BMW-Treff   der Treffpunkt fuer alle BMW-Fans- und -Fahrer
 
BMW-Treff Forum   Bei Amazon bestellen und den BMW-Treff unterstützen Alle Werbepartner anzeigen - hier klicken




Home Hilfe Features Regeln Impressum Registrieren
Zurück   BMW-Treff Forum > Rund um BMW und den BMW-Treff > Motorsport > BMW Motorsport News
Kalender Alle Foren als gelesen markieren

 
Gehe zu  

Antwort
 
Themen-Optionen
Alt 25.07.2008, 15:22     #41
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Ungarn. 1. – 3. August 2008 11. von 18 WM-Läufen Vorschau.

München/Hinwil, 25. Juli 2008. In Ungarn wird es eng: Der Hungaroring vor den Toren Budapests ist ein winkliger Parcours, noch am ehesten vergleichbar mit den Anforderungen für den GP Monaco: maximaler Abtrieb und volle Konzentration. Überholen ist schwierig, der Grand Prix geriet schon häufig zur Prozession durch die staubige Puszta. Das Regenrennen von 2006 indes ging als Thriller in die F1-Geschichte ein. Das BMW Sauber F1 Team ist vor dem elften von 18 Läufen weiterhin Zweiter in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure. Robert Kubica und Nick Heidfeld haben in der Vergangenheit schon bewiesen, dass ihnen die Strecke liegt. Nachdem Heidfeld in Hockenheim viele Fans begrüßen konnte, freut sich Kubica jetzt auf Pilgerer aus dem nahen Polen.


Nick Heidfeld: „Ich bin auf dem Hungaroring immer sehr gut zurechtgekommen, mir liegt diese Strecke, und in unserer kurzen Teamgeschichte habe ich dort 2006 und 2007 jeweils einen Podestplatz geholt. 2006 war es der erste für unser Team nach einem irren Regenrennen. 2007 bin ich als Zweiter gestartet und erneut Dritter geworden. Auch von früher habe ich viele gute Erinnerungen an den Hungaroring. 1999 habe ich in Budapest vorzeitig meinen Formel- 3000-Titel gewonnen und gefeiert. Die Stadt ist wunderschön, ich mag die historischen Gebäude, die Lage am Fluss – Budapest hat sehr viel Charme, vor allem, wenn es richtig sommerlich ist.

Wenn es trocken ist, verstaubt die Strecke vor allem zu Beginn des Wochenendes immer sehr. Die Rennen sind anstrengend, weil es keine langen Geraden gibt, auf denen man sich ein bisschen entspannen könnte. Ich freue mich auf den Großen Preis von Ungarn und hoffe, dass wir dort wieder so stark sind wie in den vergangenen beiden Jahren.“


Robert Kubica: „Wir können sicher viele Fans aus Polen in Budapest erwarten. Der Große Preis von Ungarn ist das nächstgelegene Rennen zu meinem Heimatland, in gewisser Weise bekommt es dadurch für mich den Status eines Heimrennens. Auf dem Hungaroring bin ich 2006 mein erstes Formel-1-Rennen gefahren. Die Strecke des ersten Grand Prix bleibt für einen Fahrer immer etwas Besonderes, aber das ist nicht der einzige Grund, weswegen ich den Kurs mag. Er gibt einem kaum eine Verschnaufpause, man fährt fast die ganze Runde mit Lenkeinschlag, die Geraden sind sehr kurz. Der Hungaroring ist eine schwierige Strecke, aber in der Formel 1 geht es schließlich um Herausforderungen.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor: „In den vergangenen beiden Jahren waren die Großen Preise von Ungarn sehr spannend für uns. 2006 hat uns das Wetter einen Krimi beschert, 2007 hat uns eine offensive Strategie extrem gefordert und ist mit einem Podestplatz auch aufgegangen. 2008 in Budapest zum dritten Mal in Folge auf das Podium zu fahren, ist das Ziel. Pflicht ist, mit beiden Autos im Qualifying solide unter die schnellsten Zehn zu fahren und im Rennen wieder ordentlich WM- Punkte zu sammeln. Der Hungaroring stellt hohe Ansprüche an die Aerodynamik und die Bremsen der Fahrzeuge. Der Volllastanteil liegt mit 58 Prozent im unteren Bereich. Kritisch für den Antriebsstrang können aber die Temperaturen werden. Im August ist es gewöhnlich heiß in Budapest, und diese Hitze staut sich im Kessel der Rennstrecke. Das niedrige Durchschnittstempo tut ein Übriges, die Kühlung ans Limit zu treiben.“


Willy Rampf, Technischer Direktor: „Der Hungaroring ist nach Monaco diejenige Strecke mit der niedrigsten Durchschnittsgeschwindigkeit. Speziell im mittleren Streckenabschnitt folgt eine Kurve der anderen, und die Start-Zielgerade ist relativ kurz. Entsprechend fährt man maximalen Abtrieb. Überholen ist sehr schwierig, das muss man bei der Rennstrategie berücksichtigen. Die Piste ist jeden Tag aufs Neue sehr sandig, der Grip-Level entsprechend niedrig. Untersteuern kann die Folge sein. Wir verwenden hier die weichsten Reifenmischungen. Bei der Abstimmung des Autos konzentriert man sich vor allem auf den Mittelsektor, der aus vielfältigen Kurvenkombinationen besteht sowie auf die letzten Kurven vor der Start-Ziel-Geraden, die sehr eng sind und gute Traktion erfordern. Wegen der Streckenführung sowie den oft hohen Außentemperaturen fährt man mit maximaler Kühlung.“


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum Hungaroring/3. August 2008 Startzeit (lokal/UTC) 14:00 Uhr/12:00 Uhr

