Außenwand saniert - nach 2 Jahren noch immer feucht.

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  • Hallo,

    die Kellerwand von unserem 70er Jahre Haus war genau in einer Ecke recht feucht, der Bereich ist auf einer Wand ca. 60cm, auf der anderen ca. 30 cm breit und ca. 60 cm hoch.

    Die Außenwand wurde dann vor 2 Jahren aufgebuddelt und mit Dickbeschichtung, Filz und Kunststoffmatte wieder saniert.

    Innen haben wir den Putz an der Stelle dann großflächig abgeschlagen und nach einem Jahr wieder mit Zement verputzt und gestrichen.

    Gestern habe ich die Wand mal wieder begutachtet und mir ist aufgefallen, dass der Putz sich an 5-6 Handflächen großen Stellen wieder gelöst hat, entsprechende Salzausblühungen waren auch zu sehen.

    Handelt es sich hierbei noch um Restfeuchte, oder muß ich davon ausgehen, dass die Wand noch immer undicht ist?

    Viele Grüße,

    Tim

  • Innen haben wir den Putz an der Stelle dann großflächig abgeschlagen und nach einem Jahr wieder mit Zement verputzt und gestrichen.

    Wenn Du vorher Salzausblühungen hattest dann geht das nicht so schnell raus. Für diesen Anwendungsbereich gibt es sog. Sanierputze im Baufachhandel. Ob und mit was die gestrichen werden könnten weiss ich nicht.

    Gruß
    Martin

    Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. A. Einstein

  • wurde eine drainage verlegt? ist diese verstopft? hast du kontrollschächte an den enden der drainage, optidrain?
    wie wurde die wand getrocknet? wie lange? wie sieht das fundament aus? kann sich da die feuchtigkeit hochziehen weil eine sperrscjicht zwischen sockel und kellerwand fehlt?
    wie hoch ist die feutigkeit des mauerwerks?
    kann die feuchtigkeit durch die temp.differenz zwischen kaltem mauerwerk und keller, gerade an warmen/heißen tagen bei dir entstehen?


    fragen fragen?

  • Hallo,

    als Drainage wurde Kies/Schotter eingefülllt, Schächte gibt es nicht.
    Die Wand wurde nicht speziell getrocknet,wir haben den Putz abgeschlagen und ein Jahr so stehen lassen bevor wir wieder mit Zement verputzt haben (nachdem wir die Wand mit Salpeterentferner behandelt haben).

    Wie das Fundament aussieht kann ich natürlich nicht sagen, ob eine Sperrschicht zwischen Sockel und Kellerwand besteht kann ich auch nicht sagen, war das in den 70ern schon üblich?

    Die Feuchtigkeit habe ich aktuell mangels Meßgerät nicht gemessen.

    Das mit den heißen Tagen habe ich auch erst vor kurzem gehört, hatte als es richtig heiß war die Kellerfenster offen stehen, aber die Ausblühungen und der lockere Putz waren wie gesagt nur an der Stelle, die früher schon auffällig war.

  • Hallo,

    wie siehts nun aus, ist es generell möglich, dass eine sanierte Wand noch nach 2 Jahren so sehr "nachschwitzt" oder kann ich davon ausgehen, dass da etwas nicht richtig gelaufen ist?

    Falls die Wand tatsächlich nicht richtig saniert wurde: Mittlerweile ist an der Stelle eine neue Terrasse, die ich nicht wieder aufreissen möchte. Käme hier ein Injektionsverfahren in Frage?

    Viele Grüße,

    Tim

  • Hallo,
    ........
    Das mit den heißen Tagen habe ich auch erst vor kurzem gehört, hatte als es richtig heiß war die Kellerfenster offen stehen, aber die Ausblühungen und der lockere Putz waren wie gesagt nur an der Stelle, die früher schon auffällig war.


    Das Kellerfenster an heißen Tagen zu öffnen ist völlig falsch.
    Wir hatten Gutachter bei uns im Keller, die erklärten uns (und es ist eigentlich auch logisch), dass dadurch warme (feuchte) Luft in den Keller zieht. Diese kühlt an den kälteren Flächen ab und gibt ihre Feuchtigkeit dort ab. Bei uns war es deutlich an den Wasserleitungen zu sehen. An den Wasserrohren war soviel Feuchtigkeit, dass es runtergetropft hat.


