Bargeld soll verschwinden

  • Vom Datenschutzaspekt mal abgesehen...


    Ohne Bargeld ist jeder auf Knopfdruck komplett mittellos. Entweder gezielt durch z.B. die Finanzbehörden oder auch durch einen simplen Computerfehler (wie z.B. kürzlich bei der Commerzbank).
    Dann kann man sich von jetzt auf gleich nicht mal mehr was zu essen kaufen.


    Zudem macht die Enteignung durch Negativzinsen auf Sparguthaben dann erst richtig Spaß, denn man wird ihr kaum noch entkommen können.


    Ich bezahle auch vieles bargeldlos. Und wer alles so bezahlen will, soll das tun.
    Aber warum muss man deshalb gleich alles andere verbieten und damit ein großes Stück Freiheit und Flexibilität über Bord werfen?

  • Es ist schon klasse, wie hier in D die Aufregung über Kassenbons hohe Wellen schlägt.


    Ich bin gerade dabei unsere FeWo zu renovieren.

    In DEM Land des Kassenbons schlechthin (Italien) fragt mich wirklich jeder(!) Handwerker eines jeden Gewerkes ob ich nicht bar zahlen möchte, ohne Rechnung...


    Egal ob Maler, Fliesenleger, Sanitärfuzzi oder Klima- und Lüftungsbauer


    Das ist dort völlig selbstverständlich. Sind auch alles mir bisher unbekannte Dienstleister noch nicht einmal Freunde oder Bekannte.


    Hat euch hier in Deutschland mal ein Handwerker sowas angeboten?

    Oder auf Nachfrage?


    Würde mich mal wirklich interessieren.

  • Wir Deutschen sind bei so umständlichen Modellen je immer noch Weltmeister.

    Bzgl. Bons sind die Österreicher etwas weiter: onlinebon.at


    Handwerker und Schwarzarbeit: In D. beschäftigen wir Massen von Leuten, die die Schwarzarbeit bekämpfen und ich behaupte, dass die trotzdem auf verlorenem Posten kämpfen. FInde ich als angestellter Steuerzahler sche...... In anderen Ländern wird das Problem elegant gelöst, dort können die Handwerkerkosten komplett von der Steuer abgesetzt werden, daher hat der Bauherr wenig Interesse an Schwarzarbeit. Einfach und elegant und ohne großen Fahndungsaufwand.

  • In anderen Ländern wird das Problem elegant gelöst, dort können die Handwerkerkosten komplett von der Steuer abgesetzt werden, daher hat der Bauherr wenig Interesse an Schwarzarbeit.


    In Griechenland und Italien aber eher nicht so?!


    Bei uns kann man übrigens auch 20% von "haushaltsnahen Handwerkerleistungen" von der Steuerlast (!) absetzen (bis 6000€ Höchstbetrag).

    Grüße
    shneapfla
    B12 - Caddy 59 - Caddy 58 -B6 statt V12
    [X] <- Nail here for a new monitor
    Ich lebe zwar über meine Verhältnisse aber immer noch nicht standesgemäß!!

  • Unter schwarz wird in D eher verstanden, eigentlich gleicher Preis für den Endkunden, aber keine MWSt abführen... :idee:


    Gestern mal im Spaß nachgerechnet, dass ich 2,3 Milliarden Mal zu meiner Fußpflegerin (die mit der Flex :eek:) gehen könnte, von der ich immer noch nicht weiß, wie die mit den 23€ für die 35 bis 40 min als alleinziehende Mutter mit 2 Kindern eigentlich auskommen will, aber mir jedesmal eine Rechnung ausstellt und selbst dann wäre noch nicht der Schaden erreicht den Cum-Ex-Geschäfte und Schiebereien irgendwelcher Finanzjongleure dem Steuerzahler bereitet haben.


    Nur soviel dazu wie megawichtig es ist, für ne Breze nen Bon auszudrucken. Machen die "großen" Bäcker mit Filialen hier aus Eigenschutz ja ohnehin schon seit Jahren.

    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und niemand ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen...

  • ... , aber wenn man 20% absetzt, ist der Unterschied zu 19% Mwst. "Ersparnis" sicher nicht der größte Anreiz ...

    ???

    Wieso das denn?

    Wenn du von einer 100 € Rechnung 20% vom Finanzamt wiederbekommst, hast Du 20 € in der Tasche.

    Wenn der Handwerker auf die Umsatzsteuer verzichtet, sind es nur 16 €.


    OK, ist nur der Lohnanteil, nicht das Material.


    Detlef59 : Ich habe nicht gesagt, dass ich das "Angebot" der Handwerker angenommen habe.


    Der Unterschied von Italien zu Deutschland ist meiner Erfahrung nach eine grundlegende Mentalitätssache. In Italien ist es ein Volkssport, den Staat zu beschei..en, schon seit Jahrhunderten. Da hat auch die rigorose Prüfung (und Bestrafung) von fehlenden Kassenbons für den Caffe keine Chance das zu ändern.

    Es ist auch absolut üblich, einen Teil des Gehaltes jeden Monat in Bar(!) vom Chef zu bekommen. Dass im Alter es dann an Rente fehlt, ist ein anderes Thema.


    In Deutschland wäre sowas absolut undenkbar. Selbst die 90% Putzhilfen, die ohne Abgaben illegal arbeiten, werden unseren Staat nicht zugrunde richten. Deswegen halte ich die Kassenbongeschichte für völlig überzogen.

  • Ich kenne ja beide Seiten und kann die Aufregung nicht verstehen. Ich verticke unter anderem auch Kassenrollen. Ja ich freu mich über 3,50€ mehr Umsatz, weil die Digitalisierung eh jeden klassischen Bürobedarfsumsatz in den Keller schickt.

