Elektromobilität - Zukunft, Chancen, Probleme

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  • 1000 km einfach mal so?
    Oder eher doch nur 100?

    Bringt Dir alles nichts. Das ist ja IMHO das große Problem an der Geschichte. Die meisten meiner Fahrten sind unterhalb von 50 km angesiedelt und wären elektrisch einwandfrei abdeckbar. Das sind aber "nur" 80% meiner Gesamtkilometer, vermutlich eher sogar weniger. Rein rechnerisch habe ich einen jährlichen Arbeitsweg von ~5000km im Jahr, der Rest von ungefähr 6000km sind private Fahrten von unterschiedlicher Länge, darunter mindestens 3 Strecken von einfach 150 bis xxx Kilometer.

    Nur hab ich halt keinen Bock auf längeren Fahrten einen unverhältnismäßig großen Zeitanteil mit Nachladen zu verbringen oder - sofern der Akku bis zum Ziel reicht - mich nach der Ankunft erstmal drum zu kümmern dass ich wieder heimkomme. Und nicht überall am Ziel kann man einfach so einstecken weil man z.B. in einem Hotel eine Ladestation vorfindet. Da bräuchte es dann teils wieder Abrechnungssysteme oder würdet Ihr Euren Gästen daheim gratis Strom hinstellen? Ich würde mir doof vorkommen wenn ich wo privat bin, da erstmal zu fragen "Kann ich bei Dir einstecken, sonst komm ich nicht mehr heim?" Und ähnlich verhält es sich bei mehreren Zielen die ich ansteuere. Bei einigen müsste ich da um Strom "betteln", und das will ich einfach nicht.

    Verbrenner -> Tankstelle -> fertig.

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  • Ist bei mir ähnlich, die meisten Fahrten sind unter 50 km. Häufiger aber auch mal 600-700km an einem Tag, meist ohne große Vorplanung, dann hab ich auch keine Zeit irgendwo aufs Laden zu warten. Und das, obwohl ich gerade diese regelmäßige Strecke gerne mit der Bahn fahre. Mehrfach im Jahr auch um die 1000km, im Urlaub häufig mit der zusätzlichen Schwierigkeit am Ende über Pässe fahren zu müssen.


    Selbst wenn es nur 1x im Jahr wäre, wenn es nicht geht geht es nicht und die meisten werden sich den Verbrenner nicht zusätzlich als Zweitwagen zum Elektrofahrzeug leisten können.

  • Ein reines E-Fahrzeug würde ich - zu einem angemessenen Preis - sicherlich beim nächsten Ersatz durchaus kaufen. Nur müsste das dann so angemessen sein, dass ich im Gegenzug die Kaspereien mit der Laderei in Kauf nehmen würde bzw. für wirkliche Langstrecken dann ein Mietfahrzeug nehmen rentabel wäre.

    Sicher sagt man gerne "dann mach halt mal Pause und trink nen Kaffee". Nur warum? Eine Strecke von Augsburg z.B. nach Fulda fahr ich mit einem Verbrenner in 3h durch. Solange halten üblicherweise auch meine Kinder und meine Blase aus. Warum soll ich da irgendwo dann eine Stunde rumstehen weil die Karre Strom braucht? Vom Nachladen am Ziel mal abgesehen.

    Wenn man die Fahrberichte diverser E-Fahrer sich so anschaut, dann sind Langstrecken auch elektrisch sicher machbar, eine gewisser Hang zur Selbstkasteiung scheint mir dabei aber durchaus nötig. Ich hab schlichtweg keine Lust meine Zeit beim Nachladen zu Verplempern wenn mir schon die Fahrerei ansich auf langen Strecken auf den Senkel geht.
    Wir fahren z.b. dieses Jahr an die Ostsee. 864km einfach. Ich werde wohl nachts um halb zwei, zwei die Kinder ins Auto tragen, losfahren und soweit km runterreißen bis sie wieder aufwachen. 150km vor dem Ziel kommt ein Tierpark, da wollen wir eine größere Pause machen. Da dürfte ich dann wohl genau passend zum Frühstück ankommen den bisherigen Erfahrungen auf solchen Strecken nach. Jede Pause vorher will ich vermeiden um in Ruhe fahren zu können weil sonst die Kinder aufwachen. Und das geht nicht, wenn ich bis zum Zwischenziel schon mindestens 2x laden muss. Und das nächste wäre dann, dass ich dem Ferienhausvermieter sicher nicht zumuten kann, dass er mir auch noch den Tank bezahlt wenn ich dort leer ankomme.

