Frage an Unternehmer hier, die ihren Mitarbeitern Dienstwagen stellen

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  • Info vorab: es geht nicht um mich. Ich bin Selbständiger ohne Mitarbeiter und nutze meinen von mir gestellten Dienstwagen selbst :) Habe jedoch einen Kollegen, der die Mitarbeiter zu motivieren braucht. Da er bereits deutlich über Tarif bezahlt, wäre eine Gehaltserhöhung zunächst nicht das Mittel der Wahl. Die Gründe für die Situation stellen wir hier mal zurück. Mir geht es um folgenden Grundgedanken:
    Jedem Mitarbeiter würde ein Auto zur Verfügung gestellt. Dabei hätten die Mitarbeiter keine Wahl, sondern bekämen alle das gleiche Modell in weiß, mit entsprechenden Unternehmensinsignien. Das Unternehmen ist eine Handelsfirma.
    Meine Frage in diesem Zusammenhang ist, ob es zulässig ist, den Leuten keine Wahl bei einem solche Auto zu geben, sondern einfach allen das gleiche Auto zu stellen.
    Weiterhin würde ich gerne wissen, wie das mit Kilometern bei den Leasingfahrzeugen geregelt ist. Beim Leasing sind die Laufleistungen limitiert, beispielsweise auf 10.000 km. Das würde bei einem Arbeitsweg von 25 km genau ausreichen. Aber nicht alle haben gleichen Arbeitsweg. Müsste das bei der Wahl der Laufleistung berücksichtigt werden, damit auch ein Anteil privater Nutzung zugelassen werden könnte?
    Wie verhält es sich mit der Pflege der Fahrzeuge - dafür müssten doch die Mitarbeiter selbst verantwortlich sein. Wer würde aber für die bei der Rückgabe festgestellten Mehrkilometer und vor allem eventuelle Schäden aufkommen müssen, die über den gewöhnlichen Gebrauch hinausgehen?


    Bitte entschuldigt, wenn die Fragen naiv sind - ich habe diesbezüglich gar keine Erfahrung, würde mir aber gerne ein Bild der tatsächlichen Situation auf Basis von Erfahrungswerten machen. Herzlichen Dank für Eure Antworten schon jetzt.


  • Meine Frage in diesem Zusammenhang ist, ob es zulässig ist, den Leuten keine Wahl bei einem solche Auto zu geben, sondern einfach allen das gleiche Auto zu stellen.


    Natürlich. Wobei die Frage ist, was dagegen spricht, dass sich die Mitarbeiter ggf. Extras auf eigene Kosten bestellen. Gerade wenn es um Motivation geht, ist für Viele das Auto sehr wichtig und wenn man dann nicht mal entscheiden darf, ob man Ledersitze oder Stoffsitze haben möchte, finde ich das nicht so prickelnd. Es ist eher eine Tendenz zu beobachten, dass Unternehmen von restriktiven Vorgaben mehr und mehr abrücken und Mitarbeiter im Rahmen von Budgets immer weitere Freiräume lassen - was Zuzahlungen angeht, sowieso.


    Aber rein rechtlich würde ich da kein Problem sehen. Man kann aber niemandem mit bestehendem Arbeitsvertrag zwingen, den möglicherweise nicht gewollten Einheitsfirmenwagen zu nehmen und dann zwangszuversteuern. Zumindest theoretisch sollte man das im Hinterkopf haben. Den meisten wird´s egal sein. Ich habe vor vielen Jahren auch mal ein privates E46 330 Coupé verkauft, um dann mit einem Basis Ford Fokus einfachster Ausstattung herum zu fahren. Prickelnd war das nicht aber ich habe kostenorientiert gedacht. Motiviert hat das nicht wirklich.




    Weiterhin würde ich gerne wissen, wie das mit Kilometern bei den Leasingfahrzeugen geregelt ist. Beim Leasing sind die Laufleistungen limitiert, beispielsweise auf 10.000 km. Das würde bei einem Arbeitsweg von 25 km genau ausreichen. Aber nicht alle haben gleichen Arbeitsweg. Müsste das bei der Wahl der Laufleistung berücksichtigt werden, damit auch ein Anteil privater Nutzung zugelassen werden könnte?


