Auto verkauft, Schaden nach 2 Tagen, Post vom Anwalt

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  • Hallo,


    das Pech haftet mir in letzer Zeit irgendwie an. Erst vor knapp 2 Wochen fährt mir eine Rentnerin in mein (fast) neues Auto (hatte hier berichtet, inzwischen scheint alles zu meinen Gunsten geklärt) und jetzt folgender Sachverhalt:


    Ich habe meinen Golf IV BJ1999 mit 50.000km vor ca. 3 Wochen per ADAC-Vertrag verkauft. Nach ca. 2-3 Tagen meldete sich der Käufer und teilte mir mit, dass die Kupplung komplett defekt sei - Kosten 500€.
    Ich bin den Wagen 4 Jahre lang gefahren. Die Kupplung war relativ leichtgängig, aber ich habe nie Probleme bemerkt.
    Wir einigten uns darauf, dass der Schaden bei ATU am 08.01.07 repariert wird und wir uns die Kosten teilen.


    Also rufe ich heute beim Käufer an und will mich erkundigen, wie ich das Geld nun bezahlen soll.
    Ich hätte Post vom Anwalt bekommen, teilt er mir mit. :kpatsch:


    Also die liegengebliebene Post durchsucht und tatsächlich: Ein Brief von Herr Dr. So und So vom 02.01.07 mit einer Frist bis 04.01.07. :rolleyes: Bei der Probefahrt hätte man den Defekt der Kupplung nicht bemerken können, da das Auto ja noch kalt gewesen sei.
    Ich soll die Kosten übernehmen (inklusive knapp 100€ für den Anwalt) oder das Auto zurücknehmen.


    Das mit der Anwaltsrechnung ärgert mich schon. Der Käufer ist nach eigener Aussage angeblich rechtsschutzversichert...


    So, was mache ich nun? Ich hatte noch nie Rechtsschwierigkeiten und will auch keine; ich neige fast schon dazu einfach zu bezahlen.
    Aber offenbar sind wir Privat-Rechtsschutzversichert, nicht KFZ-Rechtsschutzversichert. Die Rechtsschutzabteilung ist seit 17Uhr nicht mehr zu erreichen und so muss ich mit der Auskunft über die Deckung bis morgen warten.
    Bin ich in diesem Fall mit einer Privat-RSV beim Autoverkauf abgesichert? Ganz sicher bin ich mir nicht...


    Hinzu kommt noch, dass es sich bei dem Käufer um einen türkischen Mitbürger handelt, der sehr schlecht deutsch spricht; großartig Reden kann man da leider nicht, verlässlich ist er offenbar eh nicht. Beim Kauf war der Sohn dabei, der kann deutsch. Wollte den Wagen ungeachtet aller Vorurteile schnell loswerden und jetzt das. Klar ist es für den Käufer ärgerlich, aber dass gleich Post vom Anwalt kommt- obwohl schon alles geklärt war - grrr . :mad:


    Vielen dank für eure Hilfe! :top:

  • ADAC Kaufvertrag,du bist nicht Selbstständig oder ? Also hat er nichts in der Hand,denn wenn eine Kupplung komplett kaputt ist rutscht sie auch wenn der Wagen kalt ist. Ist aber auch egal meiner Meinung nach, wer sagt Dir dass er fahren kann. Würde mir auch nen Anwalt nehmen und den den Rest machen lassen.

  • Jedenfalls hast Du schonmal die Hälfte des Schaden angeboten, das sieht schonmal schlecht aus für Dich in meinen Augen.


    Könnte man als "Schuld"Eingeständnis anrechnen.


    Was ich hier so lese, werde ich nie ein Auto privat verkaufen.

  • Meiner Meinung nach kann der froh sein, dass du überhaupt die Hälfte des Schadens zahlen würdest.


    Und als Privatverkäufer bist du ihm da ohnehin keine Garantie oder Gewährleistung schuldig - soweit ich informiert bin...

  • Zitat

    Original geschrieben von thomau96
    Meiner Meinung nach kann der froh sein, dass du überhaupt die Hälfte des Schadens zahlen würdest.


    Und als Privatverkäufer bist du ihm da ohnehin keine Garantie oder Gewährleistung schuldig - soweit ich informiert bin...


    Per ADAC-Vertrag IHMO unter Ausschluß jeglicher Sachmängelhaftung verkauft. Kann man diese Verträge jetzt in die Tonne treten? :confused:

  • Bist du im ADAC, ... bieten die nich auch eine rechtsberatung?

    greez skipper773


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  • Zitat

    Original geschrieben von michel k
    ADAC Kaufvertrag,du bist nicht Selbstständig oder ? Also hat er nichts in der Hand,denn wenn eine Kupplung komplett kaputt ist rutscht sie auch wenn der Wagen kalt ist. Ist aber auch egal meiner Meinung nach, wer sagt Dir dass er fahren kann. Würde mir auch nen Anwalt nehmen und den den Rest machen lassen.


