Schiffbruch des Kreuzfahrtriesen Costa Concordia

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  • Diese Schiffe lassen sich ja - relativ - leicht fahren, in Anbetracht der Größe. Die kannst Du vor, zurück, steuer-, backbord seitlich lenken, auf der Stelle drehen - es gibt kein Manöver das du nicht machen kannst. Es gibt Bugstrahlruder hinten, vorne, man kann das Ding per Joystick fahren.

    Wenn man das länger macht, hat man das Schiff "im Gefühl", und überschätzt sich leicht. Und wenn man dann vielleicht besoffen ist, oder beschwipst, und so nahe ranfährt wie dieser Heini, dann passiert es schon mal, daß der Felsen im Schiff ist, und nicht draußen. Da ich die Stelle kenne, behaupte ich mal, das war ein Windstoß, oder ein paar Wellen, oder irgendein falscher Schlenker mit der Hand.... Vollkommen irrsinniges Manöver, illegal ohnehin, aber das ist ja nun müßig zu erzählen.

    Einmal editiert, zuletzt von caramanza ()

  • Was hätte hier 11+x Tote verhindert ? Was hätte 1 Milliarde Euro Schaden vermieden ?
    Antwort: Ungefähr 3-5 Meter weiter draußen fahren. In dem Fall, leider. Ist wirklich so eng.


    Das der Honk so nah am Ufer aber gar nichts zu suchen hatte, ist ja wohl unstrittig.
    Ich denk dieses Wissen war auch der Grund für seinen vorzeitigen Abgang. Dem war sicher klar das er nicht nur nie wieder ein Schiff führen wird.
    Aber!! Angeblich waren ja 2. und 3. Offizier auch auf der Barkasse. Ich hab nur nicht gefunden ob die wieder zurück sind oder auch mit an Land getuckert sind.


  • Was hätte hier 11+x Tote verhindert ? Was hätte 1 Milliarde Euro Schaden vermieden ?
    Antwort: Ungefähr 3-5 Meter weiter draußen fahren. In dem Fall, leider. Ist wirklich so


    Naja, demnach könnte man auch sagen, dass 10km/h über Leben und Tod entscheiden, wenn man mit 192km/h in der Kurve auf der Landstrasse abfliegt und es mit 180 grad noch so gegangen wäre.
    Mag sein, dass es bei 5 Meter mehr nicht gekracht hätte, aber das Risiko war so und anders viel zu groß. Das Schiff hat auch 5 und 50 Meter weiter draußen nichts verloren.
    Alles in dem Bereich ist gleichermaßen fahrlässig und verantwortungslos.
    Nur wird's eben nicht kontrolliert. Vielleicht sollte sich da zukünftig was ändern um solche Draufgänger frühzeitig mit entsprechenden Konsequenzen einzubremsen.

  • Hier mal die Karte dazu. Man sieht klar daß der Grund schnell tiefer wird, und man sieht die Felsen, sogar per Google-Satellit !

    http://g.co/maps/htkxc

    Die Typen sind lt. neuesten doch alle drei aus Versehen ausgerutscht und ins gleiche, dh. 1. Rettungsboot geplumpst.


  • Erfährt wirklich ein Kapitän nicht, wie lange sein Schiff bei Wassereinbruch theoretisch noch schwimmbar ist, um die Evakuierungsmaßnahmen darauf abzustimmen?
    Kann es nicht sein, das einfach eine Fehleinschätzung der Schiffsingenieure vorlag, weil neben dem sichtbaren Riß wohl noch weitere Öffnungen im Rumpf sind. Schließlich wird kaum jemand tiefer in den Rumpf gegangen sein um nach weiteren Lecks zu suchen.


    Ich habe ein Interview mit einem Passagier gesehen, in dem dieser berichtet, dass der Aufprall auf die Felsen so heftig war, dass es sämtliches Geschirr von den Tischen gehauen hat. Das muss man sich mal vorstellen: Energie ist gleich Masse mal Geschwindigkeit. Bei der riesigen Masse des Schiffes muss also eine enorme Energie auf den Rumpf gewirkt haben. Dass der Kahn danach nicht mehr lange schwimmen würde, muss dem Kapitän imho in der selben Sekunde klar gewesen sein, auch ohne PC und Ingenieur.


    Gruss
    Andreas

  • Ich habe ein Interview mit einem Passagier gesehen, in dem dieser berichtet, dass der Aufprall auf die Felsen so heftig war, dass es sämtliches Geschirr von den Tischen gehauen hat. Das muss man sich mal vorstellen: Energie ist gleich Masse mal Geschwindigkeit. Bei der riesigen Masse des Schiffes muss also eine enorme Energie auf den Rumpf gewirkt haben. Dass der Kahn danach nicht mehr lange schwimmen würde, muss dem Kapitän imho in der selben Sekunde klar gewesen sein, auch ohne PC und Ingenieur.


