Als Quereinsteiger in den Vertrieb

Registrierte und angemeldete Benutzer sehen den BMW-Treff ohne Werbung
  • Hallo,


    ich bin 31 Jahre alt und Polizeibeamter. Aus gesundheitlichen Gründen (die für normale Berufe unerheblich sind) werde ich meinen Beruf nicht mehr weiter ausüben können. Da Frühpension oder Innendiensttätigkeiten für mich keine Option darstellen, bin ich nun auf der Suche nach einer neuen Berufung.


    Ich bin ehrgeizig, zielstrebig und verfüge über ein seriöses und vertrauenvolles Auftreten. Da ich bei verschiedenen Gelegenheiten und einer Nebentätigkeit festgestellt habe, dass ich Talent und Freude am Verkauf habe und ich selbstständige Tätigkeiten bevorzuge, möchte ich in die Vertriebsbranche wechseln.


    Am liebsten würde ich ja Investitionsgüter (mein Favorit) oder hochwertige Finanzprodukte vertreiben, hier ist jedoch das Problem, dass die mir bekannten Firmen, die seriöse Produkte mit vernünftigen Provisionen vertreiben, natürlich auch Vertriebs oder zumindest Branchenerfahrung vorraussetzen, was ich zum jetzigen Zeitpunkt beides nicht bieten kann.


    Die einzigen Stellenanzeigen die ich bis jetzt im Vertrieb gefunden habe, die auch für Quereinsteiger offen waren, waren von Finanz und Versicherungsvertrieben wie der DVAG und MLM Firmen wie Amway.


    Den Vertrieb von hochwertigen Finanzprodukten kann ich mir zwar wie gesagt schon vorstellen, aber über die Strukturvertriebe habe ich halt schon viel negatives was den tatsächlichen Verdienst und einen späteren Ausstieg angeht gehört.


    Könnt ihr mir ein bestimmtes Unternehmen oder eine Branche empfehlen,bei der meine Bewerbung Erfolg haben könnte?
    Wie sind eure Erfahrungen mit den Strukturvertrieben, gibt es hier auch gute?


    Mein Plan B wäre trotz meiner Bedenken bei einem Strukturvertrieb anzufangen. Sollte ich dort tatsächlich nicht glücklich werden, kann ich zumindest nach 1-2 Jahren etwas Vertriebserfahrung und genügend Verkaufsrethorik vorweisen um mich auf höherwertigere Stellen bewerben zu können (ich habe gehört, dass viele branchenfremde Firmen sehr gerne Versicherungs/Finanzberater aufgrund ihrer guten Verkaufsrethorischen Ausbildung einstellen).


    Was haltet ihr von meinen Überlegungen ?


    Viele Grüße,


    Tim

    4 Mal editiert, zuletzt von Tim ()

  • Hochwertige Finanzprodukte wirst du in einem Strukturvertrieb nicht finden.

    _____________________________
    Gruß Rico

  • Moin Tim,
    die Zeiten das man so mal eben als Quereinsteiger in den Finanzdienstleistungsbereich Geld verdienen kann sind zum Glück vorbei. Heute braucht man als seriöser Finanzdienstleister den "Fachberater Finanzdienstleistung" um in einem seriösen Unternehmen zu arbeiten und dort auch erfolgreich zu werden. Schau dir mal auf den Seiten der IHK die Voraussetzungen an.

    Gruß Hauke

  • Ich bin seit über 20 Jahren im Vertrieb. Die wichtigste Voraussetzung ist, das ein Vertriebler eine begeisternde und mitreißende Persönlichkeit hat.


    "Nur wer selber so hell brennt wie eine Fackel, kann andere anzünden!"


    Es gibt in allen Branchen Unternehmen die weniger Wert auf die Fach-Erfahrung legen dafür mehr auf die persönliche Eignung achten. Chefs die länger im Vertrieb sind wissen, das Kunden hauptsächlich auf emotionalen Ebene erreicht werden. Die rationale Ebene spielt nur eine viel geringere Rolle als viele denken. Gemäß der Eisberg-Theorie (Ein Siebtel befindet sich über Wasser und sechs Siebtel unter Wasser) nach der Dinge überwiegend auf der "Bauch-Ebene" entschieden werden und nur zu einem geringen Anteil auf Hardfact's beruhen.


    Also nur Mut! Wichtig ist für den Vertrieb dass Du nie Dein Enthusiasmus verliest.


    Ein guter Vertriebler kommt vorne wieder rein nach dem er hinten rausgeflogen ist!

  • Sorry, ich bin skeptisch. Zwar sind im Vertrieb sehr viele Quereinsteiger. Aber zumindest im Investitionsgüterbereich waren die vorher oft mit dem Produkt befasst. Die kommen oft aus der Herstellung oder Anwendung des Produkts.


