Kind angefahren, Folgen?

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  • Hallo,

    ich muss euch von einem Vorfall erzählen, der meiner Frau passiert ist. Sie war mit dem Auto unterwegs.

    An der Ampelkreuzung nach rechts abgebogen (zweites Fahrzeug), etwa 50 m nach dem einbiegen rennt plötzlich ein Kind zwischen den parkenden Autos (von rechts kommend) direkt vor das Auto meiner Frau. Da es geregnet hat und meine Frau nicht so schnell unterwegs war (20-30 kmh), hat eine Vollbremsung nicht gereicht.

    Das Kind ist über die Motorhaube auf die Strasse gefallen. Platzwunde, kleinere Schürfwunden, sonst alles OK. Meine Frau war schwer geschockt, da wir selbst ein Kind haben. Sie ist gleich raus gerannt, dem Kind geholfen. Krankenwagen, Polizei, Eltern angerufen.

    Polizei hat alles aufgenommen, Zeugen notiert, die sagen auch aus, das meine Frau keine Chance hatte. Der Notarzt hat das Kind versorgt und die Eltern sind dann wohl nach Hause gefahren und wollten später ins Krankenhaus. Meine Frau kann sich leider nicht mehr daran genau erinnern - sie steht immer noch neben sich und macht sich große Vorwürfe.

    Laut Polizei bekommt Sie ein Schreiben mit einem Termin zur Anhörung, in der auch die Aktennummer steht.

    Genau da klingeln bei mir alle Alarmglocken. Nicht das aus dieser (späteren) Aussage ein "Strick" gedreht wird möchten wir die Risiken minimieren. Wir haben eine KFZ-Rechtschutz, ich nehme an, das würdet ihr auch machen, oder?

    Werde am Montag die Rechtschutz anrufen (vorher Versicherung) und dann mit einem Anwalt sprechen (bzw. meine Fau, Auto läuft auf mich).

    Uns geht es in erster Linie um das wohl ergehen des Kindes, am Auto ist nix zu sehen. Ist mir in diesem Fall aber auch egal, wenn später was zu sehen ist, lassen wir das machen und gut ist. Hauptsache ist hierbei aber das Kind. Handelt sich um einen 10 Jährigen Jungen.

    Was würdet ihr machen?
    Was könnte denn noch kommen?

    Soweit wurde alles richtig gemacht, aber man weiß ja nie...

    Vielen Dank!

    Gruß

  • Ich weiß ja nicht, ob sowas taktisch klug ist, aber ich würde mich bei den Eltern nach dem Wohlergehen des Jungen erkundigen. Bei der Gelegenheit bekommt man dann auch ein Gespür dafür, wie die so drauf sind.


    So oder so: Ne Shice-Situation.


    Gruß
    Volker

  • Zitat

    Da es geregnet hat und meine Frau nicht so schnell unterwegs war (20-30 kmh), hat eine Vollbremsung nicht gereicht

    Wenn es trocken gewesen wäre, dann hätte es gereicht? Wenn ja war sie zu schnell. Wenn nein dann streiche "der Bremsweg hat nicht gereicht weils nass war" ganz aus eurer Argumentation. Dann war es einfach unmöglich so schnell anzuhalten...

    Zitat

    Laut Polizei bekommt Sie ein Schreiben mit einem Termin zur Anhörung, in der auch die Aktennummer steht.


    ->Anwalt -> Akteneinsicht.
    Erstmal schauen, was die Zeugen so von sich geben und in welche Richtung ermittelt wird. Die Sache bei der Polizei hat weder was mit den Eltern, noch mit dem Kind zu tun. Das ist jetzt ne Sache zwischen deiner Frau und dem Staatsanwalt.

    Zitat

    Uns geht es in erster Linie um das wohl ergehen des Kindes


    Darum kümmern sich die Eltern des Kindes, bzw. deren Arzt. Das ist nicht mehr euer Problem.
    Ich würde es als Elternteil äußerst störend empfinden, wenn da noch Fremde reinnerven würden.
    Bezahlen wird die Geschichte entweder die KV der Eltern oder deine KFZ-Haftpflicht.

    Zitat

    am Auto ist nix zu sehen. Ist mir in diesem Fall aber auch egal, wenn später was zu sehen ist, lassen wir das machen und gut ist.


    :confused: Die Schuldfrage muss erstmal geklärt werden. Wenn das Kind schuld ist, dann zahlen die Eltern oder deren Haftpflichtversicherung den Schaden, da das Kind über 10 Jahre alt ist.
    Wenn ne Haftpflicht besteht, dann gehts dem Kind weder besser noch schlechter wenn du den Schaden über diese abrechnest.

