Wie lange hält sich der BMW-Konzern noch am Markt

Registrierte und angemeldete Benutzer sehen den BMW-Treff ohne Werbung
  • Hallo, ich finde es auch erstaunlich, wie schnell die Finanzkrise ehemals gut aufgestellte Unternehmen in eine Notlage bringt. Ob wirklich eine Notlage vorliegt, oder ob die angedachte Aufnahme eines Staatskredits nur ein geschicktes Instrument zu Liquiditätsbeschaffung ist, kann ich aber nicht beurteilen.


    Viele Grüße, garnixan

  • Zitat

    Original geschrieben von garnixan
    Hallo, ich finde es auch erstaunlich, wie schnell die Finanzkrise ehemals gut aufgestellte Unternehmen in eine Notlage bringt. Ob wirklich eine Notlage vorliegt, oder ob die angedachte Aufnahme eines Staatskredits nur ein geschicktes Instrument zu Liquiditätsbeschaffung ist, kann ich aber nicht beurteilen.


    Viele Grüße, garnixan


    möglicherweise waren die "gut aufgestellten Unternehmen2 überhaupt nicht gut aufgestellt. wurden wir da wiedereinmal belogen ?

  • Oder umgekehrt. Ich persönlich würd mich auch um kostenlose Kredite bemühen, wenn der Staat die grade verschenkt... Gibt doch nix günstigeres.


    In der Wirtschaft gilt leider oft: Der Zweck heiligt die Mittel. :rolleyes:

  • Ich denke, dass man zwischen BMW und Porsche hinsichtlich der Ausgangslage differenzieren sollte.


    Bei Porsche haben sich Management und Eigentümer offensichtlich verzockt. Mir ist unbegreiflich wie die Verantwortlichen allen Ernstes glauben konnten, dass man das VW-Gesetz so einfach aus der Welt schaffen könnte. Man hat sich eine Kreditlinie von 10 Mrd. € eingeholt, um damit das große Spiel um VW zu betreiben. Die damaligen Kreditgeber sind gleich zu Anfang durch Zwischenanlagen in Hochzinsprodukte verärgert worden. Einige der finanzierenden Banken sind zu dem zwischenzeitlich nicht mehr Herr im eigenen Haus und sind froh um jeden Euro, den Sie zurück bekommen konnten, als der allmählich unheimlich werdende Kunde Porsche mit Auslauf der viel zu kurz befristeten Kreditvereinbarung zur Rückzahlung gezwungen werden konnte ( RBS ). Irgendwo schweben da noch Optionsgeschäfte im angeblichen Volumen von 53 Mrd. € mit VW-Papieren herum, die anscheinend noch nicht glatt gestellt sind. Wenn das solche Probleme macht, wird das seinen guten Grund haben. Dafür spricht auch, dass man sich bei VW angeblich 700 Mio. € pumpen musste und gar Angela Merkel für die Kreditprolongation wichtiger Institute intervenieren musste ( Commerzbsank ? ). Mit welchen Sicherheiten gab es den verlängerten Kredit und das Geld von VW eigentlich? Waren es etwa Aktiien von VW, dann darf der Kurs jetzt nicht abschmieren. Zur Einlösung der Optionen wäre ein ganz niedriger VW-Kurs wahrscheinlich hilfreich.


    Das sieht aus wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Rolle von Ferdinand Piech wird immer dubioser. Als Mit-Eigentümer von Porsche gibt er für seinen Vorstand den Watschenmann. Ärgert er sich, weil er einen Hütchenspieler zum best bezahlten Manager Deutschlands gemacht hat?


    Meiner Meinung nach sollte Porsche, wenn der Vorstand tatsächlich so dreist sein sollte, staatliche Hilfe zu beantragen, keinen Cent bekommen. Ich begründe das nicht wie Herr Wulf damit, dass dieses Unternehmen erst im letzten Jahr noch mehr Gewinn als Umsatz gemacht hat, sondern mit dem selben Argument wie bei Opel. Wer braucht Porsche?


    Das ist alles Merkle hier und eine Frage der Zeit, bis das Kartenhaus zusammen bricht.

  • Zitat

    Original geschrieben von weberflo
    Oder umgekehrt. Ich persönlich würd mich auch um kostenlose Kredite bemühen, wenn der Staat die grade verschenkt... Gibt doch nix günstigeres.


    In der Wirtschaft gilt leider oft: Der Zweck heiligt die Mittel. :rolleyes:


    Off Topic:


    Ich habe meinen vorangegangenen Beitrag unterbrochen und einen Fersehbericht gesehen. Dort ging es um Frau Pooth. Unter dem Namen der Dame wurde "Unternehmerin" eingeblendet. Oh tempora. oh mores, um es mit Asterix zu sagen. Wenn man dann genauer darüber nachdenkt - ich meine sie unternimmt nichts, sondern sie ist eine Selbstdarstellerin, deren Vermarktung irgendwie immer noch genug Geld einbringt - dann frage ich mich, gilt das nicht auch schon längst für etliche unserer Wirtschaftsführer, dass die Selbstdarstellung in den Mittelpunkt gerückt ist.


    Zurück zu BMW:


    Ich habe in diesem Thread vor einiger Zeit die Finanzschulden des Unternehmens BMW angesprochen. Diese lagen per 30.09.08 so um 57 Mrd. EUR. Mit dem 31.12.08, also drei Monate später, war die Marke der 60 Mrd. EUR passiert. Zum Ende des wegen seiner geringen operativen Verluste umjubelten ersten Quartals 2009 sind die Finanzschulden um weitere 1,7 Mrd. EUR auf fast 62 Mrd. EUR angestiegen. Das ist jetzt schon spürbar mehr, als der Jahresumsatz.


