Pferdefreunde hier?

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  • Hallo,


    aus gegebenem Anlass, eröffne ich hier einfach mal einen Thread zum Thema Pferd. Unserer (Hessisches Warmblut) kann leider nicht mehr wirklich geritten werden, da er Hufrollenentzündung hat. Das wäre für ihn schmerzhaft und dadurch für den Reiter / die Reiterin gefährlich, wenn er dann versucht, diesen Schmerzen zu entkommen und buckelt, durchgeht, etc..
    Nun stellte sich für uns die Frage, was tun? Leider ist das unheilbar.


    Den Vorschlag, den uns die Betreiber unserer Reitschule gaben, fanden wir nicht in Ordnung:
    Nervenleiter durchtrennen, damit das Tier nichts mehr merkt und dann noch so 6 bis 24 Monate nutzen, bis er eingeschläfert werden muss.:apaul: Hat mich völlig entsetzt!
    Dazu muss man wissen, dass er bisher nur Dressur geritten wurde und für die Dressurreiter / Englischreiter ist ein Pferd eben nur ein Nutzobjekt zum Reiten, und wenn das nicht mehr geht, ist es auch nicht wert, weiterzuleben.
    Ich finde, so kann man nicht mit einem Lebewesen umgehen.


    Wir haben jetzt eine andere Lösung für uns gefunden, aber mich würden mal eure Vorschläge interessieren. Wie würdet ihr handeln?


    Was mir jetzt machen, erzähle ich euch dann danach. Eventuell kommen ja noch Ideen, auf die ich bisher nicht kam.


    Danke für eure Anregungen.



    Paco

  • An eurer Stelle würde ich dem Dicken einen wirklich tollen Offenstall mit viel Bewegung, verschiedenen Untergründen und guter Betreuung suchen ;) Auch wenn viele Tierärzte vor einer solche Belastung warnen, habe ich persönlich schon recht viele und gute Positivbespiele erlebt! Ich habe mein Pferd bald 16 Jahre und würde im Leben nicht auf die hohle Idee kommen, sie so lange zu reiten bis der Schlachter ruft. Solch dämlich Sprüche kommen immer nur von geldgeilen Ars……, die das Pferd nicht als guten Kumpel sondern als gütige Einnahmequelle sehen (da könnte ich doch schon wieder durch die Decke gehen) :motz:

    In was für einer Haltungsform steht er? Ist er ein Herdentier oder war er immer/viel allein? In welchem Rang steht er bei Herdenhaltung? Lahmt er auch ohne Belastung oder geht es ihm im Freilauf “gut“?
    Ich persönlich bin nicht so die Kräuterhexe, aber auch Homöopathisch kann man da sicherlich ansetzen um ihm Erleichterung zu verschaffen, Infos könnte ich dir besorgen.


    Mein Pferd steht seit gut 5 Monaten in einem absoluten Traumstall für Pferde :top: Auf dieser Anlage geht es vornehmlich um das Wohlergehen der Tiere. Dort stehen recht viele alte beziehungsweise recht junge aber sehr kranke Pferde (u.a. auch Hofrolle). Zu stehen wie die Tiere dort so natürlich wir nur möglich, aber wiederum mit allem Luxus was der Markt hergibt (z.B. Futterautomaten die über Chips am Hals gesteuert werden :D :eek:) ist wirklich ein Träumchen. Viele Tiere kommen von recht weit her, momentan wohl bis zu 300km vom Wohnort der Besitzer entfernt, dies spricht für mich wirklich für die Qualität der Anlage! Ein Platz für einen netten Wallach hätten wir sicher noch frei ;)


    Kannst mir auch gerne eine PN schreiben wenn du sonst noch etwas wissen magst :)


    LG auch an euren Zossen ;) (aufgegeben wird erst wenn der Krieg wirklich verloren ist)

  • Boah leck.
    Typisch Reitstallbesitzer könnte ich jetzt wieder sagen - unsere Erfahrungen sind ähnlich.


    Frei nach dem Motto: alles, was keine Kohle einbringt kostet nur Geld und muss weg oder noch irgendwie zu Geld (= Salami) gemacht werden. :rolleyes:



    Wir haben unsere 3 Hottis direkt am Haus stehen und versorgen selbst.
    Eines wird kommendes Jahr ausgebildet (der Jungspund, jetzt 3 Jahre alt), die beiden anderen (7+8) sind bereits ausgebildet in Dressur und Springen - klare Bevorzugung von letzterem :D



    Da Pferde Gruppentiere sind, muss also mal mindestens ein weiteres Pferd dabei sein.
    Ideale Lösung, aber sicherlich auch die teuerste Variante, wäre die über mir gepostete Offenstallvariante :top:


    Evtl. habt ihr so etwas wie einen Gnadenhof bei euch in der näheren Umgebung?
    Wenn ihr da dann regelmäßig besuchen fahrt, dann ist euch und dem Hotti geholfen.
    Das dürfte finanziell auch noch tragbar sein.


    Wenn es dem Pferd aber tatsächlich dermaßen schlecht geht, dass es immer und ständig Schmerzen hat, dann sollte man sich wirklich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass Tier zu erlösen - dieser Schritt, so schwer er sein mag, wird leider zu oft viel zu weit hinausgezögert.