    Einfach nur herkommen und sagen "Hey, hier bin ich. Ich hab keine Ausbildung zum Thema. Ich will irgendwas verkaufen" wird imo schwierig. Die Handyläden und Schneeballvertriebe sind voll damit. Leute, die sich für so pfiffig halten, dass sie kein Fachwissen brauchen, gibt es halt reichlich. Da wartet keiner auf weitere.


    Du bist noch jung, evtl. wäre ein kurzes Bachelor Studium das richtige.


    Gruß
    Stefan


  • Am liebsten würde ich ja Investitionsgüter (mein Favorit) oder hochwertige Finanzprodukte vertreiben, hier ist jedoch das Problem, dass die mir bekannten Firmen, die seriöse Produkte mit vernünftigen Provisionen vertreiben, natürlich auch Vertriebs oder zumindest Branchenerfahrung vorraussetzen, was ich zum jetzigen Zeitpunkt beides nicht bieten kann.


    Seh ich genauso wie die anderen, an seriöse Finanzprodukte wirst du "fast" nicht heran kommen.


    was hast du vor der Polizei gearbeitet, Vertrieb in deiner alten bekannten Branche. Dort hättest du den Vorteil, das du als Fachmann angeschaut wirst. Weist wovon du redest.

    ehemals Driver 7
    Früher war alles besser

  • Hallo und danke für eure Antworten,


    ich habe direkt nach der Schule bei der Polizei angefangen.


    2005 habe ich mich mit einem Franchisesystem nebenberuflich selbstständig gemacht. Zuletzt hatte ich zwei 24h Automatenvideotheken mit 4 Mitarbeitern.


    2009 habe ich dann beide Geschäfte mit Gewinn verkauft und das Geld in mein Haus gesteckt.


    Mir wurde vom Franchisegeber zwar angeboten im Vertrieb mitzuarbeiten, die eignen Geschäfte und später die Familienplanung waren mir damals aber wichtiger.


    Da mittlerweile eine Marktbereinigung stattgefunden hat und es kaum noch Neugründungen in dem Bereich gibt, ist eine Tätigkeit hier jedoch ziemlich aussichtslos.


    Auf alle Fälle werde ich jedoch im November die Existenzgründer/Franchisemesse besuchen um mich bei den Anbietern direkt für den Vertrieb vorzustellen, da ich zumindest im Bereich der Existenzgründung Erfahrung vorweisen kann.


    Zum Fachberater Finanzdienstleistung: Gibt es keine Finanzdienstleister, die diese Ausbildung berufsbegleitend anbieten?


    Viele Grüße,


    Tim

  • Was haltet ihr von meinen Überlegungen ?

    Nichts.

    Du willst doch nicht ernsthaft Deinen Beamtenstatus aufgeben, um in einem windigen und zudem hochriskanten Strukturvertrieb anzufangen?

    Um "vernünftige" Finanzprodukte zu vertreiben, müßtest Du mindestens eine Bank-oder Versicherungslehre absolviert haben. Ansonsten gilst Du als ungelernt und kannst bei AWD & Co. für einen Hungerlohn in der Drückerkolonne anfangen - mal deutlich ausgedrückt. Strukturvertrieb bedeutet annähernd null Fixgehalt, alles variabel. Da kannst Du auch nichts lernen, außer dass Du eine dumme Fehlentscheidung getroffen hast.

    Suche Dir einen interessanten Innendienstposten bei der Polizei und erfreue Dich an Deiner üppigen Freizeit. Gehaltlich kann es dabei ja meines Wissens nicht bergab gehen ;).

    Wenn berufliche Veränderung (nicht empfehlenswert!), dann in "Polizei-nahe" Bereiche, zum Beispiel Sicherheitsunternehmen, Privatdetektei, Waffenindustrie usw.

    formerly known as Fastisfast2fast

  • Probiers doch mal bei einer Bank. Gerade im Spartenvertrieb (z.B. ausschließlich Privatkunden) sind die Kenntnisse schnell erlernbar und die Anzahl der Produkte wird ständig gestrafft.


    Auch der Verdienst am Anfang in einer der "unteren" Beraterklassen dürfte wahrscheinlich gar nicht so übel sein.


    Die meisten Themen sind stark programmunterstützt, d.h. man erarbeitet z.B. einen Ratenkredit mit dem Kunden direkt am PC.


    Wenn Deine restlichen Voraussetzungen, wie von Dir beschrieben, so gut sind, dann sehe ich da kein Problem dass Du innerhalb kürzester Zeit fit bist. Scheinbar hast Du ja auch kaufmännisches Geschick. :)