Nein, kein Tipfehler: Neuer Ford Focus 1.0

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  • Lass mal die Kirche im Dorf, Mitch. ;)

    Ford macht nichts anderes als der fortschrittsdenkende Wettbewerb - nur eben noch konsequenter. Dass der 3-Zylinder, der laut diverser Berichte dank integriertem Massenausgleich ungewohnt ruhig laufen soll, im Focus erscheint, war erst der Anfang. Mit diversen Leistungsstufen und einsetzbar in einigen Modellreihen spart man Kosten - ein (leider) sehr erheblicher Faktor heutzutage.

    Im Mondeo würde er den bisher verwendeten 1.6 Ti-VCT mit 110/125 PS ersetzen. Das wäre in meinen Augen absolut kein Verlust, eher noch ein Gewinn. Aber ich persönlich sehe den Mondeo sowieso vorrangig in der Leistungsklasse um 140 PS (und dann auch vorrangig Diesel), daher wird der 3-Zylinder längst nicht so häufig bestellt werden wie beim Focus.

    Eigentlich ist der 3-Zylinder sogar in der Mittelklasse nicht ohne Vorankündigkung gekommen. Man hörte in der Vergangenheit ja immer wieder, dass die neue C-Klasse teilweise nur noch 3 Töpfe haben soll. Wie bei BMW dauert das aber sicherlich noch erheblich länger als bei Ford.

    Noch was dazu am Rande, warum ich zu diesem Hubraumzwerg mit amputiertem Zylinder recht gut zu sprechen bin:

    * moderne Technik, die so bereits in höherer Stückzahl beim Vierzylinder-Ecoboost läuft
    * die Ingenieure haben sich wirklich Mühe gegeben (sehr kompakte Baumaße, Leichtbau, austartierte Schwungmasse und daher keine Ausgleichswellen mit zweifelhaftem Erfolg notwendig, die negativ für den Verbrauch wären)
    * der Motor übertrumpft den alten Saugbenziner in der gefühlten Leistung deutlich (dank Overboost), beim 125 PS-Einliter mit dem oft gewünschten 6-Gang-Getriebe

    Während ich dann wieder diese "Hightech"-Vierzylinder wie die von Hyundai erblicke, die im unteren Drehzahlbereich absolut nichts reißen, ruppig laufen, bei höheren Drehzahlen dröhnig laut werden, dabei nicht einmal wirklich viel Drehfreude erkennen lassen und trotz fehlender Technik (ohne DI, ohne Turbo, beim 1,25 Liter sogar ohne variabler Ventilsteuerung) trotzdem mit Mängeln nerven. So was muss ich dann wirklich nicht haben...

    Just because you're paranoid, don't mean they're not after you.

  • So, der Fahrbericht zum 1,0l EcoBoost ist nun fertig und online, für diejenigen unter euch die es interessiert :rtfm:

    http://www.auto-treff.com/bmw/vb/showthread.php?t=254302


    Danke für den Bericht, wirklich sehr interessant! :top:


    Eine Rückfrage: Einerseits beschreibst Du Vibrationen, andererseits den ruhigen Motorlauf. Treten besagte Vibrationen nur auf, so lange der Motor kalt ist?

  • Sehr guter Bericht. :top:


    Für mich wesentlich aussagekräftiger als die Berichte der Schreiberlinge aus den Auto-Zeitschriften, denen ich sowieso nix glaube. Ja, der Focus scheint bei Motor/Getriebe/Fahrwerk seinen Konkurrenten VW, Opel, BMW usw. überlegen...merkt nur kaum einer. :crazy:

  • Danke für den Bericht, wirklich sehr interessant! :top:


    Eine Rückfrage: Einerseits beschreibst Du Vibrationen, andererseits den ruhigen Motorlauf. Treten besagte Vibrationen nur auf, so lange der Motor kalt ist?


    Ja,stimmt. Der Motor ist sehr ruhig (akustisch), aber Vibrationen sind dezent vernehmbar in einzelnen Bereichen. Die Vibrationen sind gerade auf den ersten Metern bei kaltem Betriebszustand am deutlichsten. Ist der Motor einmal auf Temperatur ist von den Vibrationen nur noch unter höheren Drehzahlen und starkem Beschleunigen spürbar, aber sie sind nie störend.