Runde/Renndistanz 4,381 km/306,458 km (70 Runden)

Kurven 8 Rechts- und 6 Linkskurven

Sieger 2007 Lewis Hamilton, Vodafone McLaren Mercedes, 1:35.52,991 Stunden

Poleposition 2007 Lewis Hamilton, Vodafone McLaren Mercedes, 1.19,781 Minuten

Schnellste Runde 2007 Kimi Räikkönen, Scuderia Ferrari Marlboro, 1.20,047 Minuten


Daten 2006 (Rennen):

Volllastanteil: 58 %
Topspeed: 291 km/h
Längste Volllastpassage: 11 sec / 750 m
Gangwechsel pro Runde: 50
Reifenverschleiß: mittel bis hoch
Bremsverschleiß: hoch
Abtriebslevel: sehr hoch



Historie und Hintergrund: Zum 23. Mal wird ein GP Ungarn ausgetragen, alle Läufe fanden auf dem Hungaroring statt. Seit der Premiere 1986 wurde die Strecke wiederholt umgebaut, zuletzt für den GP 2003. Damals verlängerte sich der Kurs von 3,975 Kilometer auf 4,381 Kilometer. Die heutige Variante ist die längste, die es je gab. Selbst die erste Streckenführung (1986 bis 1988) maß nur 4,014 Kilometer. Der Hungaroring liegt etwa 20 Fahrminuten nordöstlich der Innenstadt. Budapest ist die größte Stadt Ungarns und wirtschaftliches sowie kulturelles Zentrum des Landes. Die Hauptstadt zählt fast 1,7 Millionen Einwohner. Vor allem die Donau als Handelsstraße, aber auch zahlreiche heiße Quellen haben zum Aufstieg der Stadt beigetragen. 1873 wurden die bis dahin eigenständigen Städte Buda, Pest und Óbuda vereinigt. Die Kettenbrücke (Bauzeit 1839-49) zwischen dem hügeligen, westlichen Buda und dem flachen, östlichen Pest ist ebenso ein Wahrzeichen der Stadt wie das barocke Königsschloss auf der Buda-Seite.
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten

Zu viel Werbung? Registriere Dich / Melde Dich an. Kostenfrei!




Alt 01.08.2008, 15:44     #42
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Ungarn – Training, Freitag – 01.08.08

Wetter: trocken, Sonne und Wolken, 25-28°C Luft, 29-36°C Asphalt


Budapest (HU). Das BMW Sauber F1 Team erlebte einen unspektakulären Auftakt zum Großen Preis von Ungarn. Nick Heidfeld und Robert Kubica spulten in Budapest ihr Programm zur Rennvorbereitung ab. Nach anfänglicher Unzufriedenheit mit der Fahrzeugbalance stellten sich zum Schluss des zweiten 90-Minuten-Trainings Verbesserungen ein.


Nick Heidfeld: BMW Sauber F1.08-07 / BMW P86/8
1. Training: 9., 1.22,370 min / 2. Training: 7., 1.21,138 min
„Es lief erstmal gar nicht gut. Vermutlich haben viele Fahrer anfangs Probleme mit körnenden Reifen gehabt, da war ich wohl nicht der einzige. Aber ich fand die Balance meines Autos ausgesprochen bescheiden. Wir haben in beiden Trainings diverse Änderungen gemacht, die aber nicht viel gebracht haben. Zum letzten Outing haben wir dann größere Veränderungen vorgenommen, und zum Glück hat sich gezeigt, dass das ein Schritt in die richtige Richtung war. Ich bin froh, dass wir das noch ausprobiert haben, denn jetzt wissen wir viel mehr.“


Robert Kubica: BMW Sauber F1.08-05 / BMW P86/8
1. Training: 7., 1.22,267 min / 2. Training: 8., 1.21,363 min
„Wir haben das übliche Freitagsprogramm abgearbeitet. Wir haben die Reifenmischungen getestet und am Set-up gearbeitet, um herauszufinden, wie sich das Auto und die Reifen auf dieser Strecke verhalten. Wir werden nun die Daten analysieren und uns auf Samstag vorbereiten.“


Willy Rampf (Technischer Direktor): „Es war ein produktiver erster Trainingstag. Wie üblich haben wir uns heute auf die Rennvorbereitung konzentriert. Schwerpunkt dabei war die Reifenauswahl. In Budapest werden die beiden weichsten Reifenmischungen gefahren. Wir werden jetzt die gesammelten Daten analysieren, dies wird die Basis für die Rennstrategie.“
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Alt 02.08.2008, 21:14     #43
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Ungarn – Qualifikation, Samstag – 02.08.08

Wetter: trocken und sonnig, 29-31°C Luft, 37-43°C Asphalt


Budapest (HU). BMW Sauber F1 Team Fahrer Robert Kubica qualifizierte sich in der Hitze des Hungarorings für Startplatz vier. Für Nick Heidfeld dagegen war das Qualifying völlig enttäuschend. Nach einem viel versprechenden Vormittagstraining waren ihm auf seiner zweiten schnellen Runde in Q1 mehrere Fahrzeuge im Weg. Er verlor so viel Zeit, dass er es noch nicht einmal in Q2 schaffte.