    Für eine private Nutzung ist das finde ich sehr schwierig. Ich bin jetzt kein Leasing-Spezialist aber einheitliche km-Vorgaben bringen doch nichts, wenn Mitarbeiter den Wagen auch privat nutzen dürfen, der eine fährt vielleicht jede zweite Woche nach Bayern zu den Schwiegereltern und der nächste gurkt nur lokal etwas herum. Der eine fährt mit dem Auto nach Kroatien in den Urlaub, der nächste fliegt immer nach Mallorca.



    Wie verhält es sich mit der Pflege der Fahrzeuge - dafür müssten doch die Mitarbeiter selbst verantwortlich sein. Wer würde aber für die bei der Rückgabe festgestellten Mehrkilometer und vor allem eventuelle Schäden aufkommen müssen, die über den gewöhnlichen Gebrauch hinausgehen?


    Da ist der Arbeitgeber frei in der Vereinbarung. Viele übernehmen Sprit, Wartung etc. aber lassen den Mitarbeiter die Wagenwäsche bezahlen.


    Für eventuelle Schäden ist der Mitarbeiter meines Erachtens nach nicht verantwortlich zu machen, sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Es ist vielmehr die Entscheidung des Arbeitgebers, ob er für den Firmenwagen als Firma eine Kaskoversicherung abschließt oder nicht. Damit hat der Mitarbeiter aus meiner Sicht nichts zu tun, so lange er nicht betrunken durch die Gegend fährt oder andere grobe Fahrlässigkeiten begeht. Ebenfalls das versehentliche verschmutzen im Innenraum, was nicht versichert ist, kann meiner Meinung nach nicht zu seinen Lasten gehen. Wenn ihm im Büro der Monitor herunter fällt, muss er dafür ja auch nicht privat haften sondern das ist das Risiko des Arbeitgebers, so lange der Mitarbeiter den Schaden nicht grob fahrlässig oder gar vorsätzlich herbeigeführt hat.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Es sollte unbedingt ein Dienstwagenvertrag abgeschlossen werden. Da gibt es genug Anregungen / Vordrucke im Netz.


    Ich halte es so, dass es eine Vorgabe für die Höhe der Leasingrate gibt. Sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit dem Fahrzeug stehen, kann der MA geltend machen.
    Da das Fahrzeug überwiegend privat genutzt wird, muss er eben die 1% Versteuerung + die km zwischen Wohnung und Arbeitsplatz über sich "ergehen" lassen....;) Bei vereinbarten und tatsächlich auch genutzten 40.000 km im Jahr, kommt er da aber leicht drüber weg.


    Ein Firmenwagen als Motivation muss auch Spass machen, sonst hat das nichts mit Motivation zu tun. Ein Familienvater mit 3 Kindern hat andere Anforderungen als ein 25-jähriger Singel. Ich glaube, dass so ein einheitsweißer Firmenwagen eben kein Spass macht.

    1) Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, Du darfst sie kostenlos nutzen.
    Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. Du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.



    2) Es gibt Tage, da beantwortet mein Mittelfinger alle Fragen......

    Einmal editiert, zuletzt von jijoap ()

  • Wir haben auch alle den gleichen Dienstwagen mit dem gleichen Motor und Ausstattung... auch Abteilungsleiter und Handlungsbevollmächtigter - nur die GF hat andere Marken.


    Ist soweit kein Problem

    Wie poste ich falsch? - Ein Leitfaden für Forenbesucher und solche die es werden wollen

    Nachdem ich
    Google , die FAQ's und die Boardsuche erfolgreich ignoriert habe,
    erstelle ich zwei bis fünf neue Themen, in den falschen Unterforen, mit kreativen Titel und undeutlichem Text, unter der sich jeder etwas Anderes vorstellt
    :D

  • Wir haben auch alle den gleichen Dienstwagen mit dem gleichen Motor und Ausstattung... auch Abteilungsleiter und Handlungsbevollmächtigter - nur die GF hat andere Marken.


