ware geliefert bekommen, aber nicht bestellt

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  • Hi


    wie is das, man kauft was bei nem laden. merkt das ein teil fehlt, ruft da an, die sichern zu das teil nachzuschicken. bekommt aber fälschlicherweise(?) das ganze produkt geschickt.


    wie is das nu? darf man alles behalten? natürlich ist man kein kaufmann. denn ein kaufmann müsste es ja zurückgeben, oder?


    natürlich gibt man als ehrlicher mensch das zeug zurück. mich interessiert nun aber das rechtliche an der ganzen geschichte

  • Ist noch ne Rechnung zu erwarten? Wenn nicht, würd ich's behalten, sag ich ganz ehrlich. Ist selten genug, daß man was geschenkt bekommt. :rolleyes:

    Ich kann auch ohne Alkohol Spass haben!
    Aber sicher ist sicher. ;)

  • Hallo,
    da Du privat Person bist ist das denen ihr Problem und du könntest die Ware behalten. Glaube mal gelernt zu haben das Stillschweigen nur bei gewerblichen als Zustimmung gilt. Bin aber kein Anwalt.


    Gruß Sven

  • was is wenn die sich melden? is man dann dazu verpflichtet das teil zurückzugeben?



    das alles is rein theoretisch, der ganze fall ist nicht mir persönlich passiert sondern vor einiger zeit einem kollegen

  • aber was is damit ?


    Zitat

    § 241a I BGB: Durch die Lieferung unbestellter Sachen oder durch die Erbringung unbestellter sonstiger Leistungen durch einen Unternehmer an einen Verbraucher wird ein Anspruch gegen diesen nicht begründet



    Zitat

    Wenn du also Verbraucher nach § 13, der andere Teil Unternehmer nach § 14 ist, hat er keine Ansprüche gegen dich. Insbesondere kommt kein Kaufvertrag zustande - auch, wenn der andere Teil erklärt, dieser werde durch Nichtablehnung oder Nichtrücksendung geschlossen - es sei denn du nimmst ausdrücklich an oder zahlst einen Kaufpreis. Ein Vertrag kommt hier abweichend von § 151 ferner nicht zustande, wenn du die Sache benutzt, bzw. verbrauchst. Du wirst zwar nicht Eigentümer hast aber im Rahmen des § 241a ein Recht zum Besitz und bei Beschädigung durch Dritte einen Schadensersatzanspruch nach § 823. Veräußerst du aber die Sache an einen Bösgläubigen (also jemand, der weiß, dass du nicht Eigentümer bist), wird dieser nach § 985 herausgabepflichtig.

  • bartman´s Ansicht ist falsch.


    §241a ist auch nicht einschlägig da ja eine Beziehung zwischen Euch beiden besteht.


    Grds. bist Du zur Herausgabe des zuviel gesendeten verpflichtet. Aber wo kein Kläger da kein Richter...

  • Ich hab mal 5000 Blatt Kopierpapier bekommen die ich nie bestellt hatte. Die wollten das partout nicht zurück, Rechnung kam auch nie. Und dann war das noch so graues Ökoschrottpapier. :mad: Naja, irgendwann wars dann auch alle.


    Grüße, Thomas.

    Wir sind jung, weiß und ledig. Also!
    Userpage

  • Mit 241a ist nichts, weil der Verkäufer ja was leisten sollte, aber das falsche geleistet hat.


    primzahl
    Wieso ist meine Ansicht falsch?
    Nach h.L. leistet der Vk im Fall einer Aliud-Lieferung wegen § 433 I 2 "ganz selbstverständlich ein indebitum" (Lorenz, JuS 2003, 36). 434 III ist also kein Rechtsgrund -> 812 ff. Allerdings nur den Mehrwert, nicht die ganze Sache!
    Da dies in Natura nicht möglich ist: Wertersatz, 818 II.


    Siehe auch: Dauner-Lieb: Das neue Schuldrecht, S. 117f. und Lettl: Die Falschlieferung durch den Verkäufer nach der Schuldrechtsreform, JuS 2002, 866.


    Anderer Denkansatz: Bei der Übereignung liegt seitens des Vk ein Eigenschaftsirrtum vor, der zur Anfechtung berechtigt (119 II). In diesem Fall könnte er das Gesendete nach 985 zurückfordern.


