappe hält ist man gerne gesehen. Aber wehe dir kommt ein Furz krum ausm *****...


    Freundlich aber bestimmt beginnen und an seinem Ziel kein Zweifel lassen.

  • ...

    Akzeptiere ich die Wegverbreiterung sind meine Nachteile:
    Meine Hecke wächst ab dann in öffentlichen Raum und ich müsste sie im oberen Teil bis dicht an den Stamm zurückschneiden....
    Es ist keine Befestigung zu meinem Grundstück gebaut worden. Die Pflastersteine enden und es steht zum Teil 30-40cm senkrecht abgegrabene Erde - das wird doch im nächsten viertel Jahr weggespült und legt die Wurzeln der Hecke frei.



    Was meint ihr? Anwalt nehmen?

    Entweder das, oder eine Gartenbaufirma beauftragen, die Dir eine Abstützung errichtet und die Hecke versetzt. Am Ende wird nämlich beides notwendig und ersteres womöglich von Dir verlangt. Unglaublich, diese Dreistigkeit und Ignoranz.


    Grüße,