Gesetzliche Vorschriften zum Büro-Arbeitsplatz

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  • Servus,


    ich hätte da mal eine Frage zum Büro-Arbeitsplatz. Es gibt doch da sicher Vorschriften, wie genau ein solcher Arbeitsplatz auszusehen hat, oder?
    Im konkreten Fall geht es darum, dass in ein Büro zwei Türen eingebaut werden sollen so dass das Büro in Zukunft als Durchgangszimmer genutzt werden kann. Dadurch würden die Leute, die durch dieses Zimmer gehen, immer direkt im Rücken von zwei Kollegen vorbeigehen. Inkl. direktem Blick auf die Monitore,...
    Ich hab schon gegoogelt, aber wenn man nach Arbeitsplatz und Durchgangszimmer sucht, findet man immer nur Absetzmöglichkeiten von privaten Arbeitszimmern ;)


    Kann mir hier vom Forum vielleicht jemand mehr Informationen geben?


    Danke! :)


    Ciao


    Andreas

    Vier gewinnt....

  • Puhhhh, ich würde sagen, da findest nix dazu. Das wäre höchstens problematisch, wenns dahinter aufs Klo ginge ;)


    Im Großraumbüro ist es ja nix anderes, und einen möglichen Einblick innerbetrieblicher Mitarbeiter in den Monitor kann man nicht verweigern, ausser es handelt sich z.B. um Personaldaten.

    Ich bin nur zum pöbeln da :zf::sz:

  • .... und einen möglichen Einblick innerbetrieblicher Mitarbeiter in den Monitor kann man nicht verweigern....


    Man kann ihn aber verhindern. Es gibt so ne komische Sichtschutzfolie, die man vor den Monitor hängt. Beeinträchtigt den User nicht, nur wer vorbeihuscht, kann nicht auf Anhieb erkennen, dass man mal wieder im Treff surft. :crazy:


    So lange der Durchgangsbereich breit genug ist, wirst Du daran wohl wenig machen können.

  • Der hier:


    Stefan Kleinhenz


    kann dir weiterhelfen. Allerdings nicht ganz unentgeltlich. ABER, dieses Buch ist von ihm, evtl. hilft dir das weiter:


    Amazon [Anzeige]


    Ich war mal auf einem seiner Seminare, ist nicht schlecht. Kann man nur empfehlen.


    VG --

    318tds -- der beschleunigt nicht; der nimmt Fahrt auf!!

  • Man könnte rein theoretisch über die Arbeitsstättenverordnung versuchen zu argumentieren. Kommt aber auf die Raumgröße und auf die Anzahl der Arbeitsplätze in dem betreffenden Raum an. Der "springende" Punkt ist rot gekennzeichnet.

    Die ASR A1.2 konkretisiert die Vorgaben an Raumabmessungen von Arbeitsräumen und Bewegungsflächen der § 3a Abs. 1 und § 6 Abs. 1 der Arbeitsstättenverordnung sowie der Punkte 1.2 Abs. 1 und 3 und 3.1 Abs. 1 und 2 des Anhangs der Arbeitsstättenverordnung.


    Arbeitsräume müssen eine ausreichende Grundfläche und Höhe haben. Zudem sind ein ausreichender Luftraum sowie ein ausreichender Bewegungsfreiraum erforderlich.


    Bei den Bewegungsflächen sehen die Mindestvorgaben wie folgt aus:




    • 1,50 Meter Tiefe und Breite am oder neben dem Arbeitsplatz,
    • 1,00 Meter Tiefe und Breite bei stehender oder sitzender Tätigkeit,
    • 1,20 Meter Tiefe bei stehender nicht aufrechter Körperhaltung,
    • 1,20 Meter Breite bei mehreren nebeneinander angeordneten Arbeitsplätzen.
      Die Bewegungsflächen dürfen sich - bis auf genau geregelte Ausnahmen - nicht überlagern mit:





    • Bewegungsflächen anderer Arbeitsplätze,
    • Flächen für Verkehrswege (einschließlich Fluchtwegen und Gängen zu anderen Arbeitsplätzen und Gängen zu gelegentlich genutzten Betriebseinrichtungen),
    • Stellflächen und Funktionsflächen für Arbeitsmittel, Einrichtungen und Einbauten und
    • Flächen für Sicherheitsabstände.