    Edit:

    Zitat


    bartman´s Ansicht ist falsch.


    ...


    Grds. bist Du zur Herausgabe des zuviel gesendeten verpflichtet. Aber wo kein Kläger da kein Richter...


    LOL - ja was denn nun? Nichts anderes habe ich doch auch geschrieben ...

  • Es kommt auf die Sache an. Da der TE von einem Ersatzteil sprach, ist davon auszugehen, dass die Sache einfach zu zerlegen ist.


    Falls das jedoch nicht zutreffen sollte, geht die Lösung zwar in Deine Richtung, allerdings begegnet Dir dann das Problem der aufgedrängten Bereicherung.


    Versuch mal einem begeisterten Dönertuner der für seinen 316i Compact einen M Aufkleber an der Ersatzteiltheke für 3EURO bestellt und nachher einen kompletten M3 geliefert bekommt zu erklären, dass er die Differenz zum Neupreis des M3s bitte bezahlen soll.



    EDIT:
    Ich muß zwischendurch immer mal schauen wie Dein Posting ausschaut. Scheint ja ein lebender Organismus zu sein. Wächst und gedeiht zumindest prächtig. ;)


    Jetzt zu Deinem Edit.
    Es gibt einen Unterschied zwischen der Herausgabe des Zuvielerlangten und der Wertdifferenz. Daher das Beispiel mit dem M Schriftzug.

  • Aha. Du stimmst mir im Wesentlichen also zu. Ausser, dass Du davon ausgehst, eine Herausgabe in Natura sei hier möglich, und ich eben nicht, ist gleich die ganze Ansicht falsch - interessant.

  • macht euch ma locker


    stimmt ihr mir zu dass folgendes richtig ist:


    Zitat

    Ich würde hier sagen, dass gemäß Absatz 2 die Leistung nicht für dich bestimmt war und du das erkannt hast. Falls also dem Unternehmer auffällt, dass er dir etwas geschickt hat, was er nicht wollte, kann er entsprechende Herausgabeansprüche gegen dich geltend machen.



    um euch mal etwas mit details zu helfen
    es handelt sich um ein komplettes wasserkühlungsset für einen pc. einzelteile für dieses spezielle set haben händler eigentlich nicht auf lager, da es halt komplett verkauft wird. daher denke ich inzwischen auch dass der händler gleich das komplette set zugeschickt hat. obwohl es eigentlich einen wert von 240 euro hat

  • Klar war die Leistung für Dich bestimmt. Wenn der Händler aber die Übereignung anficht, hat er einen Herausgabeanspruch.


    Aber da das vor einiger Zeit Deinem Kollegen passiert ist: Wie ist es denn ausgegangen? ;)

  • Marcel:
    Er kann es theoretisch herausverlangen. (Muß aber nicht anfechten. Ganz am Rande bemerkt. Es reicht schon eine rein schuldrechtliche Lösung.)



    Bartman:
    Mach Dich mal locker! :)
    Ich finde es schon gut wenn auf etwas höherem Niveau diskutiert wird und eine Fachfrage auch fachlich beantwortet wird und nicht mit Stammtischweisheiten á la: "Wo kämen wir den da hin" oder "Da könnte ja jeder kommen".
    Also: Nix für ungut! :)

  • Ich bin locker - aber ein "Deine Ansicht ist falsch" akzeptiere ich nicht ohne ein "weil..." ;) Auch von mir: nix für ungut.


    Aber erklär doch mal genauer. Wie realisierst Du eine Herausgabe rein schuldrechtlich? IMHO kann der Vk nur das "mehr" (bei trennbaren Sachen) zurückfordern, oder eben die Wertdifferenz. Die ganze Sache IMHO nur nach EBV.

  • Ich meine es im Prinzip so wie Marcel. D.h. teilweise zurückschicken. Daher rührte wahrscheinlich unsere so unterschiedliche Sicht der Dinge. Ich ging von vornherein davon aus, dass die Sache leicht teilbar ist.


    Mit schuldrechtlich meinte ich übrigens den Weg über §§812ff und nicht sachenrechtlich über die Anfechtung der Übereignung.


    Schöne Grüße
    primzahl