Photovoltaik + Stromspeicher für den Eigengebrauch

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  • So lange man eine 0815 Anlage ohne Speicher hat ist die Sache ja relativ klar und einfach.


    Kompliziert wird es erst mit dem Speicher. Bei mir ist es eine 9,5KWp Anlage mit 10KWh DC Speicher. Da ich erst nach 7 Jahren in die so genannte Kleinunternehmer Regelung Wechsel kann ich die Umsatzsteuer mir ja wiederholen für PV Anlage und Speicher da beides gleichzeitig beschafft wird.

    Wie sieht es jetzt aber mit der Ertragssteuer aus. Wenn man den Speicher nicht über die AFA Abschreiben kann dann sehe ich nicht wie sich ein Speicher jemals rechnen soll!? Der Speicher rechnet sich bei mir egal wie ich es rechen nur über die Steuerentlastung und wenn die weg fällt ist das ein Verlustgeschäft.

    Ich will aber nicht ausschliessen dass ich hier einen Denkfehler habe bin mir aber auch sicher dass 95% der PV Kunden nicht den blassesten Schwimmer haben was so eine Anlage steuertechnisch im Detail bedeutet.

  • So lange man eine 0815 Anlage ohne Speicher hat ist die Sache ja relativ klar und einfach.


    Kompliziert wird es erst mit dem Speicher. Bei mir ist es eine 9,5KWp Anlage mit 10KWh DC Speicher. Da ich erst nach 7 Jahren in die so genannte Kleinunternehmer Regelung Wechsel kann ich die Umsatzsteuer mir ja wiederholen für PV Anlage und Speicher da beides gleichzeitig beschafft wird.

    Wie sieht es jetzt aber mit der Ertragssteuer aus. Wenn man den Speicher nicht über die AFA Abschreiben kann dann sehe ich nicht wie sich ein Speicher jemals rechnen soll!? Der Speicher rechnet sich bei mir egal wie ich es rechen nur über die Steuerentlastung und wenn die weg fällt ist das ein Verlustgeschäft.

    Ich will aber nicht ausschliessen dass ich hier einen Denkfehler habe bin mir aber auch sicher dass 95% der PV Kunden nicht den blassesten Schwimmer haben was so eine Anlage steuertechnisch im Detail bedeutet.

    Was meinst Du mit Ertragssteuer? Die kenne ich nur im Zusammenhang mit Zinsen als Kapitalertragssteuer.

    Hab mal in der Mail direkt geantwortet.

    Das Schweigen wäre ein Eingeständnis, die Rechtfertigung eine Antwort auf den Verdacht. So verfahren alle Diktaturen mit ihren Gegnern.


    Jörg Baberowski


  • Ganz klar:


    zu 1) Der Speicher kann nur dann abgeschrieben werden, wenn er ZUSAMMEN mit der ERSTEN PV-Anlage angeschafft wurde. Dann gilt für diesen Speicher dieselbe Abschreibung wie für die PV-Anlage und da sind momentan nur lineare Abschreibung auf 20 Jahre zulässig. Sprich also 5% der Netto-AHK.


    zu 2) Liebhaberei liegt dann vor, wenn man weniger als 10% des gesamt erzeugten Stroms in das öffentliche Netz einspeist (das betrifft immer das Kalenderjahr).


    zu 3) Ob und wie Du finanzierst ist für die steuerliche Betrachtung vollkommen egal. Die Zinsen, so welche anfallen, sind im Rahmen der jährlichen G+V anzusetzen, maximal aber für die Betriebsdauer von 20 Jahren.


    Zusatz: Wie das Ganze überhaupt nach 20 Jahren funktioniert, weiß ja bislang noch keiner.

  • Detlev

    Zu 1.

    Hmm wenn man die aktuellen Artikel im Netz dazu liest scheint der Speicher irgendwie ausgenommen zu sein und oder es gilt nur bei DC Speichern.

    Also du schreibst den kompletten Anschaffungswert als AFA über die 20Jahre ab inkl. Speicher.


    Zu2.

    Ah ok, danke für die Info. Das ergibt für mich Sinn.


    Zu3. passt.

  • Laut Finanzverwaltung ist der Batteriespeicher ertragsteuerlich nicht Teil der Abschreibung. Umsatzsteuerlich kann man die Vorsteuer aber ziehen, wenn man zur USt optiert UND der Speicher gleichzeitig mit der Anlage gekauft wird.

    Das ist nicht korrekt, was die Abschreibung angeht.

    Bedingung ist aber, wie schon vorerwähnt, dass es sich um EINE EINZIGE INSTALLATION handelt, die mit EINEM VERTRAG beauftrag wurde.


    Habe ich auch extra durch meine StB nochmal prüfen lassen.

  • Detlev

    Zu 1.

