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Alt 12.06.2004, 12:07     #31
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Großer Preis von Kanada – 1. und 2. FREIES TRAINING 11. Juni 2004

Wetter: trocken, sonnig; 22-23°C Luft, 40-46°C Asphalt, 27-31% Luftfeuchtigkeit

Montréal (CDN). Das BMW WilliamsF1 Team erlebte einen schwierigen ersten Trainingstag zum Großen Preis von Kanada: Ralf Schumacher kämpfte am Freitag in Montréal mit Bremsproblemen, Juan Pablo Montoya verpasste den größten Teil der zweiten Trainingsstunde wegen eines Treibstofflecks.

Ralf Schumacher: Erstes Training: 9. (1.15,948 min)

Chassis: FW26 07 (T-Car FW26 03) Zweites Training: 14. (1.15,803 min)


Ich muss zugeben, dass ich mir den Freitag so nicht unbedingt vorgestellt habe. Alles in allem waren die beiden Trainingseinheiten von vielen Problemen gekennzeichnet. Nicht nur, dass ich mit den Bremsen unzufrieden war, auch die Wahl der Reifen und die richtige Fahrzeugabstimmung waren sehr schwierig. Auf uns wartet hier noch sehr, sehr viel Arbeit.

Juan Pablo Montoya: Erstes Training: 8. (1.15,928 min)

Chassis: FW26 06 Zweites Training: 20. (1.16,564 min)


Das war nicht gerade ein idealer Auftakt. Im zweiten freien Training bin ich nur sechs Runden gefahren, konnte also kaum an der Fahrzeugabstimmung arbeiten. Trotzdem kann ich sagen, dass die Balance schon besser war als am Vormittag. Wir müssen weiterarbeiten, und ich bin sicher, wir werden die verlorene Zeit aufholen können und am Samstag gut vorbereitet ins Qualifying gehen.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):

Der erste Trainingstag lief offensichtlich nicht gut für uns. Wir konnten unser Programm nicht wie geplant absolvieren. An Juans Auto trat ein Benzinleck auf, an Ralfs Auto haben wir Probleme mit den Bremsen. Aber wir werden nun die Daten auswerten, unsere Reifenwahl treffen und dann morgen die Abstimmungsarbeit auf der Strecke fortsetzen.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Im heutigen freien Training lief nur die erste Hälfte bei beiden Fahrern nach Wunsch. Im zweiten Durchgang trat an Juan Pablos Auto ein Leck in der Kraftstoffzufuhr auf. Er brachte sein Auto zurück an die Box. Die Reparatur nahm so viel Zeit in Anspruch, dass er nicht mehr ins Geschehen eingreifen konnte. Ralf klagte über Bremsprobleme und ist in Folge dessen mehrmals von der Ideallinie abgekommen. Ein großer Teil der Abstimmungsarbeit muss damit im freien Training am Samstag absolviert werden.
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Alt 12.06.2004, 20:59     #32
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Großer Preis von Kanada – QUALIFIKATION 12. Juni 2004

Wetter: trocken, sonnig; 20-22°C Luft, 40-45°C Asphalt, 27-33% Luftfeuchtigkeit

Montréal (CDN). Mit einer hervorragenden Qualifyingrunde sorgte Ralf Schumacher in Montréal für die 16. Poleposition des BMW WilliamsF1 Teams seit Beginn der Partnerschaft im Jahr 2000. Davor hatte zuletzt im vergangenen Jahr beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim ein Auto des Teams auf dem ersten Startplatz gestanden. Für Ralf Schumacher ist es die fünfte Poleposition seiner Formel-1-Karriere und die zweite in Folge beim GP Kanada. Teamkollege Juan Pablo Montoya qualifizierte sich für das Rennen am Sonntag für Startplatz vier.

Ralf Schumacher: 1. (1.12,275 min)
Chassis: FW26 07 (T-Car FW26 03)


Nachdem wir uns hier gestern und heute Vormittag so schwer getan haben, bin ich überrascht über dieses tolle Ergebnis. Das Team hat einen tollen Job gemacht und das Auto erstklassig hinbekommen. So gut, dass ich damit diese unerwartete Poleposition holen konnte. Schon im Pre-Qualifying begann das Auto, sich besser anzufühlen. Dann lag es auch im Qualifying sehr gut. Wir hatten die Abstimmung komplett umgekrempelt und den richtigen Weg gefunden. Als ich die Rundenzeit von Michael sah, begann ich mir vorzustellen, dass ich es heute vielleicht schaffen könnte. Ich freue mich auf ein tolles Rennen, zumal die Fahrer mit Michelin-Reifen hier sehr konstante Rundenzeiten fahren.

