Fachhandel oder Amazon & Co. - das ist hier die Frage

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  • Ist eigentlich ausser mir noch jemand aufgefallen, dass bei Amazon zur Zeit höherwertige Produkte öfters mal von "neuen Verkäufern" - ohne Bewertung und Kontakt nur per gmail oder sonstiger Freemailadresse - zu Dumpingpreisen angeboten werden?

    Gruß
    Martin

    Mich zu mögen ist ein Talent, das nicht jeder hat! :sz::zf:

  • Wer hat in den letzten Tagen die Berichte über Amazon-Leiharbeiter nebst merkwürdiger Sicherheitsfirmen gesehen?


    Für mich ist Amazon gestorben. Auch wenn dort manches sehr günstig zu beziehen ist, ich will mit Sklaverei nichts zu tun haben.

    Gruß Hauke

  • Ist eigentlich ausser mir noch jemand aufgefallen, dass bei Amazon zur Zeit höherwertige Produkte öfters mal von "neuen Verkäufern" - ohne Bewertung und Kontakt nur per gmail oder sonstiger Freemailadresse - zu Dumpingpreisen angeboten werden?

    Gruß
    Martin


    Ja leider!
    Ich war ja auf der Suche nach einem MacBook Air 13" für meine Frau.


    Da hat einer ein neues Gerät für 490€ angeboten.. mit einer +@gmx.net Mail :kpatsch:
    Schade dass Amazon so etwas zulässt :flop:

  • Wer hat in den letzten Tagen die Berichte über Amazon-Leiharbeiter nebst merkwürdiger Sicherheitsfirmen gesehen?


    Für mich ist Amazon gestorben. Auch wenn dort manches sehr günstig zu beziehen ist, ich will mit Sklaverei nichts zu tun haben.


    Habe ich nicht gesehen, will das aber nachholen.


    Jedoch wird es schwer, sehr schwer werden mich von Amazon weg zu bringen.


    Und.. ist "Sklaverei" heutzutage nicht "normal"?
    Lidl verkauft Socken für 79 Cent, Kicks ein T-Shirt für 99 Cent....

  • Habe ich nicht gesehen, will das aber nachholen.


    Jedoch wird es schwer, sehr schwer werden mich von Amazon weg zu bringen.


    Und.. ist "Sklaverei" heutzutage nicht "normal"?
    Lidl verkauft Socken für 79 Cent, Kicks ein T-Shirt für 99 Cent....


    Oh ja, diese von dir aufgeführten Ketten sind mit ihrer Billigproduktionen in fernen Ländern nichts besser.


    Bei Amazon geht es um Leiharbeit von Spanischen und Romänischen Gastarbeitern die mit Bussen ins Land gekarrt werden unter unmenschlichen Bedingungen in Ferienwohnanlagen zusammen gefercht werden und streng von der Sicherheitsfirma überwacht werden. Keine Privatsphäre...


    Ich hab auch gern bei Amazon gekauft aber mir geht es nicht so schlecht das ich auf die günstigen Preise angewiesen bin zumal Amazon dazu beiträgt das der Fachhandel und auch der Internethandel vor die Hunde geht. Ich bin da konsequent und werde den Laden meiden.

    Gruß Hauke

  • Wer von den ausländischen Leiharbeitern bekommt denn die genannten Gehälter?
    Die Rumänen und Spanier selbst, oder die Zeitarbeitsfirma? ;)


    Hauke
    Leider in immer mehr Bereichen so üblich. Erntehelfer in der Landwirtschaft, oder osteuropäische Leiharbeiter in der Fleischindustrie.
    Für die "Unterkunft" (6-Mann Zimmer oder gar nur Wohncontainer) und den Bustransfer zur Arbeitsstätte wird häufig auch wieder Geld abgezogen. :flop:

  • Für die "Unterkunft" (6-Mann Zimmer oder gar nur Wohncontainer) und den Bustransfer zur Arbeitsstätte wird häufig auch wieder Geld abgezogen. :flop:


    Ja da hat doch der Gesetzgeber freundlicherweise für die Dumping-Jungs was festgelegt:

    Zitat

    Der Wert der als Sachbezug zur Verfügung gestellten Verpflegung wird auf monatlich 224 Euro festgesetzt. Dieser Wert setzt sich zusammen aus dem Wert für
    1. Frühstück von 48 Euro,
    2. Mittagessen von 88 Euro und
    3. Abendessen von 88 Euro.