    Die vorgegebenen grundsätzlichen Mindestgrundflächen sehen wie folgt aus:




    • acht Quadratmeter für einen Arbeitsplatz,
    • kommen weitere Arbeitsplätze hinzu: mindestens sechs Quadratmeter für jeden weiteren Arbeitsplatz,
    • Büro- und Bildschirmarbeitsplätze (einschließlich Möblierung und anteilige Verkehrsflächen): acht bis zehn Quadratmeter je Arbeitsplatz

    Coal keeps your lights on.

    Gruß aus NRW - Christian

  • Dadurch würden die Leute, die durch dieses Zimmer gehen, immer direkt im Rücken von zwei Kollegen vorbeigehen.

    Vermutlich sind die zwei Kollegen innerhalb eines Jahres mehr krank als arbeitsfähig.
    Durch die Unsicherheit, wer da vorbeigehen könnte und sie (und ihren Bildschirm) sehen könnte, ohne dass sie diejenigen ebenfalls sehen können, sinkt die Konzentration und somit die Produktivität. Durch die Stressbelastung entstehen Risiken für Erkrankungen.


    Wenn es unvermeidbar ist, dass dieser Raum trotz Durchgangsbereich weiterhin als Büro genutzt werden soll, müssten Stellwände wie in Großraumbüros hinein gebracht und die Sitzposition der Mitarbeiter möglichst so geändert werden, dass - sofern sie dann noch von den Durchgehenden etwas mitbekommen - diese im peripheren Sichtbereich sehen können.


    Mein Vorschlag ist diesbezüglich also: (via Betriebsrat) einen Arbeitsmediziner hinzuziehen, der dazu seine Stellungnahme abgibt.

  • Auch das wäre ein Ansatzpunkt dem ein fürsorgender Arbeitgeber normal auch nachkommen würde. Aber er hat ja nach gesetzlichen Vorschriften gefragt an denen keiner vorbeikommt und nicht nach Empfehlungen die keine bindende Wirkung haben.

    Coal keeps your lights on.

    Gruß aus NRW - Christian

  • Danke euch für euren Input! :top:


    Wenn ich das richtig verstehe, könnte man also auch jemanden in einen Gang setzen mit dem Schreibtisch zum Gang und nicht zur Wand? Solang die Abstände eingehalten werden?


    Dass es solche Folien gibt wusste ich. Aber ich denke, das Einsehen in den Bildschirm ist ja nur ein Punkt. Der andere ist aber sicher psychologischer Natur, wenn da ständig Leute im Rücken rumrennen...


    Christian, Deine Argumentation bzgl. Überschneidung von Flächen sieht nach einem guten Argument aus. Die Leute laufen wirklich direkt am Stuhl vorbei. Ich würd den Abstand von Schreibtisch-Kante zum Laufweg auf unter einem Meter einschätzen...


    Ciao


    Andreas

    Vier gewinnt....

  • zu deinem angesprochenen Problem:


    Nein, in der Arbeitswelt ist Privatsphäre nicht vorgesehen. In keinem Zusammenhang. Das Einzige was mir in Erinnerung ist daß der AG einen persönliches, verschließbares "Behältnis" bereitstellen muß - das könnte aber schon ein Spind sein.


    Und ganz ehrlich: Unsere Mitarbeiter in der Produktion können sich auch nirgendwo verstecken ... die stehen den ganzen Tag an der Maschine, wie auf dem Präsentierteller. Warum muß es den Angestellten besser gehen ?

    Kofferraum statt Hubraum !

