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Alt 04.05.2004, 20:28     #1
Albert   Albert ist offline
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CE-
Die BMW Group Mobile Tradition auf der Mille Miglia 2004

  1. Die BMW Group Mobile Tradition auf der Mille Miglia 2004

    Hunderttausende Zuschauer, grandiose Landschaften, einzigartige Sportwagen: Die Mille Miglia zieht ab 06. Mai wieder Teilnehmer, Besucher und Freunde klassischen Motorsports aus aller Welt in ihren Bann. Vor 77 Jahren zum ersten Male ausgetragen, erfreut sich die Mille Miglia heute eines hervorragenden Rufs als Klassikveranstaltung. An der Fahrt durch Nord- und Mittelitalien nehmen Fahrzeugtypen teil, die zwischen 1927 und 1957 mindestens einmal während der klassischen Mille Miglia gefahren wurden. Das Teilnehmerfeld umfasst annähernd 400 Klassiker von Rang.

    Auch in diesem Jahr ist BMW stark vertreten: Insgesamt 21 Teams gehen in Brescia an den Start – acht davon wurden von der BMW Group Mobile Tradition, der Klassikabteilung des deutschen Automobilherstellers, gemeldet. Die Teams der Mobile Tradition treten mit BMW 328 an. Schließlich war dieses Modell eines der erfolgreichsten in der 75 jährigen Automobilsportgeschichte von BMW. Sein größter Erfolg: Der Gewinn der Mille Miglia 1940. So trifft es sich, das der Seriensieger der neuaufglegten Mille Miglia, Giuliano Cané, zusammen mit Partnerin Lucia Galliani imBMW 328 Mille Miglia Coupé mit Touring Karosserie die Mille Miglia 2004 fährt.

    Im Jahr 1940 fuhr das Team Fritz Huschke von Hanstein/Walter Bäumer in diesem auf Aerodynamik optimierten Sportwagen in neuer Rekordzeit von acht Stunden, 54 Minuten und 46 Sekunden die damals 1503 Kilometer lange Strecke und überquerte die Ziellinie in Brescia als Gesamtsieger.

    Ebenfalls wieder für BMW am Start sind die Gewinner des letztjährigen Damenpokals, Franca Boni und Monica Barziza. Die Riege der Prominenz aus der BMW Group führt Professsor Burkhard Göschel an. Der Vorstand für Entwicklung und Einkauf der BMW AG nimmt auf einem BMW 328 mit Spezialkarosserie teil. Ebenfalls dabei: Der Präsident von BMW Italia, Dottorre Marco Saltalamacchia, der Präsident der amerikanischen Vertriebsregion der BMW Group, Tom Purves und der Leiter der BMW Group Konzernkommunikation, Richard Gaul. Alle drei werden von Medienvertretern begleitet. Einen weiteren BMW 328 bewegt Prinz Leopold von Bayern. Er teilt sich das Fahrzeug mit Motorenlegende Paul Rosche. Rosche verantwortete unter anderem den Turbomotor, der dem Team Brabham - BMW die Formel 1-Weltmeisterschaft 1983 einbrachte. Ein Team der deutschen Klassikzeitschrift Motor Klassik mit Bernd Wieland und Peter Grossgarten ergänzt den Auftritt der BMW Group Mobile Tradition.

    Weitere Informationen zur aktuellen Auflage der Mille Miglia
    sind unter http://www.millemiglia.it zu finden.
    ´

    BMW Group Mobile Tradition

    Startnr. Fahrzeug Fahrer Beifahrer

    85 BMW 328 Bernd Wieland Peter Grossgarten
    94 BMW 328 Marco Saltalamaccia Maria Leitner
    103 BMW 328 Franca Boni Monica Barziza
    121 BMW 328 Richard Gaul Thomas Ganske
    126 BMW 328 Leopold von Bayern Paul Rosche
    130 BMW 328 MM Thomas Purves Csaba Csere
    139 BMW 328 MM Coupé Giuliano Cané Lucia Galliani
    148 BMW 328 Berlin -Rom Burkhard Göschel Jürgen Kübler