Robert Kubica: BMW Sauber F1.08-05 / BMW P86/8
Qualifying 4., 1.20,053 min (3. Training: 18., 1.21,975 min)
„Ich bin glücklich mit dem Ergebnis. Das war mit Sicherheit eines meiner besten Qualifyings in dieser Saison. Ich habe wirklich nicht erwartet, dass ich hier am Sonntag vom vierten Platz starten würde, denn das Auto war über das gesamte bisherige Wochenende ziemlich schwierig zu fahren. Es fiel uns schwer, die optimale Balance zu finden. Am Ende ist es mir gelungen, die härtere Reifenmischung zum Arbeiten zu bringen. Ich freue mich jetzt auf das Rennen am Sonntag.“


Nick Heidfeld: BMW Sauber F1.08-07 / BMW P86/8
Qualifying 16., 1.21,045 min (in Q1) (3. Training: 6., 1.21,096 min)
„Ich bin extrem enttäuscht. Am Ende des gestrigen Trainings und heute Vormittag sah es gut aus. Aber auf meiner letzten Runde waren mir vier Autos im Weg. Die meisten haben wenigstens versucht, mir Platz zu machen, aber etwas Zeit kostet das immer. Gegen Ende der Runde hatte ich einen vor mir, der auf der Auslaufrunde war. Er hat Gas gegeben, als er mich sah und dann vor der letzten Kurve Sebastien Bourdais überholt, und der stand mir dann komplett im Weg. Ich hatte gehofft, dass das so offensichtlich war, dass er dafür direkt eine Strafe bekommen würde und ich doch noch in Q2 rutschen würde.“


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): „Es war ein sehr enger Kampf an der Spitze mit geringen Zeitabständen. Dass McLaren am Ende die Nase vorn haben würde, haben wir erwartet. Robert hat mit einer sehr guten letzten Runde Startplatz vier erkämpft und sich damit zwischen den beiden Ferrari einreihen können. Natürlich ist das Ergebnis von Nick enttäuschend. Er klagte mehrfach über Verkehr auf seiner entscheidenden schnellen Runde und hat daher den Sprung in Q2 verpasst. Wir müssen froh sein, wenn er von dieser Startposition nach Punkte nach Hause bringt.“


Willy Rampf (Technischer Direktor): „Robert hat mit einer tadellosen Vorstellung das Maximum herausgeholt. Platz vier ist eine gute Ausgangsposition. Bei Nick hingegen lief es nicht wie erwartet. Er klagte auf seiner letzten schnellen Runde über Verkehr. Damit hat er morgen ein sehr schwieriges Rennen vor sich, denn Überholen ist hier fast unmöglich.“
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Alt 03.08.2008, 16:28     #44
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Ungarn – Rennen, Sonntag – 03.08.08

Wetter: trocken und sonnig, 29-30°C Luft, 29-45°C Asphalt



Budapest (HU). Ein einziger WM-Zähler ist die karge Beute für das BMW Sauber F1 Team nach dem Großen Preis von Ungarn. Robert Kubica kam trotz seines guten Startplatzes (Position vier) als Achter nur gerade so in die Punkteränge. Nick Heidfeld hatte von Startplatz 15 aus ohnehin kaum Chancen und wurde mit einer Einstopp-Strategie noch Zehnter.


Robert Kubica: 8. BMW Sauber F1.08-05 / BMW P86/8
Schnellste Runde: 1.21,941 min in Rd. 70 (neuntschnellste insgesamt)
„Das war ein schwieriges Rennen. Wir waren sehr langsam, und ich hatte Probleme mit dem Grip. Ich hatte massives Übersteuern und konnte einfach nicht richtig angreifen. Ich musste permanent darum kämpfen, das Auto auf der Strecke zu halten. Immerhin: Ein Punkt ist besser als nichts.“


Nick Heidfeld: 10. BMW Sauber F1.08-07 / BMW P86/8
Schnellste Runde: 1.22,183 min in Rd. 67 (elftschnellste insgesamt)
„Mein Start war nicht perfekt, aber in Ordnung. Ich konnte, wie erhofft, in der ersten Runde drei Autos überholen. Aber dann war die Fahrt mit dem aufgrund der Einstopp-Strategie sehr schweren Auto schwieriger als erwartet. Ich bin fast randvoll getankt gestartet und musste auch auf die Reifen aufpassen. Ich konnte das Tempo der Leute vor mir nicht mitgehen. Warum unser Speed hier im Rennen nicht gepasst hat, müssen wir analysieren. Normalerweise ist ja gerade das eine Stärke von uns.“


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): „Das Rennen ist komplett an uns vorbei gelaufen. Beide Fahrer waren nicht in der Lage, normale Rundenzeiten zu fahren, wie wir sie vom Freitag und Samstag erwarten konnten. Das gilt für beide Reifenmischungen. Die Ursachen sind derzeit unklar und werden natürlich analysiert. Glückwunsch an Heikki Kovalainen zu seinem ersten Formel-1-Sieg und natürlich an Timo Glock zu einem starken Wochenende, das er mit Platz zwei gekrönt hat.“


Willy Rampf (Technischer Direktor): „Von unserer heutigen Performance sind wir natürlich sehr enttäuscht. Jetzt geht es darum zu analysieren, warum wir an die Leistung des Qualifyings zu keiner Phase des Rennens anknüpfen konnten. Das wird in den Fabriken in Hinwil und München geschehen, denn eine Testmöglichkeit gibt es bis zum nächsten Rennen in drei Wochen in Valencia wegen der Testpause nicht.“
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2008, 14:58     #45
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Europa. Valencia (ES) 22. – 24. August 2008 12. von 18 WM-Läufen Vorschau.

München/Hinwil, 15. August 2008. Erfrischt von der kurzen Sommerpause freut sich das BMW Sauber F1 Team auf das Formel-1-Debüt am Mittelmeerhafen von Valencia – die erste von zwei Stadtkurs-Premieren in dieser Saison. Ende September folgt das Nachtrennen in Singapur. Zwar besitzt Valencia in dem Circuito Ricardo Tormo eine permanente Rennstrecke, doch anstatt diese auf F1-Tauglichkeit auszubauen, entschied man sich für einen Parcours in der Stadt und am Hafen. Dümpelnde Yachten am Bildrand wecken Erinnerungen an den Großen Preis von Monaco, die Streckenführung aber gehorcht eher modernen Ansprüchen als der gnadenlosen monegassischen Enge nachzuahmen. An mehreren Stellen werden die F1- Fahrzeuge um die 300 km/h schnell sein. Am letzten Juliwochenende fand in Form von Formel-3- und GT-Rennen eine Art Generalprobe für den Grand Prix statt. Die F1 hatte keine Testgelegenheit in Valencia.

