Elektromobilität - Zukunft, Chancen, Probleme

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  • Meine Frage war aber, warum es kein DEUTSCHER Autobauer hinbekommen sollte?

    Diese Frage beantwortet Herr Dudenhöffer in einem Interview:


    Zitat

    Aber der größte Vorteil von Tesla ist gar nicht so sehr der Technologie-Vorsprung, sondern das unfassbare Tempo. Wenn bei einem traditionellen Autobauer ein neues Auto geplant wird, muss es über Jahre eine komplexe Organisation durchlaufen und das kostet enorm Zeit. Angefangen von vielen Präsentationen und Strategiegesprächen im Vorstand, Prüfungen im Finanzbereich, Produktionsworkshops und Vorstandsterminen zu möglichen Produktionsstandorten und Zulieferangeboten. Innovationen verlieren damit erheblich an Zeit und Geschwindigkeit.


    Manchmal gewinnt man den Eindruck, sie werden im Schneckentempo bewegt. Klassische Autobauer sind Tanker. Bei Tesla ist Elon Musk in vielen Details zu Hause. Da geht es Schlag auf Schlag. Tesla ist kein Tanker, sondern eine Art Schnellboot mit einer Organisation, die ausschließlich auf Elon Musk und damit hohes Innovationstempo zugeschnitten ist. Das ist der eigentliche Unterschied zu Tesla. Es ist ein anderes Unternehmen, so wie es Apple unter Steve Jobs war.


    BMW/Tesla: Autopapst Dudenhöffer über E-Auto - „Größte Wettbewerbsvorteil von Tesla nicht Batterie, sondern…“  | Wirtschaft

  • Völlig richtig. Deutsche Unternehmen werden von Managern im Namen der Aktionäre geführt und müssen Dividenden zahlen können. Tesla und Apple (bis vor kurzem) von deren Gründern und ohne "Rücksicht auf Verluste" (und das ist durchaus ernst gemeint)

  • Tesla hat auch Aktionäre (sogar hier im Forum ;) ) ...

    Das sind weniger Aktionäre als Spekulanten.

    Soweit ich informiert bin, hat Tesla bislang noch einen Cent Dividende ausgeschüttet.

  • Völlig richtig. Deutsche Unternehmen werden von Managern im Namen der Aktionäre geführt und müssen Dividenden zahlen können. Tesla und Apple (bis vor kurzem) von deren Gründern und ohne "Rücksicht auf Verluste" (und das ist durchaus ernst gemeint)

    Die Frage ist, ob sie gut und zukunftssicher geführt werden. Man kann ja gerne für sich persönlich die Entwicklung richtig oder falsch finden, ihre Existenz muss man anerkennen. Kalifornien ist der nächste Sargnagel für Verbrenner, und man bekommt den Eindruck, als seien die deutschen Autohersteller immer noch nicht richtig wach. Für uns als bisher führende Autonation könnte das fatal enden.


    edit: Übrigens, noch ein Aspekt. Man mache sich klar, dass wir derzeit die maximal autofreundliche Konstellation in der Bundesregierung haben. Praktisch jede andere, realistische Regierungsoption wird das Umfeld für die Hersteller schwieriger machen. Und natürlich wird es irgendwann einen Wechsel geben, das ist normal in einer Demokratie...

    2 Mal editiert, zuletzt von mueckenburg ()

  • ... und man bekommt den Eindruck, als seien die deutschen Autohersteller immer noch nicht richtig wach. Für uns als bisher führende Autonation könnte das fatal enden.

    Vor allem die hier im Forum vertretene Marke ist da am aller schlechtesten aufgestellt 8|

  • Die Frage ist, ob sie gut und zukunftssicher geführt werden. Man kann ja gerne für sich persönlich die Entwicklung richtig oder falsch finden, ihre Existenz muss man anerkennen. Kalifornien ist der nächste Sargnagel für Verbrenner, und man bekommt den Eindruck, als seien die deutschen Autohersteller immer noch nicht richtig wach. Für uns als bisher führende Autonation könnte das fatal enden.

    Das ist durchaus richtig und das denke ich auch.

    Aber solange die Honorare des Top-Managements defacto an sehr stark an die ausgeschütteten Dividenden gekoppelt sind, ist das Ergebnis vorhersagbar.

    Man macht eben nur soviel, wie zur Erreichung der gesetzlich Vorschriften notwendig ist.

    Echte Innovationen kosten nunmal sehr viel Geld in den ersten Jahren und bringen erst nach mehreren Jahren einen positiven ROI. Dann sind die o.e. Manager aber meistens schon lange nicht mehr im Dienst.