    Privatteams

    72 BMW 315/1 Claraz Luedi
    81 BMW 328 Grewe Grotefels
    90 BMW 328 Bertoli Ghidoni
    99 BMW 328 Nauck Nauck
    113 BMW 328 v. Baumbach v. Baumbach
    114 BMW 328 Dauphin Simon
    117 BMW 328 Pamberg Pamberg
    144 BMW 328 Paulin Ciocca
    145 BMW 328 Sauer Schliwinski
    155 BMW Isetta Mercandanti Mercandanti
    211 BMW 507 Dauphin Hoffmann
    350 BMW 507 Michael Eschmann Tang
    BMW Veritas Seekamp Seekamp

  2. Historie: BMW und die Mille Miglia

    Ende 1925 fassten vier rennbegeisterte und wohlhabende junge Männer in Italien einen für den Automobilsport schwerwiegenden Entschluss:
    Sie riefen ein Straßenrennen ins Leben, das viele Kenner für das schwerste und gleichzeitig attraktivste Rennen dieser Art halten – die Mille Miglia.

    Trotz enormer organisatorischer und bürokratischer Hindernisse konnte im Frühling 1927 die erste Mille Miglia in Brescia gestartet werden. Unter abenteuerlichen Verhältnissen, meist auf unbefestigten Straßen, über Pontonbrücken und durch enge Ortschaften, führte die Strecke 1018 äußerst strapaziöse Meilen von Brescia über Bologna und Florenz nach Rom und schließlich über Ancona, Ferrara, Treviso und Vicenza zum Ausgangspunkt zurück.

    Den Fahrern und ihren Automobilen wurde dabei das Äußerste abverlangt. Nicht zuletzt sollte dieses Rennen von der Qualität italienischer Automobile künden. Dies gelang auch eindrucksvoll. Unter den ersten Zwanzig der Gesamtwertung fand sich lediglich ein Bugatti als Vertreter des Automobilbaus außerhalb Italiens.

    Die klare Dominanz italienischer Rennsportwagen sollte fast alle bis 1957 ausgetragenen Läufe der Mille Miglia prägen. Waren es vor dem Zweiten Weltkrieg die „roten Renner aus Portello“, Alfa Romeo Wagen, die 10 von
    13 Rennen für sich entschieden, so ging ab 1947 der Stern von Ferrari auf. Unter dem Markenzeichen des schwarzen „cavallino rampante“ führte der Commendatore seine Rennboliden achtmal zum Gesamtsieg.

    Die Mille Miglia verströmte von Anfang an eine unvergleichliche Atmosphäre. Zehntausende säumten bei jedem Wetter auch die abgelegensten Abschnitte des Rennens in den Bergen des Apennin. Beginn und Ende des Rennens in Brescia wurden stets zum Volksfest. Rennfahrer-Stars wie Piero Taruffi, Rudolf Caracciola, Luigi Villoresi, Tazio Nuvolari, Stirling Moss, Juan Manuel Fangio, Huschke von Hanstein und zahllose andere sorgten für begeisternde und dramatische Rennszenen.

    Ganz Italien glühte im Rennfieber, wenn die Mille Miglia im Frühjahr manchmal mehr als 400 Konkurrenten in mehreren Klassen auf die Strecke schickte. 1931 allerdings sorgte zum ersten Mal der Erfolg eines ausländischen Fabrikats bei den sieggewohnten italienischen Tifosi für Enttäuschung, als Rudolf Caracciola auf einem mächtigen Kompressor-Mercedes SSKL die Konkurrenz hinter sich ließ. Für das internationale Flair des Rennens war dieser Sieg von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

    Danach schien es lange Zeit geradezu unmöglich, die Dominanz von
    Alfa Romeo zu durchbrechen. Die eleganten Wagen mit ihren mächtigen Achtzylinder-Reihenmotoren zwischen 2,3 und 2,9 Litern Hubraum, ausgerüstet mit Rootes-Kompressoren und zwischen 178 und 360 PS stark, waren nicht zu schlagen.

    1936 tauchte plötzlich ein neuer Sportwagen auf Europas Rennstrecken auf: der BMW 328, ein im Vergleich zu den Alfas geradezu zierliches und mit 80 PS serienmäßiger Leistung nicht eben bärenstarkes Automobil. Doch dieser Wagen sollte schließlich ein enormes Potential entwickeln.
    In kürzester Zeit gewannen die leichten und kompakten offenen BMW 328
    so ziemlich alles, was es in der Klasse bis 2 Liter Hubraum zu gewinnen gab.

