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Alt 27.11.2002, 22:54     #1
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Großer Preis von Frankreich - 19.-21. Juli 2002 - Vorschau

Nachdem die Wetterkapriolen des englischen Sommers in Silverstone für einen ebenso spannenden wie schwierigen Grand Prix gesorgt haben, ist in Magny-Cours mit etwas klareren Bedingungen zu rechnen: Charakterisierend für den französischen GP sind warmes Sommerwetter, eine bemerkenswert ebene Strecke und schnelle Kurven.

Trotz des Wetters brachte das Rennen in Silverstone einige ermutigende Erkenntnisse für das BMW WilliamsF1 Team. Das neue Aerodynamik-Paket des FW24 hat sich als klarer Fortschritt erwiesen, dies unterstrichen auch Juan Pablo Montoyas fünfte Poleposition und sein dritter Platz im Rennen. Ralf Schumacher glänzte 2001 in Magny-Cours mit der Poleposition und Platz zwei im Rennen. Das BMW WilliamsF1 Team reist zuversichtlich zum elften Lauf der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2002.

Juan Pablo Montoya:
Ich finde Magny-Cours eine ziemlich gute Strecke und rechne mit einem guten Rennen für uns. Dass dieser GP das Heimrennen von Michelin ist, macht die Sache zusätzlich interessant. Planmäßig sollen uns in Magny-Cours erstmals weiter verbesserte Reifen zur Verfügung stehen, die sich über die Distanz konstanter verhalten. Gar keine Frage: Ich hoffe, dass ich das Rennen zu Ende fahren und Punkte sammeln kann. Im Vorjahr fiel ich an zweiter Position fahrend aus. Ich muss jetzt meine Position in der Fahrer-WM stärken.

Ralf Schumacher:
Einmal abgesehen von dem Problem mit der Tankanlage in Silverstone, das wir lösen werden, hat das Rennen dort gezeigt, dass wir im Trockenen sehr wohl einen Schritt nach vorne gemacht haben. Die neuen Aerodynamikteile und die intensive Testarbeit in Bezug auf Traktion und Reifen hat uns weiter gebracht, konkurrenzfähiger gemacht. Wir müssen uns eben Schritt für Schritt verbessern, und das sollte uns auch in Magny-Cours gelingen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich noch keine Lust, meinem Bruder schon in Frankreich zum WM-Titel zu gratulieren. Ich würde das gerne so lange wie möglich hinauszögern.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Das BMW WilliamsF1 Team sollte in Magny-Cours konkurrenzfähig sein. Wir sind zuversichtlich, mit unserem modifizierten Auto eine starke Vorstellung bieten zu können. Die Strecke hat eine Hochgeschwindigkeitspassage, einige recht schnelle Schikanen und eine Reihe von langsamen und mittelschnellen Kurven. Eine gute Traktion wird entscheidend sein, und bei der Reifenwahl werden wir auf Grund des glatten Streckenbelags eher in Richtung weich tendieren. Man kann für die schnellen Passagen auch eine straffere Abstimmung fahren, ohne für die langsameren Sektionen zu große Kompromisse machen zu müssen. Die Rennstrategie ist normalerweise eine klare Sache in Magny-Cours. Eine gute Überholmöglichkeit bietet sich am Ende der langen Gegengerade.

Gerhard Berger (BMW Motorsport Direktor)
In Magny-Cours erwarten uns eine mittelschnelle Strecke und voraussichtlich ein richtiges Sommerrennen. Beim zurückliegenden GP in Silverstone ist es uns wieder einmal gelungen bei einer Siegerehrung dabei zu sein, und wir hoffen in Frankreich auf weitere gute Resultate. Bei der Konstanz, die Ferrari momentan an den Tag legt, wird Michael Schumacher dort womöglich schon Weltmeister. Und auch wir wollen unserem Ziel ein Stück näher kommen: Wir wollen unseren zweiten Rang in der Konstrukteurs-WM gegen unseren Hauptgegner McLaren festigen. Dabei sollten uns das in Silverstone erstmals eingesetzte Aerodynamik-Paket helfen und auch die Testarbeit, die sich derzeit auf die Reifenentwicklung konzentriert, um im Rennen konstanter zu werden.

