Führungsschiene Steuerkette gebrochen - Motorschaden

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  • Guten Tag Gemeinde,


    ich fahre folgendes Fahrzeug: E93, 320i, Bj 12/08, 103.000 km.


    Unter Volllast hatte ich die Fehlermeldung "geringer Öldruck". Daraufhin ab zum Freundlichen. Nach langer (und teurer [1.500 €]) Diagnose wurde festgestellt, dass eine Führungsschiene der Steuerkette gebrochen ist und sich mittlerweile Späne im Motor befinden. Dementsprechend müsse ein neuer Motor rein - Kostenpunkt rd. 9000 €. Nun sind ja die 3er dafür bekannt gewesen, Probleme mit der Steuerkette / den Führungsschienen zu haben, so dass BMW Reparaturen ggf. auf Kulanz durchführt / durchgeführt hat. Meine Frage: Hat jem. ein ähnliches Problem erlebt und kann etwas zur Kulanz sagen?


    MfG

    Einmal editiert, zuletzt von chris1982 ()

  • Kulanz ist eine freiwillige Kostenübernahme des Herstellers, und auch an ein paar Bedingungen gebunden. Eine davon wäre z.B. das dass Serviceheft vollständig ist.


    Bei meinem E91 320i wurde auf Kulanz die Steuerkette getauscht, ich musste nur das Öl und den Filter selber bezahlen.


    Bei einem bekannten (Audi) wurde der Motor und die Arbeitszeit anteilig übernommen.


    Es sind immer Einzelfallentscheidungen.


    Gruß René

  • Eine davon wäre z.B. das dass Serviceheft vollständig ist.

    Das ist die wichtigste Bedingung. Wenn das nicht der Fall ist, geht gar nichts.
    Desweiteren macht es einen Unterschied, wie sehr der Händler sich für dich einsetzt bzw einsetzen kann.


    Bei einem 9 Jahre alten Auto würde ich, selbst bei diesem niedrigen Kilometerstand, aber nicht allzu viel erwarten.

  • Kulanzanfrage kann man stellen, aber bei dem Alter wäre es ein Wunder wenn da was positives zurück kommt.


    Die Diagnose der Werkstatt kann ich nicht nachvollziehen. Wenn du nicht kilometerweise ohne Öldruck gefahren bist sollte da nichts im Motor passiert sein. Späne in der Ölwanne können einfach von der rumschlagenden Kette stammen.
    Ich würde vom Türken meines Vertrauens ne neue Kette drauf machen lassen, Öl wechseln und schauen ob der Motor noch ordentlich läuft.

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  • Bei einem 9 Jahre alten Auto würde ich, selbst bei diesem niedrigen Kilometerstand, aber nicht allzu viel erwarten.

    Ich bin neulich mit meiner nicht mehr funktionierenden Heizung im Wohnwagen zum Hersteller-Service-Zentrum gefahren. Die haben die gereinigt, getestet und wieder zum Laufen gebraucht. Ich hatte mit einem 1200€-Tausch gerechnet. Letztlich waren es dann 20€ meinerseits in die Kaffkass. Bei einem 31 (!) Jahre alten Gerät.

    Könnte sich so mancher Premium-Hersteller sicher eine Scheibe abschneiden. Muss ja nicht alles für gratis sein, aber ein gewisses Entgegenkommen ist gut angelegtes Geld in aller Regel.

    Trigger-Warnung: Posting kann Spuren von Sarkasmus enthalten!

  • Hat jem. ein ähnliches Problem erlebt und kann etwas zur Kulanz sagen?



