Wowereit tritt zurück - was bleibt überhaupt?

Registrierte und angemeldete Benutzer sehen den BMW-Treff ohne Werbung
Hier registrieren oder anmelden!
Auch aufgrund massiver Botzugriffe limitieren wir eventuell die Anzahl der eingeblendeten Beiträge für Gäste.
  • Zitat

    Die die zu blöd waren den richtig zu Planen und richtig zu bauen waren gar keine Politiker sondern liebe Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

    Das ist ein grundlegendes Problem von öffentlichen Ausschreibungsverfahren, dort wird in der Regel nur der günstigste Beachtet. Wie diese Firmen dann das Projekt stemmen interessiert erstmal keinen in den Amtsstuben.

    Dabei passierts dann halt mal das "nur" ein Technischer Zeichner die komplette Planung für die Brandschutzanlage macht. Aber das das Thema Brandschutz nicht so trivial ist wie es sich vielleicht anhört zeigt ja, das es bis heute noch keine richtigen Pläne gibt.

  • Nö, ALLE Bundesländer abschaffen, Schluß mit "Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen", wir brauchen EIN Deutschland, EIN Justizministerium, EIN Kultusministerium usw., Mensch was könnte man da sparen, in ein paar Jahren wäre auf alle Fälle mal wieder soviel Geld vorhanden dass z.B. die Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht werden könnte.

    Dafür braucht´s aber fähige Köpfe, die Besten der Besten, kein Parteiengeklüngel, keine Seilschaften, keine Vetternwirtschaft.
    Leider werden wir das nie erleben :rolleyes:

    VG
    Otti

    Konsequenter Weise müsste man dann auch fragen, ob's ein "Deutschland" im Rahmen eines vereinten Europas überhaupt braucht - noch weniger Politiker, ergo noch weniger Kosten ;).

    Lustigerweise wird einerseits das "ausradieren" von Bundesländern propagiert, andererseits wird geflucht wenn auch nur ein Hauch der eigenen Identität verloren geht ;).

    Im ernst, das föderale System hat sich bewährt wie man auch an Frankreich ganz gut sehen kann. Wobei auch dort eine Unterteilung besteht :rolleyes:.

    @ Grizzly
    Das Problem ist nicht, dass der Günstigste ausgewählt werden muss. Im Gegenteil, der Aufschrei wäre immens wenn man den teuersten auswählen würde. Der Verdacht von Zahlung von "nützlichen Aufwendungen" wäre da eigentlich nie wegzuwischen.

    Das Problem ist, dass man es zulässt, dass derart viele Subunternehmer an einem BV sind, dass es zwangsläufig zu Problemen kommen muss. Im Ergbnis müsste man also jeden Bauabschnitt bzw. jedes Gewerk derart ausschreiben, dass wirklich nur das ausführende Unternehmen den Zuschlag bekommt, und nicht irgendwelche Subunternehmer...

    BTT:
    Was bleibt von Wowi?
    Gute Frage - ich bin kein Berliner. Aber alles Neghative nur an ihm festzumachen ist m.E. einwenig arg kurz g'hupft.

    Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben. Albert Einstein

  • Zitat

    Das Problem ist nicht, dass der Günstigste ausgewählt werden muss. Im Gegenteil, der Aufschrei wäre immens wenn man den teuersten auswählen würde. Der Verdacht von Zahlung von "nützlichen Aufwendungen" wäre da eigentlich nie wegzuwischen.

    Das Problem ist, dass man es zulässt, dass derart viele Subunternehmer an einem BV sind, dass es zwangsläufig zu Problemen kommen muss. Im Ergbnis müsste man also jeden Bauabschnitt bzw. jedes Gewerk derart ausschreiben, dass wirklich nur das ausführende Unternehmen den Zuschlag bekommt, und nicht irgendwelche Subunternehmer...

    Es ist auch bei öffentlichen Ausschreibungen nicht zwingend erforderlich den billigsten Anbieter auszuwählen, in die Bewertung dürfen auch andere Kriterien einfließen wenn sie vorher bekannt gegeben werden. Macht die Sache natürlich etwas aufwendiger.

    Nach meiner Erfahrung ist aber das größte Problem bei solchen Projekten, dass die Anforderungen im Vorfeld nicht klar, eindeutig und umfassend festgelegt werden. Vermeintlich unwichtige Punkte können am Ende großen Aufwand bedeuten. Das Problem gibt es aber auch in der Privatwirtschaft.

  • Es ist auch bei öffentlichen Ausschreibungen nicht zwingend erforderlich den billigsten Anbieter auszuwählen, in die Bewertung dürfen auch andere Kriterien einfließen wenn sie vorher bekannt gegeben werden. Macht die Sache natürlich etwas aufwendiger.

