Elektromobilität - Zukunft, Chancen, Probleme

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  • Das Thema hier im Forum ist doch ganz einfach.


    Hier im Forum haben wir eine große Anzahl von Personen, die sich Autos leisten können, die Emotionen verbreiten können.

    Natürlich ist es toll einen R6, V8 oder gar V12 zu fahren, ein Cabrio oder als Förster eine schöne G-Klasse.


    Zudem hat ein E-Auto aktuell noch Nachteile in der praktischen Nutzung, wie einen höheren zeitlichen Aufwand beim Laden, als beim Tanken, oder das man seine Pausen auf Langstrecke möglichst auf die erzwungenen Ladepausen abstimmt und nicht komplett frei entscheiden kann.

    Und nicht zu vergessen gibt es natürlich auch noch Anwendungsfälle, wie ein Zugfahrzeug, die gegen ein E-Auto sprechen.


    Es ist aber auch so, dass ein Großteil der Autofahrer Verbrenner fahren, die keinerlei Emotionen wecken. Kann mir keiner erzählen, dass man es prickelnd findet, in einem brummenden 4 Zylinder oder Sparbrötchen 3-Zylinder durch die Gegend zu fahren.

    Ich bin vor ein paar Jahren einen 530d gefahren. Das war ein schöner Reisewagen mit viel Komfort und damals absolut modernen Technik. Aber der Antrieb hat mir keinerlei Emotion gegeben. Und das ich mit dem Auto theoretisch 1000km hätte durchfahren können, hat mir nichts gegeben, da ich nach 2-3 Stunden Fahrt auch mit diesem Auto eine Kaffee Pause gemacht habe und dann halt dabei nicht getankt habe, wenn der Tank noch 3/4 voll war.

    Und da macht mir ein E-Auto tatsächlich sehr viel mehr Spaß, bietet mir persönlich mehr Mehrwert, als ein auch großen Diesel, oder ein Auto mit Basis Motorisierung.


    Ich verstehe jeden, der nicht auf sein R6 oder V8 verzichten will. Ich verstehe jeden, der sich mit den aktuell notwendigen Verhaltensanpassungen nicht auseinandersetzen möchte.


    Aber eins vertrete ich mit voller Überzeugung. Wenn man die kleinen notwendigen Anpassungen der Verhaltensweise akzeptiert, dann sind e-Autos heute vollwertige Alltagsfahrzeuge, mit denen man bis auf wenige Nutzungszwecke (z.B. Zugfahrzeug) keinerlei Einschränkung oder gar Verlust der Freiheit hat.

    Auch die spontane Langstrecke oder die termingetriebene Nutzung des Fahrzeugs im Alltag ist kein Problem.

    Gruß Micha


    "Wenn du glaubst alles unter KONTROLLE zu haben, bist du noch nicht schnell genug... "

  • Aber eins vertrete ich mit voller Überzeugung. Wenn man die kleinen notwendigen Anpassungen der Verhaltensweise akzeptiert, dann sind e-Autos heute vollwertige Alltagsfahrzeuge, mit denen man bis auf wenige Nutzungszwecke (z.B. Zugfahrzeug) keinerlei Einschränkung oder gar Verlust der Freiheit hat.

    Auch die spontane Langstrecke oder die termingetriebene Nutzung des Fahrzeugs im Alltag ist kein Problem.

    Mit zwei Einschränkungen:

    Wenn du weder zuhause noch am Arbeitsplatz eine Möglichkeit zum Laden hast und ständig zur nächsten Ladesäule latschen musst.

    Und wenn du regelmäßig über längere Zeit so lange Strecken fahren musst, dass der Anteil an DC 50% oder mehr beträgt.

    Dann kannst du den Akku irgendwann in der Pfeife rauchen.

    Bei mir wäre das so. Und bei vielen anderen auch.

  • Das Thema hier im Forum ist doch ganz einfach.


    Hier im Forum haben wir eine große Anzahl von Personen, die sich Autos leisten können, die Emotionen verbreiten können.

    Natürlich ist es toll einen R6, V8 oder gar V12 zu fahren, ein Cabrio oder als Förster eine schöne G-Klasse.

    Im Grundsatz nicht falsch, aber auch nicht absolut richtig.