    Richtig wäre, die Fenster zu öffnen, wenn es draussen kälter ist als im Keller. Dann zieht die "warme" (feuchte) Luft nach draussen und kalte, trockene Luft rein.


    Zitat

    wie siehts nun aus, ist es generell möglich, dass eine sanierte Wand noch nach 2 Jahren so sehr "nachschwitzt" oder kann ich davon ausgehen, dass da etwas nicht richtig gelaufen ist?


    Soweit ich mich noch an unser Gutachten erinnere, wurde (u.a.) empfohlen, den Putz abzuschlagen und die nackte Wand mit ??? zu behandeln. Die Austrocknung würde mehrere Jahre dauern. Anschließend sollte Sanierputz angebracht werden. Dieser zieht im Lauf mehrerer Jahre Restfeuchte aus der Wand und müsste dann wieder erneuert werden.


    Zitat

    Käme hier ein Injektionsverfahren in Frage?

    Nach Aussage der Gutachter ist es schade ums Geld bzw. sogar kontraproduktiv.
    Ein Vertreter einer Injektionsfirma hatte uns empfohlen auf Höhe der Kellerdecke die Injektionen anzubringen.
    Lt. Gutachter staut sich dadurch das Wasser an den Kellerwänden, wodurch diese noch feuchter würden.

  • Bei uns war es deutlich an den Wasserleitungen zu sehen. An den Wasserrohren war soviel Feuchtigkeit, dass es runtergetropft hat.

    Wasserleitungen haben idR. nicht Raumtemperatur, ausser da fliesst 3 Tage lang nix durch. Sobald da wieder einmal kaltes Leitungswasser durch ist bildet sich auch in einem trockenen Raum eine Schwitzwasserschicht. Von dem her würde ich eher empfehlen die Raumluftfeuchtigkeit zu messen statt sich auf irgendwelche optischen Tricks zu verlassen.


    Zitat


    Nach Aussage der Gutachter ist es schade ums Geld bzw. sogar kontraproduktiv.
    Ein Vertreter einer Injektionsfirma hatte uns empfohlen auf Höhe der Kellerdecke die Injektionen anzubringen.
    Lt. Gutachter staut sich dadurch das Wasser an den Kellerwänden, wodurch diese noch feuchter würden.

    Meine Erfahrung: Es erzählt einem jeder Gutachter irgendwie was anderes.

    Wenn ich logisch über das Verfahren nachdenke unterbricht die sog. Verkieselung des Baustoffens nur den Kapillareffekt, so dass die Feuchtigkeit nicht weiter aufsteigen kann. Ob sich darunter dann was staut... ich weiss nicht. Mehr als Sättigung kann nicht eintreten? Und gesättigt müsste es sein, sonst würde die Brühe nicht massenhaft bergauf laufen. Offen ausdampfen lassen kann also nur funktionieren wenn von unten nix nachkommt, das tut es aber.

    Wenn drunter ein Keller ist kann es natürlich schon sein dass dieser noch feuchter wird, dann kommt das Wasser dort aus der Wand.

    Gruß
    Martin

    Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. A. Einstein

  • Wasserleitungen haben idR. nicht Raumtemperatur, ausser da fliesst 3 Tage lang nix durch. Sobald da wieder einmal kaltes Leitungswasser durch ist bildet sich auch in einem trockenen Raum eine Schwitzwasserschicht. Von dem her würde ich eher empfehlen die Raumluftfeuchtigkeit zu messen statt sich auf irgendwelche optischen Tricks zu verlassen.
    ...
    Gruß
    Martin


    Es geht nicht um Wasserleitungen mit Raumtemperatur, sondern um Wasserleitungen im Keller. Ich weiß natürlich nicht, mit welcher Temperatur das Wasser im Keller ankommt, aber sehr viel kälter als Kellertemperatur dürfte es auch nicht sein.


