Einsprühen der Felgenauflage (Radnabe) und der Nabenzentrierung mit Keramikspray durch die Pneu-Werkstatt

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  • Ich hätte da gerne mal ein Problem:


    Die Reifenhandelsgesellschaft sprüht seit neuestem keine Kupferpaste mehr auf die Nabenzentrierung, sondern ein hellgraues Keramikzeug (?) auf die gesamte Auflage. Sie passen zwar angeblich auf, dass (fast) nichts in die Schraubenbohrungen kommt, aber ein überraschender, verbotener Trip zu meinem Auto in die Montagehalle ("Haftung!!, Unfallgefahr!!") zeigte mir, dass dieser Spray wohl sehr preiswert sein muss.


    Ich war bisher mit der Reifenwerkstatt sehr zufrieden; leider war der Chef gerade in Urlaub. So geriet meine Bitte vor der Auftragsvergabe, keinen solchen Spray zu verwenden, bei dem Hascherl an der Theke zu "keine Montageseife beim Reifen-Aufziehen verwenden". :motz:
    Nachher erfuhr ich, dass die Monteure bei ihr noch mal rückgefragt hatten, aber es scheint wohl inzwischen Philosophie bei Werkstätten zu sein, dass es dem Overall tragenden Personal strikt verboten ist, beim vermeintlich ohnehin technisch total debilen Kunden auch mal direkt rückzufragen, was das Ganze denn soll.


    Deutsche Autofahrer werden inzwischen beim Fahren durch Assistenzsysteme, Abstandswahrungstechnologien, Geschwindigkeitsregulierungen und andere Schilder ("Vorsicht, Kurve!" – " Vorsicht, keine Fahrbahnmarkierung!" – WTF!) und bei der Wartung ihres Vehikels durch die Werkstätten so "betreut" und damit für die Zukunft konditioniert und verblödet, dass es mich nicht mehr wundert, wie viele Einfaltspinsel am Steuer so gucken, als ob sie gerade mit Erschrecken festgestellt haben, dass die Karre ja fährt – und so fahren sie auch und vergessen, nach einer Kurve wieder gerade zu lenken.
    Aber ich schweife ab.


    Hat jemand von euch diese neue Technologie mit dem vollflächigen Sprühen dieser grauen Radnabenpaste auch schon durchlitten? Kennt jemand das Mittel, womöglich jemand vom Fach? Angeblich weist es die Nachteile in Form verminderter Haftreibung und damit fehlenden Kraftschlusses Felge <-> Auflagefläche nicht auf.
    Glaub ich halt das auch noch.

    Tut, was ich sage, nicht, was ich mache!

  • Hallo, Zinn, das "neueste" bezieht sich auf die Reifenmontagebetriebe, die ich schon das Vergnügen hatte besuchen zu dürfen (mit Betonung auf "ich", also individuell). Bisher (40 Jahre lang) wurde ich nur mit Kupferpaste behandelt, angeblich auch, weil es kein, auch kein Keramik-, Mittel gäbe, das nicht den Kraftschluss der Felge mit der Nabe verringere. Und dies sei jetzt anders/besser.


    Mir geht es um die Sorge, dass jetzt nur noch die Schrauben allein das Drehmoment stemmen müssen. Diesbezüglich (sofern das keine urban legend ist) geht der verlinkte Thread auf eine solche Problematik nicht ein.

    Tut, was ich sage, nicht, was ich mache!

  • Ob Kupferpaste oder Keramikpaste ist eigentlich völlig egal. Ist beides aus schmiermitteltechnischer Sicht komplett falsch. Beide zeichnen sich durch den Feststoffanteil im Fett aus der einer "Notschmierung" dienen soll.


    Das ganze dann mit ner Spraydose zu verteilen sehe ich als besonders dumm an. Spraydosen nebeln IMMER. Man kann gar nicht verhindern das was auf die Bremsscheibe kommt. Ein Schmiermittel mit Feststoffanteil macht sich da besonders gut.


    Fachlich korrekt ist es heute die Bohrung der Felge zu fetten. Warum ist das heute fachlich korrekt? .....weil die Mechaniker leider zu blöd sind um zu verstehen was sie machen sollen wenn man ihnen sagt sie sollen die Nabe dünn fetten.


    Mit der Anweisung die Felgenbohrung zu fetten beseitigt man zwei Probleme:
    1. Es wird nicht die Bremsscheibe eingefettet
    2. Der aufgebrachte Centimeter Fett wird beim Aufstecken des Rades abgestriffen.

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  • Ganz großes Danke an dich, Basti, so sehe ich das nämlich auch. Bevor ich mich dort mal aus dem Fenster lehne, wollte ich etwas sicherer gehen.

    Tut, was ich sage, nicht, was ich mache!

  • Aber fange nicht an mit Mechanikern zu diskutieren...die haben immer Recht und sind eigentlich die einzigen hellen Köpfe im KFZ Business (denken sie zumindest). Ich würde nur nachfragen wie sie verhindern das die Paste auf die Bremsscheibe kommt und warum sie nicht einfach die BMW Anweisung befolgen.

