Auswandern: schon mal dran gedacht?

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  • Und zur Not kommt man auch noch mit Englisch weiter.

    Eines Tages wird dein Leben vor deinen Augen vorüberziehen.
    Sorge dafür, dass es sehenswert ist.

  • Zitat

    Mir scheint da denken viele nicht so wirklich nach, was ein mehr oder weniger totaler Abbruch der Zelte hier tatsächlich bedeutet in aller Konsequenz.


    Ja, das sollte einem wirklich klar sein! es ist schon schwierig genug den Kontakt zu Freunden zu halten, die im Prinzip in 2h mit dem Auto zu erreichen wären. Wenn man dann irgendwo 5 Flugstunden entfernt sitzt klappt das vielleicht eine gewisse Zeit, aber irgendwann wird es sehr schwierig. Und auch wenn man noch Eigentum in Deutschland hat, muss man sich irgendwie darum kümmern. Sicher kann man für vieles jemanden Beschäftigen, aber für manche Sachen muss man dann doch wieder vor Ort sein. Da haben dann Ziele, die recht problemlos mit dem Auto oder der Bahn zu erreichen sind durchaus Vorteile.


    Und, wie Du auch geschrieben hast, die Anforderungen die man an einen Ort hat, wenn man dort im Urlaub ist sind eben andere als wenn man dort dauerhaft leben will. Da kann ich mir viele Ziele vorstellen, an denen ich auch für 3 oder 6 Monate leben könnte, es dauerhaft aber nicht wollte.

  • Der Threadtitel heißt: Auswandern - schon mal dran gedacht? Und nicht: Ich wandere jetzt aus.


    Kann man schon mal ein paar Gedanken dran verschwenden. Ab ü80 verbringen viele den allergrößten Teil des Lebens ohnehin nur noch in einem Alten- oder Pflegeheim. Da spielt die überörtliche Gegend keine Rolle mehr. Oder anders formuliert: Ab 70 kann man Auswandern sein lassen.

  • Zitat

    Ab ü80 verbringen viele den allergrößten Teil des Lebens ohnehin nur noch in einem Alten- oder Pflegeheim. Da spielt die überörtliche Gegend keine Rolle mehr. Oder anders formuliert: Ab 70 kann man Auswandern sein lassen.


    Komisches Menschenbild. Ich habe in engeren Familien und Bekanntenkreis nicht weniger Personen in der Altersklasse 75-90, von denen ist kein einziger in einem Pflegeheim, alle schaffen es noch alleine zu leben. Wenn ich zurück denke war es in der überweisenden Mehrheit ganz genau so.

  • Mit „man“ meinte ich MICH. Ab 70 würde ICH nicht mehr auswandern. Besser so? Denke Ja.


    Ü80 heißt nicht AB 80, sondern irgendwann NACH 80.


    Von 70 bis 80+x sind 10+x Sonnenumkreisungen. Das wären MIR die Umstände und Risiken einer Auswanderung nicht wert.


    Wir entscheiden in unserem (privaten) Umfeld innerhalb eines gesetzlich vorgegebenen Rahmens immer nur für uns selbst und nicht für Andere, solange man kein Bevollmächtigter ist.


    Okay, die Formulierung Ü80 KANN man auch streng nach Buchstaben als 81 verstehen, war aber nicht so gemeint :dudu:

  • Für uns war das Auswandern in ein englisch-sprachiges Land ja viele Jahre lang fester Teil unser Altersplanung.


    Dazu muss man sagen, dass wir beide berufsbedingt fliessend Englisch sprechen.

    Das heißt aber nur: Im Berufsumfeld und Smalltalk. Behörden-Englisch und Ärzte-Englisch sind eher rudimentär ausgeprägt. Hätte also Einiges an Aufarbeitung benötigt. Das war uns klar. MIt einem bisschen Gripps ist das schon zu bewerkstelligen.

    Aber Länder, in denen wir die Sprache nicht mal rudimentär können (eben vor allem spanisch oder auch französisch) kamen für uns von vorn herein nie in Betracht.


    Ich habe mir selber das Limit von 65 gesetzt, bevor wir vom Auswandern abstand nehmen müssen. (Weil zwischen "wollen" und "durchführen" liegt ja auch noch mal eine beträchtliche Zeitspanne.)

    Nachdem ich dieses Jahr die 65 voll mache (hope so) und meine Schwiegereltern immer noch leben, war´s das bei uns mit dem Auswandern. Daher ist es bei uns die Auswanderung in den Bayrischen Wald geworden.