    Leute, lasst Euch nicht hybridisieren! Und bleibt hart am Gas!
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    Einmal editiert, zuletzt von Uberto ()

  • Das leistet der 1.0 Ecoboost im Focus (Sprint aus dem Stand auf Vmax):

    https://youtu.be/9MHxShRMJxM


    Ich war insgesamt wirklich begeistert, wie sparsam er sich bewegen lässt (Langstrecke mit BC 4,2 Liter). Den 1.5 Ecoboost hatte ich im Focus Facelift ebenfalls ausgiebig getestet, aber für deutlich schlechter empfunden, da er deutlich schlechter auf das Gas reagiert (der 1.0 hat "Scavenging" (google it), der 1.5 nicht) und der Mehrverbrauch trotz überschaubarer (subjektiver) Mehrleistung ca. 1,5 Liter/100 km beträgt. Innerhalb der Focus-Motorenpalette ist der 1.0 Ecoboost (125 PS, mit 6-Gang-Getriebe) der unter allen Gesichtspunkten betrachtet beste Motor. Der 100 PS-Ecoboost (ebenfalls im Focus getestet) ist auch nicht übel, mir aber etwas zu lahm und ihm fehlt der 6. Gang. Für den Fiesta ist er sicherlich eine gute, empfehlenswerte Option.

    Interessant ist durchaus - was wohl auch hinreichend bekannt sein sollte - dass der 1.0 Ecoboost bereits die Strapazen der Dauertests wirklich gut überstanden hat.


    Siehe:
    http://www.auto-motor-und-spor…ch-100000-km-9445661.html
    http://www.autobild.de/artikel…us-dauertest-5545219.html


    Ach ja, Lügenpresse... :D

    Just because you're paranoid, don't mean they're not after you.


  • Meine Frau fährt seit Februar einen Ford Ecosport mit dem 1,0 L Motor (125 PS). Mit diesem Auto tut sich der Motor etwas schwer. Aber letztendlich ist er völlig ausreichend für ihr Fahrprofil - man darf ihn halt nicht mit höheren Drehzahlen quälen. Das bringt nichts. Drehmomentverlauf ist eher einem Diesel ähnlich, und wenn man das berücksichtigt passt es dann schon. Spritverbrauch liegt bei 7,2 reine Kurzstrecke.

    Grüße


    Big

  • Ford Ecosport? :eek: *kreuzhinhalte*

    Wie kann das sein, dass dieser Motor mit diesem aufgestelzten Kleinwagen solche Probleme hat? Mit dem normalen, fünftürigen Focus hat er unter normalen Bedingungen keine Probleme. Im Gebirge hatte ich meine Sorgen, da fühlte er sich zäh und etwas schlapp an. Aber ansonsten macht er einfach, was er soll - und das durchaus gut. Und der abgelöste 1.6 Ti-VCT (auch 125 PS stark/schwach, aber mit 5-Gang-Getriebe) hätte es definitiv nicht besser gekonnt...

    Nur im neuen Mondeo halte ich den 1.0 Ecoboost etwas zu viel des...naja...Schlechten?! Jedenfalls müht sich der Tetrapak-Benziner richtig ab, wenn er was leisten=schleppen muss, sei es nun Steigung oder Fahrzeuggewicht. Für Herkules-Aufgaben ist er definitiv nicht geschaffen, für stadtnahe Aufgaben mit gelegentlichen Autobahn-Ausritten aber überaus geeignet. 125 PS sind im Sub-1500 kg-Bereich nun auch nichts, worauf jeder gleich mit "unfahrbar" reagieren müsste - also das passt schon durchaus, wenn es nicht allzu schnell oder spritzig gehen muss. Ich würde den Motor gerne mal im Fiesta testen. Beim Focus Turnier bin ich weiterhin unschlüssig, ob nun der 1.0 Ecoboost der beste Motor sei - denn lädt man den Turnier bis an die Grenzen voll (und das soll vorkommen), dann ist der kleine Motor vielleicht etwas überfordert.