  • zu deinem angesprochenen Problem:


    Nein, in der Arbeitswelt ist Privatsphäre nicht vorgesehen. In keinem Zusammenhang. Das Einzige was mir in Erinnerung ist daß der AG einen persönliches, verschließbares "Behältnis" bereitstellen muß - das könnte aber schon ein Spind sein.


    Und ganz ehrlich: Unsere Mitarbeiter in der Produktion können sich auch nirgendwo verstecken ... die stehen den ganzen Tag an der Maschine, wie auf dem Präsentierteller. Warum muß es den Angestellten besser gehen ?


    DAs mit der Produktion ist bei uns auch nicht anders. Mit einem großen Unterschied zum vorliegenden Fall: Der Abstand zwischen "Fussgängern" und den Angestellten dort ist deutlich größer. Ich würde sagen mindestens 3 Meter und mehr. Und eben nicht so, dass die Leute im vorbeilaufen knapp an der Stuhllehne vorbeistreifen...

    Vier gewinnt....

  • Wenn jemand hinter oder seitlich von mir steht, dann kann ich nicht mehr arbeiten. Da hau ich Tippfehler rein ohne Ende. Mal schnell was zeigen ist ok. Aber wenn da einer steht oder dauernd mit reingucken will... nenenee

    1 Meter von der Schreibtischkante nach hinten ist nicht viel. Genau genommen schon zu wenig ohne dauernd in den Laufweg zu geraten.

    Bei uns war letztes Jahr jemand da zwecks Arbeitssicherheit und auch solchen Dingen. Mir fällt nur ums Verrecken die Firma nicht mehr ein. Der hat Sachen gefunden, da kommt man selber nie drauf dass das geregelt sein könnte. Ich kuck mal nach dem Namen wie die hießen. Der wenn durch ne Firma geht, da gibt's wohl keinen Raum wo der nix findet. :crazy:

    Niemand kann Dir VORHER sagen wie man es richtig macht. Aber NACHHER wissen alle wie man es besser hätte machen können. :idee:

  • Interessant war das allemal. Ich bin mit dem eine Weile unterwegs gewesen. Ich weiß nicht mehr genau was es war, aber da war eine Sache, da meinte er, wenn er sonst nix findet in einem Büro, DAS ist garantiert immer.

    Gefunden hat der natürlich einiges was zu verbessern oder gar zu ändern wäre. Jede Menge Dinge auf die man eigentlich kaum achtet. Ich denke, es lohnt sich durchaus so jemanden mal in die Firma kommen zu lassen. Da geht's ja vorallem auch um Dinge die u.U. haftungsrechtlich für die Firma relevant sind wenn was passiert.

    Niemand kann Dir VORHER sagen wie man es richtig macht. Aber NACHHER wissen alle wie man es besser hätte machen können. :idee:

  • Habt Ihr denn keine Fachkraft für Arbeitssicherheit (intern/extern?)
    Diese sind eigentlich in jedem Unternehmen Pflicht..


    Bei unserer ISO 9001 Zertifizierung vor 5 Jahren ging das richtig Thema los, ist teilweise echt interessant, mit den Leuten zu quatschen. Wir haben dann eine Gefahrenbeurteilung + Arbeitsplatzbeurteilung bekommen. Viele Dinge sind echt interessant. Manche gehen etwas an der Realität vorbei. Aber wir sind ja auch in D und nicht woanders..

    Grüße
    Markus <-- formerly known as powders


    To be or not to be · Shakespere | To do is to be · Nietzsche | To be is to do · Sartre | Do be do be do · Sinatra

  • Natürlich. Das war aber ein Externer. Ein Interner hat bei sowas keinen Wert weil betriebsblind.