    Manche Rennen trugen die meist weiß lackierten Roadster aus Eisenach mangels Konkurrenz fast unter sich aus. 1938 kam es zum ersten großen Vergleich zwischen Alfa Romeo und BMW bei der Mille Miglia und zum ersten Auftritt von BMW bei diesem Rennen. Vier Werkswagen gingen an den Start. Der Brite A. F. P. Fane gewann in der Zweiliter-Klasse auf BMW 328 souverän; in der Gesamtwertung Lgen die BMW auf den Plätzen 8, 10, 11 und 12. Der Durchbruch war gelungen: Neben der Auto Union und Mercedes-Benz hatte sich BMW zum dritten bedeutenden Hersteller von Rennsportwagen in Deutschland entwickelt.

    In Bologna aber kam es zu einem verheerenden Unfall: zehn Tote und zahlreiche Verletzte – das Schicksal des Straßenrennens war besiegelt:
    Schon am nächsten Morgen verbot die Regierung alle Rennveranstaltungen auf städtischen Straßen.

    1939 gab es keine Mille Miglia mehr. Statt dessen wurde in Libyen ein Rennen ausgetragen, das sich zu einer Kraftprobe zwischen den Mailänder und Münchener Sportwagenherstellern entwickelte.

    Das Rennen Tobruk–Tripolis erstreckte sich mit rund 1500 km fast über die Länge der Mille Miglia. Rund ein Drittel der Strecke bestand aus geraden Hochgeschwindigkeitspisten. Bei dieser „Corsa Sulla Litoranea“ gelang BMW zwar angesichts der fast doppelt so starken, neuen Alfa Romeo 6C 2500 mit Doppelkompressoren kein Gesamtsieg, wohl aber ein Achtungserfolg: Mit nur 1,2 km/h geringerer Durchschnittsgeschwindigkeit als der Sieger fuhr der schnellste BMW 328 Roadster auf Platz 2, und die beiden anderen BMW 328 belegten die Plätze 5 und 6.

    In Italien wurde inzwischen fieberhaft über einen Ersatz für die weltberühmte Mille Miglia debattiert. BMW gewann mittlerweile in Le Mans mit einem 328 Coupé mit Leichtmetallkarosserie von Touring, dem in Mailand ansässigen „Hausschneider“ des Erzrivalen Alfa Romeo. Weitere 328 Boliden mit leichten, aerodynamisch geformten Karosserien standen in München kurz vor der Vollendung. Schließlich wurde für Ende April 1940 der „1. Gran Premio Brescia delle Mille Miglia“ als Ersatz für das traditionelle Rennen angekündigt. Um möglichst jedes Risiko zu vermeiden, war hierfür ein ebener und mit wenigen Kurven durchsetzter Kurs ohne Stadtdurchfahrten und auf guten Straßen zwischen dem Städtedreieck Brescia, Mantua und Cremona ausgewählt worden. Aus Rom kam schließlich die Erlaubnis zur Durchführung.

    BMW aber rann unterdessen die Zeit davon. Fünf BMW 328 sollten eingesetzt werden, alle in Leichtbauweise. Doch nur drei Wagen, zwei Stromliniencoupés und ein Roadster, waren rennfertig und traten im März 1940 auf eigener Achse den Weg über den Brenner nach Italien an: siegessicher und mit dem festen Vorsatz, noch ausgiebig trainieren zu wollen. Zwie weitere Roadster wurden nach BMW Entwürfen in letzter Minute von Touring karosseriert.

    Europa aber stand in diesen Tagen politisch am Abgrund. Hitler hatte Polen überfallen und bereitete die Invasion Belgiens, der Niederlande und Frankreichs vor, das zusammen mit England dem Dritten Reich bereits den Krieg erklärt hatte. Die Stimmung war gedrückt. England lehnte eine Beteiligung an den 1000 Meilen von Brescia ab. Trotzdem wurde am 28. April die Startflagge gehoben.

