Fahrwerksprobleme - Verzweiflung

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  • Hallo allerseits,

    ich werde noch wahnsinnig, ihr seid wirklich meine letzte Hoffnung - aber der Reihe nach:

    Ich fahre ein 330ci Cabrio, Bj. 2001, Standardfahrwerk, mit mittlerweile 148.000 km. Gekauft habe ich das Fahrzeug 2005, damals mit 60.000 km. Ich hatte mit dem Fahrverhalten bisher nie Probleme, weder mit der serienmässigen (Sommer-)Mischbereifung 225/45/17 und 245/40/17 (Michelin PS2) noch mit den Winterrädern 205/50/17 (Dunlops, beides auf Original BMW-Felgen).

    Das Auto ist niemals Spurrillen nachgelaufen, die Strassenlage war einwandfrei, selbst Höchstgeschwindigkeit konnte man jederzeit entspannt fahren.

    Vor etwa einem Jahr hatte ich dann beim Bremsen ein Rubbeln, woraufhin die Querlenker inkl. Gummilager, die Spurstangen, die hinteren Domlager, sowie die Scheiben und Beläge getauscht wurden. Danach war alles wieder ok.

    Letzten Winter waren nun die Winterreifen fällig und ich habe 4 neue Conti WinterContact 3 gekauft. Danach war das Fahrzeug bei Geschwindigkeiten über 160 km/h extrem schwammig, fuhr sich fast wie ein Boot. Wenn man die Spur auf der Autobahn wechseln wollte, musste man sofort wieder gegenlenken. Man brauchte plötzlich fast beide Fahrspuren um die Fuhre auf Kurs zu halten.

    Ich habe dies zunächst auf die Reifen geschoben und gehofft, dass dies mit den Sommerrädern wieder besser werden würde. Da die Sommerreifen mittlerweile auch runter, und die Michelin PS2 nicht lieferbar waren, kaufte ich für die Sommerräder 4 neue Michelin PS3.

    Leider war/ist der Wagen jedoch auch mit diesen Rädern fast unfahrbar:

    - Er läuft extrem jeder Spurrille oder Unebenheit nach

    - Auch beim starken Bremsen zieht der Wagen, abhängig von der jeweiligen Fahrbahnbeschaffenheit in verschiedene Richtungen

    - Jede Unebenheit schlägt direkt in das Lenkrad durch

    - Die Lenkung wirkt um die Mittelllage extrem leichtgängig, so als hätte sie Spiel, was aber nicht der Fall ist.

    - Insgesamt hat man das Gefühl, als würde man auf Ballonreifen fahren, die keine eindeutige Mittelstellung aufweisen.

    - Man hat ständig das Gefühl die Spur korrigieren, also gegenlenken zu müssen. Dies ist unabhängig von der Geschwindigkeit.

    - Es fühlt sich so an, als ob die ganze Vorderachse "lose" wäre und vibriert

    - In Autobahnausfahrten hat man öfter das Gefühl, als würde ein Vorderrad (meist links) richtiggehend "eiern"

    - Die ganze Fuhre fährt sich extrem bockig und unharmonisch

    Im ersten BMW-Autohaus wurden daraufhin die Hydrolager der Querlenker getauscht, leider ohne jeglichen positiven Effekt. Ich bat darum, sich auch einmal alle anderen Fahrwerkskomponenten, sowie auch die Radlager, anzuschauen, jedoch wurde nichts gefunden. Auch die hinteren Längslenkerlager sollten in Ordnung sein. Man hat auch alternative Rad-/Reifensätze getestet, ohne Ergebnis. Man riet mir, evtl. die Stossdämpfer zu wechseln, da man keine anderen Ideen mehr habe. Man hatte das Fahrzeug auch auf einem Stossdämpferprüfstand, wobei vorne Werte um die 65, hinten um die 52 gemessen wurden, aber zumindest auf der gleichen Achse keine abweichenden Werte. Den Stossdämpfertausch habe ich daraufhin bisher nicht durchgeführt, unter anderem auch, da die beschriebenen Symptome meiner Meinung nach nicht zu einem defekten Dämpfer passen. (Fahrzeug wandert selbst bei Höchstgeschwindigkeit in Kurven nicht nach aussen)

    Im zweiten BMW-Autohaus wurden abermals alle Fahrwerksteile begutachtet, jedoch auch ohne Befund. Dort riet man mir die hinteren Längslenkerlager sowie die Stossdämpfer zu tauschen, jedoch auch nur mangels eindeutiger Diagnose.

    Im dritten BMW-Autohaus konnte man das Fehlerbild gar nicht nachvollziehen und meinte, der Wagen sei so in Ordnung.

    Ich war schließlich sogar beim TÜV, die mit zwei Mann ca. eine Stunde lang beide Achsen mit den Rüttelplatten malträtiert haben. Letztendlich konnte man auch dort keinen Fehler feststellen und riet mir, keine "Materialschlacht" zu starten.

    Ich war auch noch in einer freien Werkstatt, die jedoch auch nichts finden konnte.