    Bei dem Alter und wenn du kein lückenloses Serviceheft hast, wirds bestimmt nichts mit Kulanz.
    Ich würde in Netz nach überholten Motoren suchen (gibts von Fachfirmen für ca. 4000 €) und den einbauen lassen.
    Oder du verkaufst die Karre als Teilespender und kaufst dir einen nagelneuen Dacia um die 9000 € - wenn du nur 4 Räder und ein Dach brauchst um von A nach B zu kommen :)
    Bezüglich Steuerkette liest man immer wieder von Problemen, sind halt auch viele Teile drann die zicken können. Moderne Riemenwechselintervalle sind heute schon bei bis zu über 200.000 km weshalb ich die Sinnhaftigkeit der Kette irgendwie anzweifle. Alle 150.000 km Riemen und Wasserpumpe tauschen wäre mir ehrlich gesagt lieber als die ständige Unsicherheit ob sich was auflöst oder wenn die Kette mal etwas Geräusche macht.

  • Alle 150.000 km Riemen und Wasserpumpe tauschen wäre mir ehrlich gesagt lieber als die ständige Unsicherheit ob sich was auflöst oder wenn die Kette mal etwas Geräusche macht.

    So ein Riemen kann auch vorzeitig wegfliegen.


    Wenn man die Steuerketten richtig macht, halten sie auch. Diese Probleme mit den Führungsschienen gibt es auch erst in den neueren Modellen, da wurde wohl irgendwas eingespart.
    Bei M50/M52/M54 waren die Ketten m.W. noch unauffällig.

  • Das Problem mit den Steuerketten kenne ich in Masse eigentlich nur vom N47 Diesel bis 09/2013. Meine wurden letzten Monat auf Kulanz von BMW getauscht.

    Beim Benziner habe ich da echt nur vereinzelt von gehört.
    Eine Nachfrage ist es mit Sicherheit wert - die grundlegenden entscheidungsgebenden Kriterien sind ja schon oben genannt.
    Dazu kommt i.d.R. noch die Frage, ob es ein bekanntes Serienproblem ist (dann neigt BMW natürlich eher zur Kulanz) oder ob es eher ein Einzelfall ist.
    Ausgeschlossen ist Kulanz aber auch im zweiten Fall nicht.
    Sieh zu, dass du einen Serviceberater kriegst, der sich der Sache auch wirklich annimmt, denn die Art und Detailliertheit des Antrags bei BMW hat einen erheblichen Einfluss auf die Erfolgsaussichten.

    Viel Glück.

    Wenn man anne Decke guckt, kann man ganz schlecht schlucken...

  • Das Problem mit den Steuerketten kenne ich in Masse eigentlich nur vom N47 Diesel bis 09/2013. Meine wurden letzten Monat auf Kulanz von BMW getauscht.


    Naja...der N47 hat nicht ein Problem mit der Steuerkette, sondern viele verschiedene.
    Bei den Benzinern ist es anders, da ist es klar umgrenzt mit fehlender Kraft vom Kettenspanner, ner Kette die schlägt und die Plastikschienen ruiniert.



    Beim Benziner habe ich da echt nur vereinzelt von gehört.


    Beim 1.6l Motor hast du gut 50% mit Problemen bis 150tkm. Wenn du bei Mobile.de die Beschreibungen der angebotenen 116i anschaust, dann liest du bei jedem Zweiten, dass die Kette gemacht ist.
    Bei den 2l Motoren ist die Frage, ob der Kettenspanner (10min Arbeit und ~40Euro) schon gewechselt wurde. Das geht oft einher mit Geräuschen bei Inspektionen...insofern ist hier wirklich die Frage, wann das Auto zuletzt beim Service war.

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  • Bei den Benzinern ist es anders, da ist es klar umgrenzt mit fehlender Kraft vom Kettenspanner, ner Kette die schlägt und die Plastikschienen ruiniert.

    Vermutlich ist genau das das Problem. Wieso fertigt man die Dinger nicht aus Metall?
    Diese Probleme sind doch mittlerweile seit Jahren bekannt.


    Sind die Schienen in den alten, in der Hinsicht unproblematischen, Motoren auch aus Plastik?


  • Sind die Schienen in den alten, in der Hinsicht unproblematischen, Motoren auch aus Plastik?


    Ja, wenn man mal beim M50 anfängt.
    Die M60 V8 hatten aber u.a. auch schon Steuerkettenprobleme soweit ich mich da entsinnen kann.