    Ich denke, dass auch das Auswandern innerhalb Europas nicht unbedingt mit Rosen gepflastert ist, wenn man die Landessprache nicht spricht und ggf. auf Hilfe angewiesen ist.

  • Ja, das sollte einem wirklich klar sein! es ist schon schwierig genug den Kontakt zu Freunden zu halten, die im Prinzip in 2h mit dem Auto zu erreichen wären. Wenn man dann irgendwo 5 Flugstunden entfernt sitzt klappt das vielleicht eine gewisse Zeit, aber irgendwann wird es sehr schwierig.

    Interessant ist das Ganze auch im aktuellen Kontext. Wir leben in einer Zeit in der es nie leichter war akustischen und bei Wunsch auch optischen Kontakt zueinander zu halten. Und trotzdem ist eines der dringensten Bedürfnisse aktuell einander zu sehen. Großeltern ihre Enkel, Kinder ihre Eltern etc. etc.

    Ich denke, selbst die engsten Kontakte reißen da irgendwann ab oder werden sehr sehr selten. Das mag für Single oder Paare mit "wenig Familie" ok sein, aber irgendwie würde ich da den einen oder anderen in meinem Umkreis doch sehr vermissen. Und wenn man dann dauernd "heim" reist, dann ist das mit dem Auswandern ja auch sehr sinnvoll...

    Aber Länder, in denen wir die Sprache nicht mal rudimentär können (eben vor allem spanisch oder auch französisch) kamen für uns von vorn herein nie in Betracht.

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    Daher ist es bei uns die Auswanderung in den Bayrischen Wald geworden.


    Ich denke, dass auch das Auswandern innerhalb Europas nicht unbedingt mit Rosen gepflastert ist, wenn man die Landessprache nicht spricht und ggf. auf Hilfe angewiesen ist.

    Und Du denkst, ein Spanier wäre schwerer zu verstehen als ein Waldler? :hehe: *duckundweg* ;)


    SCNR. ;)


    Ich denke, das mit der Sprache ist wohl das wichtigste. Im Alltag mag man sich durchwurschteln, beim Metzger auf die Wurst zeigen, beim Bäcker heisst das meistverkaufte Brot eh "Das da" :D aber wenn dann mal die Zipperlein losgehen, dann wüsste ich persönlich dann doch ganz gern was mir der Arzt da eigentlich erzählt. Oder was mit nem Handwerker besprechen und der reisst dann ne Wand raus wo man eigentlich nur gestrichen haben wollte :crazy:


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    Ich selber plane eher relativ viel zu reisen im Ruhestand. Gibt ne Menge Dinge, die ich mal machen wollte die aber in einem normalen AN-Urlaub eher nicht so darstellbar sind. Den Rhein komplett mal hoch, Europa ankucken per Caravan/Womo, einfach mal bleiben wenn man Bock hat und weiterfahren wenn man will und nicht weil man "muss" weil der Urlaub zu Ende geht.

    Trigger-Warnung: Posting kann Spuren von Sarkasmus enthalten!

  • Zitat

    Nachdem ich dieses Jahr die 65 voll mache (hope so) und meine Schwiegereltern immer noch leben, war´s das bei uns mit dem Auswandern.


    Erinnert mich an meinen Onkel. Der hatte das Auswandern nach Österreich (Linz) schon fest geplant, saß quasi auf gepackten Koffern. Sie wollten nur seine Schwiegermutter nicht alleine zurück lassen. Am Ende wurde die gute Frau weit über 90 und ist ein paar Jahre nach meinem Onkel gestorben...


    Zitat

    Ich selber plane eher relativ viel zu reisen im Ruhestand. Gibt ne Menge Dinge, die ich mal machen wollte die aber in einem normalen AN-Urlaub eher nicht so darstellbar sind.


    Klar, im normalen Alltag ist einiges nicht so einfach oder gar nicht darzustellen. Trotzdem kann ich Dir nur den guten Rat geben, nicht alles bis „irgendwann im Ruhestand“ zu verschieben. Wenn man Pech hat bedeutet das nämlich „nie“. Ich bin jetzt etwas älter als meine Mutter bei ihrem Tod, da kommt man schon ans nachdenken. Zum Glück haben meine Eltern nicht mit allem gewartet.


    Wir haben auch das Problem, dass wir eigentlich kaum sehr lange am Stück weg sein können, jedenfalls nicht ohne sehr großen Aufwand. Alles über 4-6 Wochen wird schwierig, und das ist für die Panamericana oder eine komplette Umrundung der Arktis zu wenig. Trotzdem möchte ich mir auf dem Totenbett nicht sagen müssen „da hättest Du Lust zu gehabt, Du hattest die Mittel und trotzdem hast Du es nicht gemacht“, zumindest nicht bei allem. Ein paar Träume müssen natürlich auch bleiben.