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  • Ich bin neulich zum Ford Partner marschiert und hab den Motor einfach mal auf mich wirken lassen. Es war ein Fiesta. Verglichen habe ich den Motor rein von der Laufkultur mit folgenden Fahrzeugen:


    - VW Up 1.0 von 2013
    - Fiat Panda 1.2 von 2011
    - Ford Fiesta 1.25 von 2011
    - BMW 523i von 1997


    Zuerst mal muss ich sagen, dass der Start sehr vielversprechend war. So gut wie keine Vibrationen im Leerlauf spürbar, da habe ich was anderes erwartet, schließlich ist der VW hier auffällig, der fühlt sich hierbei nämlich nach Zündaussetzer an, von den Geräuschen als auch von den Vibrationen her. Beim Fahren ist der Motor sehr leise und durchzugsstark, allerdings vibriert er bei sparsamer Fahrweise sehr deutlich und fühlt sich dreizylindertypisch amputiert bzw. ausgemergelt an. Besonders um 1500 U/min. herum (Tempo 35 im 3. Gang oder Tempo 50 im 4. Gang) sind das Vibrationsverhalten und die Akustik sehr unangenehm und unrund, sobald man etwas mehr Last gibt. Sowohl der Fiesta 1.25, als auch der Fiat Panda mit dem alten Fire - Motor sind hier wirklich um Welten besser, das ist gar kein Vergleich. Zuletzt der R6 von BMW, welcher im gesamten Drehzahlbereich, selbst bei 1000 U/min. und Vollast, wie eine Turbine läuft, manchmal finde ich sogar den Vergleich mit einem Elektromotor für angebracht.


    Mein persönliches Fazit (aber das wusste ich vorher bereits): Einem Vierzylinder wird ein Dreizylinder niemals gefährlich, und wer aufgrund der ähnlichen Arbeitsweise der Kolben und der teilweise ähnlichen Akustik den Vergleich zum Reihensechszylinder bemüht, macht sich absolut lächerlich. Den "Engine of the year" - Award finde ich beim Ford 1.0 Eco Boost stark gepusht, den hätte viel eher der Mazda 2.0 Sykactiv verdient, der - trotz doppelten Hubraumes - sogar etwas weniger als der 1.0 Eco Boost verbraucht, dabei aber mehr Drehmoment entwickelt und in jedem Drehzahl, - und Lastbereich anständig wie ein richtiger Motor läuft.

  • Ach ja, noch etwas (bevor die Anmerkung kommt, dass ich gegen Minimotörchen bin): Fahrt mal den neuen Dreizylinder von Opel (z.B, im neuen Corsa E oder im neuen Astra K). DAS ist ein Motor, von dem ich sagen würde, dass er einem guten Vierzylinder nahe kommt und (bei entsprechender Lagerung und akustischer Dämpfung) auch einen R6 unbemerkt ersetzen könnte. Opel hat nichts anbrennen lassen und dem kleinen Aggregat in der Turboversion Ausgleichswellen spendiert, und das bemerkt man deutlich, denn selbst wer es provoziert, bekommt nicht dieses nervige Dreizylinderschütteln serviert. Große Klasse!

  • Ich wurde kürzlich auch von einem Dreizylinder überascht. Als ich nachts vor der Wahl stand den ÖPNV zu nutzen, zweimal umzusteigen und dann nach einer Stunde daheim zu sein oder eben eine viertel Stunde mit dem Auto zu fahren. Nachdem es auch noch begann zu regnen gewann das DriveNow Auto, das rund 200m von mir entfernt stand.


    Angekommen: da stand ein neue Mini. Also reingesetzt, Sitze eingestellt und losgefahren. Klanglich: ah, das muss einer von den neuen Dreizylindern sein. Nächster Gedanke: ui, der läuft aber gut. Eigentlich sogar sehr gut. Und so ruhig. Ein paar Straßen weiter kam dann der Gedanke: hmm, ganz schön lang übersetzt die Kiste. Zwei Ampeln später: der Blick auf den Drehzahlmesser - roter Bereich oberhalb von 5000U/Min. Erst in dem Moment ist mir bewusst geworden, dass ich grad in nem Diesel sitze!:kpatsch: Ein Blick in die Fahrzeugpapiere hats dann bestätigt, war ein B37C15 mit 85kW.
    Wer die alten Diesel im Mini kennt, weiß dass die nicht gerade ein Wunder an Laufkultur waren. Und definitiv jederzeit als Diesel erkennbar. Aber hier, klar auch durch den prasselnden Regen etwas überdeckt: grandios! Wenn Dreizylinder so sind: gerne! Her damit!
    Und ganz bitter: selbst im Stand bei laufenden Motor so gut wie keine Vibrationen spürbar. Deutlich besser als mein N57 im E91...