    Kunststoff dürfte auch deutlich leiser laufen als Metall.

    Am gefährlichsten im Straßenverkehr sind die Leute,
    die immer so dicht vor einem herfahren.

  • Ich denke es geht zentral um die Reibung und Kosten. Eine auf Kunststoff laufende Kette ist einfach günstiger und reibungsärmer als eine auf Metall oder ein Riemen. Es haben ja fast alle Hersteller versucht und außer BMW und MB hat es keiner halbwegs brauchbar hin bekommen.

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  • basti313
    Ok, dass die kleinen Benziner da genauso große Probleme haben wusste ich allerdings tatsächlich nicht. Als ich mich wegen der Steuerkettenprobleme meines Diesels informiert habe, ist mir immer nur der N47 untergekommen.
    Dann sorry für den Fehler.

    Wenn man anne Decke guckt, kann man ganz schlecht schlucken...


  • Kunststoff dürfte auch deutlich leiser laufen als Metall.

    Ich persönlich finde, dass Zuverlässigkeit wichtiger ist als Geräuschentwicklung.


    Vermutlich liegt es sowieso eher am Geld. Kostet halt ein paar Cent weniger.

  • Ich persönlich finde, dass Zuverlässigkeit wichtiger ist als Geräuschentwicklung.


    Vermutlich liegt es sowieso eher am Geld. Kostet halt ein paar Cent weniger.


    Zuverlässig waren die Motoren schon.
    Die M50 und insbes. M52 und auch M54 waren ein Muster an Langlebigkeit - Steuerkettenprobleme gab es zwar auch bei denen, aber von der Regel zu sprechen wäre sicher extrem übertrieben.
    Und da sind die Schienen auch aus Kunststoff.
    Damals, insbesondere beim M50 und auch M52 hatten die Ings aber noch mehr mitzureden als die Controller :idee:


    Heutzutage liegts mMn eher an der falschen Sparsamkeit bzw. an geplanter Obsoleszenz...

    Am gefährlichsten im Straßenverkehr sind die Leute,
    die immer so dicht vor einem herfahren.

    4 Mal editiert, zuletzt von Amtrack ()

  • Vermutlich ist genau das das Problem. Wieso fertigt man die Dinger nicht aus Metall?
    Diese Probleme sind doch mittlerweile seit Jahren bekannt.


    Sind die Schienen in den alten, in der Hinsicht unproblematischen, Motoren auch aus Plastik?


    Es gibt Motoren, die haben eine Metall/Kunstoffkombination.
    Z.b. hier ein V6 von GM



    Zum Vergleich ein BMW N20 "Plastikbomber".




    Aber die Kunststoffschienen haben ja damals auch gehalten, also liegt die Schwachstelle woanders.


  • Aber die Kunststoffschienen haben ja damals auch gehalten, also liegt die Schwachstelle woanders.


    Mich verwundert das auch sehr. Vergleicht man den N45, N46 und N52, dann haben die beide praktisch die gleichen Ketten und die gleiche Auslegung des Kettentriebs. Auch der Ventiltrieb ist sehr ähnlich, die Kräfte müssten beim N52 sogar größer sein...trotzdem ist der N52 fast komplett unproblematisch am Kettentrieb.

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  • Dan kann ich mich schön in die Runde dazugesellen.


    Ich hatte einen N43B20 (E92 LCI 318i, Bj.03/2010)


    Da wurde bei Km 45.000 und Km 95.000 die Steuerkette samt Spanner erneuert.


    Ich hatte noch mehr Probleme mit der Maschine. Fehlkauf...

    Wenn's nicht rußt, hat's keine Leistung.

    Ich fahr Benziner. Ist halt günstiger und riecht besser...

  • So ein Riemen kann auch vorzeitig wegfliegen.



    Bei den modernen Riemen ist das heute recht Unwahrscheinlich. Die Dinger halten wirklich was aus. Gates macht derzeit wohl die besten Riemen.