Zahlen und Fakten
· WilliamsF1 hat vier der elf seit 1991 in Magny-Cours ausgetragenen Grands Prix gewonnen und dort sechs Polepositions erzielt; 2001 die bis dato letzte .
· Im vergangenen Jahr feierte das BMW WilliamsF1 Team in Magny-Cours die erste Poleposition ihrer deutsch-englischen Partnerschaft. Ralf Schumacher qualifizierte sich an seinem 26. Geburtstag mit einer Runde in 1.12,989 min für Startplatz eins.
· Das Rennen am 21. Juli wird der 52. Grand Prix von Frankreich sein. Seit der Premiere 1950 wurde er auf sieben verschiedenen Strecken ausgetragen, vor Magny-Cours waren dies Reims, Rouen, Clermont-Fèrrand, Le Mans, Le Castellet und Dijon-Prenois. Nur der Große Preis der USA wurde an mehr Orten ausgetragen, an insgesamt neun.
· Die Chancen für ein Hitzerennen sind in Magny-Cours hoch. Das stellt hohe Ansprüche an die Kühlsysteme. Während des Rennens im Jahr 2000 lag die durchschnittliche Lufttemperatur bei 30°C, die Asphalttemperatur bei 35°C. Im vergangenen Jahr betrugen die Durchschnittswerte am Sonntag Nachmittag 28°C Luft- und 46°C Asphalt-Temperatur.
· Die Strecke misst 4,251 Kilometer, die Renndistanz (72 Runden) beträgt 305,886 Kilometer.
· David Coulthard (McLaren-Mercedes) stellte im vergangenen Jahr den Rundenrekord auf: 1.16,088 min (201.130 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit).
· Ferrari-Ass Michael Schumacher siegte im vergangenen Jahr vor seinem Bruder Ralf. Juan Pablo Montoya war von Platz sechs gestartet und lag im Rennen an zweiter Position, ehe er mit Motorschaden ausfiel.
· Das Rennen wird am Sonntag, dem 21. Juli 2002, um 14.00 Uhr gestartet.
· In Magny-Cours ist eine Zwei-Stopp-Strategie üblich. Die Boxenstopp-Fenster liegen in der Regel zwischen den Runden 22 und 27 für den ersten Halt und zwischen den Runden 44 und 50 für den zweiten Service. Der Reifenverschleiß wird in Magny-Cours als mittelmäßig eingestuft.
· Zwischen dem Fallen der Zielflagge am Sonntag in Frankreich und dem ersten freien Training zum Großen Preis von Deutschland liegen gerade einmal vier Tage. Die Autos müssen in den Boxen von Magny-Cours zerlegt werden, dort werden auch schon Motoren und Getriebe gewechselt. Montag Morgen verladen die Mechaniker die FW24 in die Trucks für die Reise nach Hockenheim. Die Zeit reicht nicht, um die Autos wie üblich in die Zentrale nach Grove zu schicken. Alle benötigten Teile müssen direkt nach Hockenheim versandt werden. Dort nehmen die Mechaniker die Arbeit am Mittwoch wieder auf. Durch diesen Zeitplan reduziert sich die zur Verfügung stehende Vorbereitungszeit von durchschnittlich sechs Tagen auf nur zwei Tage
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Alt 27.11.2002, 23:14     #2
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Großer Preis von Frankreich - Freies Training 19. Juli 2002

Wetter: trocken, sonnig, 24°C Luft

Im sonnigen Magny-Cours erlebte das BMW WilliamsF1 Team einen unproblematischen Auftakt zum Großen Preis von Frankreich: Ralf Schumacher fuhr im ersten freien Training am Freitag 37 Runden und belegte Platz fünf, Teamkollege Juan Pablo Montoya spulte 36 Runden ab und rangiert an Platz zehn.