  • Nix für ungut, aber wer einen Dieselmotor erst ein paar Straßen weiter akustisch als solchen identifiziert, ist meiner Meinung nach nicht sonderlich prädestiniert, die Laufkultur eines Motors angemessen beurteilen zu können. Gerade beim Kaltstart fallen auch neuere Dieselmotoren deutlich auf.

  • Auch nix für ungut, du kennst mich nicht, ich kenne dich nicht. Also brauchst du mir bitte auch keine Qualifikation zu oder absprechen, was ich beurteilen kann.;)


    Die Kiste war natürlich warm und sie klang eher, wie die ganzen DI Benziner. Absolut kein Vergleich zu den N47 Klapperdieseln. Einfach mal selbst den Versuch machen den alten Mini Cooper D mit 82kW fahren und dann den neuen Cooper D mit 85kW. Da liegen Welten dazwischen. Klar hört man den Diesel. Wenn man genau hinhört. Erst recht, wenn man höher dreht. Aber wer tut das in der Stadt? Ich fand diese Kombination auf jeden Fall sehr gelungen.

  • @bbbbbbbbbbbb


    Ausgleichswellen sind ein Highlight? Wohl kaum, da sie den Sparerfolg des 3-Zylinders zunichte machen. Ford ist einen Schritt weiter gegangen und hat die motorische Unwucht mittels einer austarierten Schwungscheibe ausgeglichen. Der 1,0 EcoBoost läuft daher vergleichsweise ruhig. Vergleichen kann man ihn keinesfalls mit einem 6-Zylinder, doch ab 4500 U/min klingt er ähnlich sonor. Den Sound vom Einliter finde ich besser als das vieler, in der Leistung vergleichbarer Vierzylinder.


    Dass der Mazda 2,0 Skyactive auch ein guter Motor ist, möchte ich nicht bestreiten. In seinerHubraumklasse (1,0-1,4 Liter) ist der Ford-Motor aber der King. Er läuft nochmals ein paar wenige Zehntelliter sparsamer als der 1,4 TSI. Meine Eco-Fahrweise wurde mit unter 4 Liter/100 km belohnt, der TSI lag im Leon knapp über 4 Liter. Wichtig: Man sollte den Ecoboost nicht treten, denn unter Volllast können auch mal 12-13 Liter daraus werden.


    Aktuell bin ich mit einem 3-Zylinder TDI im Polo unterwegs. Ich mag den Motor nicht, weil er (auch dank des zu langen 5-Gang-Getriebes) viel zu unharmonisch ist. Was zeichnet ihn aus: Hohe Leerlaufdrehzahl bei knapp 1100 U/min, unruhiges und saftloses Laufverhalten unter 1600 U/min (230 Nm sollten eigentlich schon bei 1500 U/min anliegen) und stürmisches Temperament ab 2000 U/min. Man kann mit dem Wagen nur unter Krampf sparsam fahren. Für andere Zwecke macht für mich aber ein 3-Zylinder keinen Sinn. Aber: Der 1.4 TDI läuft ziemlich ruhig und es fühlte sich zunächst auch eher wie ein Vierzylinder an. Echt gute Sache, wenn man ihn vor allem mit dem alten 1.4-PD-TDI (aka "Rüttelplatte") vergleicht. Wer auf vibrierende Sitze steht, wird nun nicht mehr bedient...

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    Einmal editiert, zuletzt von Rex ()

  • Ford ist einen Schritt weiter gegangen und hat die motorische Unwucht mittels einer austarierten Schwungscheibe ausgeglichen. Der 1,0 EcoBoost läuft daher vergleichsweise ruhig.