So hat sich das BMW Sauber F1 Team in der Simulation vorbereitet: Auf Basis der Streckendaten wurde mit Hilfe eines Computer- Programms die voraussichtliche Ideallinie bestimmt. In verschiedenen Fahrzeugkonfigurationen wurden Rundenzeiten simuliert. Für die mechanische Abstimmung wurden die Gewichtsverteilung sowie die Feder- und Dämpferkennung bestimmt. Aufgrund der errechneten Geschwindigkeiten konnte die Getriebeübersetzung festgelegt werden. Unter Berücksichtigung von Abtriebsniveau und Streckencharakteristik konnte die Rundensimulation den Belastungsgrad der Bremsen ermitteln, so wurden Bremsmaterial und Belüftung definiert.

Der Grip der Asphaltoberfläche und der Reifenverschleiß dagegen lassen sich nur vor Ort erfahren. Valencia hat längst sein früheres Industriehafen-Image abgestreift und sich zu einer der kulturellen Metropolen Europas entwickelt. Die Marina der mit rund 850.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Spaniens hat sich anlässlich der Austragung des America’s Cup 2007 zu einem ebenso edlen wie coolen Areal gewandelt.

Die Strecke führt über eine Brücke, die Nord- und Südmarina miteinander verbindet. Auf der Südseite fahren die Autos nahe am Kai vorbei, passieren das Gebiet des historischen Fischmarkts in Richtung der Vorstadt Grao. Kurz folgen sie dem Flusslauf des Turia, dann wird für eine Haarnadelkurve abgebremst, und weiter schlängelt sich die Strecke zurück in Richtung Wasser. Nach einer Folge von S-Kurven biegen die Fahrzeuge nach links ab und erreichen die Start-Ziel-Gerade, womit sie wieder im Hafen und zu Hause wären, denn die Garagen der Teams sind in den Hafengebäuden untergebracht.


Nick Heidfeld: „Ich freue mich immer sehr, wenn eine neue Rennstrecke im Kalender auftaucht, und auf Valencia bin ich besonders gespannt. Es wird ein echter Stadtkurs im Sinne von Innenstadt, also anders als die Kurse von Melbourne oder Montréal. In Sachen Charme und Anspruch könnte das Rennen in Valencia dem Großen Preis von Monaco am nächsten kommen. Valencia gefällt mir sehr gut. Ich war ja auch schon sehr häufig dort. Wir testen viel auf der permanenten Rennstrecke in Cheste und haben in Valencia auch schon mehrfach unser BMW Sauber F1Team neues Formel-1-Auto präsentiert. Die ersten Meter mit einem brandneuen Auto sind immer ganz besondere Erlebnisse.

Anfang 2008 habe ich zwischen dem Roll-out und dem nächsten Test ein paar Tage Urlaub mit meiner Familie in Valencia verbracht. Wir hatten eine gute Zeit, wir waren am Strand, und in der Stadt gibt es ein ausgetrocknetes Flussbett, in dem Parkanlagen und Spielplätze sind, das war sehr schön, speziell natürlich für die Kinder. Zum Shoppen und Essen gehen ist Valencia natürlich auch ein Tipp, mir gefällt auch der Kontrast zwischen historischen und futuristischen Bauten. Ich freue mich auf das Wochenende.“


Robert Kubica: „Ich freue mich sehr auf das Rennen in Valencia, ich bin generell ein großer Fan von Stadtkursen. Sie sind sehr anspruchsvoll, weil sie oft wellig sind und wechselnden Straßenbelag aufweisen. Wenn man einen Fehler macht, landet man schnell an der Leitplanke. Valencia wird nicht komplett Stadtkurscharakter haben, es gibt aus Sicherheitsgründen viele Auslaufzonen.

Die FIA unternimmt diesbezüglich große Anstrengungen, und das ist gut. Auf einem Straßenkurs ist es von großer Wichtigkeit, eine gute Basisabstimmung zu haben, mit der das Auto leicht fahrbar ist. Die Verbesserung der Rundenzeiten muss Schritt für Schritt erarbeitet werden, man kann da nicht zu wild herangehen. Auch der Ideallinie muss man sich schrittweise annähern. Es ist sehr wichtig, die Strecke abzugehen, ehe man das erste Mal fährt, um ein Gefühl für die Oberfläche und den Verlauf zu bekommen.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor: „Die kurze Sommerpause nach dem Rennen in Budapest hat allen gut getan. Nun gehen wir voller Elan in die noch verbleibenden drei Europa- und vier Übersee-Rennen. Unser Ziel ist es, an die guten Resultate der ersten Saisonhälfte anzuknüpfen. Wir haben noch einige Pfeile im Köcher und wollen damit den einen oder anderen Treffer landen. Der Große Preis von Europa rund um den Hafen von Valencia ist in diesem Jahr neu im Programm. Wir freuen uns sehr auf das Rennen und die Stadt. In Valencia hat BMW einige Anknüpfpunkte: Das Formel BMW Racing Center dient als Ausbildungsstätte für unsere Nachwuchspiloten in den Formel BMW Serien weltweit. Mehrfach erfolgte in Valencia der Roll-out unseres neuen F1-Fahrzeugs. Darüber hinaus herrscht bei Stadtrennen immer eine besondere Atmosphäre. Wir sind gespannt auf diesen neuen Kurs.“


Willy Rampf, Technischer Direktor: „Valencia ist ein neuer Austragungsort im Kalender und deshalb eine besondere Herausforderung, auch, weil es sich um einen Stadtkurs handelt. Allerdings keinen langsamen, denn die Piloten werden an der schnellsten Stelle über 300 km/h erreichen. Mit Hilfe unserer Simulationsprogramme sind wir in der Lage, das Abtriebslevel, also die Aero- Konfiguration, sowie die Belastung für die Bremsen und die Gangübersetzungen zuverlässig vorauszuberechnen, damit wir mit einer guten Basisabstimmung beginnen können.

