Von einer Eigentumswohnung in die andere - wie Zwischenfinanzieren?

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  • Hallo,


    meine Tante benötigt zukünftig eine barrierefreie Wohnung und hat vielleicht auch schon eine passende Eigentumswohnung gefunden.


    Aktuell wohnt sie bereits in einer abbezahlten Eigentumswohnung in der selben Preisklasse und möchte diese zur Finanzierung verkaufen.


    Das Problem ist, dass es in ihrer etwas ländlichen Region einige Monate dauern kann, bis sie ihre Wohnung verkauft hat.
    Ein Verkäufer wird wahrscheinlich nicht so lange ungewiss warten wollen bis das Geld kommt und wenn sie die Wohnung zuerst verkauft und sich dann auf die Suche macht, kann es passieren, dass sie in der kurzen Zeit nichts findet.


    Wie werden solche Fälle üblicherweise abgewickelt? "Flüssiges" Eigenkapital ist leider nicht vorhanden.


    Viele Grüße


    Tim

  • Zwischenfinanzierung. Allerdings fallen da (monatlich) Zinszahlungen an. Ohne Anschlussfinanzierung machen das aber nur wenige Banken und der Zinssatz wird dann ordentlich hoch sein.


    Ansonsten wird es in aller Regel einen Grundbucheintrag zur Absicherung der Zwischenfinanzierung in das zu verkaufende Objekt geben als Voraussetzung für die Auszahlung. Dann sollte der Marktpreis des zu verkaufenden Objektes tatsächlich mind. dem des zu erwerbenden Objektes betragen. Wenn das knapp ist, dann wird es schwierig werden einen Bank zu finden.


    Insgesamt ist das nicht ganz billig! Außerdem braucht sie Kapital für Grunderwerbssteuer und Nebenkosten (Grundbuchamt, Notar usw.)


    Also ganz ohne zusätzliches EK wird das nur funktionieren, wenn der Marktwert der derzeitigen Wohnung sehr deutlich über dem Kaufpreis der neuen Wohnung liegt (geschätzt mind. 25%).

    Populisten sind jene Menschen, die einen Spaten Spaten und eine Katze Katze nennen.
    William Shakespeare

  • Das ist überhaupt kein Problem. Deine Tante erwirbt die neue Wohnung und nimmt für den benötigten Betrag ein Darlehen bzw. eine sog. Zwischenfinanzierung auf. Das Darlehen wird mittels Grundschuldeintrag auf dem Kaufobjekt abgesichert.


    Sollte der Bank die Besicherung nicht ausreichen (zu hoher Beleihungsauslauf weil evtl. auch Kaufnebenkosten mitfinanziert werden müssen), kann eine zusätzliche Grundschuld auf die bereits bestehende ETW eingetragen werden (2. Beleihungsobjekt).


    Aus dem Verkaufserlös der "alten" ETW wird die Zwischenfinanzierung zurück bezahlt.


    Sollte der Erlös nicht ausreichen um die Zwischenfinanzierung zu tilgen muß der evtl. verbleibende Rest in ein Darlehen mit regelmäßiger Tilgung umgewandelt werden.


    Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Deine Tante in der Lage ist aus ihrem Einkommen die Rate zu bestreiten.


    Bei weiteren Fragen auch gerne PN.

    Einmal editiert, zuletzt von Heggi ()

  • ...
    Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Deine Tante in der Lage ist aus ihrem Einkommen die Rate zu bestreiten.


    Oder einen entsprechenden Bürgen bringt.
    Wo Verwandtschaft ist, sind ja auch potenzielle Erben.....


    Bei einer abbezahlten ETW und einer neuen ETW dürfte es heute keine Problem mit der Finanzierung oder zu hohen Zinssätzen geben.

  • Macht es nicht Sinn, die Grundschuld für die neue Wohnung gleich bei der alten Whg einzutragen, weil dort nach dem Verkauf eh alles mögliche am Geundbuch um-, ein- und ausgetragen wird?
    Da die Gemeinden sich das ja königlich bezahlen lassen, könnte man da vielleicht was sparen.

    Ich gehe mal davon aus, dass die neue Wohnung kleiner ein wird wie die alte, weil es ja wahrscheinlich aus Altersgründen ist.

    Georg

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Gebührentechnisch spielt es keine Rolle auf welchem Objekt man die GS eintragen läßt.


    Wenn die Grundschuld auf Wohnung alt eingetragen ist, muss man sie aber evtl. nicht wieder austragen, falls der Käufer diese übernimmt. Das dürfte billicher sein. Ich denke, das war auch ein Gedanke bei Georg.


    Je nach Kaufsumme, Bonität und Verhältnis zur Bank würde ich mal den Berater fragen, ob das, nat. gg. höheren Zinssatz, auch ohne Eintragung geht. Das könnte sich rechnen. Ist natürlich ein Rechenspiel auf die Zeit, in welcher die Wohnung verkauft wird. Je nach Marktlage beim TO kann das von kurz bis lang sei. Wenn man bei uns eine Wohnung zum Marktüblichen Preis anbietet, ist die nach einer Zeitungsanzeige verkauft.

    Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. A. Einstein

    Einmal editiert, zuletzt von Martin ()

  • Manchmal genügt der Bank als Sicherheit für eine Zwischenfinanzierung die Abtretung des Verkaufserlöses der (alten) Wohnung.

  • Manchmal genügt der Bank als Sicherheit für eine Zwischenfinanzierung die Abtretung des Verkaufserlöses der (alten) Wohnung.


    Daran habe ich auch gedacht, zumindest bei größeren Finanzierungen doch vollkommen normal, die Forderung und zukünftigen Forderungen abzutreten. Als weitere Sicherheit hat man doch die neue Wohnung. Ich würde mir das einfach mal rechnen lassen, wie die Zinsen bei einem kurzfristigen Kredit liegen und ob sich das überhaupt lohnt.

  • Daran habe ich auch gedacht, zumindest bei größeren Finanzierungen doch vollkommen normal, die Forderung und zukünftigen Forderungen abzutreten. Als weitere Sicherheit hat man doch die neue Wohnung. Ich würde mir das einfach mal rechnen lassen, wie die Zinsen bei einem kurzfristigen Kredit liegen und ob sich das überhaupt lohnt.


    Na hoffentlich hört/liest man vom TE das Ergebnis. Meine Erfahrung bei 2 Baufinanzierungen waren nicht so. Ohne weitere Sicherheiten und vor allem Eigenkapital (Nebenkosten) wird sich die Bank darauf nicht einlassen, schon gar nicht ohne Grundbuchbesicherung bis Verkauf, wenn von einer Gleichwertigkeit der Objekte ausgegangen wird. Die hier erwähnte Kaufpreisabtretung kommt nur in Frage, wenn bereits ein notarieller Kaufvertrag für die alte Wohnung vorliegt.


    Die Bank wird den (Zwischen-)Kredit für die neue Wohnung nicht auf das bloße Versprechen des Verkaufes hin herausgeben.

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    William Shakespeare

    Einmal editiert, zuletzt von golfer ()

  • Abtretungen von Ansprüchen aus (i.d.R. noch nicht abgeschlossenen) Kaufverträgen sind auch nicht viel wert, um nicht zu sagen gar nichts.