    Für eine als Sachbezug zur Verfügung gestellte Wohnung ist als Wert der ortsübliche Mietpreis unter Berücksichtigung der sich aus der Lage der Wohnung zum Betrieb ergebenden Beeinträchtigungen anzusetzen. Ist im Einzelfall die Feststellung des ortsüblichen Mietpreises mit außergewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden, kann die Wohnung mit 3,80 Euro je Quadratmeter monatlich, bei einfacher Ausstattung (ohne Sammelheizung oder ohne Bad oder Dusche) mit 3,10 Euro je Quadratmeter monatlich bewertet werden. Bestehen gesetzliche Mietpreisbeschränkungen, sind die durch diese Beschränkungen festgelegten Mietpreise als Werte anzusetzen. Dies gilt auch für die vertraglichen Mietpreisbeschränkungen im sozialen Wohnungsbau, die nach den jeweiligen Förderrichtlinien des Landes für den betreffenden Förderjahrgang sowie für die mit Wohnungsfürsorgemitteln aus öffentlichen Haushalten geförderten Wohnungen vorgesehen sind. Für Energie, Wasser und sonstige Nebenkosten ist der übliche Preis am Abgabeort anzusetzen.


    Quelle
    Er ist ja sozusagen per Gesetz dazu gezwungen den Lohn um den entsprechenden Nettobetrag zu mindern. :crazy:

  • Wer von den ausländischen Leiharbeitern bekommt denn die genannten Gehälter?
    Die Rumänen und Spanier selbst, oder die Zeitarbeitsfirma? ;)


    Genau das war einer der Kritikpunkte. Die Spanier wurden mit 1400Brutto angeworben und bekamen in Deutschland angekommen einen entsprechend schlechteren Vertrag von der Leiharbeitsfirma unter die Nase gehalten. Wer kann sich 2000Km von Zuhause entfernt mit schlechten oder gar keinen Sprachkenntnissen gegen solche Machenschaften auflehnen? Wenn gleich die Sicherheitsfirma dabei ist und grimmig schaut...


    Eine Sauerei hoch3

    Gruß Hauke

  • Schwierig. Einerseits sind die Zustände wirklich hart und kaum zu fassen. Auf der anderen Seite muss ein Unternehmen solch starke saisonale Schwankungen irgendwie auch managen. Die können schlecht diese tausende Lagerarbeiter, die für Weihnachten nötig sind, dauerhaft fest anstellen. Außerdem kommen die aus Spanien und aus dem Osten hier her, weil sie im Verhältnis wohl immernoch kein schlechtes Geld verdienen und es für sie scheinbar akzeptabler ist, hier ein paar Wochen den Amazon-Job durchzuziehen als zuhause arbeitslos oder noch unterbezahlter rumzusitzen.

    Ich will das nicht schönreden!! Die Sache mit dem Vertrag der kurz vor knapp geändert wird ist natürlich eine bodenlose Frechheit. Aber in der Reportage wird eben wieder sehr einseitig beleuchtet. Und Alternativen werden schon mal gar nicht aufgezeigt. Hauptsache gemeckert.