    Meiner Mutter ist vor ein paar Jahren ein Kind mit dem Fahrrad in ähnlicher Weise vors Auto gefahren. Der Schaden (da ist schon was zamgekommen...Stoßstange, Kotflügel und Motorhaube) wurde voll von der Haftpflicht der Eltern übernommen.
    Auch ein Kind darf nicht einfach so auf die Straße rennen oder fahren.

    Insofern: Auto waschen, Schaden ordentlich festhalten, sprich Fotos machen und am besten gleich nen KV einholen.
    Aus Pietätsgründen würde ich aber nicht gleich an die Eltern herantreten, sondern erstmal ne Woche vergehen lassen.

    Zitat

    Ich weiß ja nicht, ob sowas taktisch klug ist, aber ich würde mich bei den Eltern nach dem Wohlergehen des Jungen erkundigen. Bei der Gelegenheit bekommt man dann auch ein Gespür dafür, wie die so drauf sind.


    Ich habe die Befürchtung, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder die Eltern sehen das Kind als Schuldigen an oder den Autofahrer. In ersterem Fall ist das Gespräch einfach, in letzterem ist das Gespräch sinnlos und unangenehm.
    Vieleicht ist es besser wenn nicht die Fahrerin anruft, sondern deren Ehemann, da entfallen wenigstens die persönlichen Beschimpfungen in letzterem Fall ;)

    M&M Kreditkarte + Online Zahlung bei der Zentralen Bußgeldstelle = Vielfliegermeilen für Tiefflug auf der Autobahn :D:top:

  • Ist mir auch schon passiert.
    1986, starker Regen, eine langezogene Rechtskurve in der Stadt, ich 50 Km/h in einem Kadett und zwischen den Autos läuft ein Kind genau vor den Kühler.
    Habe den Jungen trotz ausweichen und sofort eingeleiteter Vollbremsung voll mit dem linken Kotflügel erwischt, der flog fast sechs Meter weit.
    Warnblinker an, hin und der wollte flüchten was das Zeug hält, alle voll geschockt.


    Die Polizei konnte wegen dem Regen keine Bremsspur erkennen, ein Zeuge der anhielt hat aber bestätigt das ich machtlos war.


    Die Polizei hat mich ebenso vorgeladen (das ist bei Personenschaden usus) und festgestellt das mich keine Schuld oder Mitschuld trifft.
    Der Unfall war für mich unvermeidbar.


    Der Junge hatte die ganze linke Körperhälfte grün und blau, war zwei Tage im Krankenhaus zur Beobachtung hat aber keine Folgeschäden davon getragen.


    Auch ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht ob ich irgend etwas falsch gemacht habe oder die Sache hätte verhindern können.
    Keine Chance, das ging so schnell wie "Speck" sagen.
    Gedanken sollten sich eher die Eltern machen, Vernachlässigung der Aufsichtspflicht kann schnell nach hinten losgehen.

    "Bitte ohne Speck und Eier !"

    Manfred, 53, Trucker - bestellt sich gerade eine Frau aus Thailand ...


  • Laut Polizei bekommt Sie ein Schreiben mit einem Termin zur Anhörung, in der auch die Aktennummer steht.


    Man ist nicht verpflichtet, zu einer Anhörung bei der Polizei zu erscheinen.
    Wenn Deine Frau noch unter Schock steht, oder durch den Vorfall emotional stark belastet ist, würde ich dazu raten, den Termin nicht wahrzunehmen.
    Falls das Verfahren gegen Deine Frau nicht eingestellt wird, kann man dann immer noch einen Anwalt hinzuziehen.


    Gruss
    Andreas

  • Danke erstmal für die Antworten.

    Der Unfall war auf jeden Fall unvermeidbar. Dies war auch die Zeugenaussage.

    Jetzt werden wir erstmal der Versicherung den Unfall melden und dann eine Erstberatung in Anspruch nehmen.

    Schuldfrage sollte hierbei eindeutig sein (Kind), Zeugenaussagen unterstützen dies. Wir sind gespannt, was passiert...

  • Wenn RSV vorhanden, würde ich da auf jeden Fall von Gebrauch machen.


    Auf der Vorladung wird ggfs. schon der Status des zu Ladenden genannt:


    Beschuldigter, Betroffener, Zeuge, ....


    Anhand Deiner kurzen Schilderung sollte es sich bei Deiner Frau lediglich um eine "Unfallbeteiligte" handeln - also schuldlos am Unfallgeschehen.


    Unfälle mit Kindern, Senioren, oder anderweitig "verkehrsschwächeren" Teilnehmern ist immer so eine Sache, wird explizit in § 3 StVO behandelt.