    Gruss
    Andreas


    Man kann an Hand des steigenden Wasserstandes im Schiff ziemlich genau ermitteln wann die Schwimmfähigkeit Geschichte ist. Dazu kommt ob eben die Maschinen weiter laufen können bzw. ab wann mit einem Ausfall der Lenzpumpen zu rechnen ist, die das Sinken verlangsamen aber eben nicht verhindern können. Auch der herrschende Seegang ist ein nicht unwesentlicher Faktor genau ob ich eben aufstoppen kann oder lieber sichere Gewässer ansteuere.
    Einfach anhalten und alle über Bord schmeißen ist eben pauschal nicht einfach mal das richtige. Schwimmt der Dampfer dann doch noch 24h und es ertrinken aber 100 bei Evakuieren was dann?

  • Die Typen sind lt. neuesten doch alle drei aus Versehen ausgerutscht und ins gleiche, dh. 1. Rettungsboot geplumpst.


    :kpatsch:


    Die Jungs hätten Politiker werden sollen


    oder Bundespräsi :idee:

    Kofferraum statt Hubraum !

  • Man kann an Hand des steigenden Wasserstandes im Schiff ziemlich genau ermitteln wann die Schwimmfähigkeit Geschichte ist. Dazu kommt ob eben die Maschinen weiter laufen können bzw. ab wann mit einem Ausfall der Lenzpumpen zu rechnen ist, die das Sinken verlangsamen aber eben nicht verhindern können. Auch der herrschende Seegang ist ein nicht unwesentlicher Faktor genau ob ich eben aufstoppen kann oder lieber sichere Gewässer ansteuere.
    Einfach anhalten und alle über Bord schmeißen ist eben pauschal nicht einfach mal das richtige. Schwimmt der Dampfer dann doch noch 24h und es ertrinken aber 100 bei Evakuieren was dann?



    Bist Du mal mit einem Schiff in Seenot geraten ? Ich ja. Deine Aussage kann ich nicht nachvollziehen. Es mag für 'ne Jolle vielleicht gelten. Bei größeren Pötten geht das Risiko eigentlich keiner wissentlich ein, weil man nicht abschätzen kann, was passieren wird oder könnte, ohne eine dezidierte Meldekette zu haben, oder elektrische Meldesyesteme...und die pfeifen dann eh, egal wie viel Wasser reinläuft, und können auch fehlerhaft sein.

    Ein havariertes Schiff kann erst einige Zeit vermeintlich stabil bleiben, dann in wenigen Minuten untergehen, man hat dann nur sehr wenig Reaktionszeit, und somit ist eine geordnete Evakuierung, wenn möglich, immer vorzuziehen. Zumal wenn das Schiff so nah am Hafen liegt. Da evakuierst Du einfach, denn im Falle eines Durchkenterns oder Sinkens geraten weit mehr Menschen in Gefahr.

    Und bei so einem Schiff - wenn die mal trotz Stabis und Pumpen nachhaltig und länger in Schieflage geraten, was ja von dem Fall hier berichtet wird - dann ist eine geordnete Evakuierung die wirklich einzige Alternative.

    Das war eindeutig totale Konfusion, erzeugt durch Nichtanwesenheit des Commandante Schettino. Für die Beurteilung des Wasserstandes, die Einschätzung der Schwimmfähigkeit und die Leitung der Evakuierung ist eine funktionierende Informations- und Befehlskette unter Befehl des Kapitän an Bord erforderlich. Die kann er nicht leisten, wenn er und seine 2 Vizes in Decken gehüllt vom Ufer zugucken.

    Mit Hauke's Ausführungen bin ich 100% d'accord - mal was anderes im Vergleich zum Wulff- Thread :). Zumal dieses Wendemanöver sicherlich ein großes Risiko war. Da berichtet wurde ( von dem Augenzeugen gestern im TV), daß das Schiff sich erst auf die eine, dann auf die andere Seite gelegt hat, kann dieses Manöver der wahre Auslöser für die Vollkenterung sein.

    Das wird dann wohl noch herauszufinden sein.

    5 Mal editiert, zuletzt von caramanza ()

  • Irgendwie werde ich aus den Pressemeldungen nicht schlau: Ist das Schiff gegen den Felsen gerammt, auf dem es jetzt liegt? Oder war es ein anderer und es ist noch ein Stück gefahren mit Leck?