    Nach meiner Erfahrung ist aber das größte Problem bei solchen Projekten, dass die Anforderungen im Vorfeld nicht klar, eindeutig und umfassend festgelegt werden. Vermeintlich unwichtige Punkte können am Ende großen Aufwand bedeuten. Das Problem gibt es aber auch in der Privatwirtschaft.

    Jepp - der Architekt kotzt sich da mächtig einen ab und bekommt's auch nicht wirklich honoriert ;). Also versuchen sich alle zu drücken :rolleyes:.

    Ein weiteres Problem - die dauernden Änderungswünsche, die im laufenden Bau berücksichtigt werden (müssen). Einem privaten Bauherrn erklärst, dass dieser abgedrehte Wunsch eine Verzögerung von Wochen/Monaten und einen erheblichen finanziellen Mehraufwand bedeutet und er lässt seine quersitzenden Blähungen weg. Beim öffentlichen Bauherrn....

    Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben. Albert Einstein


  • Dabei passierts dann halt mal das "nur" ein Technischer Zeichner die komplette Planung für die Brandschutzanlage macht. Aber das das Thema Brandschutz nicht so trivial ist wie es sich vielleicht anhört zeigt ja, das es bis heute noch keine richtigen Pläne gibt.

    Ich hab das so in Erinnerung, dass sich der Träger weitgehend über die fixierten diesbezüglichen Anforderungen des zuständigen Amtes aus dem Genehmigungsverfahren hinweg gesetzt hat. Also man hat Auflagen bekommen, die man anscheinend bewusst ignoriert hat und wunderte sich dann, dass der Genehmiger - trotz der Einflussnahme aus höchsten politischen Kreisen - die Eier in der Hose hatte, die Betriebsgenehmigung wegen der Nichteinhaltung der Auflagen zu verweigern. Diejenigen, die dies zu verantworten haben, sind eigentlich mittels Schadenersatzanforderung mindestens mal in die Privatinsolvenz zu treiben. Aber an dieser Stelle funktionierte dann der politische Klüngel wieder. Der/die Verantwortlichen konnten einfach abtauchen bzw. sich mit ordentlicher Abfindung verabschieden.

    Populisten sind jene Menschen, die einen Spaten Spaten und eine Katze Katze nennen.
    William Shakespeare


  • Die die zu blöd waren den richtig zu Planen und richtig zu bauen waren gar keine Politiker sondern liebe Arbeitgeber und Arbeitnehmer. :D

    Ach, sonst wird doch auch immer der Kopf des führenden Politikers (Kanzler(in), Minister, Ministerpräsident) gefordert, weil der ja schlussendlich verantwortlich für den Kram in seinem Bereich ist. Oder nur bei der jeweils anderen Partei ?
    In meinen Augen liegt die endgültige Verantwortung für BER bei Wowereit und Platzek.
    Die hätten sich am Ende acuh bei der Eröffnung damit gebrüstet, was für einen tollen neuen Flughafen sie gebaut haben. Wenn's den geklappt hätte...

    Viele Grüße --Michael--
    "Frontantrieb ist entgangene Lebensfreude" (A. Merkle, 2005)
    520dT (F11)

  • Zitat

    Die die zu blöd waren den richtig zu Planen und richtig zu bauen waren gar keine Politiker sondern liebe Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

    Der Fisch stinkt vom Kopf und mit einer ordentlichen Bauaufsicht hätte es soweit einfach nicht kommen müssen, offensichtlich war man dazu aber nicht in bereit oder in der Lage. Oder lässt Du die Handwerker bei Dir zu Hause einfach mal machen ohne ihnen auf die Finger zu schauen?

    Zitat

    Diejenigen, die dies zu verantworten haben, sind eigentlich mittels Schadenersatzanforderung mindestens mal in die Privatinsolvenz zu treiben.

    Grundsätzlich gebe ich Dir recht, zumindest einen spürbaren Schadenersatz müsste es geben. Aber in einer solchen Organisation ist es am Ende gar nicht so einfach den wirklich verantwortlichen zu benennen.

  • Bei Wirtschaftsbossen gibt es zumindest die (theoretische) Möglichkeit der rechtsstaatlichen Verfolgung verursacht durch grobes Missmanagement. In der Politik gibts sowas nicht. Warum???

    Grüße
    Markus <-- formerly known as powders

    To be or not to be · Shakespere | To do is to be · Nietzsche | To be is to do · Sartre | Do be do be do · Sinatra

  • Der Fisch stinkt vom Kopf und mit einer ordentlichen Bauaufsicht hätte es soweit einfach nicht kommen müssen, offensichtlich war man dazu aber nicht in bereit oder in der Lage. Oder lässt Du die Handwerker bei Dir zu Hause einfach mal machen ohne ihnen auf die Finger zu schauen?