    Klar zu Gunsten Deiner Frau spricht der "kurze Weg", also das Kind von rechts kommend - und dann noch zwischen geparkten Autos hervor.


    Ich würde mir an Stelle Deiner Frau keinen Kopf machen, zumal ja auch alles sehr glimpflich abgegangen zu sein scheint. Ich sag ja immer wieder: (kleine) Kinder und Besoffene.... scheinen besondere Schutzengel zu haben!

    https://www.youtube.com/watch?v=DACmvDp6tfA
    Als Du auf die Welt kamst, weintest Du - und um Dich herum lächelten alle.
    Lebe so, daß, wenn Du diese Welt verläßt, alle weinen - und Du alleine lächelst!

    '89 waren wir noch das Volk - jetzt sind wir das Pack! Je suis Pack!

  • Amtsanzeige weil die Polizei da war. Ganz normaler Vorgang. Die werden Deine Frau vernehmen wollen weil zumindest der Verdacht einer fahrlässigen Körperverletzung im Raume steht. Wenn sich dabei rausstellt, dass der Unfall unvermeidbar war, dann wird das Verfahren ohne nix eingestellt, trifft sie eine Schuld, dann vielleicht allenfalls eine kleine Geldauflage an die Verkehrswacht oder so. In strafrechtlicher Hinsicht dürfte sich ein Anwalt kaum lohnen, zumal ihn Deine Frau auch bei einer Einstellung wegen Unschuld selbst zahlen müsste. ;)

    Die Eltern würde ich auf jeden Fall anrufen und mich erkundigen, das gebietet schon allein der Anstand. ;) Wenn sie wirklich blocken sollten, dann kann man zumindest sagen, man hat es versucht.

    Wenn bei Euch am Auto ohnehin kein Schaden ist, dann betrifft das ja eigentlich erstmal nur die Krankenversicherung des Kindes. Erst wenn die meinen sollte die KFZ-HP Deiner Frau soll zahlen, dann würde ich da was machen.

    Allerdings: Da hier ggf. ein Anspruch gegenüber der KFZ-HP eintreten könnte, ist die Versicherung umgehend darüber zu informieren. Auch wenn später nichts kommt.

    Trigger-Warnung: Posting kann Spuren von Sarkasmus enthalten!

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan ()

  • ... Uns geht es in erster Linie um das wohl ergehen des Kindes ... Gruß

    Eine lobenswerte Einstellung. Aber es zählt auch, dass du dich um deine Frau kümmerst, das muß dir noch wichtiger sein als das Wohlergehen des Kindes.
    Das Kind bekommt für sein Fehlverhalten keine Schuld, denn mit 10 Jahren kann der Junge die Gefahr noch nicht einschätzen.

    ... Der Unfall war auf jeden Fall unvermeidbar. ...

    ... stimmt nach meiner Einschätzung. Aber da ein PKW an sich eine Gefahr im Straßenverkehr darstellt - sagt das Recht - hat deine Frau Schuld oder eine geringe Schuld.
    Ein vernünftiger Richter wird vernünftig entscheiden und das Verfahren einstellen.

    Für deine Frau wäre ein Besuch am Krankenbett des Jungen sicher eine Hilfe und würde bei der Gelegenheit auch ein Gespräch mit den Eltern ermöglichen.
    Vernünftige Eltern werden vernünftig reagieren. Viel Glück und alles Gute an deine Frau.

    Gruß micha1955

  • Bei Personenschäden wird immer ermittelt, ein Aktenzeichen wird auch immer vergeben, sobald die Poliezi da war. Heisst also nicht automatisch, daß die Polizei Deine Frau als die Schuldige ansieht.


    Was steht denn genau in der Anhörung? Als Zeuge?


    Kann mir vorstellen, daß Deine Frau geschockt ist, der Moment, in dem man das Kind bemerkt und realisiert, daß eine Vollbremsung nicht reicht, muss schlimm sein.


    Du sagst, der Notarzt war da. Die Verletzungen an sich sind aber nicht so schlimm? Was muss man sich unter Platzwunde vorstellen? Eher etwas, womit der Junge in ein paar Tagen in der Schule angeben kann, oder so, daß Narben zurückbleiben?


    Beim Erkundigen bin ich am zweifeln. ICH würde auch anrufen und auch das Kind im Krankenhaus besuchen, sofern die Eltern einverstanden sind. Ungefragt würde ich da nicht hingehen, nachher heißt es noch, man wolle das Kind beeinflussen.