  • Mit Hauke's Ausführungen bin ich 100% d'accord - mal was anderes im Vergleich zum Wulff- Thread :).


    Wattn Ding :D


    Zitat


    Zumal dieses Wendemanöver sicherlich ein großes Risiko war. Da berichtet wurde ( von dem Augenzeugen gestern im TV), daß das Schiff sich erst auf die eine, dann auf die andere Seite gelegt hat, kann dieses Manöver der wahre Auslöser für die Vollkenterung sein.

    Das wird dann wohl noch herauszufinden sein.


    Ich denke auch das durch starke Kehre das Wasser erst nach Steuerbord gedrückt wurde und sich dort in den Hohlräumen sammelte was zu der Kenterung über Steuerbord führte.


    Genaues wird die Untersuchung ergeben. In jedem Fall sind sich ehemaligen Kollegen mit denen ich noch so im Kontakt stehe alle darüber einig das die Evakuierungsverzögerung einfach Fahrlässig war. Jeder Tote der nun noch unter den Oberdecks gefunden wird, ist ein Opfer dieser irrsinnigen Entscheidung. Es kann sich eigentlich keiner erklären was der Kapitän sich dabei gedacht hat. Uns kommt es so vor als wollte er um jeden Preis das Schiff vor einem Totalverlust retten.

    Gruß Hauke

  • Die Typen sind lt. neuesten doch alle drei aus Versehen ausgerutscht und ins gleiche, dh. 1. Rettungsboot geplumpst.


    Die haben in der Hektik einfach was missverstanden. Kapitän und Offiziere sollen sich ja wohl im Notfall um die Rettung von Passagieren und Mannschaft kümmern........



    ......und sind eben deshalb (damit´s auch wirklich klappt) in das Rettungsboot gestiegen. :crazy:

  • Irgendwie werde ich aus den Pressemeldungen nicht schlau: Ist das Schiff gegen den Felsen gerammt, auf dem es jetzt liegt? Oder war es ein anderer und es ist noch ein Stück gefahren mit Leck?


    Ein anderer. Schau Dir mal auf Seite 1 die Karte von Feuerwehr an. Oder das hier: http://cdn1.spiegel.de/images/…304448-galleryV9-ehyu.jpg

    Jan und Hein und Klaas und Pit,
    die haben Bärte, die fahren mit.


    Länger das gleiche Nutzlose tun? :idee:

  • Nachdem ich heute das Telefongespräch zwischem "Kapitän Heulsuse" und dem Hafenkommandanten geelsen habe, fiel mir erst alles aus dem Gesicht, und dann zwei Dinge ein:


    1. eines meiner Lieblingslieder, besonders bei 2:03 genau hinhören, pass hier hier Faust auf's Auge. :eek:


    2. Farben der italienischen Kriegsflagge?


    Ich weiß schon, warum ich eine Landratte geblieben bin :D


    Nicht mißverstehen, ich finde den Verlust der Menschleben mehr als nur tragisch, insbesondere wg. der Umstände; da hat einer mit dem Sch**** anstatt mit dem Hirn gedacht, sheyz Gigolos :flop:.


    Dieser Ratte, die dort Captain spielen durfte, soll man standrechtlich alle goldenen Knöpfe abschneiden, und die 4 Streifen einzeln abbrennen, bevor er in den tiefsten Kerker Italiens geworfen wird ... und das für IMMER! :motz:


    Michael.

    Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beißen. Das ist der Unterschied zwischen Hund und Mensch. (Mark Twain (1835-1903))
    Free Copdland - Auch mal eine andere Meinung haben im BMW-Treff :top:
    Jeep fahren heißt da stecken zu bleiben, wo andere erst garnicht hinkommen!

    Einmal editiert, zuletzt von DieselMitch ()

  • Genaues wird die Untersuchung ergeben. In jedem Fall sind sich ehemaligen Kollegen mit denen ich noch so im Kontakt stehe alle darüber einig das die Evakuierungsverzögerung einfach Fahrlässig war. Jeder Tote der nun noch unter den Oberdecks gefunden wird, ist ein Opfer dieser irrsinnigen Entscheidung. Es kann sich eigentlich keiner erklären was der Kapitän sich dabei gedacht hat. Uns kommt es so vor als wollte er um jeden Preis das Schiff vor einem Totalverlust retten.