    > welcher ist mein nächster...? >

    Alle sagen man solle ein E-Auto kaufen! OK, ich finde sicherlich noch ein paar nette E46, E39, E60... :cool:

  • Bei der Bundeswehr wird während Auslandseinsätzen auch der Anteil für die Unterkunft abgezogen.
    Waren bei uns umgebaute Seecontainer, die im schlimmsten Fall mit 3-Mann belegt waren (meist zwei Personen).
    War der gleiche Betrag, der für das Zimmer in der Kaserne in Deutschland fällig war, also dann ein ordentlicher Preis je qm.


    Als Scharping damals zu Besuch war, wurde das angesprochen, er hatte sich das notiert :rolleyes:


    --
    Viel Auswahlmöglichkeiten haben die Leiharbeiter aus Rumänien, Bulgarien usw nicht. Und natürlich ist es immer noch ein Vielfaches dessen (auch durch Arbeitszeiten von teilweise 6 x 12 Stunden), was in deren Heimat möglich ist.


    Aber trotzdem eine Sauerei, daß das so ausgenutzt wird.
    Andersrum sollte auch jedem klar sein, daß ansonsten Preise wie 4,99 für das Kilo Schnitzel nicht möglich sind.
    Der Einzelhändler-EK liegt weit darunter.


    Wenn man sich mal überlegt, wieviele Firmen vom Bauern bis zur Ladentheke beteiligt sind, die alle ein Stück vom Kuchen haben möchten, sollte klar sein, daß da so ziemlich jeder ein Stück zu beiträgt.


    Egal ob Tabak, Kaffee, Tee, Elektronik, Bekleidung und etliche andere Dinge.
    Schön, wer überall auf Fair Trade, regionale Bio-Produkte usw zurückgreifen kann, wir können es finanziell nicht ausschließlich.


    Hier kann man selbst mal für sich rechnen lassen:
    http://slaveryfootprint.org



    PS: Irgendwie kommen wir in letzter Zeit immer vom Thema ab. ;)

  • Ich will das nicht schönreden!! Die Sache mit dem Vertrag der kurz vor knapp geändert wird ist natürlich eine bodenlose Frechheit. Aber in der Reportage wird eben wieder sehr einseitig beleuchtet.


    Gegen geringe Bezahlung und gegen Leiharbeit aus dem Ausland will ich mal gar nichts groß sagen, das gibt es in vielen Branchen auch wenn es nicht so toll ist.


    Mir geht es um die unmenschliche Behandlung der Arbeitnehmer und um eben die falschen Versprechungen. Diese Menschen machen es Amazon möglich das Weihnachtsgeschäft zu wuppen, dann soll Amazon auch dafür sorgen, das sie menschenwürdig untergebracht werden, ihre Freiheit genießen dürfen, nicht jeden Tag aufs neue feststellen müssen das ihre privaten Sachen durchsucht wurden.


    Auch wenn es ein externes Unternehmen ist, Amazon trägt für diese Zustände die Verantwortung. In dem Bericht kam auch heraus das diese Machenschaften nicht nur in Augsburg vorgekommen sind. Scheint also normaler Standard in dem Unternehmen zu sein.


    So einseitig fand ich den Bericht gar nicht aber solche Fakten sind nun mal sehr einseitig wenn sich das Unternehmen nicht bereit erklärt sich zu den Vorwürfen zu äussern. Sie haben es selbst in der Hand gehabt im schlechten Licht zu stehen...

    Gruß Hauke

  • Zitat

    Für mich ist Amazon gestorben. Auch wenn dort manches sehr günstig zu beziehen ist, ich will mit Sklaverei nichts zu tun haben.


    Ich hoffe du magst keinen Spargel.
    Oder Erdbeeren.
    Oder Schuhe.
    Oder Appleprodukte
    oder
    oder
    oder



    Auch ich will da gar nix schönreden. Aber das ist sowas von Michel Deutsch.
    Beim Fachhändler informieren - dann beim günstigsten kaufen.
    Dann aber ganz schockiert sein, wenn mal rauskommt wie der günstigste Preis zustande kommt :rolleyes:

    Eier sollten nie mit Steinen tanzen...