    Der 103 Meilen lange Kurs war neunmal zu umrunden. Von Anfang an setzten sich Fritz Huschke von Hanstein und Walter Bäumer im BMW 328 Touring Coupé, dem Siegerwagen von Le Mans, an die Spitze, dicht gefolgt vom zweiten 328 Coupé und den 2,5 Liter Alfa Romeos. Bis zur Zieldurchfahrt ließen sich die beiden Deutschen nicht mehr von der Spitze verdrängen.

    Erst mit rund einer Viertelstunde Verspätung raste der zweitplazierte und überlegen motorisierte Alfa Romeo 6C 2500 SS ins Ziel. Mit 166,724 km/h mittlerer Geschwindigkeit stellte das Duo Von Hanstein/Bäumer einen legendären Mille-Miglia-Rekord auf, der auch nach dem Krieg unerreicht bleiben sollte. Allerdings ist anzumerken, daß diese Mille Miglia in jeder Hinsicht eine Ausnahme darstellte und nicht mit der Streckenführung früherer oder späterer Rennen gleichen Namens verglichen werden kann.
    Die Mille Miglia von 1940 erlebte vier BMW 328, die wohlbehalten ans Ziel kamen. Der fünfte Wagen musste wegen eines Defekts aufgeben. BMW oder Alfa – das Rennen war eindeutig ausgefallen: Mit den BMW Wagen auf den Plätzen 1, 3, 5 und 6 waren die sieggewohnten Alfa Romeos förmlich entzaubert worden.

    Kurz nach diesem phänomenalen Erfolg für BMW mussten alle Rennaktivitäten in Europa eingestellt werden. Der Kontinent wurde vom Zweiten Weltkrieg erschüttert. Drei BMW 328 Roadster, die von der Obersten Nationalen Sportbehörde bei Touring in Auftrag gegeben worden waren, eine Rennversion mit besonders flacher und leichter Superleggera-Karosserie, kamen nicht mehr zum Einsatz.

    Nach dem Krieg startete in einem verarmten und von den Kriegshandlungen vielerorts verwüsteten Italien 1947 wieder eine Mille Miglia auf zum Teil erbärmlich schlechten Straßen. Nun begann der glanzvolle Aufstieg des Hauses Ferrari. Nach dem Debutsieg von Alfa Romeo gelang es nur Mercedes 1955 mit dem legendären Typ 300 SLR, diese Macht einmal zu brechen.

    Wieder führte die Strecke über rund 1000 Meilen von Brescia nach Rom, wobei zweimal das Gebirge des Apennin zu überqueren war. Doch die Tage dieses großen Rennens waren gezählt. Immer riskanter wurde es,
    die von Jahr zu Jahr stärker und schneller werdenden Rennsportwagen über die öffentlichen Straßen zu jagen und sicher ins Ziel zu bringen. Oft waren mehr als 400 Autos unterwegs. Die Zuschauer sahen Kuriositäten wie etwa im Jahr 1954, als sieben ISO Kleinstwagen, Vorläufer des BMW Motocoupés Isetta, das Rennen tapfer absolvierten. Immer mehr Klassen wurden zugelassen, sogar Dieselfahrzeuge gehörten einmal zum Bild der Mille Miglia.

    Am 12. Mai 1957, gegen Ende der 24. Mille Miglia, geschah, was viele Kritiker längst befürchtet hatten: Auf gerader Strecke verlor der Fahrer eines über 400 PS starken Ferrari bei mehr als 200 Stundenkilometern die Gewalt über seinen Wagen und raste in eine Zuschauermenge. Die Zahl der Toten, der Anblick des Blutbades, der an das schwere Unglück in Bologna von 1938 erinnerte, zwang die Verantwortlichen zu handeln. Der tragische Unfall bedeutete das endgültige Aus für die Mille Miglia. BMW schickte nach 1945 keine Werksmannschaften mehr nach Italien. So kam es, dass nur mehr ein Privatfahrer auf einem BMW 507 im Jahr 1957 an dem traditionsreichen Straßenrennen teilnahm – zum letzten Mal war damit ein Wagen mit dem weiß-blauen Markenzeichen in Brescia an den Start gegangen.