Juan Pablo Montoya: 4. (1.13,072 min)
Chassis: FW26 06


Ich bin ein wenig enttäuscht mit meinem Ergebnis, weil mehr drin gewesen wäre. Im Gegensatz zum freien Training hat sich mein Auto im Qualifying gut angefühlt, aber ich habe ein paar Fehler gemacht. Und das hat sich gerächt. In der Haarnadelkurve haben meine Hinterräder blockiert, dort habe ich wertvolle Zeit verloren. Ralf hat einen guten Job gemacht und eine prima Runde hingelegt. Das Team hat nach den Schwierigkeiten gestern hart gearbeitet, und man kann sehen, dass wir einen Schritt nach vorn gemacht haben. Ralf und ich haben sehr gute Ausgangspositionen für das Rennen. Wir werden sehen, was wir daraus machen können.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):

Nach dem schwierigen ersten Trainingstag gestern, hatten wir alle Hände voll zu tun. Vor allem hinsichtlich der Bremsen und der Fahrzeugabstimmung mussten wir uns verbessern. Das Team hat sehr gute Arbeit geleistet, um die Autos auf den Stand zu bringen, den sie heute haben. Und Ralf ist eine ausgezeichnete Runde gefahren. Wir freuen uns auf ein spannendes Rennen hier in Montreal.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Das ist natürlich ein phantastisches Ergebnis für unser Team. Schon im Pre-Qualifying waren beide Fahrer sehr gut unterwegs und zufrieden mit ihren Autos. Ralf hat dies dann im entscheidenden Qualifying optimal umsetzen können und ist sehr überzeugend auf die Poleposition gefahren. Die Plätze eins und vier bedeuten das mit Abstand beste Qualifying-Resultat für unser Team in dieser Saison. Wir sind natürlich hoch zufrieden. Ich glaube, dass hier vier Teams für einen Sieg in Frage kommen.
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Alt 14.06.2004, 12:01     #33
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Großer Preis von Kanada – RENNEN 13. Juni 2004

Wetter: trocken, sonnig; 25-27°C Luft, 37-41°C Asphalt, 35-39% Luftfeuchtigkeit

Montréal (CDN). Beim Großen Preis von Kanada in Montréal erzielte das BMW WilliamsF1 Team sein bisher bestes Saisonergebnis. Ralf Schumacher, von der Poleposition gestartet, kam als Zweiter ins Ziel. Seit dem Großen Preis von Frankreich im vergangenen Jahr hatte der Deutsche nicht mehr auf dem Podium gestanden. Juan Pablo Montoya kam bei dem spannenden Rennen, das sich durch hohe Leistungsdichte an der Spitze auszeichnete, als Fünfter ins Ziel.

Ralf Schumacher: 2.

Chassis: FW26 07

Schnellste Runde: 1.14,040 min in Rd. 70 (drittschnellste insg.)


Das Ergebnis ist mehr, als wir uns im Vorfeld erhofft hatten. Gleichzeitig ist es natürlich auch immer ein bisschen enttäuschend, Zweiter zu werden, wenn man als Erster losgefahren ist. Unsere heutige Vorstellung hier ist ein klares Zeichen, dass wir Chancen haben, vorn dabei zu sein Und das ist sehr ermutigend für das Team. Wir haben hier das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht, das Auto war im Rennen perfekt, auch dank sehr guter Michelin-Reifen. Bis wir weitere Fortschritte sehen werden, werden vermutlich noch zwei bis drei Rennen ins Land gehen .

Juan Pablo Montoya: 5.

Chassis: FW26 06

Schnellste Runde: 1.14,295 min in Rd. 69 (sechstschnellste insg.)


Platz fünf ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Nachdem das Auto am Samstag so gut war, hatte ich auf ein besseres Rennergebnis spekuliert. In den ersten beiden Renndritteln war das Heck sehr unruhig, dadurch wurde das Auto schwer fahrbar. Trotzdem war ich alles in allem ganz gut unterwegs, konnte zeitweise etwas Druck auf Michael Schumacher ausüben und am Ende zu Jenson Button aufholen. Es hat mir und dem Team gut getan, wieder konkurrenzfähig zu sein. Ich hoffe, das sind wir in der kommenden Woche in Indianapolis auch.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):

Das war ein guter Tag für unser Team. Wir haben zu unserer Form zurückgefunden. Es ging heute sehr eng zu zwischen den verschiedenen Teams. Unsere beiden Fahrer sind sehr gute Rennen gefahren, und unsere Boxenstopp-Strategie hat sich als die richtige für unsere Autos erwiesen. Wir konnten Ferrari unter Druck setzen, aber letztlich waren sie doch etwas zu stark für uns. Nachdem wir hier auf dieser anspruchsvollen Strecke mit der Poleposition und den Rennresultaten gut abgeschnitten haben, wollen wir nun auch in Indianapolis am kommenden Wochenende etwas bieten.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Für das ganze Team ist es wichtig, dass es aufwärts geht. Das war heute ein sehr abwechslungsreiches Rennen mit unterschiedlichen Strategien. Für unser Team war es das beste Ergebnis des Jahres. Vor allem Ralf hat im Qualifying und im Rennen hervorragende Leistungen gezeigt. Beide Autos liefen auf dieser Strecke, die dem BMW Motor und den Bremsen alles abverlangt, problemlos. In Verbindung mit dem Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war dies ein ganz besonderes Wochenende für BMW Motorsport.
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Alt 14.06.2004, 12:04     #34
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GP Kanada - Disqualifikation - Statement von Sam Michael ( in engl.)

Montreal, 13th June 2004

In view of the disqualification by the FIA of both the cars of the BMW WilliamsF1 Team in the Canadian Grand Prix today, here is a statement from Sam Michael, Technical Director:

"The front brake ducts of Ralf and Juan Pablo's car are not in accordance with the regulations. It was a mistake and it was unintentional.