    Alternativ wäre natürlich auch ein elektrischer Stadtrutscher mit sagen wir 120 bis 150 km Gesamtreichweite auch etwas. Sowas für nen 100er im Monat leasen und das Ding wär geritzt. Den Aufpreis wäre ich bereit zu zahlen zu meinem bereits vorhanden Fahrzeug. Zwischen 79 und 99€ krieg ich ein 10tkm-Leasing beim Corsa-Händler ums Eck. Aber da muss man wohl auf die Chinesen warten. ;)

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    Einmal editiert, zuletzt von Stefan ()


  • Es wird auch immer davon ausgegangen, das jeder jede Nacht einen kompletten Akku laedt.


    Wenn man sich die BEV Fahrer anhört, dann ist der Hauptunterschied zwischen Verbrenner und E-Fahrzeug, dass man ein E-Fahrzeug lädt, wenn die Gelegenheit da ist, nicht wenn man es muss. Sprich, man fährt den Akku nicht leer und lädt ihn wieder komplett auf, wie man es bei einem Verbrenner macht, sondern steckt den BEV bei jeder Gelegenheit an den Lader. Im Regelfall ist die Batterie des BEV nie leer.
    Das ist auch die Kritik der BEV Fahrer an Ladeservices, die einen Pauschalbetrag pro Ladung berechnen. So wie es Audi gerade vorgestellt hat. Wenn man einen e-tron kauft, kann man den Audi Charging Service dazubuchen. Der Hautpkritikpunkt daran ist, dass für jede Ladung 5€ an AC, 8€ an DC und 16€ an Ionity berecnet wird.
    Gerade die 5€ für AC sind dabei extrem teuer, weil man typischerweise eben nicht den Akku leer fährt, sondern bei jede Gelegenheit, wenn das Auto abgestellt wird, das Auto an die Ladesäule hängt. Jedes mal wird 5€ abgebucht, auch wenn man nur wenig Strom lädt.
    Macht die Sache teuer. Auf den ersten Blick hört es sich günstig an, man kann den Akku an Ionity mit 16€ (wenn die Einführungspreise abgeschafft werden) oder mit 5€ am AC Lader voll laden. Der Denkfehler dabei ist nur, dass man das eben nicht so macht.


    Die Ausnahme sind natürlich Langstrecken.

    Gruß Micha


    "Wenn du glaubst alles unter KONTROLLE zu haben, bist du noch nicht schnell genug... "

    2 Mal editiert, zuletzt von Micha M3 ()

  • Und man sollte bitte das benachbarte Ausland nicht vergessen. Was nutzt es mich innerhalb D einigermaßen versorgt zu sein, wenn es bei den Nachbarn dann hinten und vorne nicht funktioniert.

    Wir fahren z.B. regelmäßig in die Schweiz + Österreich, da sind mir auf unseren Strecken bewusst noch keine Ladeoptionen ins Auge gefallen.

    Und z.B. in unserer Fewo (gehört nicht uns) im Tessin ist auf absehbare Zeit nicht daran gedacht in der TG Lademöglichkeiten zu schaffen.

    Grüße aus Köln
    Franz

  • Und man sollte bitte das benachbarte Ausland nicht vergessen.