    Hmm wenn man die aktuellen Artikel im Netz dazu liest scheint der Speicher irgendwie ausgenommen zu sein und oder es gilt nur bei DC Speichern.

    Also du schreibst den kompletten Anschaffungswert als AFA über die 20Jahre ab inkl. Speicher.

    Ja.

  • Sodele, ich hab' dann mal was gebastelt.


    Idealerweise hat mein Wechselrichter zwei Kühlkörper unter die ziemlich genau je ein 92 mm Lüfter passt. Also zwei temperaturgeregelte Arctic F9 Pro TC geordert und mit geringem Abstand an die Wand gebaut. 12 V Netzteil dran und eine Zeitschaltuhr, die von 8 bis 18 Uhr auf an schaltet. Bei normalen Temperaturen drehen die Lüfter aber eh nur 400 U/min und verbrauchen zusammen 1,6W. Wenn die Temperatur am Sensor auf >32°C steigt, wird die Geschwindigkeit erhöht, und ab 38°C laufen die mit 2.000 U/min und verbrauchen zusammen satte 5,4 W.


    Bild Lüfter

    Bild Sensor


    (wieso bekomme ich die Bilder vom Treffserver nicht mehr als Bild verlinkt? :idee:)


    Die Sensoren habe ich erst einmal mit je einem Mauly an den Kühlkörper geklemmt. Wie befestigt man so etwas professionell? Vielleicht lasse ich es auch so, funktioniert jedenfalls.


    Sobald ich hier wieder vollen Sonnenstand habe, berichte ich die neue Temperatur.

  • Liebhaberei liegt aus stl. Sicht dann vor, wenn die Gewinnerzielungsabsicht fehlt. Dabei wird auf den sog. Totalgewinn geschaut, d.h. das Vorliegen eines positiven Gesamtergebnisses von der Gründung bis zur Aufgabe. Allerdigs war die Rechtsprechung bislang bei PV recht nachsichtig diesbezüglich.


    Daß sich ein Batteriespeicher gegenwärtig keinesfalls lohnt und die Rendite massiv drückt wurde hier doch schon häufig thematisiert?!

    Frederic

  • Liebhaberei liegt aus stl. Sicht dann vor, wenn die Gewinnerzielungsabsicht fehlt. Dabei wird auf den sog. Totalgewinn geschaut, d.h. das Vorliegen eines positiven Gesamtergebnisses von der Gründung bis zur Aufgabe. Allerdigs war die Rechtsprechung bislang bei PV recht nachsichtig diesbezüglich.


    Daß sich ein Batteriespeicher gegenwärtig keinesfalls lohnt und die Rendite massiv drückt wurde hier doch schon häufig thematisiert?!

    Mit jeder weiteren Strompreiserhöhung rückt der Speicher weiter nach Norden in die schwarzen Zahlen. Seit der Inbetriebnahme meiner Anlage vor knapp 1 Jahr gab es bereits 3 davon.


    Heute mit über 61 kWh Erzeugung den bisher besten Tag in diesem Jahr gehabt. :)

    Das Schweigen wäre ein Eingeständnis, die Rechtfertigung eine Antwort auf den Verdacht. So verfahren alle Diktaturen mit ihren Gegnern.


    Jörg Baberowski

    Einmal editiert, zuletzt von tom01 ()

  • Liebhaberei liegt aus stl. Sicht dann vor, wenn die Gewinnerzielungsabsicht fehlt. Dabei wird auf den sog. Totalgewinn geschaut, d.h. das Vorliegen eines positiven Gesamtergebnisses von der Gründung bis zur Aufgabe. Allerdigs war die Rechtsprechung bislang bei PV recht nachsichtig diesbezüglich.

    Das ist mal die grundsätzliche Regelung, die für jedes Gewerbe gilt.


    Für die PV-Anlagenbetreiber gibt es darüber hinaus eben noch die 10%-Regel für die Einspeisung.

    Wobei aus steuerlicher Sicht FÜR DEN STAAT eigentlich der eigengenutzte Strom deutlich mehr Steuern bringt, als die Einspeisung (zumindest für alle Anlagen die in den letzten paar Jahren in Betrieb gegangen sind, da die Einspeisevergütungen seit Jahren unter dem Netzbezugspreis liegen, die man aber für den Eigenverbrauch ansetzen muss.

    Das hat mit Logik zwar nichts zu tun, ist nun mal das augenblich gültige Szenario.

    Daß sich ein Batteriespeicher gegenwärtig keinesfalls lohnt und die Rendite massiv drückt wurde hier doch schon häufig thematisiert?!

    Das kannst Du so nicht konstatieren. Es gibt durchaus Fälle, in denen sich ein Speicher amortisiert und sogar noch eine kleine Rendite abwirft nach 12-15 Jahren.