There was no performance gain and no gain for brake cooling because the inlet area was not bigger. However the duct is not in compliance with the technical regulations, therefore we accept the FIA decision."
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Alt 14.06.2004, 12:11     #35
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Großer Preis der USA, 18.-20. Juni 2004 - VORSCHAU

Nach dem Großen Preis von Kanada bleibt dem BMW WilliamsF1 Team keine Verschnaufpause. Mit dem Fallen der Zielflagge begann das Team schon mit den Reisevorbereitungen für den Großen Preis der USA, der bereits am kommenden Sonntag, dem 20. Juni, in Indianapolis stattfindet. Die Teams haben nach dem Doppelpack Monaco-Nürburgring erneut zwei GP binnen acht Tagen zu bewältigen. Der Große Preis der USA ist der neunte WM-Lauf und beschließt die erste Saisonhälfte der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2004.

In Indianapolis erwartet die Formel 1 ein äußerst schwieriger Parcours. Ein Vollgas-Streckenabschnitt des legendären Ovals, auf dem alljährlich die Indy 500 ausgetragen werden, bildet zusammen mit einem vor vier Jahren eigens für die Formel 1 erbauten kurvenreichen Innenraum ein extrem ungleiches Paar.

Juan Pablo Montoya:

Für mich ist es immer ein großartiges Gefühl, in den USA wieder ein Rennen zu fahren, und ganz besonders auf dem Brickyard. Diese vielen Menschen auf den Tribünen zu sehen, gibt mir immer eine extra Portion Motivation und erinnert mich an meine Zeit in der CART-Serie und meinen Sieg bei den Indy 500 im Jahr 2000. Natürlich verbinde ich auch weniger schöne Erinnerungen mit der Strecke, immerhin habe ich dort im vergangenen Jahr meine Chance auf die Fahrer-WM verloren. Aber so ist der Rennsport eben, ich habe den Ärger längst hinter mir gelassen. Ich freue mich auch darauf, ein paar alte Freunde wieder zu sehen, und ich bin sicher, es werden auch wieder viele kolumbianische Flaggen zu sehen sein. Für mich ist der Grand Prix der USA eine Art Heimrennen. Ich habe eine Weile in den Vereinigten Staaten gelebt und fahre auch jetzt immer wieder sehr gerne nach Miami, wo meine Familie lebt.

Der Kurs selbst ist schnell, sogar noch etwas schneller als Montréal. Das Infield allerdings ist eine sehr langsame Passage. Diese Kombination macht die Abstimmungsarbeit extrem anspruchsvoll und wichtig. Bislang hatte ich keine allzu gute Saison, aber ich hoffe wirklich, dass sich das Blatt im Speedway wendet.

Ralf Schumacher:

Direkt nach dem Rennen in Kanada werde ich in den USA ein paar Tage Ruhe genießen, bevor es dann ab Donnerstag wieder zur Sache geht. Dabei hab’ ich irgendwie das Gefühl, dass mich Indianapolis nicht so richtig mag. Ich warte dort noch auf einen großen Erfolg, die vergangenen beiden Jahre waren ziemlich frustrierend. 2002 der Unfall mit meinem Teamkollegen, 2003 der Dreher im Regen praktisch in Führung liegend.

Dabei ist Indy als Hochburg des amerikanischen Rennsports schon etwas Besonderes! Ich mag den Kurs, weil er viel Rhythmus hat – er ist sehr schnell, und man kann überholen. Dafür sorgt die lange Gerade, und speziell die erste Kurve eingangs der Steilwand ist eine gute Stelle zum Angreifen. Technisch ist die Strecke verdammt anspruchsvoll: Auf besagter Geraden, auf der man über 20 Sekunden lang Vollgas gibt, ist nichts als Power gefragt. Die haben wir, dank BMW. Im extra für die Formel 1 gebauten Infield dagegen braucht man vor allem Abtrieb in den vielen Kurven. Von daher muss man beim Set-up einen schwierigen Kompromiss finden, um diese Gegensätze in den Griff zu kriegen. Aber ich denke, dass wir gut vorbereitet sein werden, vielleicht ist ja auch für mich einmal ein erfolgreiches Abschneiden in Indianapolis drin.

Sam Michael (Technical Director WilliamsF1):

Nach den guten sportlichen Leistungen im Qualifying und im Rennen in Montréal freuen wir uns auf das zweite Rennen unserer Amerika-Tournee. Ähnlich wie der Kurs in Kanada ist auch Indianapolis eine Strecke, auf der mit verhältnismäßig wenig Abtrieb gefahren wird. Allerdings stellt der Steilwand-Abschnitt im Oval andere Ansprüche an die Reifen und Bremsen. Für die Fahrzeugabstimmung gelten dort insgesamt andere Regeln.

Michelin wird uns beim USA Grand Prix mit zwei neuen Reifenvarianten ausstatten. Wir haben sie bereits getestet, und die Ergebnisse waren ermutigend. Sie sollten in Indianapolis gut funktionieren.