    Ich habe kein Problem notwendige Dinge zu ersetzen, aber leider lässt sich offenbar nicht feststellen, woran es letztendlich liegt. Mir gehen (nach tagelanger Internet-Recherche) mittlerweile die Querlenker, Längslenker, Stossdämpfer, Radlager und das Lenkgetriebe durch den Kopf, aber wenn ich all das tauschen würde, übersteigt es ja fast den Wert des Fahrzeuges ;)

    Ich kann mittlerweile die folgenden Komponenten ausschliessen:

    - Reifen (verschiedene getestet)
    - Felgen (verschiedene getestet)
    - Luftdruck (verschiedene Werte innerhalb des Minimal- und Maximalbereichs getestet)
    - Fahrwerksgeometrie (Vermessung wurde durchgeführt)

    Ich bin wirklich für jeden Hinweis, Tip oder Erfahrungswert zu den geschilderten Symptomen dankbar, da ich nicht mehr weiter weiß. Es muss doch irgendwie möglich sein, das ursprüngliche Fahrverhalten wieder herzustellen.

    4 Mal editiert, zuletzt von drmabuse ()

  • Hi,
    also bei meinem waren es letztes Jahr die Längslenkerlager.Das Fahrverhalten war zwar nicht so krass wie du deine Symptome beschreibst,aber auch mit der Tendenz,je höher die Geschwindigkeit,desto stärker die Symptome.Ich hatte bei mir das Gefühl,der Wagen wird bei hohen Geschwindigkeiten schwammig.Hatte es auch zuerst auf die neuen Michelins geschoben die ich damals draufhatte.Ab Werk hatte er ja die Bridgestone Potenza R050(oder wie die Dinger heißen) drauf.Nach dem Wechsel der Längslenkerlager,waren meine Probleme 100& beseitigt.Muß dazu sagen,bin ein sehr sensibler Fahrer,der eigentlich jede Veränderung mitkriegt in dem Bereich.Der Meister meinte damals,so schlimm sei es noch nicht,aber man könne sie wechseln.Wenn du also bei deinen Stoßdämpfern nicht beiwillst,versuchs mit den Längslenkerbuchsen/lagern.:)

    MfG
    Crackerjack

  • Längslenkerlager sind verdächtig. Denen sieht man es leider auch nicht an wenn sie komplett ausgelutscht sind. Bei 150tkm kann man die schon mal wechseln, tut dem Fahrverhalten sicherlich gut.


    Zum Stoßdämpfertest: Kannst du bei deinem Auto vergessen. Wenn der bei dir mit der harten Federung vom E46 Cab inkl. 17Zoll Reifen noch 50% anzeigt, dann ist da womöglich was im Argen. Gute Dämpfer erreichen im E46 mit 17Zoll Reifen in der Regel immer so 70%.
    Ich würde tippen, dass beim Wechseln der Stützlager mit dem Schlagschrauber gearbeitet wurde und dadurch der Dämpfer beschädigt wurde.


    Ansonsten kann man ohne das Vermessungsprotokoll nicht viel sagen.

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  • Ersteinmal vielen Dank für Eure bisherigen Antworten!

    Ich denke im Moment auch, das ich wohl die Längslenkerlager und die Stossdämpfer werde machen lassen. Sollte es daran dann nicht gelegen haben, muss ich wohl aufgeben, da sich weitere Austauschorgien finanziell einfach nicht lohnen.

    Das Eigenartige ist für mich, dass sich die Symptome so derart widersprechen. Wenn es z.B, wirklich die Stossdämper sind, wieso kann ich dann "fühlen", wie in manchen Kurven die Vorderräder regelrecht eiern? Wieso sind die Prüfwerte - achsweise gesehen - identisch? Es ist doch unwahrscheinlich, dass alle Dämpfer gleichzeitig ausfallen. Oder wieso kann ich mit den angenommenen defekten Dämpfern zackig um eine Kurve fahren, ohne dass es das Fahrzeug versetzt?

    Ich werde einfach nicht schlau aus dem Fahrverhalten. Die gefühlose Lenkung um die Mittelage, verbunden mit dem ständigen Korrigieren bei Geradeausfahrt lässt ich immer wieder in Richtung Lenkung denken, aber dort ist keinerlei Spiel. Ich habe auch, trotz intensiver Recherche, keine Erfahrungsberichte mit defekten e46-Lenkgetrieben mit diesen Symptomen finden können.

    Natürlich könnten auch mehrere Komponenten defekt sein, und so zu einem diffusen Fehlerbild führen. Nur, wie wahrscheinlich ist es, dass die alle zufällig gleichzeitig ausfallen?

    Der Wagen fuhr sich über 5 Jahre absolut top, mit genau diesem Setup.

    Falls irgendjemand noch einen Tip hinsichtlich wirklich erfahrerer BMW-Schrauber im erweiterten Rhein-Main-Gebiet hat, nehme ich den auch gerne an!