Ralf Schumacher: 5.
Chassis: FW24 06 (T-Car FW24 02)
Schnellste Runde: 1.14,970 min
Bei uns lief so weit alles nach Plan, wir haben Einiges ausprobieren können. Bezüglich der Reifen sind wir uns noch nicht ganz sicher, welche wir nehmen werden. Das Auto insgesamt ist schon recht gut, aber ein paar Verbesserungen sollten uns schon noch gelingen

Juan Pablo Montoya: 10.
Chassis: FW24 05
Schnellste Runde: 1.15,271 min
Für mich war es ein recht schwieriger Tag. Ich kämpfe noch etwas mit der Balance meines Autos, eigentlich auf der gesamten Strecke. Der Kurs ist sehr rutschig, und in der zweiten Stunde habe ich mich gedreht und bin im Kiesbett gelandet. Ich bin zwar nicht stecken geblieben, musste aber zur Box. Das hat etwas Trainingszeit gekostet. Jetzt werden wir uns auf Verbesserungen für das Qualifying konzentrieren.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Wir haben heute die meiste Zeit darauf verwendet, die beiden verschiedenen Reifenmischungen auszuprobieren, die Michelin uns hier anbietet. Außerdem haben wir verschiedene Kühler-Optionen unserer neuen Karosserie getestet, um für Sonntag auf der sicheren Seite zu sein. Wir haben außerdem einige Abstimmungsvarianten gefahren. Uns ist bewusst, dass wir bis zum morgigen Qualifying noch einige Punkte abarbeiten müssen.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Beide Fahrer haben ihr Programm absolviert. Die Besonderheit hier sind die im Vergleich zu den zurückliegenden Rennen hohen Temperaturen. Michelin hat 44 Grad Asphalttemperatur gemessen. Auf der Motorenseite lief alles nach Plan.
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Alt 27.11.2002, 23:15     #3
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Großer Preis von Frankreich - Qualifikation 20. Juli 2002

Wetter: trocken, sonnig, 27°C Luft

Zum sechsten Mal in dieser Saison war Juan Pablo Montoya im Qualifying unschlagbar: Der Kolumbianer erzielte für das BMW WilliamsF1 Team vor dem Großen Preis von Frankreich eine weitere Poleposition. Teamkollege Ralf Schumacher startet am Sonntag in Magny-Cours von Platz fünf.

Juan Pablo Montoya: 1.
Chassis: FW24 05
Schnellste Runde: 1.11,985 min
Das war wirklich ein sehr gutes Qualifying, vielleicht mein bisher bestes. Wir haben nicht damit gerechnet, hier wieder die Poleposition zu erreichen. Wir glaubten, Ferrari sei hier einfach zu schnell. Meine letzte Runde war bis zur letzten Kurve wirklich sehr gut, doch da habe ich noch einen Fehler gemacht und Zeit verloren. Ich hatte ein hervorragendes Auto, wir haben kaum etwas verändert während des Qualifyings. Michelin hat einen großen Schritt nach vorn gemacht und uns Reifen mitgebracht, die sich sehr konstant verhalten und uns optimistisch in das morgige Rennen gehen lassen.

Ralf Schumacher: 5.
Chassis: FW24 06 (T-Car FW24 02)
Schnellste Runde: 1.12,424 min
Ich hatte noch Schwierigkeiten mit der Balance des Autos. Und ich muss zugeben, dass es mein Fehler ist, das bis zum Ende des Qualifyings nicht in den Griff gekriegt zu haben. Darüber ärgere ich mich genauso wie über den Fehler in der letzten Kurve auf meiner letzten schnellen Runde, da habe ich die Chance auf einen besseren Platz liegen lassen. Abgesehen davon ist mein Startplatz ja trotzdem nicht der schlechteste.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Das ist ein weiterer sehr schöner Teamerfolg. Juan hat seine fünfte Poleposition in Folge erzielt, das ist eine phantastische Leistung. Die Michelin-Reifen haben offensichtlich sehr gut funktioniert, und wir sehen dem morgigen Rennen mit größerer Zuversicht entgegen als dies bei den zurückliegenden Grands Prix der Fall war. Ralf war nicht so glücklich mit der Balance seines Autos und ist nicht ganz so weit nach vorn gekommen. Aber auch er war gut unterwegs und hat eine gute Ausgangsposition für das Rennen.