    Mein alter Z4 macht mir mindestens soviel Spaß wie der M2, kostet aber einen Bruchteil.

    Freude am fahren muss nicht viel kosten.

    E36; E46, MX5, GT86... ich könnte viele Beispiele von günstigen Autos nennen welche viel mehr Emotionen auslösen als der heutige Einheitsbrei.

  • DAS nimmst du bitte sofort zurück ;) :D :D

    Ok, 1:0 für dich. :D

    Und wenn du regelmäßig über längere Zeit so lange Strecken fahren musst, dass der Anteil an DC 50% oder mehr beträgt.

    Dann kannst du den Akku irgendwann in der Pfeife rauchen.

    Ist bei mir auch so. Ich habe inzwischen 100% DC Ladeanteil, da die örtlichen AC Ladesäulen nach 4 Stunden Blockiergebühren verlangen und der eigentlich geplante Usecase, das Auto über Nacht an diesen aufzuladen, somit nicht mehr funktioniert. Außer einem sind die Kosten völlig egal. Und das sind sie mir nicht, auch wenn es ein Firmenwagen ist und die Ladekarte auf mein Arbeitgeber läuft.


    Mein Ladeverhalten gleicht inzwischen den normalen Tankverhalten. Wenn ich laden muss, fahre ich den nächsten HPC an und stehe da anstatt 5-10 Minuten halt 15-20 Minuten. Ich lade momentan allerdings nie auf 100%, da ich ja aktuell nicht viel fahren muss und daher immer auf ca. 70-80% auflade. Für die Batterie ist es sehr schädlich auf 100% aufzuladen und das Auto dann so stehen zu lassen. Daher habe ich aktuell meist die Ladezeit von 15-20 Minuten (im Schnitt 1 mal die Woche). Und das stört mich überhaupt nicht mehr.


    Letzte Woche hatte ich dann wieder mal Termine in Wolfsburg vor Ort und bin morgens hin und abends wieder heim gefahren. Da habe ich am Abend vorher natürlich auf 100% geladen.

    An dem Tag bin ich dann insgesamt 998 km gefahren, habe 4 mal geladen, das vierte mal nur ein sehr kurzer Stopp, um genau die Restkilometer nach Hause zu laden. Da bin ich dann 12 Minuten gestanden, an den anderen Ladepausen an den Raststätten zwischen 25 und 30 Minuten. In Wolfsburg habe ich während einer der Termine geladen und somit keine Zeit verloren. Damit habe ich auf der Fahrt von 998km insgesamt 65 Minuten zusätzlichen Zeitaufwand fürs Laden benötigt.

    Wobei bei einer Pause das Teams Meeting, welches ich während der Ladepause hatte, etwas länger ging und das Auto schon ca. 20 Minuten fertig geladen hatte, als ich fertig war. Aber das rechne ich jetzt mal nicht, da es nichts mit dem Laden zu tun hatte.


    Gegenüber mein vorherigen 440i bin ich für diese rund 1000km Tour eine halbe Stunde früher los gefahren und bin abends eine halbe Stunde später nach Hause gekommen.

    Man kann natürlich sagen, bei so einem Ritt (Ich war an diesem Tag Fahrzeit + Arbeitszeit rund 18 Stunden unterwegs) ist jede Minute mehr eine Minute zu viel. Aber für mich ist es inzwischen Normalität geworden.

    Gruß Micha


    "Wenn du glaubst alles unter KONTROLLE zu haben, bist du noch nicht schnell genug... "

    Einmal editiert, zuletzt von Micha M3 ()

  • Freude am fahren muss nicht viel kosten.

    E36; E46, MX5, GT86... ich könnte viele Beispiele von günstigen Autos nennen welche viel mehr Emotionen auslösen als der heutige Einheitsbrei.

    Erstaunlicherweise das einzige was mich wirklich jucken täte, wäre ein alter Traktor. :eek:


    In der Tat kommt nicht mehr viel raus dabei. Ist ein heutiger 530i schneller als sein Vorgänger E39? Jepp. Ist er sparsamer? Jepp. Also meistens. Aber irgendwie... hmmm... 2l-Luftpumpe mit Plateau. Da kannst auch nen Passat fahren wenn man nach dem Motor geht. Die knapp 30%-Aufpreis auf einen 3er touring war mir der Spaß jedenfalls nicht wert für den gleichen Motor vorne drin.