    Zitat

    Ich denke, das mit der Sprache ist wohl das wichtigste.


    Ganz genau, wie Du es beschrieben hast. Und hinzu kommt noch, das man auch mal ein Schwätzchen mit den Nachbarn oder sonst wem halten möchte und das geht nun mal einfacher, wenn die dazu keine eingerostete Fremdsprache benötigen. Perfekt muss man die Sprache nicht beherrschen und ein Akzent darf zu hören sein, aber es muss schon klar zu verstehen sein, was man sagt.


    Ich war einige male zur Jagd in Skandinavien, insbesondere Schweden. Vor Ort waren die Fremdsprachenkenntnisse eher mau, etwas Englisch und Deutsch aus Schulzeiten, aber das war bei manchen der Jäger halt auch schon 40 Jahre und mehr her. Um abends Jägerlatein zu spinnen ;) hat es gereicht und wir hatten wirklich sehr viel Spaß zusammen. Aber dauerhaft und zu anderen Themen wäre das so nicht gegangen. Und wenn es um Sicherheitsrelevanten Themen ging, wurden lieber die Kinder, die deutlich besser Englisch konnten, hinzu geholt oder Karten gezeichnet oder beides...

  • Eine reghafte und interessante Diskussion die sich hier entwickelt hat!


    Sprachkenntnisse sind natuerlich wichtig, das ist unbestritten, aber vor der Kommunikation mit dem Arzt sollte man keine Angst haben. Wenn man seinen Hausarzt in D versteht, wird man mit einigermassen Sprachkenntnissen auch im Auswanderungsland zurechtkommen (eigene Erfahrung, Covid sei Dank). Ob und in wie weit man eine Sprache erlernt haengt meiner Meinung nach eher on der Motivation und dem Sprachentalent als vom Alter ab. Wenn man aber schon die Motivation die Sprache des neuen Landes in dem man lebt, nicht mitbringt, erscheint das ganze Vorhaben zweifelhaft.


    Grundsaetzlich sollte erstens eine starke Motivation fuers Auswandern da sein, und wenn man nicht alleine ist, zweitens ein sehr! starker Konsens der Partner bestehen, auch dies aus nicht ganz eigener Erfahrung, aber oft genug bei Kollegen gesehen, bei denen das Unterfangen gescheitert ist, weil es von einem oder beiden Teilen der Partnerschaft unterschaetzt wurde. Wer von Anfang Bedenken, seien sie auch klein, hat, soll es besser lassen!


    Man muss sich ueber die Kompromisse, die man eingeht, sehr im Klaren sein, und darf da nichts unterdruecken, sonst geht das Ganze mit ziemlicher Sicherheit in die Hose. Dazu zaehlen Familie und Freundeskreis, die man nicht mehr wie gewohnt sieht und je nach geographischer Distanz auch nicht kurzfristig besuchen kann, wenn Not am Mann ist (fuer mich einer der schwerwiegendsten Kompromisse, wenn man Eltern im vorangeschrittenen Alter hat). Bei der medizinischen Versorgung kann man solche Kompromisse umgehen, wenn man genuegend Moeglichkeiten hat, immer mal wieder nach Deutschland zurueckzukehren, was ja im Fall der Kanaren ein Klacks ist. Klar, bei Notfaellen ist man auf die lokalen Moeglichkeiten angwiesen, und dann moechte ich auch nicht unbedingt in Uagadugú oder Port au Prince stecken. Vorsorge und geplante Massnahmen lassen sich aber durchaus im Heimatland abhandeln, mache ich bei meiner Krebsvorsorge auch so, obwohl ich vollstes Vertrauen ins chilenische Gesungheitssystem habe, aber auch deren Geldgier kenne.

    Es hat alles seine Vor- und Nachteile, aber was ganz sicher hilft einen solchen Schritt auch zu geniessen, ist eine gewisse finanzielle Soliditaet, damit meine ich nicht unbegrenzten Reichtum aber eine gesunde Basis. Ein Umzug ins Ausland um billiger zu leben wird wahrscheinlich oft an Randbedingungen scheitern. Und wie hier schon des oefteren erwaehnt, ist das Thema Krankenversicherung nicht zu vernachlaessigen.


