Streik bei der Bahn

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  • Gibt es hier nun einen Betroffenen der den Streik in dieser Art befürwortet? Bisher scheinen ja viele Stellung für die GDL beziehen die nicht vom Streik betroffen sind.

    "Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen" (Heiner Geißler)

  • Gibt es hier nun einen Betroffenen der den Streik in dieser Art befürwortet? Bisher scheinen ja viele Stellung für die GDL beziehen die nicht vom Streik betroffen sind.


    Meinst du mit betroffen nur Bahnkunden oder auch die Pendler die jetzt zusätzlich im Stau stehen?

  • @Zinn
    ich habe eine Frage an dich, nutzt du die Bahn täglich oder wöchentlich? Ich habe so den Eindruck, das die meisten die sich hier Pro GDL Streik aussprechen eigentlich gar keine Bahnkunden sind, und somit von dem Streik nicht betroffen sind.


    Bin nicht Zinn, aber ich antworte einmal für mich. Ich war selbst schon stark betroffen und ärgere mich sehr über den Streik. Nur sehe ich die Verantwortlichkeit nicht bei der GDL. Diese nimmt das grundgesetzliche Recht auf Koalitionsfreiheit in Anspruch und kann sich auch auf die Rechtsprechung berufen, die mehrere Tarifverträge in einem Unternehmen zulässt. Es ist die Bahn, die Recht und Gesetz hier verbiegen will (und offenbar sogar vor Bestechungsversuchen nicht zurück schreckt). :mad:


    Und mittlerweile finde ich es sogar mutig von der GDL, dass sie gegen den Gegenwind von Journaille und Regierung fest bleibt.

    2 Mal editiert, zuletzt von mueckenburg ()

  • Wie es scheint, haben die ersten Lokführer mal auf der Homepage von Oli Hilbring nachgeschaut. Klick


    Sollte das Reich Wesselsky evtl. doch enden, bevor es begonnen hat? Dann bräuchte man innerhalb der GDL auch nicht mehr diese Initiative.


    Dass eine Gewerkschaft eine Initiative für Demokratie und Rechtstaatlichkeit überhaupt braucht, sagt ja eigentlich schon alles. Aber selbst DAS werden die Wesselsky-Versteher jetzt wieder ins Gegenteil verdrehen. :rolleyes:

  • Wie es scheint, haben die ersten Lokführer mal auf der Homepage von Oli Hilbring nachgeschaut. Klick


    Sollte das Reich Wesselsky evtl. doch enden, bevor es begonnen hat? Dann bräuchte man innerhalb der GDL auch nicht mehr diese Initiative.


    Dass eine Gewerkschaft eine Initiative für Demokratie und Rechtstaatlichkeit überhaupt braucht, sagt ja eigentlich schon alles. Aber selbst DAS werden die Wesselsky-Versteher jetzt wieder ins Gegenteil verdrehen. :rolleyes:


    Es nicht ungewöhnlich das einzelne Gewerkschaftsmitglieder, aus welchen persönlichen Gründen auch immer, trotz Streik arbeiten gehen.
    Es ist auch nicht ungewöhnlich, das nicht alle hinter einer Streikentscheidung stehen. Das sich dann einige mehr von vom kollektiven Bashing von Bahn, Politik und Presse beeinflussen lassen, überrascht mich zumindest auch nicht.
    Manchmal hört man auch gut heraus, das man Angst um die eigene gehobene Lokführerposition hat.
    Ändert nichts an meiner Meinung das man erst verhandeln sollte und dann schlichten und dann meinetwegen auch streiken.
    Da die Bahn aber nicht will, geht es halt mal anders herum.

  • Ich bin direkt betroffen vom Streik. Habe allerdings sowohl gestern als auch heute den Ersatzfahrplan der Bahn genutzt, der hervorragend funktioniert hat. Viele trauen sich das offenbar nicht, denn der Zug war extrem leer, an beiden Tagen.

    Ich sehe es momentan echt sportlich. Die Gewerkschaft hat ein Anliegen und streikt. Kompromissbereitschaft ist dort nicht vorhanden.