  • Dann aber ganz schockiert sein, wenn mal rauskommt wie der günstigste Preis zustande kommt :rolleyes:


    Für den günstigen Preis muss man Saisonkräfte in ihren Unterkünften bedrohen und die persönlichen Sachen durchsuchen?


    Ach so, Spargel und Erdbeeren beziehe ich dank ländlicher Gegend direkt vom Erzeuger (Familienbetrieb) der keine Polen unter unmenschlichen Bedingungen beschäftigt. Dafür muss ich aber auch ein paar Cent mehr aus der Tasche kramen. Mach ich aber gerne...


    Wenn das Anprangern solcher Machenschaften ein typisches Verhalten von Michel Deutsch ist, bin ich gern ein Michel Deutsch. Lieber Michel Deutsch als sich in feinster raffgieriger Mentalität die Schnäppchen bei Amazon ziehen damit noch Geld für den neuen BMW über ist. Bähh!

    Gruß Hauke

    Einmal editiert, zuletzt von Hauke ()

  • Auf der anderen Seite muss ein Unternehmen solch starke saisonale Schwankungen irgendwie auch managen. Die können schlecht diese tausende Lagerarbeiter, die für Weihnachten nötig sind, dauerhaft fest anstellen.


    Mir kommen gleich die Tränen. :eek:
    Erst einen funktionierenden Einzelhandel kaputt machen und jetzt soll man Mitleid wegen dem Saisongeschäft haben?
    Die sollen anständig bezahlen und anständig behandeln.

  • Ich bin doch weiß Gott auch kein Fan von Zeitarbeitsfirmen und beftisteten Veträgen. Aber in manchen Branchen geht es einfach zum Teil nicht anders. Die Welt verändert sich halt auch. Die Zeiten von Internetversendern mit x-tausend Saison-Arbeitskräften kann man nicht mehr vergleichen mit einem Otto und Quelle vor 40 Jahren. Und der in der Reportage genannte Stundenlohn ist ja noch richtig fair im Vergleich zu den Speditions-Verbrechern etc. Verschickt ihr deswegen auch keine Pakete mehr?

    Zitat

    Schafft doch jeder andere Betrieb...auch ohne gleich Bulgaren einsperren zu müssen.



    Wie vermutet wird meine Intention einfach nicht verstanden und dann doch wieder auf Stammtisch runtergebrochen :rolleyes:

    > welcher ist mein nächster...? >

    Alle sagen man solle ein E-Auto kaufen! OK, ich finde sicherlich noch ein paar nette E46, E39, E60... :cool:

    2 Mal editiert, zuletzt von Fox323 ()

  • Ich habe den Bericht noch nicht gesehen, werde ich später machen.
    So wie ich das hier rauslese, geht es auch weniger um Zeitarbeit oder Niedriglöhne, sondern um die Security-Firma, die die Arbeiter dort unnötig gegängelt hat.
    Taschenkontrollen beim Verlassen des Werks sind in Ordnung, aber das scheint da ja doch etwas anders gewesen zu sein.


    Beim Lohn, der sich in der Stellungnahme recht ordentlich anhört, würde mich nicht wundern, wenn das da genauso läuft, wie häufig in der Lebensmittelindustrie.


    Der Auftraggeber zahlt an den Vermittler/die Zeitarbeitsfirma beispielsweise 10 Euro/Stunde.
    Davon leitet der dann Geld an die Arbeiter weiter.


    Der Pole bekommt 5 Euro, der Bulgare 3,70, der Rumäne 3,20.
    Polen sind da aber so gut wie keine mehr, die sind zu teuer.


    Klingt komisch, ist aber so. Zumindest bei einem Betrieb direkt bei uns im Ort.


    Der Vermittler wohnt bei uns in der Straße. Fährt nette Autos (damit auch hier die Kurve zur Neiddebatte gefunden wird ;) )


    Einmal editiert, zuletzt von L'âme ()