Grds. Frage zum vererben eines Hauses

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  • Hallo.


    Da diese Frage bei mir im Bekanntenkreis gerade aktuell ist.


    Tochter wohnt mit Ehemann und dem gemeinsamen Kind mit Ihrer Mutter in einem Haus.
    Das Haus gehört der Mutter. Krankheitsbedingt verstirbt die Tochter.
    Es verbleiben somit der Ehemann, das Kind und die Mutter im Haus.
    Wenn der Ehemann weiter im Haus wohnen bleibt wie verhält es sich im Erbfall mit der Steuer wenn er das Haus von seiner Schwiegermutter erbt?
    Papst

  • Muss keine Erbschaftssteuer zahlen, da er nichts erbt.


    Es erbt das Kind alleine (Freibetrag 400'), sofern die Schwiegermutter nur die eine Tochter hatte. Das bewohnte Haus ist steuerfrei, muss allerdings weitere 10Jahre durch die Erbin bewohnt werden.


    Allerdings, solange das Kind minderjährig ist, ist das Jugendamt mit im Boot.
    Heist, sollten Belastungen auf das Haus z.B. Reparaturen, Heizung neu erfolgen,
    muss das Jugendamt zustimmen.


    GP

    Das Meer geht bis zum Strande und dann verläufts im Sande

  • Muss keine Erbschaftssteuer zahlen, da er nichts erbt.


    Richtig.
    Ein Schwiegersohn/-Tocher ist nicht Bestandteil der gesetzlichen Erbfolge.
    Höchstens, wie schon erwähnt, über das Kind.
    Und auch nur, wenn dieses vor dem Vater stirbt und keine eigenen Nachkommen hat.

  • Der Fragesteller fragt aus meiner Sicht ganz klar, wie es sich im Erbfall mit der Steuer verhält und nicht, wie die Erbregelung ist. Daher würde ich jetzt mal eher davon ausgehen, dass das Ganze per Testament entsprechend geregelt ist.


    Der Ehemann wäre dann als Schwiegersohn in der Erbschaftsteuerklasse II.


    Steuerlich sinnvoller wäre es, direkt an die Kinder zu vererben. Kann man ggf. mit Nießbrauch kombinieren. Ein erfahrener Notar hilft hier definitiv weiter.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Wer nicht Erbe ist, zahlt auch keine Steuer. Und das ist der Ehemann nicht weil direkte Linie und damit Alleinerbin (s.o.) erstmal die Enkelin ist mit entsprechenden Freibeträgen.


    Allerdings wäre die Mutter in der Tat gut beraten, wenn sie das ordentlich regelt mit einem Notar, insbesondere wenn bestimmte Wünsche vorhanden sind und das man als Laie nicht mehr selber rechtssicher überblicken kann.

    Lieber ein bißchen verrückt als total doof... :p

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan ()

  • Wer nicht Erbe ist, zahlt auch keine Steuer. Und das ist der Ehemann nicht weil direkte Linie und damit Alleinerbin (s.o.) erstmal die Enkelin ist.


    Wer in einem Testament steht, kann aber trotzdem erben, auch wenn er nicht in der gesetzlichen Erbfolge steht.
    Es fallen halt mehr Steuern an und der Pflichtteil der anderen Erben wird ggf. abgezogen, wenn sie garnicht bedacht wären.
    Da der Pflichtteil in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteiles besteht, würde das (alleinige) Enkelkind also 50% bekommen, weil es ohne Testament die 100% geerbt hätte.

    Von den 50%, abzüglich 20.000 € Freibetrag, zahlt der Vater eine Steuer von 40%.

  • Ups, Satz überlesen. :kpatsch:


    Tja dann zählt er wie ein Wildfremder. Und der hat einen Freibetrag von 20.000€.


    In dem Fall würde ich es persönlich so machen, dass meine Enkelin erbt und - so blöd es klingt - nicht ein mit mir eigentlich nicht verwandter Schwiegersohn der die Bude womöglich verkauft um mit einer möglichen neuen Frau einen drauf zu machen und meine Enkelin steht dann im späteren Erbfall mit leeren Händen da.

    Lieber ein bißchen verrückt als total doof... :p

  • Annahme: Haus ist 400.000 € Wert

    Fall 1: Kein Testament
    Kind - Alleinerbe, bekommt 400.000 €
    Vater - 0 €

    Fall 2: Testament mit Schwiegersohn als Alleinerbe
    Kind - Pflichtteil, bekommt 200.000 €
    Vater - 200.000 € abzüglich FB und Steuer, bekommt 128.000 €

  • Jo, macht also wenig Sinn eigentlich den "Zwischenweg" über den Vater zu machen aus Sicht der Erblasserin. Der muss dann 72k€ Erbschaftssteuer abdrücken. Da würde ich wohl schon als Vater der Enkelin drauf verzichten und wünschen, dass alles direkt auf das Kind übergeht.