Die Rennstrategie wird erneut eine interessante Aufgabe, ich erwarte wieder einen Mix aus Zwei- und Dreistopp-Strategien. Außerdem haben wir für Indianapolis einige mechanische Verbesserungen für unsere Autos vorbereitet.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Wir freuen uns sehr auf den Einsatz in den USA, dem größten Markt von BMW. Dass die Formel 1 seit dem Jahr 2000 auf der berühmtesten Rennstrecke der Vereinigten Staaten antritt, ist ein großes Plus. Indianapolis ist einfach der Nabel des Motorsports in Nordamerika.

So komplex die Fahrzeugabstimmung für die gegensätzlichen Anforderungen des Formel-1-Kurses in Indianapolis ist, so extrem sind die Anforderungen für den BMW P84 Motor. Nirgendwo fährt die F1 so lange am Stück Bleifuß wie in Indy. Der 1780 Meter lange Oval-Abschnitt wird unter Volllast gefahren, insgesamt über 20 Sekunden lang. Die Fahrer reißen die Gänge hoch und fahren schließlich gut zehn Sekunden lang im siebten Gang. Zum Vergleich: Die zweitlängste Gerade erwartet uns in Monza. Dort bedeuten 1236 Meter 14 Sekunden Volllast am Stück, davon die Hälfte in der höchsten Schaltstufe.

Für den BMW P84 Motor bedeutet die lange Volllastpassage in Indianapolis einen extremen Härtetest mit höchsten thermischen und mechanischen Belastungen. Trotzdem werden wir auch dort im Rennen Qualifying-Drehzahlen und –Leistung fahren. Welchen Top-Speed wir letztlich auf der Geraden erreichen, hängt natürlich maßgeblich von der Aerodynamikabstimmung des Autos ab. Also davon, wie viel Flügel wir zu Gunsten des Anpressdrucks im kurvigen Innenraum in den Wind stellen werden.

Zahlen und Fakten
  • Der Indianapolis Motor Speedway wurde 1909 als 2,5-Meilen-Oval gebaut. Sein damaliges Ziegelsteinpflaster erklärt den bis heute gebräuchlichen Spitznamen „Brickyard“. 1911 wurde hier erstmals das berühmte 500-Meilen-Rennen ausgetragen.
  • Beim 500-Meilen-Rennen wird entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren, die Formel 1 fährt im Uhrzeigersinn und nutzt nur einen Teil des Ovals. Für die F1 wurde im Jahr 2000 ein enger, gewundener Streckenabschnitt im Innenraum fertig gestellt. Inklusive der Anbindung an das Oval hat der GP-Kurs so 13 Kurven (vier Links- und neun Rechtskurven).
  • Die Gerade, Teil des Ovals, ist die längste im GP-Kalender. Sie misst 1830 Meter, das bedeutet über zehn Sekunden lang Vollgas im siebten Gang.
  • Die Formel-1-Rennstrecke von Indianapolis ist 4,192 km lang. Das 73-Runden-Rennen führt über eine Gesamtdistanz von 306,016 km.
  • 2004 startet die Formel 1 zum fünften Mal in Folge zum Großen Preis der USA in Indianapolis. Die bisherigen Sieger waren Michael Schumacher (2000, Ferrari), Mika Häkkinen (2001, McLaren-Mercedes), Rubens Barrichello (2002, Ferrari), Michael Schumacher (2003).
  • Der erste Grand Prix der USA fand 1959 in Sebring statt und wurde von Bruce McLaren auf Cooper Climax gewonnen. 1960 wechselte die Formel 1 nach Riverside, im Folgejahr dann nach Watkins Glen, wo bis 1980 insgesamt 20 WM-Läufe durchgeführt wurden. Von 1976 bis 1983 trat die F1 zusätzlich acht Mal zum Grand Prix USA-West in Long Beach an. Die Achtziger sahen außerdem zwei F1-Rennen in Las Vegas, eins in Dallas und sieben in Detroit. Von 1989 bis 1991 war Phoenix Austragungsort des GP der USA. Insgesamt starteten Formel-1-Fahrzeuge bisher 47 Mal in den USA.
  • WilliamsF1 gewann fünf Mal in den USA: 1980 Alan Jones, Watkins Glen; 1981 Jones, Las Vegas und Long Beach; 1984 Keke Rosberg, Dallas; 1985 Rosberg, Detroit.
  • Nelson Piquet siegte 1984 in Detroit mit einem Brabham BMW.
  • 2003 qualifizierten sich Montoya und Schumacher in Indianapolis für die Startplätze vier und fünf. Bei schwierigen Wetterbedingungen (zeitweise Regen) kam Montoya als Sechster in Ziel. Er hatte bei einsetzendem Regen eine umstrittene Drive-Through-Penalty wegen einer Kollision mit Barrichello antreten müssen und dadurch den optimalen Zeitpunkt zum Reifenwechsel verpasst. Sein Teamkollege drehte sich in der 22. Runde an zweiter Position mit Trockenreifen fahrend auf nasser Bahn ins Aus.
  • Die Rennstrecke von Indianapolis hat für Montoya besondere Bedeutung. Im Jahr 2000 schrieb der Kolumbianer Motorsportgeschichte, als er beim legendären 500-Meilen-Rennen auf Anhieb siegte. Seit 1966 (Graham Hill) hatte niemand mehr diesen Klassiker im ersten Anlauf gewonnen.
  • Im Vorjahr war der GP der USA der vorletzte von 16 WM-Läufen. Montoya trat damals noch mit Chancen auf den Fahrertitel an, das BMW WilliamsF1 Team hielt seine Chancen auf den Weltmeistertitel der Konstrukteure knapp offen.
  • Den gültigen F1-Rundenrekord stellte Vorjahressieger Michael Schumacher 2003 in 1.11,473 Minuten auf. Die Poleposition hatte 2003 Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) in 1,11,670 erzielt.
  • Das Rennen wird um 12.00 Uhr (19.00 Uhr in Deutschland) am Sonntag, dem 20. Juni 2004, gestartet.
  • Indianapolis, die Hauptstadt des US-Bundesstaates Indiana, zählt 860.454 Einwohner. Sie ist die zwölftgrößte Stadt der USA. Indianapolis, eine auf dem Reißbrett geplante Stadt, wurde 1821 gegründet.
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Alt 22.06.2004, 12:16     #36
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Großer Preis der USA – 1. und 2. FREIES TRAINING 18. Juni 2004

