wenn der Tod eines Menschen den Ihr liebt ansteht - wie soll man damit umgehen?

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  • Ich habe leider auch erst jetzt diesen Thread mit dem traurigen Inhalt gelsen und möchte ebenfalls noch meine Beileidsbekundung hier herby und seiner Familie ausdrücken!
    Wie alle Vorredner auch kann ich Euch aus meiner Erfahrung bei diversen Unfällen (Feuerwehreinsätze) nur zu einer professionellen Hilfe raten! Denn alleine mit dieser schweren Last umgehen zu können ist nur den wenigsten möglich. Das Leben wird sicherlich nicht mehr das selbe sein nach diesem Schicksalsschlag,allerdings geht das Leben auch weiter und ihr solltet wieder lernen in den Alltag langsam hineinzufinden. Hierbei kann und sollte Euch jemand professionel unterstützen.


    Bei diesem Weg wünsche ich Euch viel Kraft und alles Gute!


    Gruß Ubi

  • Mir hat mal jemand gesagt, nach 3 Jahren sieht es besser aus. Ende Mai sind es bei mir jetzt 4Jahre. Das erste Jahr vor allem die ersten Monate waren furchbar! Das zweite ist so dahingedümpelt wie das dritte. Erst im 4ten Jahr jetzt wird es langsam nicht besser aber anders.
    Für mich ist mein Vater nicht gestorben er ist einfach nur nicht mehr physisch anwesend. Deshalb habe ich immer große Schwierigkeiten zu erzählen wie er denn gestorben ist, bzw. was für eine Krankheit er genau hatte, da er für mich nicht tot ist. Generell versuche ich solche Fragen/Diskussionen zu umgehen.
    Auch gehe ich immer noch selten auf den Friedhof, letztes Jahr hatte ich eine Zeit in der ich über mehrere Monate nicht auf den Friedhof gehen konnte. Ich habe es einfach nicht geschafft.
    Ich bin nicht gerne auf dem Friedhof, auch wenn ich da bin dann nur ganz kurz. Ich erzähle ihm so viel und denke auch oft an ihn dafür muss ich nicht auf den Friedhof.


    Desweiteren fährt sein Taschenmesser immer in meinem Auto mit (er hatte es immer dabei) und das ist auch der einzige Gegenstand den ich aus dem Auto nehme wenn ich es zum Service gebe. Im ersten bzw. zweiten Jahr habe ich mir nachts wenn ich mich mal wieder in den Schlaf geweint habe das Taschenmesser aus dem Auto geholt, meist bin ich kurz danach eingeschlafen. Wenn es mir mal nicht gut geht, mache ich das auch wieder.


    Mich macht es sehr traurig, dass er so vieles nicht mehr mit bekommen hat. Nichtmal mehr meinen Abiball. :( In der Zwischenzeit ist so viel passiert, ich habe so viel gemacht. In vielen Fächern hätte er mir super helfen können (gerade Elektrotechnik). In meinem Vorwort zur Thesis habe ich ihn natürlich auch erwähnt!
    Heute ärgert es mich, dass ich handwerklich fast nichts drauf habe. Mein Vater war handwerklich absolut begabt und konnte quasi alles. Da er ursprünglich Elektriker gelernt hatte, war auch dies kein Problem.


    Das ganze Jahr der Krankheit habe ich zum großen Teil verdrängt da es einfach zu furchtbar war/ist.


    Youngdriver

  • Oje, da verbindet uns ja einiges YD...


    Zitat

    Auch gehe ich immer noch selten auf den Friedhof, letztes Jahr hatte ich eine Zeit in der ich über mehrere Monate nicht auf den Friedhof gehen konnte


    Und ICH finde, dafür brauchst Du Dir keine Vorwürfe zu machen. Ich schaffe das auch nicht. Ich war schon ewig nicht bei meinem Vater. Ich fahr so oft da vorbei, aber ih kann da nicht anhalten. Der Ort gibt mir auch nichts. Ich verbinde es nicht mit meinnem Vater. Die Vorstellung, dass er da ist, ist mir zu abstrakt. Für mich ist er überall. Jedesmal, wenn ich in sein Zimmer gehe, was ich nicht oft und ungern tue, sehe ich ihn da. Ich habe auch noch nichts verändert dort.