    Doch die unübertroffene Faszination dieses Rennens sollte weiter wirken. 1977 organisierten einige einflussreiche Enthusiasten die erste Mille Miglia für historische Fahrzeuge, um dieses ruhmreiche Rennen, das mit seinen wunderbaren Triumphen sowie mit seinen tragischen Unfällen so oft für Schlagzeilen gesorgt hatte, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
    Auf einem reizvollen, den originalen Strecken angenäherten Kurs wird seither alljährlich die Zuverlässigkeit der klassischen Rennsportfahrzeuge und Tourenwagen unter Beweis gestellt. Jeder Typ, der einst an den Start ging, ist grundsätzlich zugelassen, Ausnahmen werden großzügig gestattet. Es ist dies auch ein gesellschaftliches Ereignis, das die Rückschau auf eine bewegte Renngeschichte mit den Annehmlichkeiten des modernen Tourismus auf attraktive Weise verbindet.

    1992 und 1996 gewannen klassische BMW Sportwagen, ein 507 und ein 328 Mille Miglia Roadster, die Veranstaltung. 1998, 2000 und 2002 konnten
    Giuliano Cané und Lucia Galliani auf einem BMW 328 MM/BMW 328 MM Touring den Gesamtsieg erringen. Einen Höhepunkt des Engagements der BMW Group Mobile Tradition bildete im Jahr 2003 die Teilnahme von König Carl Gustaf XVI von Schweden. Er bestritt die Mille Miglia zusammen mit Prinz Leopold von Bayern auf BMW 328 Touring Roadster. Im gleichen Jahr gewannen Boni/Barziza den Damenpokal. All diese Erfolge belegen, dass der Name BMW mit der Rennlegende Mille Miglia auch in unserer heutigen Zeit eng verbunden bleibt.

  3. Modellhistorie und Technische Daten

    BMW 328


    Der BMW 328 wurde zu einem der historisch wichtigsten Modelle in
    der Geschichte des Hauses und brachte den Bayerischen Motoren Werken legendäre Sporterfolge auf den wichtigsten Rennstrecken.

    Als quasi nebenbei entwickelter Nachfolger des BMW Roadsters 319/1 Sport rollte der neue Typ 328 mit dem verstärkten Chassis des Vorgängers auf die Straße. Die Karosserie hatte durch geschickte Modifikationen deutlich an Modernität und Rasse gewonnen. Dieser Roadster war hauptsächlich für den sportlichen Einsatz gedacht und gleich der Prototyp sorgte im Juni 1936 mit dem Motorrad-Weltrekordfahrer Ernst Henne am Steuer für Schlagzeilen, nachdem er das Eifelrennen auf dem Nürburgring als Gesamtsieger in der Sportwagenklasse beendet hatte.

    Mit einer Verdichtung von damals hohen 7,5:1, einem neuen Aluminium-Zylinderkopf mit V-förmig angeordneten Ventilen in halbkugelförmigen Brennräumen und 1971 ccm Hubraum leistete der Sechszylindermotor
    59 kW (80 PS), was dem nur 780 kg schweren Roadster zu auch heute noch beeindruckender Kraftentfaltung verhalf. Eine sehr ungewöhnliche Lösung wählte man bei der Ventilsteuerung. Die untenliegende Nockenwelle betätigt auch die Auslassventile über zusätzliche Kipphebel auf der Einlasskipphebelwelle und quer durch den Zylinderkopf laufende Zwischenstoßstangen.

    So vermied man die kostspielige Entwicklung eines neuen Motorblocks.
    Der BMW 328 geriet zum Traum für Sportwagenpuristen, die eine Fahrmaschine mit all ihren charakteristischen Geräuschen und dem direkten Kontakt zur Straße suchen. Die in der Serie elegant verkleideten Hinterräder, die lange, von zwei breiten Lederriemen gesicherte Motorhaube und das Armaturenbrett mit den klar gezeichneten, hellen Rundinstrumenten lassen die Herzen der Sportwagenfreunde bis heute höher schlagen.