Wenn man Valencia mit Monaco vergleicht, hat man es zwar mit zwei Stadtkursen zu tun, die allerdings deutlich unterschiedliche Charaktere haben und andere Anforderungen an das Fahrzeug stellen. In Valencia werden wir mit hohem Abtrieb antreten, aber nicht mit maximalem Downforce wie in Monaco.“


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum Valencia (Stadtkurs)/24. August 2008 Startzeit (lokal/UTC) 14:00 Uhr/12:00 Uhr

Runde/Renndistanz 5,440 km/310,080 km (57 Runden)

Kurven 13 Rechts- und 12 Linkskurven
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2008, 08:11     #46
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Europa – Training, Freitag – 22.08.08

Wetter: trocken und sonnig, 28-30°C Luft, 33-44°C Asphalt


Valencia (ES). Die Piloten des BMW Sauber F1 Teams erlebten einen störungsfreien Auftakt auf dem allseits gelobten neuen Stadtkurs am Hafen von Valencia. Sowohl Robert Kubica als auch Nick Heidfeld absolvierten den Vergleich der härteren und weicheren Reifen wie geplant, und beide sehen noch Verbesserungspotenzial vor dem Großen Preis von Europa.


Robert Kubica: BMW Sauber F1.08-05 / BMW P86/8
1. Training: 6., 1.41,281 min / 2. Training: 8., 1.40,149 min
„Im ersten Training konzentrierten wir uns darauf, uns an die Strecke heranzutasten. Der Asphalt war noch sehr schmutzig am Morgen, es dauerte, bis die Strecke einigermaßen guten Grip bot. Die Bedingungen während der zweiten Session waren besser, obwohl es immer noch recht rutschig war. Wir haben die beiden Reifenmischungen verglichen und an der Abstimmung gearbeitet. Die Streckenbedingungen waren jedoch nie für eine halbe Stunde konstant. Deshalb ist es schwer, Prognosen für morgen anzustellen. Wir müssen nun die Daten analysieren.“


Nick Heidfeld: BMW Sauber F1.08-07 / BMW P86/8
1. Training: 16., 1.42,453 min / 2. Training: 18., 1.41,084 min
„Der neue Kurs hier in Valencia gefällt mir sehr gut, die Streckenführung ist gelungen. Anfangs war die Strecke natürlich noch extrem verschmutzt, aber die Bedingungen sind schließlich für alle gleich. Bei uns gab es keinerlei technischen Schwierigkeiten, und ich konnte den Reifenvergleich wie geplant fahren. Mit den Rundenzeiten bin ich allerdings noch nicht zufrieden. Wir werden jetzt in Ruhe alle Daten analysieren und herausfinden, was wir verbessern können.“


Willy Rampf (Technischer Direktor): „Obwohl wir hier auf einer neuen Strecke fahren, gab es keine Überraschungen in Bezug auf die Abstimmung der Autos. Die Strecke ist so, wie wir sie erwartet hatten. Wie immer am Freitag haben wir den Reifenvergleich erledigt und uns auf die Rennvorbereitung konzentriert. Weil es auf diesem neuen Parcours keine Referenzwerte gibt, werden wir nun alle Daten analysieren und dabei im Besonderen die Sektorzeiten vergleichen, um die richtigen Schlüsse für die Abstimmung zu ziehen.“
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2008, 15:33     #47
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Europa – Qualifikation, Samstag – 23.08.08

Wetter: bedeckt, wenige Regentropfen, 26-29°C Luft, 27-33°C Asphalt



Valencia (ES). Erfreuliches Qualifying für das BMW Sauber F1 Team: Bei der Premiere auf dem Stadtkurs von Valencia qualifizierte sich Robert Kubica für Startplatz drei. Nick Heidfeld war im Qualifying zum Großen Preis von Europa Achtschnellster.


Robert Kubica: BMW Sauber F1.08-05 / BMW P86/8
Qualifying 3., 1.39,392 min (3. Training: 1., 1.38,754 min)
„Es war ein sehr gutes Qualifying für unser Team und für mich. Nach zuletzt ein paar unglücklichen Rennen ist unser Auto hier in Valencia nicht schlecht. Trotzdem gibt es noch einen kleinen Rückstand zu Ferrari und McLaren. Im Qualifying lief alles ziemlich glatt, nur die Wetterprognose war etwas instabil. Am Ende hatten wir nur ein paar Regentropfen in Q2, die keinerlei Einfluss auf das Ergebnis hatten. Für mich war die Reifenwahl nach dem gestrigen Training klar: Ich habe in Q1 die härtere Mischung verwendet, in Q2 und Q3 die weichere.“