    Dazu muss man natürlich Annahmen machen. Und wie bei jeder Investition sind Vorhersagen immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet, besonders wenn sie die Zukunft betreffen ;)


    Bei uns hat sich z.B. der Strompreis von 2018 auf 2019 von 23,84 ct netto auf 26,54 ct netto erhöht. Das mal eben schlappe 11,3%.

    In meiner eigenen Kalkulation bin ich dagegen nur von einer Preissteigerung von durchschnittlich 2% p.a. ausgegangen und komme dann auf eine Amortisation meiner Speichertechnik bei ca 16-17 Jahren raus. Durch den Preissprung rückt die Amortisation jetzt locker um 2-3 Jahre nach vorne.

    Und das aber bei eine Anlage, die nach "normalen" Begriffen eigenlich oversized ist. Also ganz gewiss nicht nach der besten Rendite konfiguriert ist. Bei mir stand die Versorgungssicherheit an erster Stelle der Bedingungen.

  • Heute war unsere Anlage ziemlich am Limit. Über 14 KW in der Spitze.


    Davon gehen 2 KW an die Batterien (also nicht über den WR) und der WR hat eine Leistung von 12 KW-Dauerleistung und 15 KW-Peak.

    Trotzdem war der Kühlkörper nur 1° wärmer als bei der letzten Messung, also heute 54°.

  • Misst Du den KK (Kühlkörper) selbst?


    screenshot_2020-04-19_portal_491924004126ckc2.png




    Heutiger, bisheriger Verlauf. In den Einzelwerten war ich mit Sicherheit auch am Maximum der Anlage.

    Das Schweigen wäre ein Eingeständnis, die Rechtfertigung eine Antwort auf den Verdacht. So verfahren alle Diktaturen mit ihren Gegnern.


    Jörg Baberowski

    2 Mal editiert, zuletzt von tom01 ()

  • Hatte gerade eine interessante Diskussion am Telefon.


    Nochmal ein Frage zur Steuer.


    Für den direkt genutzten Strom wird ja die Umsatzsteuer fällig, so weit so klar.

    Wird für den direkt genutzten Strom zusätzlich auch nochmal die Einkommensteuer erhoben?

    Ein Beispiel:

    2000Kwh im Jahr werden direkt verbraucht.

    Einkommenssteuer: 2000Kwh x 0,27Euro/Kwh (aktueller Bezugspreis Strom) x 0,42 Steuersatz = 226,80Euro Einkommenssteuer.


    Wenn das so stimmt kann sich ein Speicher ja quasi nie rechnen. Da für jede KWh nicht nur die Umsatzsteuer sondern auch noch die Einkommenssteuer erhoben wird.

  • Grundsätzlich ist die Rechnung richtig. (Ohne die AfA zu berücksichtigen)

  • Hmm. Ok, ich finde das sehr spannend und denke mal dass das kaum einer nur ansatzweise ganzheitlich umrissen hat was das steuertechnisch bedeutet.


    Damit ist ein Speicher ja per se nicht wirtschaftlich sondern deckt andere Bedürfnisse ab wie z.b. dauerhaft Energieversorgung oder Sicherheit. Damit ist der Speicher bei mir endgültig raus. Und selbst die PV Anlage steht dann ja deutlich schlechter dar in der Amortisationsdauer. Verrückt für jede Kwh die ich selber produziere round about 15cent Steuern zu bezahlen.

  • An welchen Amortisationszeit einer PV-Anlage hättest Du denn so ungefähr gedacht? 2 Jahre? :D

    Niemand kann Dir VORHER sagen wie man es richtig macht. Aber NACHHER wissen alle wie man es besser hätte machen können. :idee:

  • Interessant, höre ich zum ersten Mal.


    Was können denn die langjährigen Photovoltaikisti dazu sagen?

    Das Schweigen wäre ein Eingeständnis, die Rechtfertigung eine Antwort auf den Verdacht. So verfahren alle Diktaturen mit ihren Gegnern.


    Jörg Baberowski

  • Das eine ist die Betriebseinnahmenseite, im Wesentlichen die Einspeisevergütung und der Eigenverbrauch. Dagegen läuft die Betriebsausgabenseite, im Wesentlichen Abschreibung und Fremdkapitalzinsen. Kenne die genauen Daten nicht, und werde mich auch hüten, hier eine Rechnung aufzumachen, aber es würde mich jedenfalls wundern, wenn da ein größerer, zu versteuernder Gewinn übrig bliebe. Sooo rentabel ist PV auch wieder nicht. :D

  • So ist mir das auch bekannt.


    Mir ist nicht nachvollziehbar wie man zu der o.g. Annahme gelangt.

    Das Schweigen wäre ein Eingeständnis, die Rechtfertigung eine Antwort auf den Verdacht. So verfahren alle Diktaturen mit ihren Gegnern.


    Jörg Baberowski