    Technische Daten:

    Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor
    Steuerung: ohv
    Hubraum: 1971 cm3
    Bohrung x Hub: 66 x 96 mm
    Leistung: 80 PS bei 5 000 U/min
    Getriebe: 4-Gang + R
    Radaufhängungen vorne: Schwingachse mit Querblattfeder
    Radaufhängungen hinten: Starrachse mit Blattfedern
    Bremsen: hydraulisch, Trommeln
    Maße: L 3 900 mm, B 1550 mm , H 1400 mm
    Gewicht: 780 kg
    Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
    Baujahr: 1936–1940
    Gesamtstückzahl: 464


    BMW 328 Mille Miglia Roadster

    Von der Saison 1936 an beherrschte der BMW 328 das Geschehen in der Zweiliter-Sportwagenklasse. Werks- und Privatfahrer starteten mit hervorragenden Erfolgsaussichten bei zahlreichen Veranstaltungen auf der ganzen Welt. Für den Einsatz bei der „Mille Miglia“ im April 1938, jenem legendären Langstreckenrennen über 1600 km italienischer Landstraßen zwischen Brescia und Rom, nahm die Rennabteilung in München unter ihrem Cheftechniker Rudolf Schleicher jedoch erstmals größere Modifikationen vor. Die äußerlich kaum veränderten drei Werkswagen wiesen verbesserte Chassis mit verstärkten Hinterachsen und Leichtmetall-Bremstrommeln, geänderte Getriebe, größere Hecktanks und zwei Reserveräder auf. Die Leistung der Dreivergaser-Sechszylindermotoren hatte man durch umfangreiche Feinarbeit von 59 kW (80 PS) auf 74 kW (100 PS) steigern können. Ein überlegener Klassensieg und gute Gesamtplatzierungen angesichts der harten Konkurrenz gaben den Ansporn zu weiteren Entwicklungsarbeiten.

    Da 1939 keine Mille Miglia stattfand, konzentrierte man sich statt dessen auf das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und beauftragte die Karosseriefirma Touring in Mailand mit der Anfertigung eines strömungsgünstigen Coupé-Aufbaus. Das Experiment glückte, Klassensieg und Platz Fünf im Gesamtklassement waren das Ergebnis.

    Für die Saison 1940 entstanden daraufhin gleich mehrere neue Rennwagen für den Renneinsatz. Die abermals gesteigerte Motorleistung belief sich nun auf 95 kW (130 PS) bei 1971 cm3, ein für diese Zeit sensationeller Wert.

    Und entsprechend fortschrittlich fielen auch die Karosserien aus, die diesmal in München entworfen wurden. In der von Touring kreierten „Superleggera“-Bauweise fertigte man leichte Aluminiumkarosserien auf grazilen Gitterkonstruktionen. Die Linienführung der drei offenen Rennsportwagen wurde vom Coupé-Prototyp übernommen, der parallel zum Touring-Coupé bereits im Vorjahr aufgebaut worden war. Die drei Roadster und die beiden Coupé-Versionen gingen schließlich am 28. April 1940 in Brescia an den Start.

    Technische Daten:

    Motor: 6-Zylinder
    Steuerung: ohv
    Hubraum: 1971 cm3
    Bohrung x Hub: 66 x 96 mm
    Leistung: 95 kW (130 PS) bei 5 500 U/min
    Getriebe: 4-Gang + R
    Radaufhängungen vorne: Schwingachse mit Querblattfedern
    Radaufhängungen hinten: Starrachse mit Blattfedern
    Bremsen: hydraulisch, Trommeln
    Maße: L 3 900 mm, B 1490 mm, H 1080 mm
    Gewicht: 700 kg
    Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
    Baujahr: 1940


    BMW 328 Touring Roadster

    1940 sandte die deutsche Kraftfahrerorganisation NSKK drei BMW 328 Roadster zur Mailänder Karosseriefirma Touring mit dem Auftrag, die Fahrwerke mit Aluminium-Sportkarosserien auszurüsten. Die aerodynamische Außenhaut wurde aus Duraluminium geformt und über einen Leichtmetall-Gitterrohrrahmen gelegt. Man versuchte alles, um die Wagen aerodynamisch und extrem leicht zu gestalten. Das Gesamtgewicht eines Fahrzeugs betrug 700 kg. Die Hinterradverkleidung, das Weglassen von Türgriffen, die Aluminiumfelgen und das Fahrersitzgestell aus einer Elektronlegierung sind Teil dieser Bemühungen. Der Luftwiderstandskoeffizient betrug lediglich 0,25.