    Die Bahn hingegen hat normal keine Möglichkeit, sich gegen den Streik zu wehren. Ich kann absolut nachvollziehen, dass die Bahn keinen Bock hat, dass die GDL für weitere Berufsgruppen verhandelt. In dem Punkt bleibt sie hart. Ggf. hofft sie auf das Nahles-Gesetz.

    Ich bin kein Jurist und kann selbst nicht einschätzen, ob das Nahles-Gesetz verfassungskonform ist oder nicht. Wer allerdings den Artikel 9 derart verbiegt, dass sogar der Mindestlohn dort hineinpasst, schafft es vielleicht auch mit der Tarifeinheit :D.

    Also sportlich nehmen. GDL streikt, Bahn schlägt mit eigenen Mitteln zurück. Presse ist auf der Seite der Bahn. Find ich persönlich gut.

    Gruß, Uli

  • Was ich an dieser ganzen Geschichte so langsam nicht mehr verstehe ist folgendes: Warum wird ein Zugbegleiter überhaupt Mitglied in der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer?! Wenn ich es richtig verstehe hat die GDL bislang immer für die Lokführer, die EVG für das restliche Bahnpersonal verhandelt. Warum wird man als Zugbegleiter dann überhaupt Mitglied in dem Verein?


    Ich habe überhaupt kein Problem mit Spartengewerkschaften. Es ist an vielen Stellen wahrscheinlich sogar sinnvoll wenn sich spezielle Berufsgruppen in ihren eigenen Gewerkschaften organisieren, weil man sich in einer großen Dachgewerkschaft einfach nicht korrekt repräsentiert fühlt. Aber als Feuerwehrmann auf dem Flughafen werde ich doch auch nicht Mitglied in der Gewerkschaft der Fluglotsen, nur weil die die besseren Abschlüsse raushandeln.


    Dass sich die Bahn dagegen sträubt für ein und dieselbe Berufsgruppe mit zwei Parteien zwei unterschiedliche Tarifverträge auszuhandeln kann ich voll und ganz nachvollziehen. Was soll denn dabei für ein Chaos rauskommen? Allein schon Unterschiede in der Bezahlung dürften den Betriebsfrieden da ungemein stören. Von organisatorischen Katastrophen wie unterschiedlichen Wochenarbeitszeiten oder ähnlichem ganz zu schweigen...

    (\__/)
    (O.o )
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  • Ich hätte drauf wetten können. :motz:


    Zitat aus der Blöd (die sind einfach am schnellsten)
    Wieder legt das Gericht einen Vergleichsvorschlag vor. Wieder lehnt die GDL ihn ab.
    Der Vergleich hätte vorgesehen, dass die Parteien bis zum 15. Dezember um eine Einigung bemühen und auch die Konkurrenz-Gewerkschaft EVG in die Verhandlungen einbezogen werden.


    Mit anderen Worten: dieser Streik wieder bis Montag fortgeführt. Und der nächste wird dann nicht lange auf sich warten lassen ... der dann wahrscheinlich ne ganze Woche dauert.


    Ich hoffe jetzt nur noch auf die Vernunft der Lokis, denn dem Idioten ist einfach nicht mehr zu helfen. :kpatsch:


  • Hast du ne Quelle mit dem Original Vergleichsvorschlag vom Gericht?

  • Was ich an dieser ganzen Geschichte so langsam nicht mehr verstehe ist folgendes: Warum wird ein Zugbegleiter überhaupt Mitglied in der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer?! Wenn ich es richtig verstehe hat die GDL bislang immer für die Lokführer, die EVG für das restliche Bahnpersonal verhandelt. Warum wird man als Zugbegleiter dann überhaupt Mitglied in dem Verein?


    Weil die EVG gefühlt eine Abteilung des Personalbüros der DB AG ist?

  • Weil die EVG gefühlt eine Abteilung des Personalbüros der DB AG ist?


    Bei der Menge an Vorsitzenden die von der Transnet/EVG in den Bahnvorstand gewechselt sind, ist die EVG eher als Nachwuchsorganisation zu betrachten.:D

  • Hast du ne Quelle mit dem Original Vergleichsvorschlag vom Gericht?