Nick Heidfeld: BMW Sauber F1.08-07 / BMW P86/8
Qualifying 8., 1.40,631 min (3. Training: 8., 1.39,335 min)
„Platz acht ist nicht perfekt, aber ich denke, viel mehr war nicht drin, schließlich spielt auch das Sprit-Gewicht eine Rolle. In Q1 glaubte ich schon an ein Déja-vu, als mir Timo Glock im Weg stand. Bei uns im Team bekommen wir über Funk gesagt, um wie viel Sekunden hinter uns ein schnelles Auto kommt und wann wir Platz machen müssen. Anscheinend funktioniert das nicht in allen Teams so. Ich fürchtete schon, mein Qualifying sei ruiniert, aber zum Glück konnte ich direkt noch eine zweite Runde fahren, die schnell genug war. Q2 lief gut, da war ich Drittschnellster. Man hat gesehen, dass die Pace da ist. Insgesamt bin ich heute viel zufriedener mit meinem Auto. Am Freitag kam ich überhaupt nicht zurecht, seither haben wir stark umgebaut.“


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): „Auch auf dieser neuen und anspruchsvollen Strecke hat Robert erneut ein hervorragendes Qualifying absolviert und sich Platz drei in der Startaufstellung erkämpft. Nick hat sich vor allem im zweiten Qualifying in der entscheidenden Runde sehr gesteigert und sich mit der drittbesten Zeit für den finalen Durchgang qualifiziert. Die letzte Runde hat bei ihm nicht perfekt gepasst, vor allem im zweiten Sektor hat er Zeit verloren. Trotzdem: Auch sein Platz ist in Ordnung. Was diese Positionen wert sind, werden wir morgen bei den ersten Tankstopps sehen. Technische Probleme gab es während des Qualifyings nicht.“


Willy Rampf (Technischer Direktor): „Das war ein sehr spannendes Qualifikationstraining! Im ersten Teil fielen einige Regentropfen, und im zweiten waren die Zeiten sehr eng beisammen. Es ist positiv, dass wir diesmal wieder beide Fahrzeuge in den Top Ten haben. Nick hat in Q2 eine sehr starke Runde hingelegt und sich damit ganz sicher für Q3 qualifiziert. Robert fuhr ebenfalls sehr gut und hat vom dritten Startplatz aus eine ausgezeichnete Ausgangslage fürs Rennen. Aber auch für Nick sollte einiges möglich sein. Es ist erfreulich, dass sich unsere Arbeit seit dem letzten Rennen in Budapest ausgezahlt hat.“
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2008, 16:37     #48
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Europa – Rennen, Sonntag – 24.08.08

Wetter: sonnig und trocken, 28-29°C Luft, 44-45°C Asphalt



Valencia (ES). Robert Kubica holte bei der Formel-1-Premiere in Valencia den achten Podiumsplatz der Saison für das BMW Sauber F1 Team. Der Pole war als Dritter gestartet und kam beim Großen Preis von Europa auch als Dritter ins Ziel. Er war damit zum fünften Mal in dieser Saison bei der Siegerehrung dabei. Teamkollege Nick Heidfeld rutschte schon nach dem Start von Platz acht auf Position neun ab und blieb ohne WM-Punkte.


Robert Kubica: 3. BMW Sauber F1.08-05 / BMW P86/8
Schnellste Runde: 1.39,330 min in Rd. 38 (viertschnellste insgesamt)
„Mein Start war ziemlich gut, aber in Kurve eins bin ich über den Randstein gefahren, und Lewis Hamilton hat mir die Tür zugemacht. In der zweiten Kurve wollte ich ihn überholen, sah dann aber Felipe Massa sehr früh bremsen. Es wäre zu risikoreich gewesen, den Bremspunkt zu überfahren und ihn eventuell zu rammen. Während der folgenden Runden war ich stets etwas langsamer als Lewis. Plötzlich sah ich eine Plastiktüte herumfliegen. Ich konnte nicht ausweichen, und sie hat sich unter dem Auto festgeklemmt. In zwei Kurven konnte ich kaum lenken, das war extrem gefährlich. Zum Glück ist der größte Teil der Tüte bald weggeflogen, aber mein Vertrauen ins Fahrverhalten war erstmal sehr reduziert. Ich habe rund drei Sekunden verloren. Letztlich kam ich als Dritter ins Ziel, und ich denke, dass ich den Grundstein dafür gestern mit meinem Qualifyingergebnis gelegt habe.“


Nick Heidfeld: 9. BMW Sauber F1.08-07 / BMW P86/8
Schnellste Runde: 1.39,526 min in Rd. 57 (siebtschnellste insgesamt)
„Das war eines der schlimmsten Rennen für mich. Es ist eine Katastrophe, mit einem Auto auf Platz neun zu landen, das offensichtlich gut genug für Platz drei ist. Nach dem Qualifying war ich recht zuversichtlich, man hat ja gesehen, dass es geht. Aber eben nicht immer. Mit den härteren Reifen in den ersten beiden Stints hatte ich große Probleme, mit den weichen am Schluss ging es besser. Ich habe nach dem Start einen Platz verloren und hatte später keine Chance, Positionen gutzumachen. Der Speed hat gefehlt.“


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): „Zunächst einmal ein Riesenkompliment an die Organisatoren und Veranstalter zu einer gelungenen Premiere: Das Ambiente hier in der Stadt und auf dem Kurs rund um den Hafen ist phantastisch. Valencia gehört ab sofort zu den Höhepunkten der Saison. Natürlich ist es für uns schön, wieder zurück auf dem Podium zu sein. Für Robert ist es bereits das fünfte Mal in der laufenden Saison. Er ist ein starkes Rennen gefahren. In den ersten Runden hatte er Probleme, als sich eine herumfliegende Plastiktüte am Auto verfangen und das Handling beeinflusst hat. Abgesehen davon liefen beide Autos störungsfrei. Auch die Boxenstopps haben einwandfrei funktioniert. Als Achter hatte Nick keine gute Ausgangsposition. Wir hatten gehofft, dass er beim Start einen oder zwei Plätze gut machen würde. Leider ist er im Gedränge jedoch um einen Rang zurück gefallen. Damit war für ihn das Rennen gelaufen.“