    Da es hier ja im ersten neuen Beitrag ja um Tenerifa ging, sollte man sich auch da erst mal genau mit den regionalen Bestimmungen auseinandersetzen. Ein Kollege, der berufsbedingt auf einer Kanareninsel lebt, musste Steuern auf einen reparierten alten Computer zahlen, der ihm zugesandt wurde. So ganz trivial scheinen mir die Kanaren in vielerlei HInsicht nicht (mehr) zu sein un solche Kleinigkeiten wie Importabgaben trotz EU koennen da schon mal ein Loch in die Finanzierung reissen.


    Trotz aller von mir geaeusserten Bedenken kann ich jedem der diesen Schritt in Erwaegung zieht, nur raten es auch zu tun wenn die Umstaende es zulassen. Es ist eine Bereicherung des Lebens und eine Erweiterung des Horizonts. Mit Ehefrau, zwei Hunden und selbst gebautem Haus habe ich es nicht bereut, auch wenn es immer mal wieder Momente der Frustation gibt, und davon auch nicht zuwenige.

  • Ich habe mir selber das Limit von 65 gesetzt, bevor wir vom Auswandern abstand nehmen müssen. (Weil zwischen "wollen" und "durchführen" liegt ja auch noch mal eine beträchtliche Zeitspanne.)

    Das ist natuerlich ein wichtiger Punkt, ab einem gewissen Alter sollte man sich schon fragen, was ist der Sinn des Ganzen. Wenn man mit 65 noch fit und gesund ist, auf jeden Fall, aber bei ersten ernsteren Beschwerden oder weiter fortgeschrittenem Alter erescheint mir Deutschland mit seiner Versorgung nicht als eine so schlechte Alternative, dass man andere suchen muesste.

  • Entschuldigung, gerade erst gelesen.


    Intensiv beschaeftigen faengt fuer mich mit der Motivation an, warum will ich woanders hin, was gibt mir das, was ich in D nicht habe.


    Wie eben schon geschrieben, wenn ich so einen Schritt wirklich will, kann ich auch im fortgeschrittenen Alter noch die Sprache lernen, haelt fit im Kopf.


    Zurueck nach D kommt man immer, nicht nur aus dem EU Ausland, bleibst ja Deutscher.


    Den letzte Satz sollte man sich wirklich verinnerlichen, das kann 100% zutreffen.

  • Leute, das "Auswandern" wird völlig überbewertet.


    Meine Eltern sind in ihrem Leben insgesamt 4x "Ausgewandert". Jeweils von Italien nach Deutschland hin und zurück.

    2x war ich mit dabei.

    Motivation war jeweils ein Jobwechsel.

    Wohneigentum war nie vorhanden, die Mietwohnung, bzw. -Haus schnell gekündigt und ein neues gemietet.


    Wenn drei Fakten gegeben sind, ist der Umzug innerhalb der EU fast so einfach, wie von einem Bundesland ins andere:

    - Sprachkenntnisse

    - Gesichertes Einkommen (ich rede nicht von Gastronomie, Sonnenstudio oder Handyladen ;) )

    - Genügend Rücklagen für den Umzug (oder ein Arbeitgeber, der das übernimmt)


    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wenn hier von einer "Endgültigkeit" der Entscheidung gesprochen wird. Warum sollte man nach einiger Zeit nicht wieder nach Deutschland zurück können, wenn es die Umstände nötig machen?


    Eines sollte aber klar sein: wer hier schon mit seinem Hartz 4-Regelsatz nicht über die Runden kommt, wird "unter den Palmen" in Malle auch keinen Fuß auf den Boden bekommen. Das wird derzeit gerne in diversen RTL2-Fernsehformaten ausgeschlachtet. :D

  • Für mich wäre für die Definition des Begriffes „Auswandern“ gerade wesentlich, dass es auf Dauer angelegt und nicht nur temporär ist. Ich denke zudem, dass es für viele, die sich mit dem Gedanken tragen, gerade attraktiv ist in ein Land außerhalb der EU auszuwandern.


    Und dann hängt viel von den eigenen Lebensumständen ab, wenn der Arbeitgeber einen für ein paar Jahre ins Ausland schickt und man außer dem (guten) Einkommen und vielleicht Wertpapieren nicht viel hat ist es das eine. Mit immobilem Vermögen und vielleicht wesentlichen Beteiligungen an nicht frei gehandelten Kapitalgesellschaften ist es schnell etwas ganz anders. Da hat man dann das volle Minenfeld des internationalen Steuerrechts.


    Oder auch der Selbständige, der sich vielleicht eine neue Existenz aufbauen will.

  • Für mich wäre für die Definition des Begriffes „Auswandern“ gerade wesentlich, dass es auf Dauer angelegt und nicht nur temporär ist.