    Gegenüber mein vorherigen 440i bin ich für diese rund 1000km Tour eine halbe Stunde früher los gefahren und bin abends eine halbe Stunde später nach Hause gekommen.

    Man kann natürlich sagen, bei so einem Ritt (Ich war an diesem Tag Fahrzeit + Arbeitszeit rund 18 Stunden unterwegs) ist jede Minute mehr eine Minute zu viel. Aber für mich ist es inzwischen Normalität geworden.

    Momentan (!) kostet es noch Zeit, verstehe ich wenn das jemand nicht haben will. Aber es würde funktionieren. Ne Stunde auf 1000km ist so gesehen ja nicht mal wirklich "schlimm". Da hab ich auf 25km schon mehr "verloren". :mad:

    Bei 1000km in 18h inkl. Arbeit bist Du aber auch eher nicht im Windschatten von LKW geschlichen. ;) Wäre mal interessant, ob man z.B. mit X km/h weniger das nicht egalisieren könnte. Also man fährt länger, aber muss dafür weniger laden?

    Mir gefällt da, dass man sich - je nach persönlichen Begebenheiten ;) - so gesehen ums Tanken evtl. garnicht mehr oder zumindest selten kümmern muss. Wenn ich die Kiste in die Garage stelle mit 30% und irgendwem fällt ein, dass wir doch am nächsten Morgen in die Berge fahren könnten, dann schick ich ein Kind raus und sag "Steck das Auto ein und bring ein Bier mit rein". :hehe:

    Idealst ist natürlich ein Start-Ziel-Laden. Idealerweise sogar noch gratis. Also zumindest an einem Ende. :hehe: Ich denke, das wird immer mehr kommen dass Firmen Ladesäulen auf ihre Parkplätze stellen. Sowohl für Kunden als auch Mitarbeiter. Die Stadtwerke-Carsharer stehen hier im Stadtteil z.B. auf dem Parkplatz einer großen Gewerbeimmo. SIcher nicht für gratis. Kann mir gut vorstellen, dass man da auch Ladesäulen aufstellen kann. Wir haben tausende Parkplätze im Land die nachts leer stehen. Oft genug in Wohnnähe, da werden sicher einige drauf kommen dass man da auch Geld verdienen kann.

    Niemand kann Dir VORHER sagen wie man es richtig macht. Aber NACHHER wissen alle wie man es besser hätte machen können. :idee:

  • Micha M3 Ich bin mal gespannt, wie sich Dein Akku mit der ständigen Druckbetankung schlägt.


    In der Tat kommt nicht mehr viel raus dabei. Ist ein heutiger 530i schneller als sein Vorgänger E39? Jepp. Ist er sparsamer? Jepp. Also meistens. Aber irgendwie... hmmm... 2l-Luftpumpe mit Plateau.

    Jetzt weißt Du, warum ich meinen 530i nicht mehr verkaufen will. Der letzte frei saugende Reihensechser der Firmengeschichte.


    Zitat von Stefan

    Also man fährt länger, aber muss dafür weniger laden?

    Sowas kannst Du hier https://abetterrouteplanner.com/ ausrechnen und mit den Werten spielen.

  • Man kann natürlich sagen, bei so einem Ritt (Ich war an diesem Tag Fahrzeit + Arbeitszeit rund 18 Stunden unterwegs) ist jede Minute mehr eine Minute zu viel. Aber für mich ist es inzwischen Normalität geworden.

    Mag sein, daß so was bei Beratern zum üblichen Alltag gehört. Aber bei insgesamt 18 Stunden an einem Tag solltest du mal über das Thema 10h-Regelung und Bundesarbeitszeitgesetz nachdenken... jedenfalls dann, wenn du selbst gefahren bist.

  • Aber bei insgesamt 18 Stunden an einem Tag solltest du mal über das Thema 10h-Regelung und Bundesarbeitszeitgesetz nachdenken... jedenfalls dann, wenn du selbst gefahren bist.