    Ist soweit kein Problem


    Ob das ein Problem ist oder nicht, kommt ja auch ein Stück weit auf das Niveau des "gleich" an. :D

    Viele Grüße
    Oliver

  • Herzlichen Dank schon mal.
    Also weg vom Einheitsbrei, lieber Höhe festlegen.
    Wegen der Ausrichtung des Unternehmens würde ich jedoch die Farbe vorschreiben - das sehe ich hier in der Gegend bei vielen Firmen. Die Autos eines bestimmten Großunternehmens sind beispielsweise alle weiß und alle Audi.
    Es sind aber schon gute Argumente dabei, die helfen.

  • Wir haben relativ viele Firmenwagen in der Firma. Es kann jeder AN frei wählen. Es muss ein deutscher Hersteller sein. Es gibt verschiedene Budgetstufen, je nach Hierarchiestufe. Bis vor kurzem mussten alle Wagen aber schwarz sein. Ein Navi ist Pflicht und es muss ein Diesel sein.
    Entscheidend ist der BLP. Wenn ein MA mehr haben will, muss der den Betrag über dem BLP zuzahlen, bis max. 10%.
    Die Kilometer beim Leasing werden je nach MA abgeschlossen. Wir haben MA, die nur unter 10.000 km/p.a. fahren und welche wie ich, die über 80.000 km/p.a. liegen.
    Laut Dienstwagenvertrag muss im Urlaub selber getankt werden.


    Die Regelung über den BLP finde ich nicht optimal, denn die Firmen bekommen ja Rabatte, von denen der MA nichts hat. Die heutigen BLP sind auch auf Niveaus, die schon sehr abgehoben sind.


  • Die Regelung über den BLP finde ich nicht optimal, denn die Firmen bekommen ja Rabatte, von denen der MA nichts hat. Die heutigen BLP sind auch auf Niveaus, die schon sehr abgehoben sind.


    Exakt!


    Der Mitarbeiter zahlt aus seinem versteuerten Netto (!) einen Brutto-Mehrpreis zum BLP! Das muss man sich vor Augen führen! Das Unternehmen hat Konditionen, zu denen es min. 15% unter dem BLP landen sollte. Und die Umsatzsteuer kann dem Arbeitgeber im Rahmen des Vorsteuerabzugs auch herzlich egal sein. Diese Regelung finde ich ziemlich abgezockt, dass das Unternehmen an den Extras des Mitarbeiters mit verdient. Aber das scheint fast überall gelebte Praxis zu sein.

    Viele Grüße
    Oliver

  • Ein Kollege hat sich neulich einen Ford Kuga bestellt. Da bekommt die Firma 30% Rabatt. Auf meinen Tiguan gab es, glaube ich, nur 16%.


    Bei meinen 45.000€ Budget ist mein Tiguan bspw. weit weg von viel Ausstattung, auch ohne Allrad und nur der 150 PS Motor.

  • Ein Firmenwagen als Motivation muss auch Spass machen, sonst hat das nichts mit Motivation zu tun.


    So ist es.


    Mal aus Arbeitnehmersicht: Ich hätte in meiner Position schon seit langem Anspruch auf einen Firmenwagen. Aber ich lass mir nicht vorschreiben, was ich zu fahren habe. Was soll ich mit nem grauen Audi Kombi, denn darauf läuft es bei uns letztendlich raus. Also kauf ich mir mein Auto selber.


    Und im beschriebenen Fall auch noch ne weiße Einheitskiste mit fettem Firmenschriftzug, wahrscheinlich VAG 4-Zylinder Diesel, den der beglückte AN dann noch versteuern darf. Da wär mir persönlich mehr Gehalt aber so was von lieber.

    Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.
    - Paul Sethe

    Einmal editiert, zuletzt von McLane ()

  • McLane: würde ich als Angestellter wohl auch so sehen.
    Daher frage ich eben - um verschiedene Sichtweisen und Argumente zu bekommen, denn wie geschrieben für einen Selbständigen sieht das ganze anders aus. Kann man auch leicht im Profil erkennen :)

  • Bei einem solchen Angebot meines Arbeitgebers würde ich definitiv = Nein! sagen. Außer natürlich für die geschäftlichen Kilometer und Zwecke. Da würde ich ein solches Fahrzeug fahren. Aber nicht, wenn auch nur ein Cent meines Gehalts, geldwerter Vorteil, hinzugezahlt werden müsste.

