Sammelthread: Prominenter verstorben

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  • Wenn der Tod eines Robert Enke etwas positives hat, dann ist es doch ähnlich wie bei Deisler damals, dass ernsthaft an Depression erkrankte Menschen sich vielleicht nicht mehr ganz so sehr schämen müssen als "weicheier" gesehen zu werden - weil sich evt. der ein oder andere mal damit auseinandersetzt!


    Hier wird aber immer noch so getan als sei ein an schwerer Depression erkrankter Mensch zu rationalen Entscheidungen fähig.


    Der Mann war krank. Ernsthaft krank!


    http://de.wikipedia.org/wiki/Depression

    Eier sollten nie mit Steinen tanzen...

  • Viele von euch versuchen die Gefühlswelt von Enke hier zu rationanlisieren, indem sie sagen, dass er sich hätte entziehen können, dass er eine andere Art des Selbstmordes hätte wählen können.
    Die Charakteristik einer Depression ist eben genau diejenige, dass der Betroffene nicht mehr in der Lage ist rational zu denken. Die Logik ist einfach eine komplett andere. Irgendein Psychologe hat das in den letzten Tagen sehr treffend mit einem Trichter verglichen und an dessen Ende steht der Selbstmord. Der Mensch ist da dann nicht mehr im entferntesten in der Lage an mögliche Folgen für andere zu denken.
    Ihm wurde doch auch immer wieder von verschiedenster Seite geraten sich intensiver behandeln zu lassen. Wenn es für ihn so einfach gewesen wäre zu sagen "Ja, dann lass ich das mit dem Fußball erstmal sein.", hätte er es mit Sicherheit getan. Wer Teresa Enkes Interview bei der Pressekonferenz verfolgt hat, dürfte ja mitbekommen haben unter welchen Ängsten Enke litt, wie irrational diese zum Teil waren und über welchen Zeitraum er immer wieder Rückschläge aller Art erleiden musste.
    Wenn man psychologische Erkrankungen einfach durch (für uns) rationale Herangehensweise und Denke lösen könnte, bräuchten wir die gesamte Berufsgruppe, die sich damit beschäftigt nicht. So funktioniert unser Gehirn und Sein schlicht und einfach nicht.


    Dass die Medien da einen übertriebenen Hype drum gemacht haben ist wahr, aber dafür kann Robert Enke am allerwenigsten. Seiner Ehefrau ist da wohl auch kein Vorwurf zu machen, weil sie einfach nur der überwältigenden Anteilnahme nachkommen wollte, die schon 1h nach Enkes Tod ihren Anfang nahm. Es geht auch nicht darum, dass Enke nur 8x Nationalspieler war und dass er nie Nr. 1 bei einem der Top-Vereine Europas war. Er war einfach ein grundsympathischer Mensch, der immer auf dem Boden geblieben ist und sich vorallem sozial sehr stark engagiert hat. Dazu kommt dann die Tatsache, dass wir es alle nicht bemerkt haben, was mit ihm los ist und dass er so jung aus dem Leben schied. All das führt dann halt zu einer solchen Anteilnahme und dem Gedöns der Medien.


    Auch ist es vollkommen klar, dass der Lokführer nicht mehr als am Rande erwähnt wird, weil es anders gar nicht möglich ist. Die Trauerfeier wurde nunmal für Robert Enke ausgerichtet und nicht für den Lokführer.
    Komplett objektiv gesehen müssten wir alle um jeden Menschen "gleich" trauern. Die Realität sieht bekanntermaßen eben anders aus. Robert Enke hat für uns alle ein Gesicht und eine Persönlichkeit dargestellt. Wenn ein Soldat in Afghanistan stirbt, ist er "ein Soldat". Bestenfalls sieht man dann ein Bild von ihm, auf dem er in Uniform ernst dreinblickt. Unbedingt einen positiven Beitrag zum familienübergreifenden Mitgefühl liefert das nicht wirklich. Dass das schade und in gewisser Weise ungerecht ist stimmt. Jedoch ist niemand daran gehindert auch an deren Tod Anteilnahme zu empfinden.

  • Zitat

    Original geschrieben von el-master
    Da stehe ich gerade etwas auf dem Schlauch!!
    Mit was hat sich Gunter Sachs den seine Lorbeeren verdient? :confused:


    Gunter Sachs, war das nicht der, der sein ganzes Geld versoffen hat und als er endgültig Pleite war, durch ein genialen Marketing-Gag ein Großteil seiner Schulden zurückzahlen konnte? Na, das verdient doch Respekt. ;)


    Zu Robert Enke.
    Ich hab das ja in Deutschland nicht mitbekommen, nur teilweise die Printpresse. Aber das war sogar hier in USA Thema. Obwohl Fußball eigentlich überhaupt kein Thema ist. Das hat mich schon gewundert.