    Bei dem 6-Zylinder-Motor mit 1971 ccm Hubraum handelte es sich um ein modifiziertes 328-Roadster-Aggregat mit einer Leistung von 120 PS im Vergleich zu den 80 PS des serienmäßigen Motors. Mit diesem Motor und dem stromlinienförmigen, ultraleichten Aufbau erreichte dieser Wagen
    eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 200 km/h. Die drei NSKK-Fahrzeuge wurden für das Rennen Berlin-Rom 1941 gebaut, das dann aber wegen des Krieges abgesagt wurde. Danach galten all drei Wagen als verschollen. Einer gelangte angeblich in den 50er Jahren in die Vereinigten Staaten. Auch der zweite blieb verschwunden. Der dritte ist, komplett restauriert, im Besitz der BMW AG.

    Auch wenn diese Wagen keine Rennen bestritten haben, steht jedoch außer Frage, dass es sich bei diesem Sondermodell um ein Stück BMW Tradition handelt.

    Technische Daten:

    Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor
    Steuerung: ohv
    Hubraum: 1971 cm3
    Bohrung x Hub: 66 x 96 mm
    Leistung: 88 kW (120 PS) bei 5 500 min–1
    Getriebe: 4-Gang + R
    Radaufhängungen vorne: Schwingachse mit Querblattfeder
    Radaufhängungen hinten: Starrachse mit Blattfedern
    Bremsen: hydraulisch, Trommeln
    Maße: L 3 900, B 1490 mm, H 1080 mm
    Gewicht: 700 kg
    Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
    Baujahr: 1937 Chassis, 1941 Karosserie


    BMW 328 Mille Miglia Touring Coupé

    Da 1939 keine Mille Miglia stattfand, konzentrierte man sich statt dessen auf das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und beauftragte die Karosseriefirma Touring in Mailand mit der Anfertigung eines strömungsgünstigen Coupé-Aufbaus für einen der Werkswagen. Das Experiment glückte, Klassensieg und Platz Fünf im Gesamtklassement waren das Ergebnis.

    Für die Saison 1940 wurde die Motorleistung nochmals gesteigert und belief sich nun auf 100 kW (136 PS) bei 1971 cm3, ein für diese Zeit sensationeller Wert. Die drei Roadster und die beiden Coupé-Versionen gingen schließlich am 28. April 1940 in Brescia an den Start.

    Der 103 Meilen lange Kurs war neunmal zu umrunden. Von Anfang an setzten sich Fritz Huschke von Hanstein und Copilot Walter Bäumer im BMW 328 Touring Coupé, dem Siegerwagen von Le Mans, an die Spitze, dicht gefolgt vom zweiten 328 Coupé und den 2,5 Liter Alfa Romeos. Bis zur Zieldurchfahrt ließen sich die beiden Deutschen im Touring Coupé nicht mehr von der Spitze verdrängen.

    Erst mit rund einer Viertelstunde Verspätung raste der zweitplazierte und überlegen motorisierte Alfa Romeo 6C 2500 SS ins Ziel. Mit 166,724 km/h mittlerer Geschwindigkeit stellte das Duo Von Hanstein/Bäumer einen legendären Mille-Miglia-Rekord auf, der auch nach dem Krieg unerreicht bleiben sollte. Allerdings ist anzumerken, dass diese Mille Miglia in jeder Hinsicht eine Ausnahme darstellte und nicht mit der Streckenführung früherer oder späterer Rennen gleichen Namens verglichen werden kann.

    Technische Daten:

    Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor
    Steuerung: ohv
    Hubraum: 1971 cm3
    Bohrung x Hub: 66 x 96 mm
    Leistung: 100 kW (136 PS) bei 6 000 U/min
    Getriebe: 4-Gang + R
    Radaufhängungen vorne: Schwingachse mit Querblattfedern
    Radaufhängungen hinten: Starrachse mit Blattfedern
    Bremsen: hydraulisch, Alfin-Trommeln 280 mm
    Maße: L 3 900 mm, B 1520 mm, H 1320 mm
    Gewicht: 780 kg
    Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
    Baujahr: 1939
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