    Dadurch ist aber die Frage mit der privaten Rechtschutzversicherung noch nicht geklärt, die ich leider auch nicht beantworten kann.


    Ich gehe mal davon aus, dass Robinsen Reen ja ADAC-Mitglied ist, wenn schon ein ADAC-Kaufvertrag gemacht wurde.


    Ich würde mir diesbezüglich erst mal eine Auskunft bei der Rechtsabteilung des ADAC holen. Diese erste Auskunft ist m.E. für Mitglieder kostenlos. Vielleicht bringt das schon etwas Licht in´s Dunkel. Auf jeden Fall würde ich jedoch erst einmal der sehr knappen Frist des RA widersprechen.


    Insgesamt können aber die Juristen hier sicher mehr dazu sagen.
    Wie gesagt, mein erster Griff wäre der zum Telefon, um den ADAC anzurufen.


    Gruß


    Micha


    EDIT: Skipper war schneller ;)

    "Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug." (Jean-Paul Sartre)

  • Ja, bin beim ADAC und nicht selbstständig. Bzgl. Erstberatung wollte ich mich noch erkundigen.


    IM ADAC-Vertrag steht:
    "Das Kraftfahrzeug wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft - soweit nicht nachfolgend eine Garantie übernommen wird. (Ziff. 1) Dieser Ausschluss gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus Sachmängelhaftung, die auf einer grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzung von Pflichten des Verkäufers beruhen sowie bei der Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. ect..."

  • Zitat

    Original geschrieben von Robinsen Reen
    Ja, bin beim ADAC und nicht selbstständig. Bzgl. Erstberatung wollte ich mich noch erkundigen.


    IM ADAC-Vertrag steht:
    "Das Kraftfahrzeug wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft - soweit nicht nachfolgend eine Garantie übernommen wird. (Ziff. 1) Dieser Ausschluss gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus Sachmängelhaftung, die auf einer grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzung von Pflichten des Verkäufers beruhen sowie bei der Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. ect..."


    Daher weht also der Wind. :mad: Die wollen auf grobe Fahrlässigkeit hinaus, da der Halbsatz - soweit nicht......- im Vertragstext nicht gestrichen war. :rolleyes::mad:

  • Hallo,


    ganz einfach, wurde (nachweislich)


    - die Möglichkeit der Nachbesserung gewährt?
    - überhaupt eine Werkstattrechnung vorgelegt?
    - eine Zahlungsaufforderung zugestellt?


    Ansonsten ist die Anwaltsrechnung von vornherein hinfällig, unabhängig vom eigentlichen Streitwert.


    mfg

  • Als erstes sollte man wohl wirklich (falls möglich) den ADAC-Juristen befragen.
    Mein instinktiv 1. Gedanke war, das Auto zurückzunehmen. Das würde dem Käufer vermutlich am meisten stinken. Stellt sich nur die Frage, wie man den Wertverlust durch den zusätzlichen Eintrag im Brief regelt.


    Sollte ich mein Fahrzeug jemals verkaufen (müssen), dann nur an jemanden, der der deutschen Sprache mächtig ist (und auch noch einigen anderen Kriterien entspricht, die ich hier jetzt mal lieber nicht nenne).


    Mfg, Jordy

    "Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren."
    Leonardo da Vinci


  • Nein! Wobei ich angeblich schon 3 mal Post vom Anwalt bekommen hätte. Gefunden habe ich nur einen Brief. Richtig verstanden habe ich den Mann nicht...wie gesagt - sehr schlechtes Deutsch. :(


    Ich suche nachher nochmal...wobei ich auch nícht soo viel Post bekomme unter der die Briefe begraben sein könnten.


    edit: Ich finde definitiv nur einen Brief! Dann hab ich wohl auch nur einen bekommen.

  • Zitat

    Ein Brief von Herr Dr. So und So vom 02.01.07 mit einer Frist bis 04.01.07


    Zitat

    Wobei ich angeblich schon 3 mal Post vom Anwalt bekommen hätte.

    wiebitte... der RA macht alle 2 tage einen schriftsatz fertig :kpatsch:
    garantiert nicht. bleib cool, und hol dir mal rat vom adac

    greez skipper773


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  • Wenn du nicht gerade Kfz-Mechaniker oder ähnliches bist, können die dir nichts. Der ADAC-Vertrag wird schon wasserdicht sein.


    Ich würde jetzt sogar die Zusage zur anteiligen Kostenübernahme zurückziehen. Wer so dreist ist, kann nicht auch noch ein Entgegenkommen erwarten.

  • Hast du mit dem Herren geredet, der so schlecht Deutsch kann? Nicht dass der dich falsch verstanden hat, und du gar nicht zugestimmt hast, die Hälfte des Schadens zu übernehmen :D


    EDIT: Der soll Dir zuerst mal die Rechnung von ATU zukommen lassen, auf seinen Namen ausgestellt bzw. mit der Fahrgestellnummer deines Ex-Golfs. Wenn der kompliziert sein will, dann kannst du es auch.

