Brauche Hilfe - Finanzamt

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  • Hallo zusammen!


    Eigentlich bin ich eher eine stille Mitleserin, aber heute brauche ich eure Hilfe. Googlen hat mich leider auch nicht weiter gebracht.


    Ich hatte im Jahr 2008 den Arbeitgeber gewechselt und dieser Wechsel wurde mit einer Abfindung versüßt.


    Ich habe alles korrekt bei meinem Lohnsteuerausgleich angegeben und mein ehemaliger Arbeitgeber hat die Abfindung auch als Abfindung auf der Lohnsteuerbescheinigung fürs Finanzamt angegeben.


    Heute kommt nun ein Brief vom Finanzamt, in dem mir folgendes mitgeteilt wurde:


    Zitat:
    In dem zu veranlagenden Kalenderjahr wurde eine ermäßigt besteuerte Abfindung oder Entschädigung gezahlt. Zur Prüfung, ob die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes zutreffend ist, bitte ich um Vorlage der folgenden Unterlagen: Arbeitsvertrag, Kündigungsschreiben, Aufhebungsvertrag, Versorgungsvereinbarung, sonstige Nebenabreden in Zusammenhang mit der Auflösung des Dienstverhältnisses, Unterlagen zur Berechnung und Zahlungsweise der Abfindung/Entschädigung.


    Muss ich dem Finanzamt wirklich alle oben geforderten Unterlagen vorlegen?


    Ich verstehe nicht, was mein Arbeitsvertrag und mein Aufhebungsvertrag mit meinem Steuersatz zu tun haben? Und geht es das Finanzamt wirklich etwas an, wie meine Abfindung berechnet wurde? Ich habe die Berechnung überhaupt nicht.


    Für Ratschläge wäre ich euch sehr dankbar...


    Gruß,
    luna

  • Zitat

    Original geschrieben von luna
    Muss ich dem Finanzamt wirklich alle oben geforderten Unterlagen vorlegen?


    Hi luna,


    ich kenn mich damit leider auch nicht aus. Aus dem Bauch heraus würde ich aber sagen, dass sie dir die Steuerermäßigung streichen, wenn du gar nichts unternimmst.


    Zitat

    Ich verstehe nicht, was mein Arbeitsvertrag und mein Aufhebungsvertrag mit meinem Steuersatz zu tun haben?


    Anscheinend wurde die Abfindung teilweise ermäßigt oder nicht versteuert.
    Das geht wohl nur unter bestimmten Voraussetzungen. Und die wollen die überprüfen.
    Tust du nichts, wird die Abfindung nachträglich wie dein ganz normales Gehalt versteuert. Und durch die Progression ist das bestimmt nicht wenig.


    Entweder du gehst zum Steuerberater und lässt dich dort beraten, oder du reichst die gewünschten Unterlagen einfach nach - zumindest das, was du hast.


    Du kannst aber auch erstmal telefonisch beim Finanzamt erfragen, was genau passiert, wenn du nichts machst oder nicht alle Unterlagen hast.
    Zur Not müsste auch dein alter Arbeitgeber Auskunft geben können.

  • Dein alter AG hat wahrscheinlich die Fünftelregelung angesetzt.


    Näheres hier


    Die Fünftelregelung ist an bestimmte Kriterien geknüpft, welche das FA anhand
    der angef. Unterlagen prüfen will.


    Fünftelregelung kurz im Abriss:
    Es wird das zu versteuerende Einkommen ohne Abfindung ermittelt und
    die darauf entfallende Steuer.
    Abfindung wird durch 5 geteilt, dieses Fünftel wird nun zum verst. Einkommen
    dazugerechnet, die gesamte EKSt ermittelt und damit der persönliche Steuersatz.


    Dann wird das gesamte Einkommen einschl Abfindung zu diesem ermittelten Steuersatz versteuert.
    Im Endeffekt wird damit die Progression abgemildert


    GP

    Das Meer geht bis zum Strande und dann verläufts im Sande

  • @ mc_corner

    Vielen Dank für den Hinweis. Wenn ich es richtig verstanden habe, möchte das Finanzamt jetzt wissen, ob ich die Abfindung auf einmal erhalten habe und ob mein ehemaliger Arbeitgeber noch sonstige Bezüge außer meinem Gehalt geleistet hat.


    Dann sollte dem FA ja meine letzte Gehaltsabrechnung, wo die Abfindung explizit ausgewiesen ist, ausreichen.


    Weil eigentlich muss ich über meinen Arbeitsvertrag/Aufhebungsvertrag/Sozialplan stillschweigen bewahren laut meinem ehemaligen Arbeitgeber. Oder ist man in diesem Fall dann davon entbunden?


    Gruß
    luna

  • Das vereinbarte Stillschweigen ist kein Problem, hat ja der alte AG
    bereits gebrochen, indem er die Steuerbescheinigung erstellt hat. :D


    Gargamel
    welche Freibeträge, wir sprechen hier von 2008.



    GP

    Das Meer geht bis zum Strande und dann verläufts im Sande

  • Ich bin in 2014 umgezogen. Das alte Finanzamt hat meinen Steuerbescheid 2013 vorläufig erlassen, da meine Nebenkostenabrechnung zwecks haushaltsnaher Dienstleistungen immer erst nach Fristende für die Steuererklärung kommt.


    Nun ist die Abrechnung in der ersten Januarwoche gekommen (streng genommen müsste ich sie nicht mal bezahlen, da der Vermieter 5 Tage zu spät dran war). Meine Frage ist jetzt, ob dieser nachträgliche Beleg zur Anerkennung der haushaltsnahen Dienstleistungen und zur Anpassung des vorläufigen Steuerbescheids trotz Umzug nochmal ans alte Finanzamt geschickt werden müssen oder muss ich das mit dem neuen Finanzamt machen?

    Viele Grüße
    Oliver

  • Weil eigentlich muss ich über meinen Arbeitsvertrag/Aufhebungsvertrag/Sozialplan stillschweigen bewahren laut meinem ehemaligen Arbeitgeber. Oder ist man in diesem Fall dann davon entbunden?

    Abgesehen davon, dass dieses Stillschweigen nur gegenüber Kollegen bzw. dem neuen Arbeitgeber o.ä. gedacht ist um hier nicht für Ärger zu sorgen (Evtl. gibt es noch so nen Vertrag mit anderen Eckdaten weil der andere sich z.B. mit weniger zufrieden gegeben hat und der soll das natürlich nicht wissen), besteht gegenüber dem FA sowieso eine Offenbarungspflicht in Sachen Einkommen.

    Letztendlich musst Du dem FA die Unterlagen zur Verfügung stellen die mit der Abfindung in Verbindung stehen, also die Verträge in denen sie geregelt wurde und ggf. die Gehaltsabrechnungen mit dem letzten "normalen" Gehalt und die auf denen die Abfindung drauf ist.
    Das was das FA da alles geschrieben hat ist eine Maximalversion die halt so in deren Textbaustein vorgegeben ist.

    Georg

    Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

  • Ist hier jemand Steuerberater zufällig ?
    Bräuchte da mal eine Auskunft zu Kapitalertragsteuer. Nur eine kleine Frage.
    Zeige mich natürlich auch erkenntlich für eine fundierte Antwort.