Gerhard Berger (BMW Motorsport Direktor):
Das war wieder einmal eine unglaubliche Vorstellung. Es macht einfach Spaß, Juan Pablo zuzuschauen. Er reizt das Potenzial des Autos bis zum Maximum aus. Im Gegensatz zu den vergangenen Rennen sind wir diesmal besser gerüstet. Wir haben beide Autos unter den ersten Fünf und damit eine sehr gute Ausgangssituation.
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Alt 27.11.2002, 23:16     #4
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Großer Preis von Frankreich - Rennen 21. Juli 2002

Wetter: trocken, sonnig, 25°C Luft

Nach einer tollen Vorstellung am Samstag im Qualifying blieb das BMW WilliamsF1 Team im Rennen hinter den Erwartungen zurück: Der von der Poleposition gestartete Juan Pablo Montoya belegte beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours Platz vier. Ralf Schumacher kam als Fünfter ins Ziel und konnte dort seinem Bruder Michael zu dessen fünften Weltmeister-Titel gratulieren.

Juan Pablo Montoya: 4.
Chassis: FW24 05
Schnellste Runde: 1.15,697min in Rd. 26 (fünftschnellste insgesamt)
Einmal mehr konnte ich den Vorteil der Poleposition nicht wirklich umsetzen. Ich hatte im Rennen große Probleme mit der Balance meines Autos, es war sehr schwer zu fahren. Unsere Reifenwahl war richtig für die höheren Temperaturen, die gestern im Qualifying herrschten, hat sich am Renntag aber nicht ausgezahlt. Je länger das Rennen dauerte, desto weniger Grip hatte ich. Michaels Titelgewinn ist toll für ihn. Er hat den besten Job gemacht, er hat das beste Auto und weiß es zu nutzen. Auf mich bezogen denke ich: Im vergangenen Jahr wurde ich Sechster der Fahrer-WM, gegenwärtig bin ich Zweiter. Nun ist es mein Ziel, diese Position zu festigen.

Ralf Schumacher: 5.
Chassis: FW24 06 (T-Car FW24 02)
Schnellste Runde: 1.15,584 min in Rd. 24 (viertschnellste insgesamt)
Wir haben mit unserem Auto einen relativ hohen Reifenverschleiß und hatten uns deshalb für die härtere der beiden Michelin-Reifenmischungen entschieden. Das hat sich am Ende als Nachteil erwiesen. Es ist auch nicht ganz so heiß geworden, wie wir gehofft hatten. Ich habe auf der Auslaufrunde von meinem Team erfahren, dass mein Bruder den Titel gewonnen hat. Gratulation an Michael, er hat die WM wirklich verdient.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Das ist ein wirklich enttäuschender Renntag für uns gewesen. Er hat schlicht gezeigt, dass wir nicht gut genug waren. Unsere Reifenwahl war wohl ein Fehler. Unsere Autos waren im Renntrimm nicht schnell genug. Am Ende blieb uns nur übrig, uns unter diesen Bedingungen so gut wie eben möglich zu verkaufen. Aber das ist natürlich nicht genug.

Gerhard Berger (BMW Motorsport Direktor):

Es gab bei uns keinerlei technischen Probleme. Wir haben mit beiden Autos Punkte gesammelt, das ist erfreulich. Aber wenn man von der Poleposition startet, hofft man natürlich auf einen Podiumsplatz. Wir wissen, dass wir uns gegenüber unseren Qualifying-Leistungen im Rennen noch steigern müssen. Jetzt gilt es, daran kontinuierlich weiter zu arbeiten. Denn McLaren hat einen großen Schritt nach vorn gemacht. Der Kampf um WM-Platz zwei wird noch sehr spannend werden. Das ist zumindest für die Zuschauer eine gute Nachricht. Ferrari hat einmal mehr bestätigt, dass das Team mit einer tollen Performance und einem Michael Schumacher, der wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, derzeit das Maß der Dinge in der Formel 1 ist. Da kann man nur gratulieren.
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