Wetter: trocken, sonnig; 28-31°C Luft, 45-53°C Asphalt, 49-60% Luftfeuchtigkeit

Indianapolis (USA). Die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams erlebten einen reibungslosen ersten Tag in Indianapolis. In den allgemein durch Dreher und Rote Flaggen ereignisreichen freien Trainings belegte Juan Pablo Montoya die Plätze vier und drei. Ralf Schumacher kam auf die Positionen zehn und sechs. Der Große Preis der USA am Sonntag ist für das Team der 100. Grand Prix mit dem brasilianischen Kraftstoff-Partner Petrobras.

Juan Pablo Montoya: 1. Training: 4. (1.12,008 min)

Chassis: FW26 06 (T-Car FW26 03) 2. Training: 3. (1.10,982 min)


Wir sollten uns für das Qualifying und auch bezüglich der Rennabstimmung zwar noch steigern, aber ich bin schon recht zufrieden. Es ist allerdings noch zu früh, um wirklich beurteilen zu können, wie gut wir hier im Verhältnis zur Konkurrenz sein können. Ich finde beide Reifenmischungen, die Michelin mitgebracht hat, ziemlich gut. Nach einem ausführlichen Datenvergleich werden wir uns für eine entscheiden.

Ralf Schumacher: 1.Training: 10. (1.12,850 min)

Chassis: FW26 07 2. Training: 6. (1.11,530 min)


Im Großen und Ganzen kann ich mit dem heutigen Tag zufrieden sein. Der Kurs war noch sehr schwierig zu fahren, weil der Belag noch sehr rutschig ist. Ich habe meinen Reifenvergleich erledigt und mich auf die Abstimmungsarbeit konzentriert. Da wartet zwar noch einiges an Arbeit auf uns, aber ich blicke den nächsten Einheiten sehr zuversichtlich entgegen.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):

Es war ein produktiver erster Tag, wir haben uns auf die Rennabstimmung konzentriert. Es gab keinerlei Zuverlässigkeitsprobleme, und wir haben auch genug Daten erfasst, um eine fundierte Reifenwahl treffen zu können. Heute Abend werden wir uns intensiv der Arbeit an der Fahrzeugabstimmung für das morgige Qualifying widmen, aber auch die Daten für das Renn-Set-up auswerten.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Der Freitag ist unser Arbeitstag für die Abstimmung und die Reifenwahl. Beide Fahrer haben ihr Programm diesbezüglich ohne Probleme absolvieren können. Wir haben in den ersten beiden Trainingssitzungen viele Informationen gesammelt.
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Alt 22.06.2004, 12:19     #37
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Wetter: trocken, sonnig; 23-24°C Luft, 45-48°C Asphalt, 39-46% Luftfeuchtigkeit

Indianapolis (USA). Die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams werden erstmals in dieser Saison Seite an Seite starten. Juan Pablo Montoya qualifizierte sich vor dem Großen Preis der USA in Indianapolis für Startplatz fünf, Ralf Schumacher belegte im entscheidenden Einzelzeitfahren Rang sechs.

Juan Pablo Montoya: 5. (1.11,062 min)

Chassis: FW26 06 (T-Car FW26 03)


Ich bin ein bisschen enttäuscht. Ich glaube, das Auto kann mehr. Aber im Prequalifying und im Qualifying war die Balance einfach nicht perfekt, sonst hätten Ralf und ich noch bessere Startplätze herausfahren können. Unterm Strich denke ich, wir haben uns gut auf das Rennen vorbereitet, und ein Platz in der dritten Startreihe ist durchaus noch viel versprechend. Und ich würde den vielen Fans, die aus Kolumbien hierher gekommen sind und mich anfeuern, schon sehr gern eine Freude machen.