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  • Hallo


    Muß an der Uhrzeit liegen.... Oder zu stark gefeiert? (^_°)


    Wie dem auch sei, es geht darum:


    Das Rad des Wagens wird nicht nur durch die 5 Schrauben fixiert, sondern durch die Radnabe: Das ist der Teil der Befestigungsfläche in der Mitte, die nicht zur Bremsscheibe gehört und in der Mitte das Rad zentriert. Dieses Ding hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Nabe.


    Und dieses Ding soll etwas Fett abbekommen. So empfiehlt es sich zumindest. Leider haben sich entweder diese Sprays eingebürgert die alles zunebeln, auch die Bremsscheibe und die Anlagefläche an der Bremsscheibe, oder es wird zu dick alles eingecremt was mit in der Nähe liegt.


    Darum geht´s hier...


    Munter bleiben: Jan Henning

    "Was ist das entwertendste was Sie dem Recht, welches wir respektieren sollen, antun können? - Erlassen und vollstrecken Sie ein Gesetz das des Schutzes unwürdig ist." Akane Tsunemori

  • Zum einen: Diese Frage treibt mich auch vermehrt um, aber ich bekomme nur ausweichende Antworten. :confused:


    Deine zweite Frage: Es geht um die Radmontage, und warum dabei beim Reifenmonteur zwischen Radnabe und gegenüber liegender Aufnahmefläche an der Achse so großzügig Schmiermittel gesprüht werden muss.


    Grüße und einen schönen Sonntag (gilt für alle!).

    Tut, was ich sage, nicht, was ich mache!

  • Ok, ich hab das noch nie beobachtet, dass da was drauf kommt. Aber wäre es nicht eine Lösung, statt der Nabe selbst die Aussparung an der Felge einzusprühen?


    Mich ärgert viel mehr, dass beim aufziehen neuer Reifen so viel Schmierseife benutzt wird, dass die komplette Reifenflanke hinterher versaut ist.

    Better call Saul!

  • 7eleven, ja, das war Bastis Vorschlag, das Fetten an der Felge. Finde ich super. Zum Aufziehfett bei der Reifenmontage: Da habe ich Verständnis, vor allem, wenn man bedenkt, welche Kräfte auf den Gummi beim Aufziehen einwirken. Da gehe ich halt nachher großzügig mit Felgenreiniger und der Lanze ran. Letzteres gehört zur Optik, die Radauflagenfetterei beeinflusst jedoch IMO die Sicherheit (Bremsscheibe / Kraftschluss+Reibung Felge-Achse).

    Tut, was ich sage, nicht, was ich mache!

  • ... die Radauflagenfetterei beeinflusst jedoch IMO die Sicherheit (Bremsscheibe / Kraftschluss+Reibung Felge-Achse).


    Wenn das wirklich so einen Einfluss hätte, müssten jedes Frühjahr und Herbst die Unfallzahlen in die Höhe schnellen, weil es fast jeder Reifendienst auf die falsche Art macht.
    Davon ist mir nichts bekannt. Ich selbst hab am eigenen Auto schon mit der Spraydose auf der falschen Seite (Radnabe) rumgenebelt und habe hinterher weder Bremsprobleme noch lockere Räder gehabt. :confused:
    Ich kenne auch niemanden der derartige Probleme hatte. Gibt es wirklich damit welche?

  • Meine Reifenwerkstatt hat noch nie was geschmiert! Muß ich mir darüber Gedanken machen??


    Möglicherweise...
    Mir blieb mal nichts anderes übrig als den ADAC anzurufen weil ich bei einem Plattfuss zwar die Schrauben (mit Mühe!!) runter bekam der Reifen aber wie angewachsen auf der Nabe sass. Anstatt "angewachsen" hätte ich besser "angerostet" geschrieben. Nun, war ein Sierra und mit Stahlfelgen, aber trotzdem.


    Buona notte
    WRL

    “Entwicklungshilfe nimmt das Geld der Armen in den reichen Ländern und gibt es den Reichen in den armen Ländern.” (Achmed Mohamed Saleh, Journalist aus Tansania)

  • Zitat

    Aber wäre es nicht eine Lösung, statt der Nabe selbst die Aussparung an der Felge einzusprühen?


    Damit versaut man halt auch einiges. Normalerweise hat man in der Werkstatt einen Topf mit Fett und nen Pinsel...damit (abgestriffen) kurz drüber streifen und fertig. Der Heimwerker nimmt einfach etwas Fett auf den Finger.


    Zitat

    Mich ärgert viel mehr, dass beim aufziehen neuer Reifen so viel Schmierseife benutzt wird, dass die komplette Reifenflanke hinterher versaut ist.


    Bei UHP oder RFT Reifen wird in der Regel eher zu wenig Seife verwendet. Das ist sehr gefährlich, da man den entstehenden Schaden am Reifen nicht unbedingt sieht.
    Wenn dagegen der Reifen bis zur Schrift voll Seife ist kannst zumindest davon ausgehen das es unwahrscheinlich ist das er beim Aufziehen beschädigt wurde.