    :D:D
    Österreich
    https://www.energiemagazin.at/…cht-der-stromtankstellen/
    Schweiz
    https://e-mobile.ch/de/elektro-tankstelle-finden
    Niederlande schaut auch gut aus.
    https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/Niederlande/


    Nur in Frankreich ist es bissel dünne. Da eint uns ja die Macht der Verbrennerlobby.
    https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/Frankreich/

    Einmal editiert, zuletzt von bmw550di ()

  • Und man sollte bitte das benachbarte Ausland nicht vergessen. Was nutzt es mich innerhalb D einigermaßen versorgt zu sein, wenn es bei den Nachbarn dann hinten und vorne nicht funktioniert.

    Wir fahren z.B. regelmäßig in die Schweiz + Österreich, da sind mir auf unseren Strecken bewusst noch keine Ladeoptionen ins Auge gefallen.

    Und z.B. in unserer Fewo (gehört nicht uns) im Tessin ist auf absehbare Zeit nicht daran gedacht in der TG Lademöglichkeiten zu schaffen.


    Schweiz / Österreich ist besser ausgestattet als Deutschland.
    Frankreich ist nicht so gut, aber bei meiner letzten Urlaubsfahrt habe ich darauf geachtet. Im Schnitt alle 100-120 km ein Schnellader auf den Autobahnraststätten.
    Passt dann auch. Am Urlaubsort selbst (Bretagne) war es dann wieder sehr dünn, aber hätte im Hotel laden können.


    Dünne sieht es in Italien und vor allem im Osten aus. In Süditalien gibt es gar nichts. Mit dem e-Auto nach Sizilien kann man aktuell wohl vergessen.
    Auch Spanien (alles südlich von Barcelona) und Portugal ist aktuell wohl nicht möglich. Malle scheint hingegen gut ausgestattet zu sein.

    Gruß Micha


    "Wenn du glaubst alles unter KONTROLLE zu haben, bist du noch nicht schnell genug... "

    Einmal editiert, zuletzt von Micha M3 ()

  • Dünne sieht es in Italien und vor allem im Osten aus. In Süditalien gibt es gar nichts. Mit dem e-Auto nach Sizilien kann man aktuell wohl vergessen.


    Ja dünne ist es in Italien, auf Sizilien sowieso. Aber mit nem i3 43kW kommt man wohl schon zurecht.

  • Oh cool. Nur acht- bis zehnmal Strom tanken mit dem i3 bis Sizilien wenn man mit 100 fährt. :D


    Von dir aus? Reicht im Leben nicht. :D Klappt gerade so mit dem Tesla, aber dann auch schneller als 100.



    Edit:
    Gerade mal im Planer eingegeben. Geht doch mit i3 und 7 Ladestopps. Aber man lädt halt viel länger und muss langsamer fahren. (33,5h vs 25,5h für die 2000km).

    3 Mal editiert, zuletzt von bmw550di ()

  • Oh cool. Nur acht- bis zehnmal Strom tanken mit dem i3 bis Sizilien wenn man mit 100 fährt. :D



    Der i3 ist auch nicht wirklich eine Referenz für solche Fahrten, handelt es sich bei dem Auto doch um ein Kurzstrecken- bzw. Stadtauto. Ein paar Jahre noch, dann gehen auch bei BMW 500 km. So hofft man zumindest. :crazy:

  • War ja auch nur als SCNR gedacht.

    200km gehen mit dem 94Ah allemal wenn man es nicht übertreibt. Wenn die Stationen exacto mundo stehen würden, dann gingen auch 250km. Wobei man dann natürlich immer voll laden müsste und das macht ja wenig Sinn wenn nur bis um die 80% Vollgas ist und dann runtergeregelt wird.

    Nervig wär´s mir trotzdem. Die 2000km fährt mit nem Diesel mit einem Tankstopp vermutlich. Und dann mit dem Zug heim weil se Dir unten die Karre klauen... :D

    Mometan ist das E-Auto auf Strecken einfach immer noch wie vor 15 Jahren das fahren mit LPG. Nur sinnvoll möglich mit Streckenplanung vorher. Wo kann ich, geht die Tanke überhaupt? Wobei man da aber zumindest noch den Benzintank dabei hatte. Das ist auch so bisschen ein kleines Problem. Ein Liegenbleiben kann man sich nicht wirklich leisten.