    Leider tut er genau dies eben nicht, wie ich vorab schon vermutet hatte und wie es sich dann in voller Breitseite auch bestätigt hat. Ich meine, wenn selbst das Urgestein von Fiat noch besser läuft. Hallo?! Nochmals: Fahr den Opel 1.0 R3, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Nennenswert versoffener als der (ohnehin schon nicht sehr sparsame Ford 1.0 Eco Boost, wenn ich mal mit dem Mazda 2.0 Skyactiv vergleiche) ist der übrigens auch nicht.

    Zitat

    Vergleichen kann man ihn keinesfalls mit einem 6-Zylinder, doch ab 4500 U/min klingt er ähnlich sonor. Den Sound vom Einliter finde ich besser als das vieler, in der Leistung vergleichbarer Vierzylinder.

    Der Klang hat in der Tat etwas, aber eine ökonomische Fahrweise macht mit dem Motor einfach keinen Spaß. Es macht in meinen Augen keinen Sinn, quasi kurz vor der vollständigen Ablösung des prinzipiell bedingt vergleichsweise humpelig laufenden Hubkolben - Verbrennungsmotors durch den perfekt austarierten Elektromotor ersterem noch mehr von seiner Laufruhe zu berauben, als es nötig ist.

    Zitat

    Dass der Mazda 2,0 Skyactive auch ein guter Motor ist, möchte ich nicht bestreiten. In seinerHubraumklasse (1,0-1,4 Liter) ist der Ford-Motor aber der King.

    Ich unterstreiche nochmals: Der Opel ist besser. Nicht ein bißchen, sondern erheblich besser. Und Du weißt hoffentlich, was es bedeutet, wenn das eine Person wie ich von sich gibt. ;)

  • Leider tut er genau dies eben nicht, wie ich vorab schon vermutet hatte und wie es sich dann in voller Breitseite auch bestätigt hat. Ich meine, wenn selbst das Urgestein von Fiat noch besser läuft. Hallo?! Nochmals: Fahr den Opel 1.0 R3, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Nennenswert versoffener als der (ohnehin schon nicht sehr sparsame Ford 1.0 Eco Boost, wenn ich mal mit dem Mazda 2.0 Skyactiv vergleiche) ist der übrigens auch nicht.


    Mein Eindruck war durchaus, dass er ruhig läuft. Zumindest nicht unruhiger als der Vierzylinder-Sauger, den ich regelmäßig bewege. Mit einem Reihensechser (den du ja gewohnt bist) kann man das nicht vergleichen. Wenn du bei niedriger Drehzahl mit Volllast oder viel Last fährst, schüttelt er sich natürlich - aber das macht man auch nicht bei so einem Motor.


    Der Klang hat in der Tat etwas, aber eine ökonomische Fahrweise macht mit dem Motor einfach keinen Spaß. Es macht in meinen Augen keinen Sinn, quasi kurz vor der vollständigen Ablösung des prinzipiell bedingt vergleichsweise humpelig laufenden Hubkolben - Verbrennungsmotors durch den perfekt austarierten Elektromotor ersterem noch mehr von seiner Laufruhe zu berauben, als es nötig ist.


    Eine ökonomische Fahrweise macht mit keinem Motor wirklich Spaß. Beim Ford 1,0 Ecoboost und beim 1.4 TSI war ich aber motiviert genug und habe es wirklich durchgezogen. Dazu gehört viel Disziplin, denn insbesondere auf der Autobahn (ab 120 km/h) fängt jeder Motor das Saufen an. Was ich erzielen wollte, waren Diesel-Verbräuche und die habe ich auch geschafft. Der 3-Zylinder von Ford ist aus meiner Sicht nahe an der Perfektion - das sage ich wie gesagt nach gut 2000 km "Testfahrt".


    Mein Ersteindruck vom 1.0 Ecobosst (125 PS, Turnier, Focus-Vorfacelift) war ebenfalls gemischt. Ich fand ihn da etwas schlapp, wenn man ihn wirklich ausquetscht - da hatte ich mehr erwartet. Der Verbrauch lag auf meiner sowohl sportlichen als auch ökonomischen Probefahrt bei 6,8 Liter laut BC, demnach kein Wunderverbrauch. Mein Urteil damals war auch eher: Nichts für mich.