    Du bist dir also hundertprozentig sicher, das bei Evakuierung auf offener See alle in den Booten gelandet wären, bevor das Schiff gesunken wäre?
    Du wärst dir hundertprozentig sicher, das keine Passagiere in Panik über Bord gesprungen wären und ertrunken wären?
    Respekt, deine Glaskuge hätte ich gern.;)
    caramanza
    Hast du dich mal ernsthaft mit Schiffsunglücken beschäftigt? Der überwiegende Teil der Schiffe schafft es nach Grundberührungen mit teilweise erheblichen Beschädigungen noch sicher in den nächsten Hafen und tauchen in den Statistiken nicht auf.

  • Du bist dir also hundertprozentig sicher, das bei Evakuierung auf offener See alle in den Booten gelandet wären, bevor das Schiff gesunken wäre?
    Du wärst dir hundertprozentig sicher, das keine Passagiere in Panik über Bord gesprungen wären und ertrunken wären?
    Respekt, deine Glaskuge hätte ich gern.;)
    caramanza
    Hast du dich mal ernsthaft mit Schiffsunglücken beschäftigt? Der überwiegende Teil der Schiffe schafft es nach Grundberührungen mit teilweise erheblichen Beschädigungen noch sicher in den nächsten Hafen und tauchen in den Statistiken nicht auf.


    Das kannst du nicht 100% sagen, wenn er natürlich zuviel Wasser auf der einen Seite hat, bekommt er so oder so Schlagseite. Was wir ein Rätsel ist, warum habe Sie nicht gleich nach dem Auflaufen mit evakuieren begonnen, es wäre ja "einfach" gewessen, da unmittelbar Land in der Nähe war.


    Was definitiv ist, am Kaptain sein verhalten ist nicht entschuldbar, in wie weit er dafür bestrafft werden kann, stelle ich auch mal ein Fragezeichen. Unterlassene Hilfeleistung, Fahrlässige Tötung oder was auch immer, vielleicht hat er auch einen guten Anwalt, so das er einen Schock hatte und nicht zurechnungsfähig war.


    Wir werden es ja sehen

    ehemals Driver 7
    Früher war alles besser

  • Du bist dir also hundertprozentig sicher, das bei Evakuierung auf offener See alle in den Booten gelandet wären, bevor das Schiff gesunken wäre?
    Du wärst dir hundertprozentig sicher, das keine Passagiere in Panik über Bord gesprungen wären und ertrunken wären?
    Respekt, deine Glaskuge hätte ich gern.;)


    Ich bin Nautiker und weiß was ich schwerlich erlernen musste und ich weiß auch das ein Passanger dieser Größe kein offen zugänglichen Freibord hat, also das da niemand auf Höhe der Bootsdecks ungehindert ins freie gelangt um in Panik über Bord zu springen. Da ist kein Rundlauf mit Reeling an dem man sich im Normalfall den Sonnenuntergang ansehen kann. Genau dafür gibt es eben die Notfallpläne die solch ein Szenario zu verhindern. 150 Meter von der Insel entfernt ist auch nicht gerade als offene See zu bezeichnen. Schau dir den Kurs an den die Costa Concordia gefahren hat. Statt nach der Havarie gleich den Blinker nach links zu legen ist er gerade aus um dann eine Wende hin zu legen. Was auch immer das sollte, auf Grund setzen hätte er den Haufen schon viel früher können.


    Zitat


    caramanza
    Hast du dich mal ernsthaft mit Schiffsunglücken beschäftigt? Der überwiegende Teil der Schiffe schafft es nach Grundberührungen mit teilweise erheblichen Beschädigungen noch sicher in den nächsten Hafen und tauchen in den Statistiken nicht auf.


    Grundberührung heisst nicht 70 Meter Riss nebst Felsenstück im Rumpf. Grundberührungen sind sehr häufig, meist gibt es böse Dellen aber keine Risse und schon gar nicht von dieser Größe.


    Im Januar 2004 ist ein Bekannter von mir mit der Rocknes (ein Steinchen-Dampfer) vor Bergen trotz Lotse auf einen Fels aufgelaufen und hat sich das Schiff ähnlich dramatisch aufgerissen. Der Dampfer ist binnen ein paar Minuten gesunken und es haben von 29 Seeleuten immerhin noch 11 gerettet werden können.


    Es ist recht einfach aus den Statistiken zu lesen um zu behaupten das der überwiegende Teil den sicheren Hafen erreicht. Ich halte dagegen, das sich der überwiegende Teil der auf Grund laufenden Schiffe kein so dramatischen Riss einfängt und dann natürlich schon allein wegen der Inspektion des Unterwasserschiffs, die bei jeder Grundberührung vorgeschrieben ist, von der Verkehrslenkung, den Revierzentralen, den nächsten Hafen zugewiesen bekommen und zugleich euch ein Weiterfahrverbot auferlegt bekommen bis geklärt ist ob und welcher Schaden vorhanden ist.

