Ein Käufer aus Ungarn möchte meinen Wagen kaufen. Betrug?

  • Ich biete auf Mobile.de derzeit einen meiner Wagen zum Verkauf an. Nun hat sich ein Käufer aus Ungarn gemeldet. Wissenswert ist vorab, dass ich keine Telefonnummer angegeben habe, sondern nur eine Emailadresse und der Preis ist ausdrücklich ein Festpreis ohne Verhandlungsspielraum.
    Hier nun der Text aus der Anfrage:

    Lieber Herr,


    Ich bin xxxxxxxxx xxxxxxxx und schreibe aus Ungarn. Ich mag Ihr Auto sehr gerne zum Verkauf, es ist die Spezifikation, nach der ich gesucht habe. Ich liebe Autos habe einen E46, den ich für einen neueren 5er ersetzen möchte. Wir benutzen es als Familienauto. Aber wie gesagt, ich mag deine 5er und würde sie gerne kaufen. Ich habe nur ein kleines Problem, meine Deutschkenntnisse, ich spreche jedoch perfektes Englisch. Sprichst du Englisch, können wir auf Englisch kommunizieren, ansonsten benutze ich Google Translator. Ich bin also mit dem Preis von 9500 Euro einverstanden, möchte aber fragen, ob Sie mir helfen könnten, zu den örtlichen Büros zu gehen, um die notwendigen Papiere wie gelben Kennzeichenkauf, Versicherungskauf und Steuerzahlung zu arrangieren.
    kannst du mir bitte auch deine telefonnummer schicken wir könnten reden, im schlimmsten fall frage ich einen befreundeten von mir, dass er dich für mich anruft.
    Vielen Dank


    Freundliche Grüße,
    xxxxxxx xxxxxxxxx

    Grundsätzlich hätte ich damit kein Problem. Ich bin nur etwas vorsichtig weil ich vor Kurzem ein Haus verkauft habe und was da an Angeboten aus dem Ausland kam waren alles nur Bertugsversuche. Gibt es da eine Masche, worauf sollte ich achten? Mich wundert ja erstmal, dass derjenige nichts von Besichtigung und Probefahrt schreibt.



    Andreas

  • Bekannte Maschen sehen anders aus. Nicht jeder ausländische Interessent betrügt. Keine komischen Zahlungsmethoden akzeptieren! Er braucht für die Überführung ein Ausfuhrkennzeichen. Versicherung gibt's dazu beim ADAC.

  • Gut, dann werde ich mein Glück versuchen.



    Danke
    Andreas

  • Gut, dann werde ich mein Glück versuchen.


    keine Checks akzeptieren, keinen Quittungen glauben, wenn das Geld nicht auf deinem Konto ist, etc.
    keine misteriösen Treffen.


    Kurzum, gesunde Skepsis und gut ist.

    ;)

    ehemals Driver 7
    Früher war alles besser

  • Nur ADAC Kaufvertrag, nur Bargeld, das direkt auf der Bank eingezahlt wird, um vor Fälschungen sicher zu sein.

  • Berichte mal bitte, wie es ausgegangen ist.

    :cool:

    Das Schweigen wäre ein Eingeständnis, die Rechtfertigung eine Antwort auf den Verdacht. So verfahren alle Diktaturen mit ihren Gegnern.


    Jörg Baberowski

  • Den Kaufvertrag von mobile.de habe ich schon ausgefüllt

    ;)


    Falls der Käufer bar zahlt, habe ich einen Prüfstift. Zusätzlich habe ich in der Annonce stehen, dass ich eine Kopie von Perso und Führerschein machen werden.


    Andreas

  • Ich würde mich Henry anschließen: Kaufpreiszahlung direkt bei der Bank als Einzahlung aufs Konto.
    Und vielleicht sogar vorher mt dem Bankberater klären, ob Du den Fahrzeugbrief/Zulbesch. Teil II bei denen vorab "hinterlegen" kannst. Dann müsst ihr zur Zahlung eh zur Bank, weil die den eben auch erst nach Zahlung des Kaufpreises aushändigen kann/darf

    :D

    Ja, ich habe auch Gefühle! - Ich habe das Gefühl, ich möchte jetzt ein Bier! :trink:

  • Den Kaufvertrag von mobile.de habe ich schon ausgefüllt

    ;)


    Falls der Käufer bar zahlt, habe ich einen Prüfstift. Zusätzlich habe ich in der Annonce stehen, dass ich eine Kopie von Perso und Führerschein machen werden.


    Andreas


    Auch nach nochmaligem Lesen, kann ich keine Betrugsabsicht erkennen. Gesunde Skepsis und gut.
    Der Käufer ist auf Deine Hilfe bezgl. Ausfuhrkennzeichen angewiesen. Dafür gibt es in Zulassungsstellen ein eigenes Büro. Am Besten vorher über die nötigen Papiere erkundigen. Soweit ich informiert bin, bekommt man beim ADAC relativ unproblematisch eine entsprechende Versicherung.