    Aber im Focus 5-Türer (der ja auch weniger zuladen muss) kann der 3-Zylinder eine Option sein, im quirligen Fiesta ist er es mit Sicherheit. Wer nicht sparsam fahren kann, wählt aber besser einen anderen Motor. Ich war allerdings im Nachgang vom 1,5 Ecoboost (Vierzylinder) regelrecht enttäuscht, da er subjektiv wirklich nur hauchzart besser geht und die Ansprechbarkeit schlechter ausfällt - den Mehrverbrauch beziffere ich auf 1,5 Liter (mein Minimalverbrauch lag bei mittelprächtigen BC 5,6 - der 3-Zylinder unter 4,0). Gesamtverbrauch 5,5 Liter zu 7 Liter für den 3-Zylinder.


    Ich unterstreiche nochmals: Der Opel ist besser. Nicht ein bißchen, sondern erheblich besser. Und Du weißt hoffentlich, was es bedeutet, wenn das eine Person wie ich von sich gibt. ;)


    Dass der Opel EDIT (Ecotec Direct Injection Turbo) besser sein soll, hat sich bisher noch nirgends herausgestellt. Dass er gut ist, konnte ich in der "Fachpresse" schon lesen. Fahren würde ich ihn gerne mal, aber als Mietwagen taucht der Corsa E leider bevorzugt mit dem 1.4 Sauger auf. Privat ist der Corsa für mich auch nicht von Interesse, als dass ich mir eine Probefahrt erheucheln wöllte. Kleinwagen sind nicht mein bevorzugtes Metier, trotz Stadtwohnsitz. Im Astra ist der 1.0 EDIT sicherlich auch nicht übel (dort mit 105 PS), aber eben am unteren Leistungsende angesiedelt und wer hier das Sparprinzip nicht versteht, hätte sich besser gleich den Vierzylinder gegönnt. Testen würde ich ihn gerne mal, denn vielleicht bekomme ich den wahnwitzigen NEFZ-Wert (4,3-4,4) ja auch hin...

    Wir vergleichen wohl auf zwei Ebenen: Dir ist die Laufruhe extrem wichtig, mir das Sparpotential und das Temperament (Ansprechbarkeit, Drehfreude).

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  • Zitat

    Mein Eindruck war durchaus, dass er ruhig läuft. Zumindest nicht unruhiger als der Vierzylinder-Sauger, den ich regelmäßig bewege.

    Dann muss ich jetzt aber fragen, welchen Vierzylinder Du regelmäßig fährst.

    Zitat

    Mit einem Reihensechser (den du ja gewohnt bist) kann man das nicht vergleichen. Wenn du bei niedriger Drehzahl mit Volllast oder viel Last fährst, schüttelt er sich natürlich - aber das macht man auch nicht bei so einem Motor.

    Natürlich habe ich den nicht ernsthaft mit einem R6 verglichen, jedoch zeigt der Vergleich mit dem Fiesta 1.25 und auch dem Panda, dass selbst Vierzylinder ohne Ausgleichswellen besser laufen. Irgendwie haben für mich die meisten R3 ohne Ausgleichswellen den Charakter eines Notaggregates. Viel schlimmer ist das z.B. bei einem VW Up, schon mal getestet? Übrigens bin ich nach der Schaltempfehlung gefahren und ich sehe es echt nicht ein, in der Stadt im 3. statt im 4. Gang zu fahren, nur damit die Vibrationen ausbleiben.

    Zitat

    Eine ökonomische Fahrweise macht mit keinem Motor wirklich Spaß. Beim Ford 1,0 Ecoboost und beim 1.4 TSI war ich aber motiviert genug und habe es wirklich durchgezogen.

    Klar macht es nicht Spaß, aber beim 1.0 Eco Boost kommt bei mir noch Ärger dazu. Zum Beispiel darüber, dass der Motor im unteren Drehzahlbereich einfach läuft wie ein Sack Nüsse. Da wirkt ein Vierzylinder einfach erwachsener, angenehmer, seriöser, vollwertiger. Gerade der 1.4 TSI zeigt gut auf, was gemeint ist.