    "Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren."
    Leonardo da Vinci

  • Zitat

    Original geschrieben von Hauke
    http://www.auto-treff.com/bmw/…ostid=1239005#post1239005
    :rolleyes:


    Alle Jahre wieder... ich verkauf nix mehr an jemanden der nicht Franz, Hans oder Müller heißt...


    OT:
    Soll sich nicht auf den Fall hier beziehen!


    Manchmal verkauft Franz, Hans oder Müller gerne was Ahmet, Mehmet oder Dragan, weil der versteht eh nix und dem kann ich doch unterjubeln was ich will ;)



    Gruß
    Gibo

  • also mir kam auch schon einer mal dumm, als ich mein auto verkauft habe....weil der anlasser angeblich kurz nach verkauf kaputt ging und ich das angeblich (seine variante) schon bei verkauf wusste, was natürlich blödsinn war...laber laber, anwalt, brief...ich hab nen brief zurückgeschrieben, offensichtlich war der anwalt clever genug seinen klienten zu überzeugen, dass es sinnlos ist das weiter zu verfolgen


    ...ich hatte auch den standard-adac-vertrag mit ausschluss der sachmängelhaftung...


    an deiner stelle wäre ich ganz cool, der kann dir nichts und wenn tausend anwälte schreiben is das auch egal...wenn du lust hast, kannst du die forderungen schriftlich zurückweisen und dich auf den vertrag berufen, in dem jegliche haftung ausgeschlossen ist, fertig..musst du aber nicht: "brief, anwalt ? keinen bekommen,weiss von nix.." :)


    eiegntlich musst du imho erst im falle eines mahnbescheides reagieren, vorher überhaupt nicht


    vorsatz können die dir sowieso nicht nachweisen, wie auch?


    imho ist das nur ein versuch den kaufpreis noch ein wenig zu drücken, lass dich nicht drauf ein..


    ach so das thema der zusage bzgl. der hälfte der reparaturkosten war doch sicher nicht schriftlich, oder?..selbst wenn, dann war das reine kulanz ohne jegliches eingeständnis...ich würde es ganz genauso dreist verneinen, dass du jemals eine entsprechende zusage gemacht hast...fertig

    Populisten sind jene Menschen, die einen Spaten Spaten und eine Katze Katze nennen.
    William Shakespeare

  • Ich habe erwähnt, dass der Käufer aus der Türkei kommt. Hauptsächlich um zu erklären, dass ich mich mit ihm nun schlecht persönlich auseinandersetzen kann. Was man Türken hier und da nachsagt, scheint auf diese Leute nicht zuzutreffen. Die erschienen mir im Großen und Ganzen ehrlich zu sein. Die türkische Mentalität ist uns allerdings sicher allen bekannt. :rolleyes:


    Was ich allerdings komisch finde ist, dass der Wagen offensichtlich für den Sohn (ca. 18 Jahre alt) gekauft wurde und es nun heisst, dass es der Wagen des Vaters ist und dass der Defekt auf dem Weg zur Arbeit aufgetreten ist. (auf den Vater ist das Auto natürlich auch zugelassen)


    Der Sohn ist auch nicht probegefahren, sondern einer, der sich angeblich mit Autos auskennt (Installateur von Beruf). Ich habe den Sohn noch nicht Auto fahren sehen...vielleicht wüsste ich dann, warum die Kupplung nun kaputt gegangen ist. ;)


    Alles Spekulation, aber konzentiert euch bitte nicht zu sehr auf die Abstammung des Käufers.


    Ansonsten vielen Dank soweit! :top: Ich werde mich dann mal beim ADAC erkundigen.

  • Haftung beim privaten Verkauf eines Gebrauchtwagens



    Formularverträge für den privaten Verkauf enthalten in der Regel einen Sachmängelhaftungsausschluss zugunsten des privaten Verkäufers für Fahrzeugmängel (so auch der ADAC-Vertrag ). Aufgrund von gesetzlichen Verboten für Allgemeine Geschäftsbedingungen ist es wichtig, dass der in einem Formularvertrag enthaltene Haftungsausschluss eingeschränkt wird (im ADAC-Kaufvertrag enthalten). Der Haftungsausschluss gilt nach ständiger Rechtsprechung des BGH auch für Schwerstmängel. Fehlt ein solcher Haftungsausschluss, haftet der private Verkäufer dem Käufer für alle Fahrzeugmängel, die bei der Übergabe vorhanden waren, mit Ausnahme normaler, altersgemäßer Verschleiß-, Abnutzungs- und Alterungsschäden. Bei vom Verkäufer selbstformulierten Vertragstexten sollte ein Haftungsausschluss - ähnlich dem folgenden - aufgenommen werden:

    quelle ADAC


    und das..

    Zitat

    Wir einigten uns darauf, dass der Schaden bei ATU am 08.01.07 repariert wird und wir uns die Kosten teilen.


    würde ich ganz schnell vergessen ;)

    greez skipper773


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