  • Problem sind einfach die völlig abgehobenen Listenpreise, die man als AN voll versteuern darf. Von irgendwelchen Leasing-Schnäppchen oder Rabatten hat man ja nichts, die sackt der AG ein. Im Endeffekt zahlt man bei nem Firmenauto schon bald drauf, vor allem, wenn man einen etwas längeren Arbeitsweg hat.


    Insofern muss sich der AG schon was einfallen lassen, um den Firmenwagen als Motivation ankommen zu lassen. Denn die Nachteile sind durchaus vielfältig, angefangen von der Versteuerung über die restriktive Fahrzeugauswahl bis hin zu der Frage, was denn bei einer Kündigung ist oder wenn die Firma den Bach runter geht. Dann steh ich als AN nicht nur ohne Job, sondern auch ohne Auto da.

    Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.
    - Paul Sethe

  • Problem sind einfach die völlig abgehobenen Listenpreise, die man als AN voll versteuern darf. Von irgendwelchen Leasing-Schnäppchen oder Rabatten hat man ja nichts, die sackt der AG ein. Im Endeffekt zahlt man bei nem Firmenauto schon bald drauf, vor allem, wenn man einen etwas längeren Arbeitsweg hat.


    Insofern muss sich der AG schon was einfallen lassen, um den Firmenwagen als Motivation ankommen zu lassen. Denn die Nachteile sind durchaus vielfältig, angefangen von der Versteuerung über die restriktive Fahrzeugauswahl bis hin zu der Frage, was denn bei einer Kündigung ist oder wenn die Firma den Bach runter geht. Dann steh ich als AN nicht nur ohne Job, sondern auch ohne Auto da.


    Siehste, und als Selbständiger dachte ich immer, dass ein Firmenwagen cool ist.
    Na gut, dafür sind eben andere Meinungen da :)

  • Bei einem solchen Angebot meines Arbeitgebers würde ich definitiv = Nein! sagen. Außer natürlich für die geschäftlichen Kilometer und Zwecke. Da würde ich ein solches Fahrzeug fahren. Aber nicht, wenn auch nur ein Cent meines Gehalts, geldwerter Vorteil, hinzugezahlt werden müsste.


    Was natürlich auch eine Variante sein kann. Den Wagen ausschließlich geschäftlich zu nutzen. Dann muss man nicht versteuern, sollte mal privat genutzt werden, zahlt der AN 30ct/km an den AG. Natürlich Fahrtenbuchpflicht.


    Ich würde kleine Vorgaben und eine Budgetgrenze für die Leasingrate vorgeben, alles was darüber hinausgeht, zahlt der AN privat. Die Zuzahlung wiederum wird vom Geldwerten Vorteil abgezogen.

    Mein Alter
    Aktueller Kilometerstand: 247.000 (06.02.17) nach 111.000km (06.02.12)
    Das meiste Geld habe ich für Autos und teure Frauen ausgegeben, den Rest hab ich einfach verprasst. [George Best]

  • Ich würde da lieber jeden Monat einen 44€ Tankgutschein nehmen :D

    Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. A. Einstein

  • Bei uns gibt es das Modell, dass Angestellte in Leitungsfunktionen einen Anspruch auf einen Wagen haben. Festgelegt ist die Marke (wegen der Rahmenverträge VAG oder BMW) und einige Details der Ausstattung (z.B. 4 Sitze, FSE, Navi, kein Wohnmobil).
    Leasingrate wir per Gehaltsumwandlung voll vom Brutto bezahlt, Sprit, Wartung und Schäden gehen auf Firma.
    Da ich einen Abbezahlten E61 privat habe, tut es Dienstlich auch ein Polo.
    Dienstlich einen 5er leasen und privat einen Polo beschaffen und unterhalten wäre deutlich teurer.