    Bei Firmen mit breitem Streubesitz (VW, Daimler) ist das irgendwo eine zwingende Konsequenz. Weshalb man bei BMW mit einem einzigen Mehrheitsaktionär in dieselbe Kerbe springt, erschließt sich mir allerdings weniger.

  • Was umso unverständlicher ist, weil sie eigentlich mit i3 und i8 mal weit vorne mitspielten? :confused:

    Aber nicht am Ball geblieben sind.


    Der Offenbarungseid des Ex Audi Entwicklungschef streut noch Salz in die Wunde:

    Im Gespräch mit Ex-Audi-Entwicklungschef Peter Mertens - auto motor und sport


    Ich bin drauf und dran wenn mein eUp Liefertermin im November nicht eingehalten wird vom Kauf zurück zu treten. Von 6 auf 9 Monate Lieferzeit mache ich noch mit, danach können sie ihr Phantomfahrzeug behalten. Kommt ja doch nicht....

    Meinst Du den hier:

    VW e-Up, Seat Mii electric und Skoda CitigoE iV: Unbestellbar - auto motor und sport


    Es sind 16(!) Monate :p

    Zitat

    [...] ist bei Skoda der CitigoE iV einfach nicht mehr konfigurierbar. Sobald die restlichen Bestellungen vom Band gelaufen sind, nehmen ihn die Tschechen komplett vom Markt.


    ^^


    Das was sich gut verkauft, wird vom Markt genommen, anstatt die Produktionskapazitäten zu steigern.


    Geniale Firmenpolitik :top: :top: :top:

  • Das was sich gut verkauft, wird vom Markt genommen, anstatt die Produktionskapazitäten zu steigern.

    Man wollte nur die Co2-Quote schaffen. Dank der eigenen Wahrnehmungsstörung (man verbreitet ja seit Jahren völligen Stuss zum BEV) ging man davon aus das man nachhelfen muss.


    Es hätte keinerlei Förderung gebraucht und die subventionierten Leasingangebote sind überflüssig wie ein Kropf.


    Die Nachfrage ist seit Jahren höher als das Angebot. Trotz zum Teil schrottiger Fahrzeuge der Verbrennerhersteller die dern mal ohne DC-Laden und mit einphasigen AC-Laden daherkommen. Die gern mal keine Akkuklimatisierung haben oder auch mal keine App fürs Ladestand prüfen oder Vorklimatiseren.


    Was wir brauchen ist Förderung von Ladeinfrastruktur. Was nicht brauchen ist die Schaffung neuer marktbeherrschender Großanbieter.

    Während ionity weiter ungestraft alle nicht genehmen Kunden abzieht, haben die genehmen Kunden (Produkte der Gesellschafter) diverse Vorteile. Kartellämter üben sich wieder im wegschaun.

  • Was wir brauchen ist Förderung von Ladeinfrastruktur.

    Ja, auch, definitiv!


    Ist wie die Henne und das Ei.

    Ohne E-Autos investiert kein Stromversorger in Ladestationen.

    Und keiner kauft sich ein BEV, wenn er es nirgends laden kann.

  • Das geht auch nur Zug um Zug. Jetzt 10 Mio Ladesäulen aufstellen für derzeit 200t Elektroautos ist natürlich auch undenkbar, weil sich die Investition für niemanden lohnt.

  • Es hätte keinerlei Förderung gebraucht und die subventionierten Leasingangebote sind überflüssig wie ein Kropf.


    Die Nachfrage ist seit Jahren höher als das Angebot...

    Mal wieder ein köstlicher Scherz.:D

    Du hast schon mitgekriegt, dass erst seit der massiven Förderung die Nachfrage gestiegen ist? Meinst du die Förderungen wären beschlossen worden, weil die zu viel Geld rumliegen hatten?

    Oder war die BEV-Lobby so stark?:D


    Wenn ich nur zehn BEV anbiete und 50 wollen eins kaufen, ist die Nachfrage natürlich höher. Hätten die 100 Angeboten wären sie auf der Häfte sitzen geblieben.

    Gruß
    schecke

  • Du hast schon mitgekriegt, dass erst seit der massiven Förderung die Nachfrage gestiegen ist?

    Welche BEV waren denn vor der Fördung nicht verkaufbar und standen wie Blei in den Autohäusern?


    Wenn ich nur zehn BEV anbiete und 50 wollen eins kaufen, ist die Nachfrage natürlich höher. Hätten die 100 Angeboten wären sie auf der Häfte sitzen geblieben.

    Wer hat den 10 angeboten und hätte 100 liefern können?