    Es kann natürlich auch schon mal sein, dass ein mondän eingerichteter Gemüseladen mehr Finanzschulden aufweist, als er mit dem Verkauf seines Sortimentes im Jahr erzielen kann, aber, das ist sehr selten. Diesen Kredit werden die Banken und der Kapitalmarkt dem Gemüsehändler erst recht nicht auf Dauer gewähren, wenn er seinen Umsatz auch zu einem Großteil durch Anschreiben der Kundschaft erzielt hat.


    Nein, man kann BMW nicht mit Porsche vergleichen, Und auch nicht mit dem Gemüsehändler. Der Fehler bei BMW, wenn man davon sprechen darf, lag darin, dass die Verkaufserfolge der Vergangenheit etwas zu sehr auf dem Papier der vielen Leasingverträge entstanden sind. Man hat nicht gezockt, nicht versucht irgendwen zu kaufen. Es ist konsequent, wenn man staatliche Hilfe bei der Refinanzierung der kurzfristigen Finanzschulden in Anspruch nimmt. Das ist einfacher und natürlich billiger, als am Kapitalmarkt, der plötzlich hohe Risikoaufschläge für das alte Geschäftsmodell verlangt. In so fern unterscheidet sich BMW auch wieder von dem Gemüsehändler, der die staatliche Hilfe nämlich nicht in Anspruch nehmen kann, wel er weniger als 500 Mio. EUR umsetzt. Soll er doch Pleite gehen, er ist nicht systemisch relevant und warum musste er sich auch einen riesigen teuren Glaspalast hinstellen, in dem er jetzt sein vel zu teures Gemüse anbietet.


    Nicht ganz ernst gemeinte Grüße


    Senior

  • Zitat

    Original geschrieben von St Todesengel
    Es ist zwar nicht der BMW Konzern aber...


    Einer der traditionsreichsten BMW-Händler muss Insolvenz anmelden: Die Automag Buchner + Linse, die seit 80 Jahren in München BMW-Modelle verkauft, kann laut SPIEGEL-Informationen ihr Geschäft nicht mehr weiterführen.


    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,610436,00.html


    Das Autohaus inkl. aller Mitarbeiter in Fürstenfeldbruck wurde von diesem Händler übernommen.


    Zitat

    Die Gruppe Widmann+Winterholler hat am 01.06. vom Insolvenzverwalter Nachmann den ehemaligen Betrieb der Automag Buchner+Linse in Fürstenfeldbruck erworben. Der Betrieb wird zukünftig als BMW Filialbetrieb innerhalb unserer Gruppe geführt. Fast alle bis Ende Mai beschäftigten Mitarbeiter wurden wieder eingestellt, so dass der Geschäftbetrieb ab 02.06. mit Einschränkungen wieder aufgenommen wurde. Wir freuen uns, dass wir allen Kunden, die diesen Standort bisher gewohnt waren, den für sie gewohnten Service weiterhin ohne Einschränkung wieder anbieten können.

    Grüße Peter
    Remove before flight
    Mein 520i A Touring


    schakkeline,schastin,schantall,käwinn-tut die omma ma winken

  • Zitat

    Original geschrieben von garnixan
    Hallo, ich finde es auch erstaunlich, wie schnell die Finanzkrise ehemals gut aufgestellte Unternehmen in eine Notlage bringt. Ob wirklich eine Notlage vorliegt, oder ob die angedachte Aufnahme eines Staatskredits nur ein geschicktes Instrument zu Liquiditätsbeschaffung ist, kann ich aber nicht beurteilen.


    Viele Grüße, garnixan


    Die Notlage solcher Firmen liegt im cash flow Problem. Mitarbeiter, laufende Rechnungen etc werden aus dem cash flow bezahlt, wo kein cash, da kein flow. Und da kann es auch bei soliden Unternehmen ganz schnell gehen das, wenn die Produkte nicht mehr verkauft werden können, die Rechnungen und Gehälter nicht mehr bezahlt werden können. Und Passiva (Grundstücke etc) sind halt nicht allzu schnell zu Geld zu machen. Bleiben nur Kredite, wenn die, wie zur Zeit, nur schwer zu kriegen sind ist dann plötzlich ganz schnell Schluss.

    Wenn Gott gewollt hätte das der Mensch zu Fuss geht hätte er ihn nicht das Auto erfinden lassen

  • Zitat

    Original geschrieben von Peter68
    Das Autohaus inkl. aller Mitarbeiter in Fürstenfeldbruck wurde von diesem Händler übernommen.



    Die Gruppe Widmann+Winterholler hat am 01.06. vom Insolvenzverwalter Nachmann den ehemaligen Betrieb der Automag Buchner+Linse in Fürstenfeldbruck erworben. Der Betrieb wird zukünftig als BMW Filialbetrieb innerhalb unserer Gruppe geführt.


    Das wundert mich jetzt dann doch. W+W kommt ja hier aus Dachau und hat eigentlich auch nicht die besonders rosigen Perspektiven nach seinem sündteuren Filialumbau und der Zusammenlegung von 3 Fillialen in 1 BMW Haus und 1 Mini NL.
    Na ja. Mal sehen was dabei rauskommt.


    Gruß Volker

    Gruß Volker