    Niemand kann Dir VORHER sagen wie man es richtig macht. Aber NACHHER wissen alle wie man es besser hätte machen können. :idee:

  • Das ist alles kein Hexenwerk. Und wir haben eine nicht blinde eigene Arbeitssicherheitsabteilung. Wir werden 2x im Jahr intern ohne Vorankündigung begangen und bewertet. Dieses Team besteht immer aus der Arbeitssicherheitsfachkraft, 2 Abteilungsleitern aus anderen Abteilungen und dem Betriebsarzt.
    Ich gehe alle 8 Wochen mit einer Checkliste bei mir durch und protokolliere das. Hat man den Verwaltungsbereich einmal sauber lässt sich das so relativ leicht erhalten. In den Werkstätten ist das schon etwas schwieriger. Bürobereiche ist dagegen Kindergarten.

    Coal keeps your lights on.

    Gruß aus NRW - Christian

  • Wurde schon geprüft, ob ob man das Büro so adaptieren könnte, sodass die Kollegen im Blickfeld der anderen dort sitzenden Kollegen das Büro betreten? Normalerweise sollte die Blockrichtung ja parallel zu den Fensterflächen verlaufen, aber Abweichungen sind möglich. Hier mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Arbeitsmedzinier und dem Vorgesetzen abstimmen.


    Wenn baulich nichts möglich ist, dann finde ich den von Henry angesprochene Punkt mit der Psyche gut.


    Ansonsten heißt es wohl: deal with it. Das ist Alltag in jedem anderen Großraumbüro, was ich persönlich aber auch ganz schrecklich finde.

  • Hi Andy!
    Erst mal ne Grundsatzfrage.
    Wenn ich Dein Eingangsposting lese, dann lese ich was von vorbeigehen im Rücken der Leute.
    Wenn ich mir überlege wo dann die Türen eingebaut werden könnte ich mir vorstellen, dass die Leute mit Blickrichtung zum Fenster sitzen.
    Wenn das so ist, ist das der erste Ansatz, weil das nach der Bildschirmarbeitsplatzverordnung eh nicht zulässig ist.
    Die Blickrichtung muss parallel zur Fensterfront sein.

    Oder wo sollen die Türen sonst eingebaut werden?

    Georg

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Ich hab mal versucht das aufzuzeichnen (bitte keine Kritik an meinen künstlerischen Fähigkeiten! :D )



    Es sind in diesem Büro 8 Arbeitsplätze. Die orangenen Pfeile sollen die zukünftigen Laufwege sein. Die Abstände habe ich auch eingetragen. Fenster gibt es nur an der unteren Wand, der Rest sind Innenwände. Der Schrank in der Mitte ist ca. 1,10m hoch.
    War mit meinen Angaben vorher, was die Abstände angeht, wohl falsch gelegen, sind doch über einen Meter bzw. von der Arbeitsplatte dann sogar über zwei Meter.


    Klar, wenns da nix gibt, was dagegen spricht, dann muss man damit leben. Auch wenns halt Schei**e ist...

    Vier gewinnt....

  • Vielleicht kriegst Du über die Bildschirmarbeitsplatzverordnung was belastbares raus.

    Die Anordnung der Sitzplätze ist eh suboptimal weil die einen haben die Spiegelungen vom Fenster im Monitor - die anderen schauen in die blendende Fensterfläche wenn sie aufblicken - mich stört ja selbst bei meinem 90° Winkel die Sonne weil ich Westfenster mit Alpenblick habe.

    Und nen kleinen Tipp habe ich auch noch:
    Es sollte doch bei der Aufteilung (wenn die nicht eh geändert wird) möglich sein, die Arbeitsplätze von der rechten an die linke Wand zu rutschen.
    Dann muss man nicht mehr zwischen den beiden Arbeitsinseln durch und die Störung reduziert sich schon mal von 4 auf 2 Personen.

    Wenn man dann noch den Schrank ggf. oben hin stellt, so dass die Leute oberhalb des Schranks zwischen Wand und Schrank laufen müssen, dann sollte die Störung noch mal geringer werden.

    Georg

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

    Einmal editiert, zuletzt von Georg ()