    Interessiert bei Ärzten auch niemand: bei meinem letzten KV-Bereitschaftsdienst (Sa. 8.00 Uhr bis So. 7.00 Uhr) hat mich der Wagen gegen 9.30 Uhr abgeholt und gegen 6.10 Uhr zurück gebracht..... Mußte wenigstens nicht selbst fahren....


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Die Zeit die man an den Ladesäulen verbringt wird sich sehr schnell verlängern je mehr BEV auf der Straße sind, die Infrastruktur hinkt doch da gewaltig hinterher.


    An einer Autobahntankstelle tanken noch mal wieviel Auto pro Tag? Und dies an nur paar Zapfsäulen.


    Wenn man dann noch die längere Ladezeit bei den BEV berücksichtigt wartet man in Zukunft länger auf eine freie Ladesäule als dass man fährt. Die paar Hansel die im Moment mit einem BEV unterwegs sind sind doch im Gesamtautoaufkommen total zu vernachlässigen, deshalb funktioniert das auch halbwegs mit den freien Ladesäulen.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Jetzt weißt Du, warum ich meinen 530i nicht mehr verkaufen will. Der letzte frei saugende Reihensechser der Firmengeschichte.


    Sowas kannst Du hier https://abetterrouteplanner.com/ ausrechnen und mit den Werten spielen.

    War einfach ein Gedankenspiel ob es nicht Sinn macht, ggf. die gleiche Zeit zu brauchen oder gar weniger. Schätze, das wird sich in ein paar Jahren erledigt haben wenn man - auf Wunsch und gegen Kohle versteht sich - nicht länger braucht als für einen herkömlichen Tankvorgang.

    An einer Autobahntankstelle tanken noch mal wieviel Auto pro Tag? Und dies an nur paar Zapfsäulen.

    Augsburg-Ost? :D Gefühlt keiner, wir fahren da ja immer auf und winken auch oft von der FAHRRAD-Brücke den LKW zu. Hab erst Samstag zu meiner Frau gesagt, das ist nur ein großer LKW-Parkplatz. Tippe, die Edeka-Tanke macht mehr Spritumsatz.

    Ionity hat dort übrigens 4 x 350kw stehen und eon 50kw.


    Aber ich weiß was Du meinst. Momentan ist das nicht so recht vorstellbar. Mach ich mir aber auch wenig Gedanken, selbst wenn obiges Horrorszenario mit 2030 kommen sollte.

    Niemand kann Dir VORHER sagen wie man es richtig macht. Aber NACHHER wissen alle wie man es besser hätte machen können. :idee:

  • Micha M3 Ich bin mal gespannt, wie sich Dein Akku mit der ständigen Druckbetankung schlägt.

    Die Leasingdauer wird er wohl überstehen. Und mehr interessiert den Erstbesitzer nicht, weil er ja Garantie hat in der Zeit.


    Die Zweit- oder Drittverwertung wird halt spannend. Aber in ein paar Jahren wissen wir mehr darüber. Ich schätze, dass sich die Hersteller/Händler für diese Autos völlig neue Vertriebswege einfallen lassen müssen.

  • Bei Tesla kann man die Degradation auslesen, und da scheint es signifikante Unterschiede zwischen Bummel-Ladern und Supercharger-geplagten Akkus zu geben. Im Ergebnis sinken die Netto-Kapazität und die Laderate am Supercharger.


    Die Frage wird sein, wie aufwändig (und umweltschädlich) man dann den Akku oder einzelne Zellen tauschen kann.

  • Vor allem ist es wichtig, die Anzahl der Schnellladezyklen zuverlässig und manipulationssicher zu speichern und von jedem potentiellen Käufer problemlos auslesen zu lassen. Ist dann schon ein Unterschied, ob ich gebraucht so ne Kiste wie von Micha kaufe, die drei Jahre lang nur voll Stoff geladen wurde oder halt einen Wagen, der immer nur zuhause an der Wallbox genuckelt hat.

    Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.
    - Paul Sethe

  • Das etwas inseriert wird, heißt noch lange nicht, dass es auch verkauft wird uind schon gar nicht zum inserierten Preis.

    Aber das ist Dir sicher komplett neu.


    Der ist nämlich schon ne ganze Weile inseriert.