    Seine selbst gebauten Modelle (aus Metall Baukästen) stehen noch da. Ich brings nicht über´s Herz, sie wegzustellen oder auseinanderzunehmen. hat so dran gehangen.


    Er hat immer gesagt; "später kannst Du das alles ja verkaufen". Ich habe immer gehasst, wenn er sowas sagte. Ich wußte, dass ich es nie tun würde. Und ich wollte nicht hören, dass er mal nicht mehr da sein würde. Genau so geht es mir mit meiner Mama. Ich weiß nicht, wie mein Leben ohne sie weitergehen soll.

  • Wie viele hier vermeide ich es oft diesen Thread zu lesen. Und auch erst durch den Thread über Bemmes Unfall habe ich von Herbys Schicksalsschlag erfahren :(


    Auch wenn es spät ist, so möchte ich dir Herby mein aufrichtiges Beileid ausdrücken und ich wünsche dir, deiner Frau und deiner Tochter alle Kraft der Welt, damit ihr diese schreckliche Situation irgendwann einmal verarbeiten könnt.


    traurige Grüße :(
    Claas

  • Nochmals danke an alle diejenigen, welche jetzt noch ihr Beileid zum Tode unseres Sohnes mit nur 24 1/2 Jahren bekundet haben.


    Die Frage "Warum" wird uns ein Leben lang verfolgen, wir wissen, daß er leben wollte und kannten auch seine Ziele, aber sie werden nicht mehr zu erreichen sein.


    Auch unsere Träume und Wünsche für ihn und seine Zukunft werden nie mehr in Erfüllung gehen.


    Er ist Jahre als Jugendgruppenleiter mit Kindern in die Ferien gefahren, konnte daher auch sehr gut mit Kindern umgehen und hat sich deshalb auch einmal selbst Kinder gewünscht, welche unsere Enkel geworden wären.


    Auch dies wird für alle Zeiten ein Wunschtraum von uns bleiben müssen.

  • Hallo Herby,


    ich möchte dir und deiner Familie mein herzliches und aufrichtiges Beileid zum Ausdruck bringen.
    Da ich in etwa so alt bin wie dein Sohn und ich dich und deine Frau ja schon persönlich kennenlernen durfte geht mir das besonders nahe und ich will mir gar nicht vorstellen wie schlimm es für euch sein muss.
    Ich wünsche euch die Kraft die ihr braucht um nicht an diesem schrecklichen Ereignis zu zerbrechen!



    Herzliche Grüße aus Dublin,


    Björn

    FORWARDS keep things simple:
    Keep low and drive! Ball on the floor = pick up! Big group of people = push!
    We keep it simple and it works!
    Forwards should rule the world!

    Rugby -the game they play in heaven!

  • Zitat

    Original geschrieben von youngdriver
    Mir hat mal jemand gesagt, nach 3 Jahren sieht es besser aus. Ende Mai sind es bei mir jetzt 4Jahre. Das erste Jahr vor allem die ersten Monate waren furchbar! Das zweite ist so dahingedümpelt wie das dritte. Erst im 4ten Jahr jetzt wird es langsam nicht besser aber anders.


    Bei mir hat es auch gut drei Jahre gedauert, bis ich es verkraftet habe.
    Besonders mit dem Magen und der Verdauung hab ich es gespürt.


    Im Juni werden es nun schon fünf Jahre bei meiner Mutter, im Oktober 5 Jahre bei meinem Vater.
    Ich kann es fast nicht glauben, dass es jetzt schon 5 Jahre sind.
    Um immer noch muss ich mit den Tränen kämpfen, wenn ich darüber reden muss oder am Grab stehe.


    Damals ist weitaus mehr mit mir passiert, als ich je gedacht habe.
    Die ganze Einstellung zum Leben hat sich bei mir verändert.
    Ich gönn mir mehr, mach mir über unnötige Dinge weniger Sorgen, usw.


    Zitat

    Original geschrieben von youngdriver
    Auch gehe ich immer noch selten auf den Friedhof, letztes Jahr hatte ich eine Zeit in der ich über mehrere Monate nicht auf den Friedhof gehen konnte. Ich habe es einfach nicht geschafft.