Ralf Schumacher: 6. (1.11,106 min)

Chassis: FW26 07


Das war eine solide Vorstellung. Ich denke, meine Runde war ganz akzeptabel. Im Prequalifying sah es etwas besser für uns aus, aber Probleme mit der Balance hatte ich auch da, wie schon am gesamten Wochenende. Der ständig drehende Wind und der Staub helfen auch nicht unbedingt, aber das ist schließlich für alle gleich. Wir werden sehen, was uns das Rennen bringt.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):

Es könnte immer besser sein, aber ich denke, unsere Ausgangspositionen für das Rennen sind nicht schlecht. Wir haben für beide Autos eine gute Rennabstimmung gefunden und sollten hier konkurrenzfähig sein. Die Heckflügeleinstellung ist hier in Indianapolis immer ein schwieriger Kompromiss. Im kurvigen Infield braucht man viel Anpressdruck, aber auf der langen Geraden will man möglichst wenig Luftwiderstand.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Der Ausgang des Qualifyings war bis zum letzten Fahrer offen. Unsere beiden Piloten starten nebeneinander aus der dritten Reihe. Sie waren zwar nicht ganz zufrieden mit der Balance ihrer Fahrzeuge, sehen sich aber dennoch gut gerüstet für das Rennen. Es gab keinerlei technische Probleme. Die Zuschauerkulisse war, wie immer hier in Indy, schon am Samstag sehr eindrucksvoll. Ich denke, wir können uns auf einen großen Renntag freuen.
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Alt 22.06.2004, 12:22     #38
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Indianapolis (USA). Aus für beide Fahrer des BMW WilliamsF1 Teams beim Großen Preis der USA in Indianapolis: Kurz vor Ende der zehnten Rennrunde verlor Ralf Schumacher wegen eines Reifenschadens hinten links die Kontrolle über seinen FW26 und prallte rückwärts gegen die Streckenbegrenzungsmauer. Er wurde zur gründlichen Untersuchung erst ins Medical Center der Rennstrecke und dann in ein Krankenhaus in Indianapolis gebracht, wo Prellungen, aber glücklicherweise keine ernsteren Verletzungen diagnostiziert wurden. Zur Sicherheit wird er die Nacht im Krankenhaus verbringen.

Teamkollege Juan Pablo Montoya wurde nach 57 Runden von der Rennleitung wegen eines Regelverstoßes vom Rennen ausgeschlossen. In der Startaufstellung war sein Auto nicht angesprungen, daher entschied das Team, ihn im Ersatzauto aus der Boxengasse nachstarten zu lassen, was auch geschah. Montoya lag nach 56 Runden an Position drei, als fast zeitgleich sein zweiter Boxenstopp und der Ausschluss erfolgten.

Juan Pablo Montoya: T-Car Chassis: FW26 03
Ich bin froh, dass Ralf okay ist. Was mein Rennen angeht, bin ich sehr enttäuscht. Wegen eines technischen Problems in der Startaufstellung musste ich in das Ersatzauto wechseln, das diesmal ohnehin für mich abgestimmt war. Ich bin aus der Boxengasse nachgestartet, habe hart gekämpft und aufgeholt. Zeitweise war ich Zweiter! Realistisch war ein Platz unter den ersten Vier in Reichweite, aber dann kam die Schwarze Flagge. Das traurige Ende eines Wochenendes, das ganz gut zu werden schien. Positiv ist immerhin, dass mein Auto heute so schnell war, dass ich vom Ende des Feldes zur Spitze aufschließen konnte.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):

Zum Glück ist Ralf soweit okay. Ein Reifenschaden hat zu dem Unfall geführt, es war nicht sein Fehler. Die Ursache für die Schwarze Flagge für Juan Pablo war folgende: Als wir in der Startaufstellung den Motor per externem Anlasser starten wollten, gab es Probleme, den Anlasser am Heck des Autos aufzusetzen. Da entschieden wir, Juan solle ins T-Car wechseln. Laut Artikel Nummer 85 des FIA-Reglements hätte Juan die Startaufstellung 15 Sekunden vor dem Start der Einführungsrunde verlassen haben müssen. Wir waren wenige Sekunden zu spät dran. Zwei enttäuschende Grands Prix hintereinander sind natürlich nicht gut. Aber wir werden weiterhin kämpfen, um wieder nach oben zu kommen.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Natürlich steht das Rennen für uns unter dem Eindruck von Ralfs Unfall. Ich habe ihn noch während des Rennens im Medical Centre besucht, wo er gerade untersucht wurde. Wir haben sogar kurz miteinander gesprochen. Wir hoffen alle sehr, dass Ralf schnell wieder auf den Beinen ist. Bei Juans Auto gab es vor dem Start ein Problem mit dem Andocken des Anlassers ans Getriebe. Deshalb hat er das Rennen mit dem T-Car aus der Boxengasse aufgenommen. Er kämpfte sich dennoch in die Punkteränge und wurde dann 16 Runden vor Schluss aus dem Rennen genommen.

Test in Jerez: 23. bis 25. Juni.
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Großer Preis von Frankreich, 2.-4. Juli 2004 - VORSCHAU

Obwohl beide Überseerennen ohne messbare Resultate für das BMW WilliamsF1 Team blieben, hatte sich dort doch ein sportlicher Aufwärtstrend abgezeichnet. Zur Vorbereitung auf die beiden kommenden, erneut unmittelbar aufeinander folgenden Großen Preise von Frankreich und England hat das Team in Jerez neue Komponenten für den FW26 getestet. In Magny-Cours werden zwei erkennbar weiterentwickelte FW26 an den Start gehen.