    Was ich so mitbekomme, muss der Hype in Deutschland gewaltig sein. Da kann ich nur den Kopf schütteln.
    Ich bin kein Experte was Depression angeht, aber was ich jetzt überhaupt nicht verstehe ist die Diskussion, ob das Leistungsprinzip im Fußball zu hart ist. Ich meine, die meisten Menschen mit Depression haben denke ich einen normalen Beruf. Dann müsste man ja das komplette Gesellschaftsprinzip diskutieren. das ist für mich ziemlich absurd.

    Gruß Micha


    "Wenn du glaubst alles unter KONTROLLE zu haben, bist du noch nicht schnell genug... "

  • hab mir bis jetzt die posts nicht durchgelesen
    aber ich würde vorschlagen man sollte mehr trauer für den lockführer zeigen
    den viele haben nach sollchen vorfällen PDS und können ihre arbeit nicht mehr weiter fortführen
    desweiteren sollte man mitgefühl mit der armen frau enke haben.


    und wer sich schon umbringen will sollte es vielleicht auf eine art und weise machen bei der keine anderen personen in mitleidenschaft gezogen werden


    klingt hart ist aber so

  • Hmm, seine Frau hat doch auch ihr Kind verloren, und jetzt auch noch ihren Mann.


    Ziemlich "feige" irgendwie.


    Der Lokführer tut mir auch leid.

    Better call Saul!

  • Hab ihn immer gerne gesehen. Toller Schauspieler. Wenns mich irgendwann mal erwischt, dann trink ich ein Bier mit ihm. :)

    'I never forget a face, but in your case I'll be glad to make an exception.' - Groucho Marx
    'I want the last check I write to bounce.' - Saul Bloom (Ocean's Twelve)

    (ehemals BulletToothTony)

  • Als ich es in der Tagesschau gehört hab, ist mir die Coke hängen geblieben. D.H war bei mir immer irgendwie präsent, obwohl ich weit nach Easy Rider geboren bin...

    R.I.P Dennis :top:

    Viele Grüße
    Juli

    Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben. Albert Einstein


  • Eigentlich hab ich fast täglich mit der Nachricht gerechnet. :(

    Dito, es war nur noch eine Frage der Zeit, ähnlich wie bei Patrick Swayze. Wirklich schade, war ein famoser Schauspieler (->Speed). Aber das ist das Leben, andere werden auch ohne Krebs nicht 74 Jahre alt.

  • Naja....trotz seiner Krankheit war er noch fleißig bis letztes Jahr,laut Wikipedia. :top:


    Seinen letzten Film hatte ich sogar schon gesehen (Elegy,ganz interessant).Also zurück bleibt einiges von ihm,vergessen kann man den Kerl also nicht,er wird praktisch ewig leben,schon allein wegen Easy Rider (den ich noch nie gesehen habe und vermutlich auch nie sehen werde).



    Greetz


    Cap

  • Sehr schade, habe ihn gern gesehen!

    Gruß
    Arno (—> ehemals Individual)


    Beschleunigung ist, wenn die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr hin abfließen. (W. Röhrl)

  • Nachdem die letzten Bilder von ihm schon nicht mehr so rosig waren, war´s zu erwarten.
    Mit 74 Jahren kommt auch ohne den Krebs irgendwann mal die Zeit wo man sich mit dem Tod auseinandersetzen muss.
    R.I.P.

    Gruß Udo

    ______________________________________
    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.

  • Talk 2000 - Wohl einer der besseren Talksendungen...



    BILD.de Samstag, 21. August 2010, 17:24 Uhr

    Christoph Schlingensief ist tot. Der Theater- und Film-Regisseur starb am Samstag im Alter von 49 Jahren, wie ein Sprecher der Ruhr-Triennale in Gelsenkirchen gegenüber BILD.de bestätigte. Schlingensief wäre am 24. Oktober 50 Jahre alt geworden. Oliver Golloch zu Bild.de :„Auf Wunsch der Familie Schlingensief kann ich nichts zu den weiteren Umständen erzählen.“ Schlingensief galt als einer der umstrittensten Vertreter des deutschsprachigen Kulturbetriebs. Er war der wohl bekannteste Theater-Provokateur im deutschsprachigen Raum. Sein für die diesjährige Ruhr-Triennale vorgesehenes Stück „S.M.A.S.H. – In Hilfe ersticken” hatte er bereits Anfang Juli nach einer neuen, schweren Krebsdiagnose abgesagt. ...