    Ich bin auch nur 4-5 Mal im Jahr auf dem Friedhof, weil es auch 120km entfernt ist.
    Aber ich denke auch, wichtig ist, dass man seine Lieben nicht vergisst und an sie denkt. Das kann ich auch zu Hause.


    Zitat

    Original geschrieben von youngdriver
    Ich bin nicht gerne auf dem Friedhof, auch wenn ich da bin dann nur ganz kurz.


    Das ist bei mir komischerweise anders. Wir haben ein schönes Plätzchen für unsere Eltern gefunden und der Friedhof ist auch sehr schön gelegen.


    Zitat

    Original geschrieben von youngdriver
    Mich macht es sehr traurig, dass er so vieles nicht mehr mit bekommen hat. Nichtmal mehr meinen Abiball. :( In der Zwischenzeit ist so viel passiert, ich habe so viel gemacht.


    Geht mir genau so. Ich denke, meine Eltern, vor allem meine Mutter, wäre mittlerweile auch stolz
    auf das Erreichte Ihrer beiden Kinder und das Erwachsenwerden der beiden Enkel.
    Ich glaub zwar eigentlich nicht an ein Leben nach dem Tod aber vielleicht sehen sie es doch von Oben. :confused:
    Mit 63 Jahren gehen zu müssen war eindeutig zu früh. :(


    Mir hat es damals unheimlich geholfen, hier mal über alles schreiben zu können, weil drüber sprechen fiel und fällt mir immer noch schwer.

  • @ SB68Manm


    Mein aufrichtiges Beileid! Dass muss vor 5 Jahren ein tiefer Schlag gewesen sein, gleich beide Elternteile zu verlieren. :(


    Durch so einen Thread lernt man seine Verwandten und Freunde erst richtig zu schätzen. Alles ist vergänglich, darum sollten wir das, was uns bleibt genießen und uns jeden Tag daran erfreuen.

    Just because you're paranoid, don't mean they're not after you.

  • Wobei der Tod des eigenen Kindes emotional in einer ganz anderen Liga stattfindet als der Tod der Eltern.


    Letzteres ist völlig natürlich.

  • Manchmal kann ichs kaum glauben, aber soeben habe ich die Meldung bekommen daß am Freitag auch ein zwei entferntere Bekannte bei uns im Forst ums Leben gekommen sind: :eek: :(


    http://www.merkur-online.de/lo…unge-menschen-232584.html


    Bin soeben an der Stelle vorbeigefahren, sieht sehr wüst aus. Es war zwar kein enger Freund, aber gekannt habe ich ihn schon.


    So wie es aussieht sind die beiden mit Ihrem 3er beim Überholen aufs gegenüberliegende Bankett gekommen - Überschlag mit Dach gegen Baum. Manchmal würde ich mir wünschen, unsere BMW vermitteln nicht "zuviel" Sicherheitsgefühl. Ab 100 km/h (schätze mal da waren die schneller beim Überholen) ist man eh nur noch in Gottes Hand.


    Wahnsinn, was für ein WE. Haltet die Augen auf!


    Markus.

    Grüße
    Markus <-- formerly known as powders


    To be or not to be · Shakespere | To do is to be · Nietzsche | To be is to do · Sartre | Do be do be do · Sinatra

  • Zitat

    Original geschrieben von herby
    Liebes Treff Forum,


    ich gebe hiermit den plötzlichen und unerwarteten Tod unseres Sohnes im blühenden Alter von 24 1/2 Jahren bekannt, wir sind zutiefst betroffen, weil wir auch nicht wissen, unter welchen genauen Umständen er zu Tode kam, es war wohlbemerkt kein Autounfall, er ist aus einem Fenster gestürzt und wurde erst 8 Stunden später tot aufgefunden und wir erst fast einen ganzen Tag später davon in Kenntnis gesetzt.


    Glaubt mir, daß ich meinen eigenen Tod, dem meines Sohnes vorgezogen hätte.


    Auch von mir mein Aufrichtiges Beileid! :(


    Da plant man langfristig und bedenkt gar nicht, dass das Leben morgen schon vorbei sein kann :-(


    Ich habe das nicht mitbekommen, daher erst meine späte Reaktion.



    Viele Grüße
    Felix

  • Hallo zusammen,


    habe aufgrund der vielen Erfahrungen zu dem Thema mal eine Frage an euch.