    Zitat

    Wenn das wirklich so einen Einfluss hätte, müssten jedes Frühjahr und Herbst die Unfallzahlen in die Höhe schnellen, weil es fast jeder Reifendienst auf die falsche Art macht.


    Das mit dem Abscheren der Radbolzen ist IMO nur in ganz blöden Fällen möglich. Mit nem dünnen Sprühfett kann ich mir das gar nicht vorstellen.
    Es sind eher andere Probleme die mir Sorgen machen. Zum einen sorgt Fett da wo es nicht hin gehört immer für Dreck. Dreck ist nie gut. Zum anderen gerät das dünne Sprühfett bei Erwärmung noch leichter auf die Bremse, falls es inflationär auf der Auflagefläche verteilt wurde.


    Zitat

    Ich selbst hab am eigenen Auto schon mit der Spraydose auf der falschen Seite (Radnabe) rumgenebelt und habe hinterher weder Bremsprobleme noch lockere Räder gehabt.


    Fett außen auf der Bremsscheibe kann schonmal die Bremskraft auf einem Rad nur um 50% senken. Außerdem kommt ja auch wieder nicht soo viel drauf, lass es 10-20% sein, das spürst du niemals.

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  • Fett außen auf der Bremsscheibe kann schonmal die Bremskraft auf einem Rad nur um 50% senken. Außerdem kommt ja auch wieder nicht soo viel drauf, lass es 10-20% sein, das spürst du niemals.


    Deswegen ist es ja auch nicht tragisch - selbst wenn etwas Fett auf die Bremsscheibe kommen sollte, ist das doch nach den ersten 2 Bremsungen (Ausfahrt Reifendienst und nächste Ampel) wieder weg...

    Grüße
    shneapfla
    B12 - Caddy 59 - Caddy 58 -B6 statt V12
    [X] <- Nail here for a new monitor
    Ich lebe zwar über meine Verhältnisse aber immer noch nicht standesgemäß!!

  • Deswegen ist es ja auch nicht tragisch - selbst wenn etwas Fett auf die Bremsscheibe kommen sollte, ist das doch nach den ersten 2 Bremsungen (Ausfahrt Reifendienst und nächste Ampel) wieder weg...


    So seh ich das auch.
    Kaum einer wird die Bremsscheiben voll sprühen. ;)


    basti313
    Abscheren der Radbolzen weil Keramikpaste auf der Radnabe wäre mal was für die MythBusters.
    :D :D
    Ich kann es mir ehrlich nicht vorstellen.

  • Zitat

    Deswegen ist es ja auch nicht tragisch - selbst wenn etwas Fett auf die Bremsscheibe kommen sollte, ist das doch nach den ersten 2 Bremsungen (Ausfahrt Reifendienst und nächste Ampel) wieder weg...


    Ich sehe das schon als tragisch an. 10% Abweichung moniert der TÜV und warum soll ich nur 1% Bremsleistung herschenkten nur weil der Reifenhändler Mist baut?
    Fett auf der Bremsscheibe wird übrigens zu Fett im Belag und es ist die Lehrmeinung das man Fett aus nem Belag nicht mehr raus bekommt. Aus Wegbremsen an der nächsten Ampel wird eher nichts.
    Mir ist beim letzten Mobilisieren der Bremse am Omega (garstige Stahlbolzen die immer fest werden...) einer der Beläge auf den Boden gefallen. Da waren ein paar Tropfen Bremsflüssigkeit...Kontamination etwa auf einem Quadratcentimeter, eben einen Tropfen aufgesaugt. Der Belag quietscht noch immer...nach bald 10tkm.


    Zitat

    Abscheren der Radbolzen weil Keramikpaste auf der Radnabe wäre mal was für die MythBusters.


    Auf der Radnabe machts ja nichts, da gehört Fett ja als Korrosionsschutz hin. Warum man da noch Dreck in Form von Feststoffzusätzen ins Spiel bringen muss verstehe ich nicht.
    Wenn wir jetzt ein dickes Fett nehmen und damit die Anlagefläche auf der Bremsscheibe einkleistern, dann schwimmt die Felge wirklich auf diesem Fett. Das ist auch ein Problem wegen der Lockerung der Bolzen wenn das Fett irgendwann wegfließt weil die Scheibe heiß wird. In der Theorie kanns also sicher zu einem Problem werden.
    Hier reden wir ja nur von nem Sprühfett. Das ist zu dünn, das drückt die Felge beim Anziehen der Bolzen schon auf die Seite. Ist halt nur ärgerlich weil es wieder zu Dreck führt und sich verteilt....



    Edit:
    Prinzipiell finde ich reines Sprühfett gar nicht dumm wenn es korrekt angewendet wird. Also kein Fett mit Feststoffzusatz.
    Korrekt angewendet ist für mich es auf den Finger zu sprühen und damit die gereinigte Nabe zu fetten. Dadurch das es so dünn ist lässt es sich super verteilen. Hält dadurch das es ein sehr dünner Film ist die Nabe perfekt sauber, muss aber halbjährlich erneuert werden. Ganz normales Universalfett hält dagegen gerne 2 Jahre wenn man es einmal korrekt aufgebracht hat.

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