    Gruß Hauke


  • Du wärst dir hundertprozentig sicher, das keine Passagiere in Panik über Bord gesprungen wären und ertrunken wären?
    Respekt, deine Glaskuge hätte ich gern.;)


    Warum hätten die Leute bei einer rechtzeitigen Evakuierung in Panik über Bord springen sollen? Als das Schiff bereits gekentert und die Lage viel Ernster war, ist auch keine Panik ausgebrochen und meines Wissens ist auch niemand über Bord gesprungen.
    Hast Du eine Vorstellung, wie weit die Wasseroberfläche vom Deck des Schiffes entfernt ist? Da ist der 10-Meter Turm im Freibad ein Witz dagegen. Von Deck springt keiner ohne weiteres runter, selbst bei einer allgemeinen Aufregung nicht. Feuer kann Menschen dazu treiben, diesen Sprung zu riskieren, aber solange noch Aussicht auf ein trockenes Plätzchen in einem Rettungsboot besteht macht das keiner.


    Gruss
    Andreas


  • caramanza
    Hast du dich mal ernsthaft mit Schiffsunglücken beschäftigt? Der überwiegende Teil der Schiffe schafft es nach Grundberührungen mit teilweise erheblichen Beschädigungen noch sicher in den nächsten Hafen und tauchen in den Statistiken nicht auf.


    Ja, habe ich. Die Schiffe von denen Du hier redest haben dann einen relativ geringen Wassereinbruch, den die Lenzpumpen und Stabilisatoren halten koennen, sprich, die Menge des Wassers im Kiel steigt nicht oder nur sehr langsam an. Zudem haben diese Schiffe kaum Schlagseite.


    Schau dir einfach mal die Fotos an. Der Schaden ist nicht "Grundberuehrung", sondern ein langer tiefer Riss ueber eine Laenge von sicherlich 20, 30 Metern. Der Felsen hat das Ding geoeffnet wie ein Sardinenbuechse, der Vergleich mit einem Eisbergschaden wie auf der Titanic ist durchaus angebracht. Da bricht pro Sekunde tonnenweise Wasser ein, das kann kein Pumpensystem der Welt aufhalten. Obendrein hat das Wasser dort bei fast 10 Metern Wassertiefe einen erheblichen Druck, der auf dieser Leckflaeche verheerend wirkt.


    Die muessen aus dem Maschinenraum Meldung ueber den erheblichen Wasssereinbruch erhalten haben; der Alarm wurde sofort nach Felsberuehrung ausgeloest. Die Erhebung der Situation dauerte keine 30 oder 40 Minuten wie berichtet. Folgerichtig wurden die Leute ja auch zu den Sammelpunkten geordert. Schettino hat dann das Schiff mit Backbordschlagseite weiter gefahren, backbordseitig gewendet und dadurch die Schlagseite nach Steuerbord erzeugt, weil hoechstwahrcheinlich die Stabilisatoren ueberfordert oder ausgefallen waren. Ohne Stabilisatoren sind diese Schiffe durch die grossen Deckaufbauten latent instabil. Dieses Manoever mag ja durchaus sinnvoll gewesen sein, aber die nicht gleichzeitig erfolgende und konsequente Evakuierung war dann nur noch fahrlaessig und klar Ursache fuer die Todesfaelle. Und sich dann zu verpissen geht natuerlich gar nicht. Da muss er an Bord bleiben und das Schiff nicht aufgeben. Es bestand ja dann faktisch kaum mehr Sinkgefahr.


    Fazit - Wendemanoever Richtung Hafen wahrscheinlich richtig, Evakuationsstop klar falsch, Schiff zu verlassen ehrlos.

    Einmal editiert, zuletzt von caramanza ()

  • Netter Kahn diese Catastrophica
    Auf sowas möchte ich nicht Kapitän und auch nicht Gast sein.

    Da nun anscheinend feststeht, dass bereits früher diese Manöver üblich waren, dürfte es für die Reederei ein kleines Problem geben denke ich. Die Versicherungen werden sich da wohl für eine grob fahrlässige Verschuldung des Unterganges eines eine halbe Milliarden Euro teuren Schiffes nicht ums Zahlen reissen.
    Mit der großmäulig angekündigten großzügigen Entschädigung für alle dürfte es dann auch vorbei sein. Der Laden macht pleite und alle anderen bleiben auf ihren Kosten sitzen.

    rudl