Willy Rampf (Technischer Direktor): „Das war ein Rennen ohne allzu große Aufreger. Den spannendsten Moment gab es für uns zu Beginn, als Robert über Funk meldete, dass er ein Problem habe. Wir konnten an den Telemetrie-Daten ablesen, dass sein Auto deutlich Abtrieb verlor. Das rührte von einer Plastiktüte her, die am Unterboden hing. Beim ersten Boxenstopp konnten wir diese dann entfernen, danach war wieder alles in Ordnung. Beim Start hätte Robert es beinahe geschafft, Lewis Hamilton zu überholen, doch es hat nicht ganz gereicht. Danach fuhr er ein konstantes, gutes Rennen, das ihm letztlich den dritten Platz einbrachte. Nick war vom achten Startplatz aus losgefahren, demzufolge hatten wir erwartet, dass er WM-Punkte holen könnte. Aber sein Tempo war ganz einfach zu langsam. Natürlich freuen wir uns über den dritten Platz von Robert, aber insgesamt hatten wir auf eine bessere Punkteausbeute für das Team gehofft.“
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Alt 29.08.2008, 14:08     #49
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Belgien. 5. – 7. September 2008

13. von 18 WM-Läufen Vorschau.


München/Hinwil, 29. August 2008. Die Formel 1 tauscht urbane Schwüle gegen frische Bergluft: Nach dem valencianischen Stadtkurs, auf dem das BMW Sauber F1 Team seinen achten Podestplatz der Saison holte, steht nun der Große Preis von Belgien in den Ardennen an. Spa-Francorchamps ist mit gut sieben Kilometern die längste Rennstrecke im Kalender und hat auch die bei weitem längste Volllastpassage.


Nick Heidfeld: „Spa ist eine phantastische Rennstrecke mit einzigartigen Kurven und einem ganz besonderen Charakter. Die Kombination Eau Rouge in der Senke wird zwar heutzutage mit den V8-Motoren problemlos mit Vollgas gefahren, aber sie bleibt trotzdem etwas Besonderes. Die Kompression ist körperlich absolut kein Problem, aber eben ein spezielles Gefühl. Auch für Zuschauer kann ich diesen Streckenabschnitt nur empfehlen. Es ist sehr beeindruckend, wie die Autos dort bergab angerauscht kommen und dann wieder bergauf beschleunigen. Spa ist im aktuellen Kalender die nächstgelegene Grand-Prix-Strecke zu meiner Heimat Mönchengladbach, das ist für mich ein weiterer Grund, mich auf den Großen Preis von Belgien zu freuen, wo ich wieder ein besseres Ergebnis erzielen will.“


Robert Kubica: „Für mich ist der Große Preis von Belgien einer der besten im Kalender. Die Rennstrecke ist einzigartig mit sehr schnellen Kurven, die unterschiedliche Linien zulassen. Die berühmtesten Kurven in Spa-Francorchamps sind sicher Eau Rouge und die Bus-Stop-Schikane, die vor dem 2007er Rennen umgebaut wurde. Der Kurs ist sehr lang und knifflig. Man muss die richtige Balance und Fahrzeug-Konfiguration finden, um keine Rundenzeit zu verlieren. Ein anderer entscheidender Faktor in Belgien ist das Wetter. Es kann gleichzeitig auf einem Streckenabschnitt regnen, auf einem anderen aber trocken sein. Ich freue mich sehr auf dieses Rennen.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor: „Spa-Francorchamps gehört zu den Spezialitäten im Formel-1-Kalender. Wir freuen uns auf den einzigen Kurs im Kalender, den man noch als Naturrennstrecke bezeichnen kann, weil ihr Verlauf der Landschaft folgt. Beträchtliche Steigungen gehören in den Ardennen ebenso dazu wie das schwer kalkulierbare Wetter. Spa ist zwar nicht die Strecke, auf der die höchsten Geschwindigkeiten gefahren werden, das ist Monza, aber in Spa haben wir die längste Volllastpassage. Seit der baulichen Veränderung der berühmten Kurve Eau Rouge und Einführung der V8-Motoren wird ab der Kehre nach Start-und-Ziel durch diese Senke hindurch und anschließend bergauf mit Vollgas gefahren. Beim Vorjahresrennen haben wir gemessen, dass unsere Fahrer das Gaspedal über 1865 Meter bzw. 24 Sekunden lang durchgetreten haben. Hier sind Motorleistung und Standfestigkeit besonders gefordert. In Nicks F1.08 wird turnusgemäß ein neuer BMW P86/8-Motor mit einem neuen Getriebe arbeiten, Robert wird mit demselben Antrieb wie in Valencia fahren. In den ersten zwei Saisondritteln hatten wir keinen einzigen Ausfall wegen eines Defektes zu beklagen. Das hohe Niveau in der Zuverlässigkeit wollen wir halten.

Sportlich wollen wir uns weiter steigern und in Spa wieder mit beiden Autos solide in die Punkteränge fahren.“


Willy Rampf, Technischer Direktor: „Spa ist eine der letzten im Kalender verbliebenen Naturrennstrecken und gehört deshalb zu den Klassikern. Die meisten Piloten lieben diesen Kurs, und das nicht umsonst. Die Eau Rouge ist eine der spektakulärsten Kurven in der Formel 1, wenngleich sie nun mit den V8- Motoren bei trockener Piste mit Vollgas gefahren werden kann. Spa erfordert ein mittleres Abtriebslevel, vergleichbar mit Montréal. Eine hohe aerodynamische Effizienz ist sehr wichtig, weil man in den schnellen Kurven des Mittelsektors viel Abtrieb benötigt, gleichzeitig aber am Ende der langen Geraden viel Top-Speed braucht, um überholen zu können.