    Du solltest den Unterschied zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung kennen.
    Da scheinbar der GF gezielt den Aufsichtsrat im Dunkeln lies, hätte er gleich was bei der Bauaufsicht gemacht? Mit offenen Karten gespielt?
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt…n-a-918076.html

  • Es ist auch bei öffentlichen Ausschreibungen nicht zwingend erforderlich den billigsten Anbieter auszuwählen, in die Bewertung dürfen auch andere Kriterien einfließen wenn sie vorher bekannt gegeben werden. Macht die Sache natürlich etwas aufwendiger.

    Das mit den anderen Kriterien stimmt wohl, nur muss m.W. die Gewichtung der einzelnen Kriterien nicht vorher bekanntgegeben werden. Zumindest kenne ich das bei Ausschreibungen im IT Bereich so.

    An alle Mitmenschen, die es mit mir aushalten, ohne mich gleich im Wald aussetzen zu wollen: Danke :hi:


  • Da scheinbar der GF gezielt den Aufsichtsrat im Dunkeln lies,


    Umgekehrt wird ein Schuh draus. Der Aufsichtsrat wollte es gar nicht so genau wissen. Anderfalls hätte auffallen müssen, dass Fertigstellungsmeldungen, Bauabnahmen und Genehmigungen fehlen und von der GF nicht vorgelegt werden können, weil der Bau in mehreren Bereichen stark im Verzug ist.
    Das grundlegende Problem bei allen Bauten, besonders bei Öffentlichen, ist die fehlende Kompetenz derjenigen, die das Projekt überwachen sollen. Deswegen wurde der erste und entscheidende Fehler bereits gemacht, lange bevor überhaupt mit dem Bau begonnen wurde: nämlich als die Politiker entschieden haben, selbst den Generalunternehmer zu spielen und die Aufträge für die verschiedenen Lose selbst zu vergeben. Leute, die von den Details relativ wenig Ahnung haben, kopieren sich aus geeignet erscheinenden Produktbeschreibungen dann einen Ausschreibungstext zusammen. Unternehmen, die auf solche Ausschreibungen Angebote abgeben, haben meistens Leute, die sehr genau herauslesen können, wo die Lücken in der Ausschreibung sind und was am Ende so gar nicht funktionieren kann. Das erfährt der Auftraggeber aber natürlich erst dann, wenn die Aufträge vergeben sind und der Bau so weit fortgeschritten ist, dass er nicht mehr zurück kann. Jetzt machen die Auftragnehmer Lösungsvorschläge, sog. Nachträge, die immer eines gemeinsam haben: Sie sind sehr teuer. Das müssen sie auch sein, weil der Auftragnehmer sonst Verluste machen würde. Er hat nämlich beim Angebot gar keinen realistischen Preis abgegeben, weil der Bauherr den nicht zahlen würde sondern den Auftrag an einen billigeren Anbieter vergeben hätte. Da der Auftragnehmer aber vorher wusste, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit Nachträge geben wird und wie hoch die vermutlich ausfallen, konnte er den niedrigen Phantasiepreis anbieten.
    Bei besonders ungeschickten Auftraggebern kommt es dann auch schon mal vor, dass sich die Auftragnehmer an den Nachträgen eine goldene Nase verdienen...

    Gruss
    Andreas

    Einmal editiert, zuletzt von Zwilling (27. August 2014 um 17:09)

  • Hab nur ich dafür kein Verständnis?

    War doch schon immer so. Die mit den meisten Schulden haben die dicksten Hosen... :rolleyes:

    Wenn Du das nächste Mal lachst, weil Deine Eltern Dich fragen wie sie einen Screenshot machen können, dann denke daran, dass sie Dir gezeigt haben wie man einen Löffel und das Klo benutzt... :zf:

  • Zitat

    War doch schon immer so. Die mit den meisten Schulden haben die dicksten Hosen... :rolleyes:

    Vorallem wenn sie sich wie Berlin von den erfolgreichen Bundesländern aushalten lassen. NRW kann das im übrigen auch Hervorragend. Ausser Geld ausgeben und Blitzermarathons veranstalten können die nix in NRW.

  • Ausser Geld ausgeben und Blitzermarathons veranstalten können die nix in NRW.


    Doch, ihr Land als Sektor zu bezeichnen. Frage mich nur, wessen Besatzungszone sie sind :D

    "There's too many men, too many people, making too many problems

    And not much love to go 'round, can't you see this is a land of confusion?"

    M. Rutherford, 1986