    Am gefährlichsten im Straßenverkehr sind die Leute,
    die immer so dicht vor einem herfahren.

  • Danke für eure Antworten. Der Stall bei der Frechen klingt ja echt nach einem Traumstall.


    Wir haben das Thema für uns folgendermaßen gelöst:


    Es gibt bei uns hier im Ort einen Gnadenhof. Die haben insgesamt 33 Hektar Koppeln, unterteilt in mehrere Koppeln zwischen 11 und 15 Hektar. Die Tiere stehen ganzjährig auf der Koppel, haben aber Wasser und genügend Unterstellmöglichkeiten. Wenn eine Koppel leer gefressen ist, werden sie halt auf die nächste gestellt.


    Dort steht er jetzt, da er nur mit Reiter drauf Schmerzen hat. Im Schritt ohne zusätzliche Last ist er schmerzfrei.
    Hier ist er in eine Herde mit 16 anderen Pferden integriert. Steht jetzt natürlich weit unten in der Hierarchie, aber das ist normal wenn ein Pferd neu reinkommt.


    Was mich besonders freut, ist dass meine bessere Hälfte sich dazu entschieden hat, mit ihm trotzdem weiterhin Zeit zu verbringen:). Sie reitet ja, wie weiter oben erwähnt, Dressur. Ich hingegen fühle mich im Westernreiten besser aufgehoben. Macht mir halt mehr Spaß;).
    Das Tolle ist aber, dass die Dressurreiter ja eigentlich auf unser Thema Bodenarbeit immer etwas süffisant lächelnd herab sehen. Meine Frau hat das Thema jetzt aber für sich entdeckt, um mit ihrem Pferd weiterhin Freude zu haben. Das belastet ihn nicht zu sehr, aber er baut auch körperlich nicht weiter ab.:)


    Und das beste: Obwohl sie mit dem Thema bisher nichts anfangen konnte, ist sie jetzt jeden Tag dort und übt mit ihm und freut sich auch weiterhin jeden Tag, zu ihm zu fahren!


    Meine Trainerin kommt ein bis zweimal in der Woche, um mit ihr zu üben, und während der restlichen Woche, arbeitet meine Frau alleine mit ihrem Pferd.
    Wir müssen mal sehen, wie gut er sich erholt. Er kriegt zusätzlich jetzt auch noch ein Grünmuschelpulver, das soll Hufrolle wohl zusätzlich lindern. Durch die freie Bewegung auf der Koppel werden die Hufe auch wieder deutlich besser durchblutet.


    Mit etwas Glück, kann sie an guten Tagen mit ihm dennoch im Schritt ausreiten. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Wenn sie weiterhin mit ihm am Boden arbeiten muss, ist das für sie aber auch o.k.


    Gibt zwar etwas Unverständnis in ihrem alten Stall, aber da muss man eben drüber stehen...

  • Wie würdet ihr handeln?


    Unsere letzten beiden Ex-Dressur-Pferde geniessen seit ~15 Jahren den "Ruhestand".


    Koppel gehen. Fressen, Schei$$en, Dösen..... rundum glücklich versorgt :rolleyes:
    Werden jetzt beide 30 im nächsten Frühjahr.


    Das ist halt das Problem, wenn man die Verantwortung für ein Tier übernommen hat, das so alt wird.


    Das ist weder angenehm noch billig oder bequem. Aber es ist die einzige Möglichkeit, wie man als verantwortungsvoller Mensch mit dem anvertrauten Leben umgehen kann m. E.


    Auch unsere Lege-Hühner sterben i.d.R. an Altersschwäche, wenn sie nicht vom Fuchs geholt werden. Wir hatten schon welche, die haben es auf 7 Jahre gebracht.
    Die legen dann auch lange keine Eier mehr.

  • Ja, solange er da glücklich und ohne Schmerzen ist, finde ich das die beste Lösung

  • Das klingt doch prima ;) Dann wünschen wir ihm noch ein paar schöne und möglichst schmerzfreie Jahre in Freiheit :top:


    Sicher bedenkt man solche Dinge am Anfang eines Pferdekaufs weniger, aber immer jung und fit bis in alle Ewigkeit gibt es eben nicht! Ich bereue nicht einen Euro den ich in den letzten 16 Jahren in dieses Pferd gesteckt habe. Am Ende werde ich sicher ein schickes EFH verbraten haben, aber das hätte mich niemals so sehr geprägt, durch schlimme Zeiten getröstet und zu dem Menschen gemacht der ich heute bin :) Danke Shanaja!

  • Mittlerweile ist er wieder richtig fit. Galoppiert freiwillig zur Herde über die Koppel und ist mittlerweile richtig gut integriert.


    Eigentlich zu gut.


    Jetzt ist er der Meinung, also so ohne Herde ist echt Mist. Oder anders gesagt, wir kriegen ihn zwar auf der Koppel eingefangen, aber nicht mehr von selbiger weg. Er geht immer brav bis zum Tor mit. Aber dann ist Schluss mit lustig. Lange Oberlippe, volle Körperspannung und ab geht's. Bei 750kg nicht wirklich lustig.
    Mit dem matschigen Boden aktuell habe ich da keine Chance, ihn zu halten.


    Schmutzbeutel!!



    Da liegt echt eine Menge Arbeit vor uns...