Von entscheidender Bedeutung wird es sein, wie man das Reifenpotenzial nutzen kann. Wir verwenden in Spa die zwei härtesten Mischungen, was vor allem dann zu einer Herausforderung wird, wenn die Außentemperaturen niedrig sind. Das Wetter ist in Spa immer eine große Unbekannte, denn es kann in kürzester Zeit umschlagen, manchmal auch nur auf einzelnen Streckenabschnitten.“


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum Spa-Francorchamps/7. September 2008 Startzeit (lokal/UTC) 14:00 Uhr/12:00 Uhr

Runde/Renndistanz 7,004 km/308,052 km (44 Runden)

Kurven 9 Rechts- und 10 Linkskurven

Sieger 2007 Kimi Räikkönen, Scuderia Ferrari Marlboro, 1:20.39,066 Stunden

Poleposition 2007 Kimi Räikkönen, Scuderia Ferrari Marlboro, 1.45,994 Minuten

Schnellste Runde 2007 Felipe Massa, Scuderia Ferrari Marlboro, 1.48,036 Minuten


Daten 2007 (Rennen):

Volllastanteil: 70 %
Topspeed: 310 km/h
Längste Volllastpassage: 24 sec / 1865 m
Gangwechsel pro Runde: 52
Reifenverschleiß: mittel bis gering
Bremsverschleiß: mittel
Abtriebslevel: mittel


Historie und Hintergrund: Die Idee, am Kurort Spa ein Rennen zu veranstalten, entstand 1920. Man verband Malmedy, Stavelot und Francorchamps. 1921 konnte das erste Autorennen nicht stattfinden, weil sich nur ein Teilnehmer angemeldet hatte. Die Strecke wurde von Motorrädern eingeweiht, ehe 1922 Autos starteten. 1924 wurde erstmals das 24-Stunden-Rennen ausgetragen. Das erste bedeutende Formelrennen folgte 1925 mit dem GP von Europa. 1970 fand das letzte Rennen auf dem bis dato 14 Kilometer langen Kurs statt. Die Autos waren zu schnell für diese Strecke geworden. 1979 wurde der aktuelle Kurs eröffnet. 2003 gastierte die F1 nicht in Spa. Für 2004 wurde die Bus-Stop-Schikane umgebaut. Nach dem GP 2005 setzte die F1 erneut ein Jahr aus. 2007 wurde eine neue Boxenanlage bezogen, die Bus-Stop-Passage wurde inklusive Boxen-Anfahrt erneut umgebaut. In der Haarnadel “La Source” ereignete sich 1998 nach dem Start der größte Massencrash der F1-Geschichte, der ohne Personenschäden ausging. Bis heute wurden in Spa 40 Große Preise von Belgien ausgetragen. Zehn weitere fanden in Zolder statt, zwei in Nivelles.
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2008, 15:57     #50
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 20.155

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von Belgien – Training, Freitag – 05.09.08

Wetter: bedeckt, zeitweise Regen am Nachmittag, 15-17°C Luft, 15-17°C Asphalt



Spa (BE). Die ersten freien Trainings zum Großen Preis von Belgien fanden bei typischem Ardennen-Wetter statt – ein tief grauer Himmel produzierte zum Nachmittagstraining den ersten Regen. Wechselnde Streckenbedingungen erschwerten aussagekräftige Vergleiche und Analysen für die Abstimmungsarbeit.


Robert Kubica: BMW Sauber F1.08-05 / BMW P86/8
1. Training: 11., 1.49,139 min / 2. Training: 11., 1.49,875 min
„Die Bedingungen heute waren instabil, insbesondere im Nachmittagstraining. Daher war nicht nur das Testen selbst, sondern auch die Bewertung des Testprogramms und der Resultate ziemlich schwierig. Aber das gilt für alle gleichermaßen. Wir analysieren jetzt die Daten und bereiten uns auf Samstag vor. Zum Schluss bei den Startübungen ging einfach der Motor aus.“


Nick Heidfeld: BMW Sauber F1.08-07 / BMW P86/8
1. Training: 12., 1.49,185 min / 2. Training: 10., 1.49,725 min
„Mein erster Trainingstag hier war im Großen und Ganzen in Ordnung. Das Grip-Level auf der Strecke war erwartet niedrig und das Auto entsprechend nicht ganz einfach zu fahren. Wir haben im Laufe des Tages ein paar kleinere Veränderungen vorgenommen, aber die Bewertung ist aufgrund der wechselnden Wetterbedingungen extrem schwierig. Wegen des Wetters konnten wir heute auch nicht unseren Reifenvergleich wie sonst erledigen, indem man die harte und die weiche Mischung eben unter gleichen Bedingungen fährt. Das erschwert die Analyse, aber das Problem haben natürlich alle.“


Willy Rampf (Technischer Direktor): „Wegen der wechselnden Witterungsbedingungen ist es sehr schwer, die Abstimmungsänderungen zu bewerten, die wir heute während der zwei freien Trainings vorgenommen haben. Wir konnten unser Programm nicht ganz abarbeiten, vor allem bezüglich des Reifenvergleichs. Die Fahrzeugabstimmung für morgen werden wir nun basierend auf den gesammelten Daten sowie Simulationswerten festlegen. Gemäß Wettervorhersage sollte es am Samstagvormittag trocken sein, sodass wir hoffentlich unser Programm vervollständigen können.“
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten
Antwort Zurück BMW-Treff Forum > Rund um BMW und den BMW-Treff > Motorsport > BMW Motorsport News

Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist an.

Gehe zu








Alle Partner anzeigen - hier klicken

Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 05:19 Uhr.