  • Rückmeldung: Der Interessent aus Ungarn hat das Auto gekauft. Kurz zur Abwicklung. Der Käufer hat mir einen 2-sprachigen Kaufvertrag Ungarisch/Deutsch als PDF, sowie seine Daten zugeschickt. Ich habe den Vertag ausgefüllt, Die gesamte Konversation fand auf Englisch statt.
    Heute Morgen war er hier und hat eine Probefahrt gemacht. Anschließend den Kaufvertrag unterschrieben und Bar bezahlt. Danach sind wir zur Zulassungsstelle gefahren. Dort zuerst eine Zollversicherung gekauft, dann in einem Rutsch den Wagen ab- und umgemeldet. Noch ein Formular ausgefüllt, dass ich als Verkäufer verspreche, sämtliche Post die ich zu dem Fahrzeug bekomme (Strafzettel) an den Käufer weiterzuleiten. Überführungskennzeichen drucken und mit einem Siegel bekleben lassen. Das war's
    War ein sehr sympathischer Mensch, jederzeit wieder!

    :top:



    Eine kleine Panne gab es noch. Ich habe niemals das Schiebedach benutzt und als der Käufer das Dach komplett öffnet, lässt es nicht mehr schließen, man hört immer nur ein Tack Tack Geräusch, als wenn irgendetwas nicht greift. Da bekam ich leichte Sorgen, weil der Käufer kann ja nicht mit offenem Schiebedach über 1000km zurück nach Ungarn fahren. Ein bischen Ziehen am Dach auf den ersten Zentimetern half dann aber und es schloss sich. Der Käufer nahm es mit Humor.



    Andreas

  • Dann Glückwunsch!



    Die Kohle schon eingezahlt oder geprüft?

    ;)

    Das Schweigen wäre ein Eingeständnis, die Rechtfertigung eine Antwort auf den Verdacht. So verfahren alle Diktaturen mit ihren Gegnern.


    Jörg Baberowski

  • Na, auch in Ungarn gibt es Leute mit Ansprüchen - und ehrliche Häute. Mehr als man denkt.;)
    Alles richtig gemacht. Wobei der Stop bei der Bank immer eine sinnvolle Alternative darstellt.


    Anekdote: Mein verunfalltes E93-Cabrio ging ja an einen Verwerter, der nach Polen verkaufte. Nach einiger Zeit schrieb mich auf FB ein Ungar an und frug mich zu dem Fahrzeug etwas.
    Das CIC, was bei Gutachten reibungslos funktionierte, würde nicht funktionieren.....


    Er hatte das Auto gekauft, weil es einzigartig war, und wollte es wieder aufbauen mit einem zweiten E93, den er hatte.

    Das Gegenteil von Gewöhnlich

  • Noch eine Anekkdote: mein in 2000 zum Totalschaden verunfallter E39 ging auch an einen Verwerter. Ein paar Jahre später wurde ich von der Polizei vorgeladen - mit meinem Auto (ich war als letzter deutscher Halter im Brief eingetragen) sei ein Raubüberfall in Italien verübt worden.


    Nach Vorlage der Fotos war ganz schnell klar, dass mit meinem Auto kein Meter mehr gefahren sein konnte. Der Verwerter oder der weitere Käufer hat also die Fahrgestellnummer in einen anderen, vermutlich geklauten, E39 reingebaut und so fuhr 'mein' Auto munter weiter.


    Im Nachhinein war mir klar, dass ich gleich hätte misstrauisch werden müssen, weil der Verwerter darauf bestand, dass das Fahrzeug bei der Abmeldung nur stillgelegt und nicht endgültig abgemeldet sein durfte.

  • Für eine Wiederzulassung nach Reparatur und eventuelle Ausfuhr ist eine endgültige Stilllegung nicht hilfreich. Kein Zusammenhang zu einer späteren Straftat erkennbar.


    Im Übrigen ist diese "Kriminalisierung" von ausländischen Käufern und Verkäufern erschreckend. Ich habe selbst schon mehrere Fahrzeuge im Ausland erworben und war über faire und ehrliche Behandlung froh. Die Autos waren nicht besser und nicht schlechter als in Deutschland gekaufte.

  • Für eine Wiederzulassung nach Reparatur und eventuelle Ausfuhr ist eine endgültige Stilllegung nicht hilfreich. Kein Zusammenhang zu einer späteren Straftat erkennbar.


    Im Jahre 2000 war mein E39, Bj. 98, grad mal 2 Jahre alt. Totalschaden bedeutete da wirklich total und nicht etwa aus wirtschaftlichen Erwägungen.





    Dass ausländische Käufer hierzulande häufig unlautere Absichten haben liegt nicht daran, dass sie per se Ausländer sind. Sondern dass sich diese Kriminellen die äußerst schwierige und langwierige juristische Durchgriffmöglichkeit von hier in deren Heimatland zunutze machen, um gute Chancen zu haben, mit ihrem kriminellen Treiben ungeschoren davonzukommen.

  • Du hast auch kein Auto sondern einen Fahrzeugbrief verkauft

    ;)

    Vermutlich an einen in Deutschland ansässigen "Verwerter"?

  • ......
    Im Übrigen ist diese "Kriminalisierung" von ausländischen Käufern und Verkäufern erschreckend. Ich habe selbst schon mehrere Fahrzeuge im Ausland erworben und war über faire und ehrliche Behandlung froh. Die Autos waren nicht besser und nicht schlechter als in Deutschland gekaufte.



    Da muss ich Dir Recht geben, obwohl ich den Thread gestartet habe. I habe schon über 1oo mal im Ausland bestellt, hauptsächlich USA. Das lief nicht immer glatt, falsche oder defekte Teile, aber man hat sich geeinigt und ich wurde nie über den Tisch gezogen. Vor 1 Woche habe ich einen 21 Jahre alten Harman-Kardon Verstärker für meinen E36 von einem Franzosen gekauft,…eingebaut und funktioniert.


    Andreas