Die geplante Obsoleszenz - Oder wie lange dürfen unsere Produkte eigentlich halten?

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  • Bist Du heimlicher Industrie Lobbyist?

    So könnte man es auch sagen: Ich arbeite seit vielen Jahren "in der Industrie", verdiene dort meine Brötchen und kenne das eine oder andere aus eigenem Erleben.


    Und ich habe gelernt, dass vieles eine einfache Erklärung hat, wenn man danach sucht. Verschwörungstheorien sind natürlich viel spannender.;)


    Gruß


    Ruler

  • Glaube ich nicht dran. Wenn es Beweise geben würde, dann hätten Geschädigte schon längst die betroffenen Firmen verklagt und für sich ein paar Euro herausgeholt. Davon habe ich noch nichts gehört.So was gibt es heute auch. Das sind allerdings keine Geheimbünde, sondern z.B. technische Normungsausschüsse, die sich auf allgemeinverbindliche Mindeststandards einigen. Da kommen dann Technische Lieferbedingungen oder DIN-Normen bei raus, auf die man sich bei Bestellungen beziehen kann und bei denen man vorher bereits genau weiss, was man mindestens für sein Geld bekommt. Sehr sinnvoll aus meiner Sicht.


    Gruß


    Ruler


    Wenn Du der englischen Sprache mächtig bist, dann suche mal nach "Epson Class Action Suit".


    Klage gegen Apple bezüglich des Akkus hast Du ja im Film gesehen.


    Hier der Link der Anwaltskanzlei, die sich gegen Apple erfolgreich durchgesetzt hat.


    http://www.girardgibbs.com/ipod.asp


    Apple musste nachher die Service-Garantie erweitern, den Betroffenen Guthaben schenken usw.


    Beweise gibt es genug.

  • Wenn Du der englischen Sprache mächtig bist, dann suche mal nach "Epson Class Action Suit".

    Der erste Google-Treffer führtauf diese Seite (Status May 03, 2006). Da heisst es:


    Epson denies any wrongdoing and the court has not issued any rulings about the validity of the claims, but Epson has decided to settle to avoid the cost and inconvenience of litigation, according to official claims documents.


    Gibt es zu diesem Fall etwas endgültiges, ein Urteil, was Epson überführt? Ansonsten ist das ein bisschen schwach aus meiner Sicht.


    Gruß


    Ruler

  • Das sind allerdings keine Geheimbünde, sondern z.B. technische Normungsausschüsse, die sich auf allgemeinverbindliche Mindeststandards einigen. Da kommen dann Technische Lieferbedingungen oder DIN-Normen bei raus, auf die man sich bei Bestellungen beziehen kann und bei denen man vorher bereits genau weiss, was man mindestens für sein Geld bekommt. Sehr sinnvoll aus meiner Sicht.


    Volle Zustimmung meinerseits.
    Was als "geplante Obsoleszenz" bezeichnet wird, ist meistens einfach eine Folge des Kostendrucks durch Handel und Verbraucher.
    Ich kann eine 2m Alu-Leiter für 19,95 kaufen, oder für 85,- Euro. Beide müssen Mindeststandards erfüllen. Frage: welche von beiden werde ich nach 10 Jahren noch in Benutzung haben ?
    Als mündiger Bürger sollte man sich über gewisse Dinge schon klar sein. Natürlich ist die gelegentlich auftretende "Qualitätsverschlankung" höchst ärgerlich, man darf sich aber durchaus im Klaren darüber sein daß zumindest große Hesteller ´(die nicht nur über den preis verkaufen wollen) nicht unbedingt Spaß daran haben ihre Produkte abwärts zu designen. Aber auch sie müssen sich dem Markt und seinen Preisen stellen.


    In weniger irrationalen Märkten (als zB. der Consumerelektronik) funktioniert das übrigens. Industrie-Schaltgeräte zum Beispiel. Wenn der Kunde nämlich nicht immer nur auf den letzten Cent schaut, sondern sich von "Qualitäts-Erfahrung" und "total cost of ownerhip" leiten läßt, landet er sehr schnell bei wenigen Herstellern und Produkten.
    Wenn ein Motorschutzschalter aus China für 3,75 Euro zu haben ist ist mir das deshalb Wurst, weil ich nicht nur den Einstandspreis sehe.
    Der mündige Konsument sollte vielleicht nicht nur bei der Spritsorte auf wirkliche Qualitätskriterien achten.