    Im Falle meiner Eltern war es jedes mal auf Dauer angelegt.

    Es haben sich aber im Laufe der Jahre aber einfach Möglichkeiten in einem anderen Land ergeben.


    Mit immobilem Vermögen und vielleicht wesentlichen Beteiligungen an nicht frei gehandelten Kapitalgesellschaften ist es schnell etwas ganz anders. Da hat man dann das volle Minenfeld des internationalen Steuerrechts.

    Warum?

    IMHO werden Kapitaleinkünfte im dem Land versteuert, in dem sie anfallen.

    Z.B. die Gewinne meiner italienischen Ferienwohnung muss ich auch dort versteuern.

    Und wenn ich mein Wertpapierdepot in Deutschland belasse, zahle ich dann halt hier meine Steuern darauf, während ich z.B. in Thailand lebe.

    Wenn ich dann aber Gelder nach Thailand transferiere müssen dementsprechende Regularien bzw. Zölle berücksichtigt werden.

  • Zitat

    IMHO werden Kapitaleinkünfte im dem Land versteuert, in dem sie anfallen.


    Wenn es nur so einfach wäre, aber doch nicht wenn es um Steuern geht...


    Das ganze ist ein wirklich komplexes Thema, angefangen bei der Wegzugsbesteuerung und dann der Frage, wo Einkommen zu versteuern ist. Wesentlich dafür sind u.a. die Doppelbesteuerungsabkommen die es mit vielen aber eben nicht mit allen Ländern gibt und auch die Frage, ob es in Deutschland noch Einkünfte oder vielleicht noch eine Wohnung gibt und wie oft die genutzt wird. Alleine über diese Frage kann es mit dem FA schnell Streit geben. Und ziehst Du in ein Land, das Deutschland als Niedrigsteuerland ansieht wird es noch mal komplizierter oder auch wenn es mehr als eine Staatsbürgerschaft gibt.


    Dann kommt noch das Thema Erbschaftsteuer, dass schon innerhalb der EU komplex genug ist. Da hängt es dann an viele Details und auch da spielen die Doppelbesteuerungsabkommen eine Rolle. Die haben aber oftmals Lücken, bei größeren Vermögen kann man noch auf ein Verständigungsverfahren hoffen, quasi Schacherei zwischen Staaten, bei kleineren Summen wird es das nicht geben und dann zahlst Du, bzw, die Erben, schnell doppelt. Und das ist nur ein Detail von vielen.


    Und all diese Punkte kratzen nur an der Oberfläche, für mehr Details sollte man vor dem Auswandern einen Blick in das Außensteuergesetz werfen und auch dazu gibt es noch Ausführungsbestimmungen.


    Es kann sein, dass alles ganz einfach ist, bei komplexeren Strukturen wird es das aber ganz sicher nicht sein. Ich würde jedenfalls nicht Auswandern ohne mich vorher ausführlich und konkret auf das Ziel hin beraten zu lassen. Dafür hat das Thema zu viele Fallstricke und das Potential für viele böse Überraschungen und Ärger.

  • Westfale

    Du bringst es auf den Punkt.


    Das mit dem Auswandern, wenn man Kapital und deutsche Einkünfte (aus ges. oder priv. RV) mitnehmen will bzw. muss ist das mitnichten ein "Selbstläufer"...

  • Leute, das "Auswandern" wird völlig überbewertet.

    Du musst es ja wissen!


    Vielleicht mal drüber nachdenken, dass die Welt über Bibione hinaus geht.


    Wenn es nicht gerade mit dem Europcar Miet LKW über die Alpen geht, kostet ein Umzug auch schon mal gerne an die 20.000 Euro, hin und zurück sind‘s dann knapp an die 40. Sollten man sich vorher gut überlegen, wenn man keinen Arbeitgeber hat, der das grosszügig übernimmt.

    Sollte es über Bella Italia hinaus gehen, kommt als erstes mal das Thema Visum und Aufenthaltsgenehmigung. Auch hier kann ohne Arbeitgeber schon rst mal Schluss mit dem Traum sein.

    Sollte man einen solchen Schritt auch noch mit schulpflichtigen Kindern (aber das war ja laut der Ausgangsfrage eher nicht zu erwarten) wagen, gibt es noch so Kleinigkeiten wie internationale Schule, sehr teuer, unterschiedliche Schuljahresanfänge usw zu beachten, kann bei hin und zurück das Kind im schlimmsten Fall zwei Schuljahre kosten.


    Aber alles völlig überbewertet!