Ralf Schumacher erholt sich nach seinem Rennunfall beim Großen Preis der USA in seiner Wahlheimat Österreich. Die Entscheidung, ob er zum Großen Preis von Frankreich antritt, wird Anfang kommender Woche getroffen.

Beim GP Frankreich vor einem Jahr hatte das BMW WilliamsF1 Team Erfolg auf ganzer Linie: Beide Fahrzeuge starteten aus der ersten Reihe, Ralf Schumacher vor Juan Pablo Montoya, und fuhren in dieser Reihenfolge einen Doppelsieg für das Team nach Hause. Es war der zweite Doppelerfolg in Folge. Obendrein erzielte Montoya die schnellste Rennrunde.

Juan Pablo Montoya:

Der Grand Prix in den USA scheint für mich verflucht zu sein. Im vergangenen Jahr habe ich dort meine letzten Chancen auf die Fahrer-WM verloren, und in diesem Jahr… Die Geschichte ist ja bekannt. Es war sehr enttäuschend für das Team, keine Punkte in Indianapolis zu ernten, wir hätten sie dringend gebraucht. Jetzt liegen aber die nächsten Rennen im Doppelpack vor uns, und ich bin doch zuversichtlich, dass es in Magny-Cours und in Silverstone besser für uns läuft.

Man muss nach vorn schauen: Der französische Grand Prix ist der Auftakt der zweiten Saisonhälfte, es gibt also noch eine Menge Punkte zu verteilen. 2003 haben Ralf und ich uns in Magny-Cours für die Startplätze eins und zwei qualifiziert und sind auch so ins Ziel eingelaufen. Es mag schwierig sein, diesen Erfolg 2004 zu wiederholen, aber wir wissen, dass wir auf der Strecke normalerweise gut unterwegs sind. Außerdem bringen wir einige Neuerungen mit nach Frankreich, die unser Auto verbessern sollten. Wir müssen zu unserer alten Form zurückfinden und die WM-Punkte aufholen, die wir aus Gründen verloren haben, die nichts mit unseren Leistungen auf der Strecke zu tun hatten.

Ralf Schumacher:

Es ist nun gerade einmal vier Tage her, dass ich nach meinem Unfall in Indianapolis aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich noch nicht entscheiden, ob ich in Magny-Cours antreten werde oder nicht. Ich nutze die knapp zwei Wochen Pause zwischen dem Rennen in den USA und dem Großen Preis von Frankreich, um mich von dem Unfall zu erholen. Wenn es Zeit ist, eine Entscheidung zu treffen, werde ich mit Formel-1-Arzt Prof. Sid Watkins und mit Frank Williams darüber beraten, wie wir am besten vorgehen.

Sam Michael (Technical Director WilliamsF1):

Nach zwei enttäuschenden Rennen in Nordamerika, wo unser Auto zwar konkurrenzfähig war, wir aber aus diversen Gründen trotzdem keine Punkte gesammelt haben, konzentrieren wir uns jetzt auf den Einsatz in Magny-Cours. Ralf erholt sich gut von dem Unfall in Indianapolis, aber es ist noch nicht klar, ob er rechtzeitig fit genug sein wird, um den GP Frankreich zu bestreiten. Anfang kommender Woche werden wir in der Lage sein, über die Fahrerbesetzung zu informieren.

Wir werden in Magny-Cours einige Aerodynamik-Verbesserungen am Auto haben. Sie sind Ergebnisse unserer kontinuierlichen Weiterentwicklung des FW26. Außerdem sollen verschiedene mechanische Modifikationen unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern, vor allem auf dieser Art von Rennstrecken. Der Kurs in Magny-Cours hat eine Hochgeschwindigkeitspassage, zwei schnelle Schikanen und eine Reihe von langsamen und mittelschnellen Kurven. Die Strecke ist an sich sehr eben, wobei sich das im Zuge der Erweiterung des letzten Abschnittes vor der Boxengasse etwas geändert hat. Die Rennstrategie dürfte angesichts der Länge der Boxengasse und des üblichen Reifenverschleißes eine ziemlich klare Sache sein.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Keine Frage, die Ereignisse bei den beiden Überseerennen, vor allem der Unfall von Ralf, sind für die gesamte Mannschaft belastend. Dennoch, und darüber sollten alle schlimmen Erfahrungen der jüngsten beiden Rennen nicht hinwegtäuschen: Es zeichnet sich ein Aufwärtstrend ab. Das haben Ralfs Poleposition in Montréal und die Leistungen beider Fahrer in den zwei Rennen gezeigt.

Der Kurs in Magny-Cours stellt streckenspezifisch eher durchschnittliche Anforderungen an den BMW P84 Motor. Im Vordergrund steht dennoch unverändert, keine Kompromisse bei der Standfestigkeit einzugehen. Gerade in Frankreich haben wir in der Vergangenheit häufig Hitzerennen erlebt, welche die thermische Belastbarkeit der Motoren auf die Probe gestellt haben. Ziel ist es, auch unter solchen Bedingungen das Leistungs- und Drehzahlpotential des P84 im Rennen voll auszuschöpfen.