    Kofferraum statt Hubraum !


  • Den Gerichtsbeschluss habe ich leider nicht.


    Epson bestritt die Anschuldigungen, aber sie haben die Software zur Überwachung der Tintenmenge soweit geändert, dass sie den Druckerbetrieb nicht mehr einstellte, wenn da noch Tinte in der Patrone war. Epson argumentierte damit, dass die Software mit Absicht so programmiert war, um eine konstante "Druckqualität" zu gewährleisten. Das hieß aber, viele Besitzer dieser Geräte mussten neue Patronen kaufen, bevor sie überhaupt leer waren.


    Eigentlich passt zur englischen Definition:


    Zitat

    Planned obsolescence or built-in obsolescence in industrial design is a policy of deliberately planning or designing a product with a limited useful life, so it will become obsolete or nonfunctional after a certain period.

    Der ganze Spaß soll Epson damals $900 Mio. gekostet haben.


    P.S.: Auf der Epson Webseite gibt es sogar eigene Software zum Resetten dieses Zählers Klick


    :)


    P.P.S.: Hier ein ausführlicher Text zum Urteil.

  • Urban legend hin oder her. Das Kartell hat es damals gegeben.


    Wie es heute ist weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich bei einigen Produkten das Gefühl sie gehen zu schnell kaputt. Schuhe würden mir da noch einfallen.


    Bei Schuhen kann ich nur sagen,dass ich mit meinen massgefertigten Schuhen sehr zufrieden bin, Kollegen haben vor 6 Jahren sich bei dem Schuhmachermeister Schuhe gekauft und die halten immernoch - ordentliche Pflege vorausgesetzt natürlich.


    Kostet natürlich auch eine Ecke mehr, aber es ist mir den Aufpreis wert.

    Members of Catholic Church: 1 billion , founded in 1st century
    Users of Facebook 0.6 billion: founded 2004

  • Bei Schuhen kann ich nur sagen,dass ich mit meinen massgefertigten Schuhen sehr zufrieden bin, Kollegen haben vor 6 Jahren sich bei dem Schuhmachermeister Schuhe gekauft und die halten immernoch - ordentliche Pflege vorausgesetzt natürlich.

    Kostet natürlich auch eine Ecke mehr, aber es ist mir den Aufpreis wert.



    Gerade bei Schuhen gibt es bekanntlich zwei Lager, unabhängig der Qualität.
    Nämlich "Schuhpfleger" und "Schuhmörder" :D
    Allein durch den Gang (Schritt) des Einzelnen ist es schwierig über die Haltbarkeit von Schuhen zu diskutieren. Denn in dem Bereich wirken recht hohe Kräfte. ;)

    Gruß
    Frank

  • Mit Euch zu diskutieren ist echt manchmal müßig. Was haben maßangefertigte Schuhe mit dem thread zu tun? Hier geht es um Industrieprodukte.


    Und gewissen Schuhe kann man nicht großartig pflegen, z.B. Turnschuhe. Diese lösen sich oftmals allzu schnell auf, auch wenn sie 200 Euro gekostet haben.

  • Mit Euch zu diskutieren ist echt manchmal müßig. Was haben maßangefertigte Schuhe mit dem thread zu tun? Hier geht es um Industrieprodukte.

    Und gewissen Schuhe kann man nicht großartig pflegen, z.B. Turnschuhe. Diese lösen sich oftmals allzu schnell auf, auch wenn sie 200 Euro gekostet haben.



    Bitte die Threadbezeichnung nochmal lesen... PRODUKTE. ;)

    Gruß
    Frank

  • Mit Euch zu diskutieren ist echt manchmal müßig.

    Du hast ziemlich lange gebraucht, um das festzustellen.;)

    Zitat

    Was haben maßangefertigte Schuhe mit dem thread zu tun?

    Wir unterhalten uns über Billigware vs. hochwertige Produkte hinsichtlich der Haltbarkeit. Insofern passt das schon in diesen Thread.

    Gruß

    Ruler

  • z.B. Turnschuhe. Diese lösen sich oftmals allzu schnell auf, auch wenn sie 200 Euro gekostet haben.