    Meine Schwiegermutter war die Tage beim Arzt und es wurde ein heller Fleck auf der Lunge entdeckt. Wurde auch daraufhin in die "Röhre" überwiesen.
    Nun meinte der Arzt es wäre wohl ein Tumor und es müsse eine Gewebeprobe entnommen werden. Das der Facharzt nun aber diese Woche Urlaub hat können diese Woche eh keine weiteren Infos eingeholt werden. Meine Frau macht sich deswegen natürlich auch schon total verrückt.
    Der Arzt bei dem meine Schwiegermutter in der Röhre war meinte auch etwas von "der Tumor sein verkalkt".
    Was hat das zu bedeuten?
    Von "verkapselt" habe ich ja schon gehört aber "verkalkt".
    Schwiemu meinte er habe eindeutig verkalkt gesagt :rolleyes: , aber drauf schwören würde sie nicht. Klar, in einer solchen Situation hört man eventl. nimmer so genau mit.

    Gruß ElBardo
    -----------------------------------------
    Die Religion spaltet die Menschheit, nicht der Glaube.
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  • ...sorry, aber von einem verkalkten Tumor hab ich noch nie was gehört... wo genau sitzt er denn??? Mal abgesehen davon bin ich mir nicht sicher ob das der richtige Thread ist.... oder habt ihr sie schon abgeschrieben :confused:


    Gruß Kismet

    Glauben heißt nicht wissen.....

  • Hallo,


    ne "abgeschrieben" haben wir sie nicht.
    Aber sie scheinbar schon. Essen tut sie nur noch wenig. Darauf angesprochen fragt sie nur für was sie jetzt noch essen soll. :(
    Dabei hat sie noch nicht mal ne offizielle Diagnose bekommen.


    Der verkalkte Tumor soll auf der Lunge sitzen und ca. 2cm im Durchmesser haben.

    Gruß ElBardo
    -----------------------------------------
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  • Zitat

    Original geschrieben von Kismet oder habt ihr sie schon abgeschrieben :confused:


    Gruß Kismet


    Das ist definitiv falsch hier.


    In meinem Thread geht es nicht um abschreiben vom Menschen, sondern um Menschen die man liebt und die vermutlich bald sterben werden.


    @ ElBardo, keine Ahnung was ein verkalkter Tumor ist, aber bei meiner Mom hat es auch mit einem Fleck in der Lunge angefangen. :(

    [FONT=&quot][FONT=&quot]Wenn es Rä[FONT=&quot]der oder Brüste hat, macht es irgendwann Schw[FONT=&quot]ierigkeiten[/FONT][/FONT][/FONT][/FONT][FONT=&quot][/FONT]

  • Zitat

    Original geschrieben von BigTom
    Das ist definitiv falsch hier.


    In meinem Thread geht es nicht um abschreiben vom Menschen, sondern um Menschen die man liebt und die vermutlich bald sterben werden.


    @ ElBardo, keine Ahnung was ein verkalkter Tumor ist, aber bei meiner Mom hat es auch mit einem Fleck in der Lunge angefangen. :(


    sorry.... (wer lesen kann ist klar im Vorteil),
    hab das so gesehen, dass man sich damit beschäftigt wenn ein nahestehender Mensch bereits verstorben ist, und man dann einen Rat sucht damit umzugehen.....
    Sollte nicht verletztend gemeint sein....


    Gruß Kismet

    Glauben heißt nicht wissen.....

  • Hallo,


    im Grunde ging es bei der Frage mehr darum auf was wir uns einstellen sollten.


    Klar, in solch einer Situation klammert man sich an so ziemlich alles. Da kam diese Aussage vom Arzt (das der Tumor schon verkalkt sei) gerade recht.


    Nur, was genau bedeutet das!?

    Gruß ElBardo
    -----------------------------------------
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  • Moin moin,


    ich habe im Krebs-Forum mal nach "Krebs+verkalkt" gesucht. Der Begriff fällt dort, wenn auch selten.


    Das wichtigste ist jetzt aber, sich zunächst einmal nicht verrückt zu machen bzw. verrückt machen zu lassen. Krebs ist eigentlich immer behandelbar, wenn auch nicht jeder Fall heilbar.


    Dirk