    Andererseits war ich jahrelang Schatzmeister im Verein und durfte kilometerlange Kassenbons in der Buchhaltung bändigen, mit 1-2 Positionen drauf.

    Da hätte sich mal der Handelsverband bissel eher einschalten können, wenn er gegen Verschwendung wäre.

    So bleibt das Geschmäckle das man mit falschen Argumenten kleine Steuerhinterzieher verteidigt.

    Ja es gibt auch große, siehe cum-Ex, deswegen narrenfreiheit für alle?


    Wer hat denn nun schon mal die Befreiung beantragt und nicht bekommen? Ich hör immer blos Gejammer?

  • Unser Bäcker hier im Haus hat ja über 100 Filialen, da gibt es vom ersten Tag der Umstellung an nur auf Wunsch einen Kassenbon, die Verkäuferin muss halt nur jeden Kunden fragen ob er einen Bon möchte.


    Laut der Verkäuferin ist das auf einen Antrag bei einem Ministerium auch so genehmigt worden.


    Der andere Bäcker im Ort mit nur einem Laden druckt bei jedem Kunden einen Bon aus, die wenigsten nehmen ihn mit. Er sammelt sie in einem großen Karton und möchte sie dann nach Berlin schicken.


    Weiß jetzt nicht ob er da keine Genehmigung bekommen kann dass er auch nur noch auf Wunsch einen Bon ausdrucken muss wie der Großbäcker auch, oder ob er noch ein altes Kassensystem hat.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • oder ob er noch ein altes Kassensystem hat.

    Das Argument gilt nicht, wenn man eines hat muss man es ertüchtigen. Lediglich offene Ladenkassen sind offenbar nicht betroffen.

    Bei all der Panik sollten wir vielleicht mal über die psychosoziale Komponente im Spätwerk Franz Kafkas nachdenken!

  • Das bietet ja richtig Gestaltungsmöglichkeiten an der Zapfsäule. Immer so tanken, dass abgerundet wird! :top:


    Im Ernst, das funktioniert zB in NL super, und die 1- und 2-Centstücke müllen einem nicht mehr den Geldbeutel voll.

  • Das bietet ja richtig Gestaltungsmöglichkeiten an der Zapfsäule. Immer so tanken, dass abgerundet wird!

    Da wird sicherlich vorher ne Antwort von der Gegenseite drauf gefunden, indem man schlicht nen Cent raufgeht. Merkt eh kein Schwein.

    Bei all der Panik sollten wir vielleicht mal über die psychosoziale Komponente im Spätwerk Franz Kafkas nachdenken!

  • Wie Cent-Stücke wenn ihr doch alle mit Karten zahlt? :p


    Landet bei uns alles in der Spardose jeden Abend der Kleinkrams bis rauf zum 50-Cent-Stück. Läppert sich ;)

    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und niemand ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen...

  • Finde ich eine gute Idee, die kleinen Münzen abzuschaffen. Ich zahle im Alltag recht viel bar und denke, das Handling würde sich dadurch vereinfachen, sowohl beim Kunden als auch in den Kassen. Und wenn dann z.B. an der Tanke auf 5 Cent gerundet wird, sind das bei üblichen Summen dort weit unter 1% Abweichung...da ist dann auch schon egal ob auf- oder abgerundet wird ;)


    dm (also die Drogerie, nicht die alte Währung ;)) macht das schon jetzt so: alle Preise sind auf 5 Cent genau -- eine Ausnahme ist das Ausdrucken von Fotos, dort werden aber die Einzelpreise addiert und die Summe dann auf 5 Cent gerundet (wenn ich mich recht erinnere, immer abgerundet :))

    Gruß Mathias (formerly known as Mathias386)


    Für einen Fahrzeugtyp, wie ihn der BMW 7er und seine nationalen wie internationalen Wettbewerber darstellen, sind rund 135 kW (gut 185 PS) angemessen und selbst bei sportlichsten Ansprüchen mehr als ca. 185 kW (rund 250 PS) nicht erforderlich.

    (aus einem BMW-Prospekt von 1980, gefunden bei www.7-forum.com)

  • Das die kleinen Münzen abgeschafft werden mag pragmatisch sein, ruft bei mir aber unschöne Erinnerungen an Inflation hervor.....


    Als der Kauf unseres Ferienhäuschens in Frankreich anstand kam ich zuerst damit in Kontakt: Nicht nur nach der Euroumstellung standen in Frankreich noch Jahre danach die Franc-Preise auf den Supermarktquittungen, der Notarvertrag wies nicht nur den Zahlbetrag in Nouveau Franc (NF) aus, sondern auch noch in den alten Franc von vor 1958 - und damit zwei Nullen mehr.


    Das war noch pragmatischer, die alten Euromünzen und Scheine könnten analog dann als Cent-Münzen und Scheine weitergenutzt werden :cool:


    Was bin ich für ein alter Sack - "vor der Währung".... ||


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Von mir aus können sie die Münzen komplett abschaffen. Ich hasse den Dreck, habe deshalb auch keinen Geldbeutel mit Münzfach, sondern ein i-clip, in das nur Scheine und Karten passen. Die Münzen, die raus bekomme, landen erst in der Hosentasche und abends auf dem Wohnzimmerschrank, wo sie meine Frau am nächsten Tag in ihre mobile Schrankwand (sie nennt es Geldbörse) räumt. Austicken könnte ich dann bei Automaten die nur den Schei$$ nehmen.

    Eine gesunde Verdorbenheit ist besser als eine verdorbene Gesundheit.