    Leider hatte ich fast identische Probleme schon einmal vor Jahren mit einem e39 530d Touring, die letztendlich nie gelöst werden konnten.

    Langsam bekomme ich eine regelrechte "BMW-mit-150.000km-Phobie" ;)

    Einmal editiert, zuletzt von drmabuse ()

  • Wie schon geschrieben: Ohne das Vermessungsprotokoll gesehen zu haben kann man IMO übers Internet nicht mehr viel sagen.

    Das Eiern der Vorderräder spricht für defekte Lager, hinten am Querlenker oder eben die am Längslenker. Ne Eiernde Hinterachse spürst du auch in der Lenkung.

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  • Ja. Ist sehr selten, dass man da nichts meckern kann...

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  • Hoi drmabuse, Du hast gesagt, in der Mittelstellung der lenkung geht Sie locker, ansonsten schwammig? Wenn Du nach rechts oder links lenkst, brauchst Du dann fast wie eine Überwindung, und mehr Kraft, dann lenkt es ein und das Lenkrad will nicht mehr richtig in Mittelstellung zurück?
    Wenn das so ist, kann das Lenkgetriebe kapputt sein. Ev. hilft dann, bevor Du ein Neues kaufst, Die Einstellmutter etwas zu verdrehen. Ein neues Lenkgetriebe kostet in der Schweiz inkl. Montage volle 2200.- Franken. Gruss Edwin

  • Im Stand wirkt die Lenkung eigentlich normal. Wenn man aber fährt, dann ist sie um die Mittellage sehr leichtgängig. Es fehlt quasi schwer, geradeaus zu fahren. Ansonsten kommt sie mir relativ normal vor, auch wenn sie sich nicht ganz wieder nach Kurven zurückstellt.

    Es gibt hier öfters generalüberholte Lenkgetriebe im Bereich von ca. 300 Euro. Allerdings würde ich das auch nur ungern auf Verdacht tauschen wollen.

    Wo befindet sich denn diese Einstellmutter?

    Einmal editiert, zuletzt von drmabuse ()

  • Ich würde erst mal die Längslenkerlager tauschen. Hält sich finanziell im Rahmen und irgendwann sind die sowieso durch.

    Schöne Grüße,
    Roland

  • Zitat

    Im Stand wirkt die Lenkung eigentlich normal. Wenn man aber fährt, dann ist sie um die Mittellage sehr leichtgängig. Es fehlt quasi schwer, geradeaus zu fahren. Ansonsten kommt sie mir relativ normal vor, auch wenn sie sich nicht ganz wieder nach Kurven zurückstellt.


    Dieses Verhalten deutet eigentlich nur auf falsche Achseinstellungen zurück. Zu geringer Sturz bewirkt eine sehr leichtgängige Mittellage, zu geringe Spur stellt shlecht zurück, wobei beides etwas vermischt ist.
    Laut Protokoll sind diese Werte aber absolut ok, in meinen Augen ne sehr gute Vermessung. Ich würde hinten nur etwas weniger Spur geben, 7' auf jeder Seite finde ich besser.

    Wegen dem Sturz vorne: Sind die Stifte noch in den Löchern am Domlager?

    Wurden bei den Querlenkern Originalteile verbaut? Die Meyle Querlenkerlager sind deutlich leichtgängiger beim Lenken und wirken deshalb etwas komisch in der Mittellage.

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  • Den Hersteller der Querlenker selbst kenne ich nicht, aber es war ja geraume Zeit in Ordnung mit diesen Querlenkern. Die Hydrolager wurden von BMW vor ca. 4 Wochen gewechselt.

  • Ich wollte noch einmal kurz Rückmeldung geben, vielleicht hilft es anderen mit ähnlichen Problemen.

    Ich hatte zunächst die Stossdämpfer getauscht, gebracht hat es aber, aussser dass ich neue Stossdämpfer hatte, nichts.

    Als allerletzte Aktion habe ich heute die Längslenkerlager der Hinterachsaufnahme tauschen lassen, obwohl man mir bei verschiedenen BMW-Händlern versichert hatte, dass diese in Ordnung seien.

    Ich kann es selbst kaum glauben, aber alle oben geschilderten Probleme sind weg!

    Natürlich werden es nicht bei jedem, der diese oder ähnliche Probleme hat, die Längslenkerlager sein. Allerdings habe ich gelernt, dass diese wohl, auch wenn sie ok aussehen, durchaus weich geworden sein können und dann zu den geschilderten Problemen führen.

    Vielen Dank an alle, die sich bei der Fehlersuche beteiligt haben!

    Crackerjack, basti313, TheAce
    Ihr lagt goldrichtig!

    Gruß

    Frank

    2 Mal editiert, zuletzt von drmabuse ()

  • Schön das zu lesen. Für dich haltnur blöd dass die Stoßdämpfer umsonst getauscht wurden. Wobei es sich ja hierbei auch um Verschleißteile handelt, von daher ist das Geld nicht umsonst ausgegeben.

    Schöne Grüße,
    Roland