    Lieber ein bißchen verrückt als total doof... :p

  • Jo, macht also wenig Sinn eigentlich den "Zwischenweg" über den Vater zu machen aus Sicht der Erblasserin. Der muss dann 72k€ Erbschaftssteuer abdrücken. Da würde ich wohl schon als Vater der Enkelin drauf verzichten und wünschen, dass alles direkt auf das Kind übergeht.



    Richtig.
    Allein schon, dass der Vater irgendwoher die 72k€ für die Steuer auftreiben muss und dafür ggf. das Haus sogar verkaufen müsste.
    Also lieber Testament verschwinden lassen oder Erbe ausschlagen.

  • edit: Okay, sehe grade, das wird auch eingeteilt. Erledigt

    Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. A. Einstein

  • Welcher Wert wäre denn bei dem Haus anzusetzen? Irgendeine nette Schätzung?

    Jan und Hein und Klaas und Pit,
    die haben Bärte, die fahren mit.


    Länger das gleiche Nutzlose tun? :idee:

  • Wildfremde wären doch in Steuerklasse III. Ein Schwiegersohn fällt meiner Recherche nach aber in die II.

    Der Freibetrag bleibt gleich. Bei der Steuer ergibt sich nach einem gefundenen Rechner 36k€ Steuer vs. 54k€. Ok, kann man drüber reden. Würde trotzdem mein Enkelkind Alleinerbin werden. Selbst ohne Erbschaftssteuer.

    Lieber ein bißchen verrückt als total doof... :p

  • Welcher Wert wäre denn bei dem Haus anzusetzen? Irgendeine nette Schätzung?


    Nein, das Amt ermittelt da eine Art Verkehrswert und der wird angesetzt. Dagegen kann man Widerspruch einlegen und denen einen geringeren Wert nachweisen.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Nein, das Amt ermittelt da eine Art Verkehrswert und der wird angesetzt. Dagegen kann man Widerspruch einlegen und denen einen geringeren Wert nachweisen.



    Da könnte man aber genauso im Erbfall den Fragebogen des Finanzamtes mit einem halbwegs realistischen Wert ausfüllen. Könnte die besserer Methode sein. Oder?:rolleyes:

    Jan und Hein und Klaas und Pit,
    die haben Bärte, die fahren mit.


    Länger das gleiche Nutzlose tun? :idee:

  • Da könnte man aber genauso im Erbfall den Fragebogen des Finanzamtes mit einem halbwegs realistischen Wert ausfüllen. Könnte die besserer Methode sein. Oder?:rolleyes:


    Habe ich gemacht aber das war denen zu niedrig. Ich bin aber auch kein Verkehrswert-Gutachter.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Da könnte man aber genauso im Erbfall den Fragebogen des Finanzamtes mit einem halbwegs realistischen Wert ausfüllen. Könnte die besserer Methode sein. Oder?:rolleyes:


    Nein, es wird IMMER eine Verkehrswertberechnung gemacht, sobald Steuer fällig wird. Der erste Fragebogen in den man einen Wert einträgt ist nur um festzustellen ob vielleicht Steuer anfällt. Z.B. Schenkung mit Nießbrauch an Kinder von ner Wohnung auf dem Land würde so rausfallen...bei nem Haus in München kommt aber sicher der zweite Fragebogen egal welchen Wert man im ersten eingetragen hat.


    Hier im Umland von München liegt die Verkehrswertberechnung jedoch, egal ob durch Gutachter oder Finanzamt, extrem unter dem Marktpreis. Ein Bekannter hat zuletzt nen Gutachter beauftragt...und 250kEuro für ne Bude die im Verkauf mindestens 500kEuro bringt raus bekommen.

  • Richtig.
    Allein schon, dass der Vater irgendwoher die 72k€ für die Steuer auftreiben muss und dafür ggf. das Haus sogar verkaufen müsste.
    Also lieber Testament verschwinden lassen oder Erbe ausschlagen.


    Welches Testament willst du verschwinden lassen?? Es gibt doch noch gar keins, gestorben ist die Frau, nicht die Mutter. Falls die bereits ein Testament zu Gunsten des Schwiegersohns verfasst hat (was mich wundern würde) kann man das ja ändern. Wesentlich mehr Sinn macht es allerdings das Haus an Tochter und Schwiegersohn, im Bereich der Steuerfreiheit, zu verschenken. Da wird dann zudem normalerweise der Einheitswert zu Grunde gelegt. Das Ganze noch mit Niessbrauch für die Mutter kombiniert.

    Wenn Gott gewollt hätte das der Mensch zu Fuss geht hätte er ihn nicht das Auto erfinden lassen

  • Welches Testament willst du verschwinden lassen?? Es gibt doch noch gar keins, gestorben ist die Frau, nicht die Mutter. Falls die bereits ein Testament zu Gunsten des Schwiegersohns verfasst hat (was mich wundern würde) kann man das ja ändern.


    Wir haben alle nur vermutet, dass es ein entsprechendes Testament geben müsste, da ansonsten die ganze Diskussion hier sinnlos wäre, weil der Schwiegersohn ja dann gar nichts erben würde und somit die ursprüngliche Frage von Papst unnötig wäre.

    Ganz schön viel Konjunktiv ;)