Zahlen und Fakten
  • 2004 wird der Große Preis von Frankreich zum 13. Mal in Magny-Cours ausgetragen. Es ist der insgesamt 54. GP Frankreich. Der erste fand 1950 in Reims statt. 14 Mal startete die Formel 1 in Paul Ricard, elf Mal in Reims, je fünf Mal in Dijon und Rouen, vier Mal in Clermont-Ferrand und ein Mal in Le Mans.
  • Der ländlich gelegene Circuit de Nevers ist eine moderne Rennstrecke mit einem vergleichsweise ebenen Belag. Er bietet eine anspruchsvolle Kombination aus schnellen und langsamen Kurven sowie Überholmöglichkeiten.
  • WilliamsF1 hat in Magny-Cours bisher fünf Mal gewonnen und dort acht Polepositions erzielt. Den jüngsten Beitrag zu dieser Erfolgsliste leistete Ralf Schumacher mit seiner Qualifying-Bestzeit (1.15,019 Minuten) und dem Sieg im Vorjahr. Er war es auch, der 2001 in Frankreich die erste Poleposition seit Bestehen des BMW WilliamsF1 Team erzielte. 2002 war Juan Pablo Montoya von der Poleposition gestartet. Der Kolumbianer fuhr im Vorjahr die schnellste Rennrunde in 1.15,512 Minuten.
  • Seit den Umbauten für den Grand Prix 2003 misst die Strecke 4,411 Kilometer, zuvor waren es 4,251 Kilometer. Die Renndistanz (70 Runden) beträgt 308,586 Kilometer.
  • Das Rennen wird am Sonntag, dem 4. Juli 2004, um 14.00 Uhr gestartet.
Mit 36 Punkten belegt das BMW WilliamsF1 Team nach neun von 18 Grands Prix Platz vier in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
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Viele Grüße Hermann

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Alt 02.07.2004, 18:03     #40
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GP Frankreich – 1. und 2. FREIES TRAINING 2. Juli 2004

Wetter: wechselhaft, Schauer; 19-21°C Luft, 22-32°C Asphalt, 57-77% Luftfeuchtigkeit

Magny-Cours (FRA). Wechselhaftes Wetter mit Schauern und ein Ausritt von Juan Pablo Montoya haben den ersten Trainingstag zum Großen Preis von Frankreich für das BMW WilliamsF1 Team geprägt. Das Team war am Freitag erstmals mit dem aerodynamisch überarbeiteten FW26 unterwegs. Montoya kam im zweiten freien Training auf Rang elf, im ersten Durchgang war er nach einem Unfall ohne Zeit geblieben. Marc Gené, der in Magny-Cours den verletzten Ralf Schumacher vertritt, belegte die Ränge drei und 14.

Juan Pablo Montoya:

1. Training: 23. (keine Zeit)

2. Training: 13. (1.17,556 min)

Chassis: FW26 06 (T-Car FW26 03)


Das war nun wirklich nicht der beste Auftakt. Ich bin im ersten Training ausgerutscht. Es hat geregnet, und das Aquaplaning war so stark, dass ich das Auto plötzlich nicht mehr halten konnte. Der Unfall war heftig, das Auto wurde stark beschädigt. Immerhin hatte ich Glück und habe mich nicht verletzt. Nachdem mein Auto dann gründlich überprüft und wieder instand gesetzt war, konnte ich in der zweiten Hälfte des zweiten Trainings noch fahren. Für diese Leistung möchte ich mich bei den Mechanikern bedanken. Viele Runden waren bei diesen Wetterverhältnissen aber trotzdem nicht drin.

Marc Gené:

1.Training: 3. (1.19,348 min)

2. Training: 14. (1.17,688 min)

Chassis: FW26 05


Bei den wechselhaften Bedingungen heute war das Training kein leichter Job. Aber ich konnte immerhin doch einige Runden am Stück fahren und denke, wir haben einen akzeptablen Datenumfang für die Reifenwahl und die Abstimmung gesammelt. Über die Wettbewerbssituation sagt das heutige Training nichts aus, die Voraussetzungen haben sich ja ständig verändert. Ich bin recht zufrieden mit meiner Leistung. Aber meine Rundenzeit ist schwer einzuordnen, weil ich als einer der ersten mit Trockenreifen auf die Strecke gegangen bin. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Abstimmungsarbeit für morgen.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):

Das war ein schwieriger erster Tag für uns, vor allem durch Juans Unfall. Die Mechaniker waren aber sehr schnell und haben das Auto rechtzeitig zum zweiten Training wieder repariert. Marc hat ebenfalls gute Arbeit geleistet. Wir sind zwar heute weniger Runden gefahren als wir wollten, aber die neuen Aerodynamik-Teile, die wir hier in Magny-Cours erstmals einsetzen, scheinen erwartungsgemäß zu funktionieren. Über unsere Konkurrenzfähigkeit wird der morgige Tag mehr Aufschluss geben.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Nachdem sich in beiden Trainings Trockenheit und Regenschauer abwechselten, war kein geordnetes Abstimmungsprogramm möglich. Die meisten verwertbaren Runden sind bei diesen Verhältnissen Marc gelungen, der damit wichtige Daten für die Reifenentscheidung einfahren konnte. Zum Glück blieb der BMW P84 Motor bei Juans Unfall unversehrt. Dickes Kompliment an die ganze Mannschaft, die das Auto in zweieinhalb Stunden wieder fahrbereit gemacht hat.
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