    Zitat

    Dass der Opel EDIT (Ecotec Direct Injection Turbo) besser sein soll, hat sich bisher noch nirgends herausgestellt.

    Es ist mein persönlicher Eindruck, weil ich den ebenfalls zur Probe gefahren bin. Der Leerlauf war ähnlich gut wie beim Ford, ich fuhr extra in bergigem Terrain und dachte mir: "Schauma mal, was der Drilling zu Extremsituationen sagt". Hab dann schon bei 1000 U/min. Vollgas gegeben, und siehe da: Kein Schütteln, kein typisches R3 - Stakkato, nur ein leichtes Brummen, ähnlich wie bei einem Vierzylinder. Ehrlich, der R3 ist echt hammergut, wäre sogar was für mich. Dazu passt der Rest des Autos, vor allem das sagenhaft gute Handling und die butterweiche, dabei trotzdem präzise Schaltung.

    Noch was zum Astra: Dort wurde der Motor leider nur mit dem 5 - Gang - Getriebe verkuppelt, was viel Sparpotential verschenkt. Hohe Drehzahl im Vergleich zum Corsa und auch im Vergleich zum Fiesta, wo das Getriebe (ebenfalls mit 5 Gängen) viel länger abgestimmt wurde - auch im Vergleich zum Focus 1.0 Eco Boost mit 100 PS, welcher ebenfalls nur 5 Gänge hat.

  • Dann muss ich jetzt aber fragen, welchen Vierzylinder Du regelmäßig fährst.


    In der Regel ist es der 1,25 Liter Sauger von Hyundai, der zwar leise läuft, aber nicht sonderlich ruhig. Aktuell fahre ich einen TT mit 2.0 TFSI und auch dieser Vierzylinder ist nicht extrem kultiviert - was hier aber nicht wirklich stört. ;)


    Natürlich habe ich den nicht ernsthaft mit einem R6 verglichen, jedoch zeigt der Vergleich mit dem Fiesta 1.25 und auch dem Panda, dass selbst Vierzylinder ohne Ausgleichswellen besser laufen. Irgendwie haben für mich die meisten R3 ohne Ausgleichswellen den Charakter eines Notaggregates. Viel schlimmer ist das z.B. bei einem VW Up, schon mal getestet? Übrigens bin ich nach der Schaltempfehlung gefahren und ich sehe es echt nicht ein, in der Stadt im 3. statt im 4. Gang zu fahren, nur damit die Vibrationen ausbleiben. Klar macht es nicht Spaß, aber beim 1.0 Eco Boost kommt bei mir noch Ärger dazu. Zum Beispiel darüber, dass der Motor im unteren Drehzahlbereich einfach läuft wie ein Sack
    Nüsse. Da wirkt ein Vierzylinder einfach erwachsener, angenehmer, seriöser, vollwertiger.


    Den 1,2 Fire bin ich mal im Fiat 500 gefahren, den fand ich nicht wirklich toll (auch in Bezug auf die Laufruhe). Der 1,25 Liter im Fiesta ist in der Tat recht ruhig, aber auch im Durchzug sehr gemächlich (ich rede von der 82 PS-Variante, der mit 60 PS soll ja ganz fürchterlich sein) - der Wille ist da, der Motor ist schwach.


    Den 1.0-Liter Sauger von VW bin ich schon im Polo gefahren. In Sachen Motoreigenschaften war der schon okay und für lediglich 75 PS angemessen bemüht. In meinen Augen keine Rappelkiste. Anders dagegen der 1.4 TDI im aktuellen Polo, der immer noch ein wenig zappelig läuft, aber das ist kein Vergleich zu früheren 3-Zylinder-TDI. Hier vibriert zwar immer noch sanft der Sitz, aber früher (mit Pumpe-Düse) war es eine Rüttelplatte. Allerdings wollte auch der jüngste 3-Zylinder-TDI keine Drehzahlen unterhalb von 1500 U/min sehen - Todeszone! :o Der ließ sich dann dank des viel zu langen 5-Gang-Getriebes auch nur fürchterlich fahren, in der Stadt musste es also immer maximal der 3. Gang sein. Wer konstruiert so etwas? :eek:


    Gerade der 1.4 TSI zeigt gut auf, was gemeint ist. Es ist mein persönlicher Eindruck, weil ich den ebenfalls zur Probe gefahren bin. Der Leerlauf war ähnlich gut wie beim Ford, ich fuhr extra in bergigem Terrain und dachte mir: "Schauma mal, was der Drilling zu Extremsituationen sagt". Hab dann schon bei 1000 U/min. Vollgas gegeben, und siehe da: Kein Schütteln, kein typisches R3 - Stakkato, nur ein leichtes Brummen, ähnlich wie bei einem Vierzylinder. Ehrlich, der R3 ist echt hammergut, wäre sogar was für mich. Dazu passt der Rest des Autos, vor allem das sagenhaft gute Handling und die butterweiche, dabei trotzdem präzise Schaltung.


    Der 1.4 TSI ist ein Vierzylinder und das spürt man auch. Er läuft kultiviert (nicht unbedingt kultivierter) und hat mehr Kraft. Er kann dank des zusätzlichen Hubraums (+40 %) auch besser mit niedrigeren Drehzahlen umgehen. Dreizylinder sind nunmal drehzahlaffin, das sieht man schon an der höheren Leerlaufdrehzahl. Dafür artet das Hochtouren nicht in Lärm aus, der Focus Ecoboost klingt sogar durch sein kerniges Geräusch ziemlich angenehm und beinahe sportlich.


    Noch was zum Astra: Dort wurde der Motor leider nur mit dem 5 - Gang - Getriebe verkuppelt, was viel Sparpotential verschenkt. Hohe Drehzahl im Vergleich zum Corsa und auch im Vergleich zum Fiesta, wo das Getriebe (ebenfalls mit 5 Gängen) viel länger abgestimmt wurde - auch im Vergleich zum Focus 1.0 Eco Boost mit 100 PS, welcher ebenfalls nur 5 Gänge hat.


    Verschenktes Potenzial. Ein 6-Gang-Getriebe sollte schon sein. Wenn man allerdings auch Drehzahlen deutlich unter 1500 U/min nutzen kann, tut es auch ein clever abgestuftes 5-Gang-Getriebe. Den 1.0 SIDI würde ich natürlich gern mal fahren, aber da lasse ich König Zufall entscheiden. Im Adam ist er sicherlich spaßig (115 PS).

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  • Den 1,2 Fire bin ich mal im Fiat 500 gefahren, den fand ich nicht wirklich toll (auch in Bezug auf die Laufruhe).

    Interessant. Bei mir in der Firma gibt es gleich drei Fiat Panda mit genau diesem Motor, alle drei laufen extrem vibrationsarm, stellenweise (leichte Last bei mittleren Drehzahlen) sogar elektromotorverdächtig, ohne Witz!

    Zitat

    Den 1.0-Liter Sauger von VW bin ich schon im Polo gefahren. In Sachen Motoreigenschaften war der schon okay und für lediglich 75 PS angemessen bemüht. In meinen Augen keine Rappelkiste

    Ich kenne den Motor aus dem Up (zwei Stück in der Firma). So ähnlich, wie der Motor bei niedrigen Drehzahlen in diesem Fahrzeug sich anfühlt, lief früher mein Winterauto (VW Polo II 1.3), wenn er mal wieder Zündaussetzer hatte. Geht in meinen Augen gar nicht.

    Zitat

    Wenn man allerdings auch Drehzahlen deutlich unter 1500 U/min nutzen kann, tut es auch ein clever abgestuftes 5-Gang-Getriebe. Den 1.0 SIDI würde ich natürlich gern mal fahren, aber da lasse ich König Zufall entscheiden. Im Adam ist er sicherlich spaßig (115 PS).

    Leider hat Opel den Astra 1.0 mit 5 - Gang - Getriebe kurz übersetzt, so gut wie identisch wie einen Astra J mit dem 1.4 er Sauger (87 / 100 PS). Das hat Ford beim Fiesta (dort gibt´s den Dreizylinder ja nur mit 5 Gängen) besser gemacht, dort sind die Drehzahlen fast genauso niedrig wie beim Corsa 1.0 mit 6 Gängen.