    Zitat

    Meine Erfahrung: Es erzählt einem jeder Gutachter irgendwie was anderes.


    Da bin ich zu 100 % Deiner Meinung.


    Deshalb haben wir uns auch verschiedene Meinungen angehört. Die letzten Gutachter machten allerdings einen sehr kompetenten Eindruck und es war letztlich auch alles plausibel, was sie erklärten.

  • Es geht nicht um Wasserleitungen mit Raumtemperatur, sondern um Wasserleitungen im Keller. Ich weiß natürlich nicht, mit welcher Temperatur das Wasser im Keller ankommt, aber sehr viel kälter als Kellertemperatur dürfte es auch nicht sein.

    <= 8°C im Regelfall. Ein Keller im Wohnhaus hat normalerweise deutlich mehr Temperatur. Als Ausnahme sehe ich Gewölbekeller früher Herstellung. Die liegen auch im Sommer selten über 10°C. Aber da liegen auch nur selten Wasserleitungen drin :D

    Gruß
    Martin

    Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. A. Einstein

  • <= 8°C im Regelfall. Ein Keller im Wohnhaus hat normalerweise deutlich mehr Temperatur. Als Ausnahme sehe ich Gewölbekeller früher Herstellung. Die liegen auch im Sommer selten über 10°C. Aber da liegen auch nur selten Wasserleitungen drin :D

    Gruß
    Martin


    würde ich mal nicht behaupten.Denn bei mir liegen welche drin. Ist ein Gewölbekeller aus den 30-40 er Jahren. Der ist auch "schön" feucht. Dort will ich auch noch den Putz,der schon von allein abfällt abklopfen. Dann aber nicht mehr "verkleiden bzw. verputzen". Die Wand soll offen bleiben. Nur ist der Aufwand sehr groß.Es steht auch dort unsere Heizung inkl. Warmwasserboiler drin. Die Wände von aussen abdichten bzw. Sanieren geht nicht. Alles verbaut bzw. das Nachbarhaus steht drauf.:(


    Grüße Mahri

  • würde ich mal nicht behaupten.Denn bei mir liegen welche drin. Ist ein Gewölbekeller aus den 30-40 er Jahren.

    Deshalb schrieb ich

    Zitat

    selten

    und

    Zitat

    früher Herstellung

    ;)

    Alles, was im selbst im frühen 20 Jhdt. gebaut wurde, kannst Du m.b.M.n. in der Pfeife rauchen. Keller zu bauen, die trocken sind, lange Haltbarkeiten von Lebensmitteln versprechen, im Winter trotz Holzverschlagtüren nicht frieren usw. ist eine Kunst die man scheinbar im 20 Jhdt. verlernt hat :( Wie so vieles andere unserer Vorfahren auch.

    Der größte Trick dabei war offenbar die simple Wahl des Standortes und die Ausrichtung.

    Gruß
    Martin

    Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. A. Einstein

  • Deshalb schrieb ich und ;)

    Alles, was im selbst im frühen 20 Jhdt. gebaut wurde, kannst Du m.b.M.n. in der Pfeife rauchen. Keller zu bauen, die trocken sind, lange Haltbarkeiten von Lebensmitteln versprechen, im Winter trotz Holzverschlagtüren nicht frieren usw. ist eine Kunst die man scheinbar im 20 Jhdt. verlernt hat :( Wie so vieles andere unserer Vorfahren auch.

    Der größte Trick dabei war offenbar die simple Wahl des Standortes und die Ausrichtung.


    Früher haben die Keller auch nicht so stark gefroren weil das Haus drüber wie bescheuert beheizt wurde. Es zog an allen Ecken und Kanten, Isolierung konnte man kaum schreiben und man hat Buchstäblich für die Katz geheizt. Da hatte ein Haus gar keine Chance je feucht zu werden. Heute schaut das schon anders aus, es gibt selbst bei alten Häusern dank Isolierverglasung und neuer Türen kaum Luftaustausch, Kellertüren werden dicht verschlossen gehalten, geheizt wird nur so wenig wie möglich - Feuchtigkeit und Modergeruch machen sich im Keller breit.

    Gruß Hauke