    Andererseits hatten meine Eltern mal eine blöde Situation, bei der ein betrunkener Radfahrer bergab direkt vor uns bergab auf Rollsplitt schwer gestürzt ist und sich den ganzen Kopf aufgeschlagen hat. Wir haben erste Hilfe geleistet usw.
    War soweit alles geklärt, meine Eltern konnten ja nix dafür. Aber als sie ein paar Tage später über die Polizei die Daten des Mannes bekommen wollten, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen, waren die plötzlich der Meinung, daß das nur wegen ihres schlechten Gewissens wäre und haben entsprechend ermittelt. :mad:


    So oder so, sagt auf keinen Fall, dass Deine Frau wegen der Nässe nicht mehr bremsen konnte, daraus wird Euch ein Strick gedreht.
    So wie Du die Situation beschreibst, konnte sie einfach nichts dagegen machen. Sie war nicht zu schnell und ein zwischen Autos hervorlaufendes Kind kann man vorher nicht erkennen (auch wenn man darauf gefasst sein sollte).


    Das mache auch Deiner Frau deutlich, sie braucht sich keine Vorwürfe zu machen und ist ja zum Glück scheinbar gut ausgegangen.

  • ... Andererseits hatten meine Eltern mal eine blöde Situation, bei der ein betrunkener Radfahrer bergab direkt vor uns bergab auf Rollsplitt schwer gestürzt ist und sich den ganzen Kopf aufgeschlagen hat. Wir haben erste Hilfe geleistet usw.
    War soweit alles geklärt, meine Eltern konnten ja nix dafür. Aber als sie ein paar Tage später über die Polizei die Daten des Mannes bekommen wollten, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen, waren die plötzlich der Meinung, daß das nur wegen ihres schlechten Gewissens wäre und haben entsprechend ermittelt. :mad:
    ... .

    Das hatte ich auch mal. Ich STAND abseits der Autobahn (schon seit ca. 5 Minuten) an einem geteerten Feldweg, eine Frau kam mit dem Fahrrad bergab, sah mich, bremste und flog satt hin. 5m vor meinem Auto kam sie stöhnend zum Liegen. Ich hab sofort 112 gewählt.

    Der Polizist wollte auch eine Skizze anfertigen mit meinem beteiligten Fahrzeug :kpatsch: .

    Ich hab ihn auf den Kopf zu gefragt, ob er noch Lehrling sei und habe ihn aufgefordert, seine Arbeit ordentlich zu machen.

    Weder wegen Beleidigung noch sonstwie hab ich später was gehört. Die Gestürzte war auf Rollsplitt in Verbindung mit der Vorderbremse zu Boden gegangen :( .
    Sie war Ende 30 und Lehrerin.

    btt
    Ich würde auf jeden Fall Kontakt zur Familie aufnehmen.

    Gruß micha1955

  • Na ja, dass seine Frau als Zeugin geführt würde, wäre etwas weltfremd.
    Feuerwehrs Posting war da völlig richtig.

    Möglicherweise wäre es schon sinnvoll, die Eltern anzurufen, um mal zu schauen wie drauf sind. Fahrlässige Körperverletzung ist ein Antragsdelikt. Vielleicht sehen die dann von einer Strafanzeige ab. Im Übrigen ist die Antragsfrist nicht sooo lang. In so einem Fall glaube ich kaum, dass die StA das besondere öffentliche Interesse bejaht. Danach ist das Thema durch.

    Übrigens:
    Auf jeden Fall die HP Versicherung kontaktieren!
    Einen Termin zur polizeilichen Vernehmung in keinem Falle wahrnehmen! Falls Du nett sein willst, solltest Du kurzfristig absagen. Dann solltest Du einen RA nehmen, der für Dich Akteneinsicht nimmt. Dann kann man weiter schauen.

  • Fahrlässige Körperverletzung ist ein Antragsdelikt. Vielleicht sehen die dann von einer Strafanzeige ab. Im Übrigen ist die Antragsfrist nicht sooo lang. In so einem Fall glaube ich kaum, dass die StA das besondere öffentliche Interesse bejaht. Danach ist das Thema durch.


    Fahrlässige KV ist ein Antragsdelikt, ja ..... aber bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden wird automatisch erst einmal öffentliches Interesse vorausgesetzt.;)


    Bedeutet:


    Es gibt automatisch ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der Ausgang dieses Verfahrens richtet sich dann nach (schwere der) Schuld/Unschuld.


    Gleiches gilt z.B. auch bei einem Schußwaffengebrauch durch einen Polizeibeamten .... selbst wenn die Sache absolut klar und unstrittig ist, wird dennoch förmlich automatisch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, was dann ( wenn unstrittig ) ratz fatz eingestellt ist/wird.