    Sportschuhe für 200€? So blöd möcht ich mal sein und mir für den Sport so teurer Treter kaufen :D Nun bin ich bis auf bisschen Fitness auch ein sehr unsportlicher Mensch :rolleyes: Nein, gerade solche Spezialschuhe müssen den Anforderungen gerecht werden. Da hilft halt nur die Marke wechseln. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen das es ein generelles Problem bei den Sportschuhen ist. In Sachen Wanderschuhe habe ich mit den Jack Wolfskin Tretern super gute Erfahrungen und die sind im Vergleich gar nicht mal so teuer

    Gruß Hauke

  • Ich denke das kann man nicht so ohne weiteres pauschalisieren. Reden wir z.B. über Automobile, Maschinen bzw. Anlagenbau wird mit den Ersatzteilen zum größten Teil mehr verdient wie mit dem Gesamtpaket das der Kunde ursprünglich gekauft hat. Von daher hat der Produzent schon ein gewisses Eigeninteresse das bestimmte Teile einem gewissen Verschleiß unterliegen und getauscht werden müssen. Im "günstigsten" Fall kann der Kunde dann nur auf OEM Ware zurückgreifen. Im Bereich Consumer Electronic sieht es, bis auf wenige Ausnahmen, wieder ganz anders aus. Dort wird in wesentlich kürzeren Produkthorizonten gedacht.

    Coal keeps your lights on.

    Gruß aus NRW - Christian

  • Gerade zufällig drüber gestolpert -

    Zitat

    Der Sicherheitsexperte Charlie Miller wurde auf eine Schwachstelle in den von Apple verbauten Akkus in Macbooks aufmerksam.
    Auf diese Weise war es ihm möglich, den jeweiligen Akku in einen defekten Zustand zu versetzen.
    Ermöglicht wurde dies, da Apple in diesem Zusammenhang auf ein Standardpasswort setzt, welches angeblich in allen Notebooks des US-amerikanischen Unternehmens aus Cupertino zum Einsatz kommt.
    Wer im Besitz dieses Kennworts ist und darüber Bescheid weiß, wie die Akkus angesprochen werden können, hat verschiedene Möglichkeiten.
    Es scheint unter anderem möglich zu sein, einen Macbook-Akku so zu manipulieren, dass er nicht mehr funktioniert.

    Macbook-Akkus: Sicherheitsexperte entdeckt Lücke


    Auch der Akku meines Macbook wird als defekt angezeigt, aber vielleicht ist der ja wirklich eines natürlichen Todes gestorben. ;)
    Die Geschichte erinnert mich an die Sache mit dem Drucker hier im Thread.

  • Heute die Wiederholung auf arte um 20.15:

    Zitat

    Bei zahlreichen Produkten ist der Verschleiß vorprogrammiert. Seien es Glühbirnen, Computer oder Handys, der Kunde soll ein defektes Gerät nicht reparieren lassen, sondern das Altgerät entsorgen und sich ein neues anschaffen. Diese beabsichtigte eingeschränkte Lebensdauer nennt man "geplante Obsoleszenz". Die Dokumentation geht dem Phänomen nach und wirft einen kritischen Blick auf die moderne Wegwerfgesellschaft.

    Kaufen für die Müllhalde

    Ich so: 2020 wird ein super Jahr!

    2020 so: Halt mal mein Bier... ;-)

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan ()

  • Nee sorry, aber danke für den Lachanfall.
    So einen Stuss hab ich selten komprimiert auf ein, zwei Klicks gelesen.
    Besser wie Fernsehen.


    Am Besten war der Mazda 3 Thread, wo einer über Opel daher zog und die arme TE (ja, leider eine Frau :crazy:) nach 3 Jahren die Kupplung gehimmelt hat.
    Mal abgesehen von den "deutschen" Kulanzbedingungen bei einem Japaner (1.Brüller), dem Hinweis auf den Fahrstil der Frau von 2 Werkstätten (2.Brüller) und den Reparaturkosten von unglaublichen 500€ (3.Brüller), tat mir die Frau schon bissl leid, weil vor der Tür ein 16 Jahre alter 3er mit 400tkm und erstem Antriebsstrang (zu deutsch Kupplung) leider seinem Ende entgegensieht...

    Straße naß, Fuß vom Gas. Straße trocken, rauf den Socken...

  • merci fürs zusammenführen - in der tat ist die seite noch nicht optimal fand ja auch mehr gefallen an dem thema geplante Obsoleszenz also das es dafür sogar eine bezeichnung gibt hätte ich nicht erwartet.