  • Das was sich gut verkauft, wird vom Markt genommen, anstatt die Produktionskapazitäten zu steigern.


    Geniale Firmenpolitik :top: :top: :top:

    Der Grund könnte auch ein anderer sein:

    Das Auto ist aufgrund des Preises ein Zuschussgeschäft.

    Es wurde zwar damit gerechnet, bei dem Modell soundsoviel pro Fahrzeug drauf zu zahlen, aber wenn halt mit z.B. 5000 verkauften Einheiten gerechnet wird und es dann aufgrund der Prämienpolitik einiger Länder dann 50.000 werden, wird halt irgendwann die Reissleine gezogen.


    Und es erzähle mir niemand, dass das nicht sein kann - das gabs schon öfter - ich fahre so ein Zuschussgeschäft, bei dem allerdings die Entwicklungskosten so hoch waren dass man sie nicht mehr reingekriegt hat und man daher nach ner gewissen Zeit die angestrebte Stückzahl erhöht und einiges am Fahrzeug eingespart hat, um den Verlust pro Fahrzeug am Ende etwas in Grenzen zu halten.

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Der Konzern wird aber BEV brauchen, um demnächst nicht die CO2 Strafen für die GTIs und TDIs zu zahlen.

    Insofern darf man diese Kosten ruhig dazurechnen.

    Und warum nicht das nehmen, was vom Kunden bereits jetzt schon akzeptiert wird und kein fraglicher ID.3 der sicher auch in den ersten Jahren die kosten die er verursacht hat, nicht reinholt.

  • Welche BEV waren denn vor der Fördung nicht verkaufbar und standen wie Blei in den Autohäusern?

    Die wenigen die es gab wurden natürlich verkauft. Es ist aber nicht so, dass sie wesentlich mehr hätten verkaufen können. Das sieht heute dank verbesserter Technik , Reichweite und massiver Förderung anders aus.

    Wer hat den 10 angeboten und hätte 100 liefern können?

    Keiner, deshalb gab es ja auch eine höhere Nachfrage wie das Angebot. Bei 100 wäre das wohl nicht so gewesen.

    Gruß
    schecke

  • Welche BEV waren denn vor der Fördung nicht verkaufbar und standen wie Blei in den Autohäusern?


    Wer hat den 10 angeboten und hätte 100 liefern können?


    In dem Verhältnis sicher nicht, aber ich zB hätte mir den E-Golf vermutlich nicht gekauft, wenn er nicht so krass günstig gewesen wäre. Richtig ist aber auch, dass VW sich offenbar mal wieder verkalkuliert hat, immerhin sollte ich ihn im November bekommen, dann im Januar, dann im März und daraus ist dann Mai geworden.


    Der Grund könnte auch ein anderer sein:

    Das Auto ist aufgrund des Preises ein Zuschussgeschäft.

    Es wurde zwar damit gerechnet, bei dem Modell soundsoviel pro Fahrzeug drauf zu zahlen, aber wenn halt mit z.B. 5000 verkauften Einheiten gerechnet wird und es dann aufgrund der Prämienpolitik einiger Länder dann 50.000 werden, wird halt irgendwann die Reissleine gezogen.

    Hm, das wäre dann "vom eigenen Erfolg überrollt". Es ist natürlich schon so, dass ja letztendlich die Hersteller die Prämien einstecken, weil das in den Preis oder die Leasingrate einkalkuliert wird. Dann stimmt also etwas ganz Grundsätzliches nicht in der VK-Preis-Bestimmung.

  • Und es erzähle mir niemand, dass das nicht sein kann - das gabs schon öfter - ich fahre so ein Zuschussgeschäft, bei dem allerdings die Entwicklungskosten so hoch waren dass man sie nicht mehr reingekriegt hat und man daher nach ner gewissen Zeit die angestrebte Stückzahl erhöht und einiges am Fahrzeug eingespart hat, um den Verlust pro Fahrzeug am Ende etwas in Grenzen zu halten.

    Beim i3 scheint das besser zu laufen:

    Zitat

    Der i3 verkauft sich im 7. Produktionsjahr besser den je. Um die ganzen Bestellungen bedienen zu können, musste BMW sogar die Produktionskapazitäten hochfahren und verzichtete deshalb auf die Sommerpause im Werk Leipzig.

    [...]

    Die Investitionen sind längst abgeschrieben, jetzt verdiene man Geld.

    BMW i3 (2020): Produktion gesteigert, Bauzeit bis 2024 verlängert - auto motor und sport


    Aber mit nur einem einzigen Auto steht BMW ansonsten ziemlich auf dem BEV Abstellgleis 8|