    Dennoch gibt es ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ..... ebenso, wie bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden.

    Einmal editiert, zuletzt von copdland ()

  • Mein Frau war auch letztes Jahr Zeuge bei einem ähnlichen Unfall, dort fur ein Kind mit Rad plötzlich auf die Straße hinter einem parkenden Auto. Da man als Fahrer in so einer Situation eigentlich machtlos ist (außer bei überhöhter Geschwindigkeit etc.), wurde das Verfahren dann eingestellt.
    Was die Schadensregulierung beim Auto betrifft weiß ich aber nicht wie es da gelaufen ist.

    mfg schnuf

    Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.
    (Wilhelm von Humboldt)

    Rechtsschreibfühler dinen rein der Aufmerksmkeit und sint volle Absihtc!

  • Fahrlässige KV ist ein Antragsdelikt, ja ..... aber bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden wird automatisch erst einmal öffentliches Interesse vorausgesetzt.;)


    Bedeutet:


    Es gibt automatisch ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der Ausgang dieses Verfahrens richtet sich dann nach (schwere der) Schuld/Unschuld.


    Wenn die aufnehmenden Beamten feststellen, daß ein Autofahrer völlig schuldlos an dem Unfallgeschehen ist, wird der Fahrzeugführer niemals als 01, also Verursacher (/Beschuldigter) geführt. Alles andere wäre nicht profihaft und Verfolgung Unschuldiger.


    Nichtsdestotrotz wird Anzeige an die Staatsanwaltschaft vorgelegt (in diesem Fall: radfahrendes Kind = 01/Betroffener; Kfz-Führerin = 02/Beteiligte. Immer vorausgesetzt, es lief so ab wie geschildert), die diese prüft und im Regelfall an die zuständige Bußgeldbehörde weiterleitet.


    Zitat

    Gleiches gilt z.B. auch bei einem Schußwaffengebrauch durch einen Polizeibeamten .... selbst wenn die Sache absolut klar und unstrittig ist, wird dennoch förmlich automatisch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, was dann ( wenn unstrittig ) ratz fatz eingestellt ist/wird.

    Was ist ratzfatz? 1 Woche, 1 Monat, 1 Jahr .....?:confused:

    https://www.youtube.com/watch?v=DACmvDp6tfA
    Als Du auf die Welt kamst, weintest Du - und um Dich herum lächelten alle.
    Lebe so, daß, wenn Du diese Welt verläßt, alle weinen - und Du alleine lächelst!

    '89 waren wir noch das Volk - jetzt sind wir das Pack! Je suis Pack!




  • Klar kann ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Nach der Dreimonatsfrist kannst Du aber einen Antrag auf Einstellung stellen. Dann muss der Staatsanwalt das öffentliche Interesse prüfen. Im Zweifel wird dann je nach Ermittlungsergebnis aber eingestellt.

  • Was ist ratzfatz? 1 Woche, 1 Monat, 1 Jahr .....?:confused:


    Das geschah bei uns mal am Tage nach dem Vorfall ... das ist ratz fatz.;)


    Allerdings war da die Sache auch so was von "sonnenklar" ..... ein Kollege ist angeschossen worden und hat 1 Täter darauf erschossen und den zweiten Täter angeschossen.

  • Das Schreiben der Polizei ist eingetroffen und soll/muss innerhalb 7 Tagen unterschrieben zurück geschickt werden. Was meint ihr, Anwalt - ja oder nein?


    Rechtschutz ist vorhanden (Kostet 150 Euro SB).

    Ihnen wird zur Last gelegt, den vorgenannten Verkehrsunfall durch Ausser Acht lassen der Sorgfaltspflicht verursacht bzw. mit verursacht zu haben.

    Hiermit wird Ihnen Gelegenheit gegeben, sich zu dem Vorwurf schriftlich zu äußern (§§ 55 OWiG, 163a StPO)....
    Wenn man die Personalien nicht vollständig und richtig angibt droht Geldbuße (§111 OWiG)....

    7 Tage ab gestern (oder ab Postdatum?), dann noch 5 Tage...

    Danke im Voraus.

    Gruß
    Markus

  • Glasklar zum Anwalt damit, alles was du sagst/ schreibst kann "dir" im schlimmsten Falle zum Nachteil gereicht werden.


    Du kannst einfach nicht einschätzen was noch passier, ich würde da überhaupt nicht zögern. Auch nicht zum Wald und Wiesen Anwalt sondern zu einem der auf Verkehrsrecht spezialisiert ist.


    Die 150 € SB sind IMHO absolut zu vernachlässigen gemessen an Folgen die "worst case" Szenarien kosten können.