    Wird schon. Dauert halt. Aufgrund der Tankdauern müsste das Netz halt einen Ticken schneller wachsen als der Zuwachs an Fahrzeugen.

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  • Mometan ist das E-Auto auf Strecken einfach immer noch wie vor 15 Jahren das fahren mit LPG. Nur sinnvoll möglich mit Streckenplanung vorher. Wo kann ich, geht die Tanke überhaupt? Wobei man da aber zumindest noch den Benzintank dabei hatte. Das ist auch so bisschen ein kleines Problem. Ein Liegenbleiben kann man sich nicht wirklich leisten.


    Naja ne funktionierende Steckdose gibt es auch in Italien recht zahlreich. Klar die Ladezeit ist dann was anderes. Wobei es ja nicht falsch sein soll wenn auch mal der Weg das Ziel ist. Das man nun unbedingt im Urlaub die Stunden raus holen muss, die man sonst sinnlos an der Tankstelle verdrödelt? Ist glaub ich erholungstechnisch nicht unbedingt der beste Ansatz. :D

  • Hm, das wird mit steigenden Zulassungszahlen von BEVs wohl auch die Verbrennerfahrer betreffen: Das Autobahntempo dürfte deutlich sinken, weil Schnellfahren aufgrund der Ladezeiten für den Elektromobilisten den Reiseschnitt senkt. Man merkt ja jetzt schon, wie viele Tesla auf der rechten Spur im LKW-Tempo unterwegs sind. Wenn das erst mal richtig viele werden, betrifft das alle.


    Und dann ist das allgemeine Tempolimit 100km/h auch nur noch Formsache.

  • Man merkt ja jetzt schon, wie viele Tesla auf der rechten Spur im LKW-Tempo unterwegs sind. Wenn das erst mal richtig viele werden, betrifft das alle.


    Trefft ihr immer wieder auf die Teslafahrer die nicht wissen das schnell Laden und schnell Fahren schneller ist als verzweifelt zu schleichen? :crazy: :D

  • ... Man merkt ja jetzt schon, wie viele Tesla auf der rechten Spur im LKW-Tempo unterwegs sind. ...


    Selbst mit meinem Stadtmobil (BMW i3) bin ich auf Langstrecke nicht im LKW-Tempo unterwegs. Aufgrund der schlechten Aerodynamik beschränke ich mich gerne auf 110km/h, doch fahre ich durchaus auch mal 130-150km/h.


    Die wenigen Tesla, die ich sehe, bewegen sich eher mit 120-140km/h auf der Autobahn oder auch schneller, wenn Reichweite nicht das zentrale Thema ist.

  • Kommt jetzt auf die Langstrecke an was man drunter versteht. :D

    Wenn die Strecke in Richtung maximale Reichweite geht, dann bin ich auch der LKW-Typ. Wenn ich nur 50km vor mir hab, dann macht Sparen ansich ja wenig Sinn. Wenn aber mit 230km losfährst und 200km musst, dann sind 120 auf der AB nicht unbedingt zielführend.

    Teslas sehe ich aber auch in der Regel nur relativ langsam fahren, vielleicht mal 120. Also die eigentliche Leistung nützt da eigentlich wohl kaum einer aus. Daher verstehe ich auch den ganzen Leistungswahn nicht der da praktiziert wird. Selbst mit dem vergleichsweise lahmen i3 lässt an der Ampel praktisch alles andere stehen. Mit Fahrzeugen die in 4,x oder gar noch schneller auf 100 sind/wären sind doch eh die meisten Fahrer überfordert. Ist ja schon mit dem i3 kniffelig da beim Spurt nicht allzusehr über die 50 zu kommen. :crazy:

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