    Steht doch da: Zitat aus der Blöd


    Oder hier:

    Für mich zeigt das ganz klar, dass die GDL gar nicht an Verhandlungen interessiert ist. Sie will (wenn überhaupt) nur mit der Bahn, nicht aber mit der EVG reden.

  • So, die Gerichte haben also die Rechtmäßigkeit der Streiks festgestellt. Überraschend sicher nur für BILD. Wenn ich mir die Medien heute so ansehe, findet man verglichen mit den Vorwochen ungewöhnlich viele positive Stimmen. Vielleicht haben die Journalisten mittlerweile sogar recherchiert. ;)

  • Ich hoffe jetzt nur noch auf die Vernunft der Lokis, denn dem Idioten ist einfach nicht mehr zu helfen. :kpatsch:


    Wenn das Gericht sogar in 2. Instanz sagt, der Streik sei rechtmäßig und die Bahn heimschickt, ist es völlig hirnrissig, an die Vernunft der Lokführer zu appellieren. Die Unvernunft sitzt dann logischerweise auf der anderen Seite.


    Sich eine Meinung mit 4 Buchstaben zu bilden sagt viel aus...

    "Ich bin 74 und habe keine Zeit mehr, die ich an Ladesäulen verschwenden könnte" - Walter Röhrl


    Länger das gleiche Nutzlose tun? :idee:

  • ...Sich eine Meinung mit 4 Buchstaben zu bilden sagt viel aus...


    So blöd daher zu labern auch. Ich hatte die Blöd zitiert, weil sie schneller war. Ich habe dann noch den Köln Stadtanzeiger verlinkt. Die haben den usprünglichen Artikel aber mittlerweile aktualisiert.


    Der Vergleich war aber dennoch der, dass die Parteien bis zum 15. Dezember um eine Einigung bemühen und auch die Konkurrenz-Gewerkschaft EVG in die Verhandlungen einbezogen werden.


    Da die GDL dies abgelehnt hat, wurde der Streik -wenig verwunderlich- für rechtmäßig befunden.


    Ich persönlich frage mich auch gar nicht, warum das Gericht so entschieden hat, sondern was bitteschön so furchtbar an diesem Vergleich war, dass man ihn nicht annehmen konnte.

  • Der Vergleich war aber dennoch der, dass die Parteien bis zum 15. Dezember um eine Einigung bemühen und auch die Konkurrenz-Gewerkschaft EVG in die Verhandlungen einbezogen werden.


    Wir kennen wieder mal die Details nicht. Bisher ist die DB von ihren Voraussetzungen (EVG entscheidet grundsätzlich) offiziell nicht abgerückt.
    Ich geh wieder davon aus das dies wie immer der Knackpunkt ist.
    Die GDL möchte gern für ihre Zugbegleiter kämpfen dürfen wenn man sich nicht einigt. Die Bahn will das grundsätzlich verhindern.

  • Wir kennen wieder mal die Details nicht. ...


    Korrekt. Aber es handelte sich hier ja nicht um ein Angebot der Bahn, dieser Vergleich stammte vom Gericht, dem ich jetzt mal Unabhängigkeit unterstellen würde.


    Für mich auch bezeichnend:
    Zitat: Zuvor hatte die GDL einen Vorschlag der Bahn abgelehnt, zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am Sonntag wenigstens den Verkehr in Berlin vom Streik auszunehmen. (Quelle: SpiegelOnline)


    Immerhin ist die GDL aus der Nummer durch die Streikverkürzung wieder rausgekommen. DAS wäre imho gar nicht gut angekommen, wenn der Streik die Feierlichkeiten gestört hätte.

  • Korrekt. Aber es handelte sich hier ja nicht um ein Angebot der Bahn, dieser Vergleich stammte vom Gericht, dem ich jetzt mal Unabhängigkeit unterstellen würde.


    Der Vergleich stammt nicht vom Gericht, es wurde vom Gericht angeregt. Eine "vorläufiger Rechtsschutz" urteilt nie in der Sache.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vorl%C3%A4ufiger_Rechtsschutz